Tiefer als Potosí, aber immer noch fast auf der Höhe des Großglockners liegt La Paz, die höchste Hauptstadt der Welt. Hier mussten wir uns erst mal ohne Reiseführer zurechtfinden (der war auch im Rucksack), was aber nicht all zu lange dauerte. Die letzten Tage verbrachten wir mit Einkaufen! Neue Handschuhe, neue Hauben (*schluchz*), warme Pullis, einen neuen Rucksack,…Und eine neue Backupsicherung für unsere Fotos – Kevin hat jetzt einen 80GB I-Pod!!!!!!!
Nach Tagen des Besorgens und Organisierens hatten wir gestern endlich Zeit die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden. Erst von einem hochgelegenem Aussichtspunkt (harte Arbeit da rauf zu kommen) erkennt man die geniale Lage dieser Stadt. Sie liegt, eingebettet zwischen hohen Bergen und man sieht wie die Stadt immer weiter die Hänge hinauf wächst. Hinter den Wolkenkratzern von La Paz Downtown ragen spitze Felsformationen in den Himmel – ein Bild, das irgendwie nicht ganz zusammenstimmt…
Sehr interessant ist hier auch der Mercado de los Brujas (Hexenmarkt), wo man von getrockneten Lamababies über Affenschädel bis hin zu halluzinogenen Kakteen, Aphrotisiaka, Katzenpfoten und gedörrten Kröten so manch seltsame Sachen kriegt. Wir haben uns nur ein paar Amulette für eine gute Weiterreise und Gesundheit und ein paar Opfergaben für Pachamama gekauft.
Essen gehen wir hier immer in typische Einheimischenlokale. Hier kriegt man schon ab ca. 35cent ein Abendmenu mit Suppe, Hauptspeise und Kaffee. Da sich in diese Lokale eher selten Touristen verirren kann es schon mal passieren, dass sich die Angestellten einen Scherz mit einem erlauben. So hatte Kevin zum Beispiel eine endlos zu Tode gekochte und völlig aufgequollene Hühnerklaue in seiner Suppe schwimmen. Gut hat sie geschmeckt!
Gestern Abend nutzten wir noch den Luxus der Großstadt und sahen uns „Fluch der Karibik III“ im Kino an. Morgen geht’s dann endlich wieder einmal in die Wildnis – Trekking in der Cordillera Real. Wir werden den Choro Trek machen – in 4 Tagen von hochandinen 4860m hinunter auf 1180m mitten hinein in die tropischen Yungas wo Kaffee, Coca und Bananen wachsen…
Sonntag, 17. Juni 2007
Wenn Rucksaecke Fuesse kriegen...
Nach einigen Tagen in Potosí sollte es für uns weiter nach La Paz gehen. Da der Bus erst am Abend ging, packten wir alles was wir für den Tag und die anschließende Busfahrt brauchten in unseren kleinen Rucksack und wollten die Großen im Büro des Busunternehmens unterstellen.
Beim Kauf des Bustickets passierte es dann: Wir waren noch außer Atem vom Rucksackschleppen, ein kurzes „permiso“, jemand drängt sich vorbei, ein Ausweichen und – schwupps – war der kleine Rucksack nicht mehr da. Als wir es bemerkten war der Dieb schon über alle Berge.
Sowas kann einem ganz schön den Tag versauen!!!! Kevin, voll in Rage, spie erst mal einen Mund voll Coca über die Plaza und hüpfte mit einem zornroten Kopf wie das Rumpelstielzchen auf und ab und ließ Fluchsalven in die Menge (Gott sei Dank verstehen die hier kein Deutsch) Dann suchten wir uns erst mal einen Polizisten um die Sache zur Anzeige zu bringen.
Normalerweise ist in dem kleinen Rucksack nichts von großem Wert, aber an diesem Tag…Wir wollten endlich unsere Fotos auf CD brennen lassen und hatten deshalb die externe Festplatte und den USB-Stick eingepackt. Für die Nacht brauchten wir die warmen Jacken (teure Trekkingjacken) und den I-Pod zum Musikhören. Die teuren Sonnenbrillen hatten wir auch drin, weil sie in Bolivien mit dem Großgepäck sehr unsanft umgehen (Gepäck wird einfach vom Busdach auf die Straße oder den unten stehenden Besitzer geworfen),…
Alles in allem ein Gesamtwert von über 1300 Euro!!!!
Naja, Shit happens! Jetzt hatten wir wenigstens die Möglichkeit einen bolivianischen Polizeiposten von innen zu sehen. Das Foto sagt alles. Unsere Anzeige wurde handschriftlich in ein, in Zeitungspapier eingebundenes, Schulheft geschrieben…Aber auch wenn das Ganze für uns auf den ersten Blick sehr unprofessionell wirkte, dürften sie doch gleich reagiert und eine Fahndung gestartet haben, denn als wir am Abend nachfragen kamen ob der Rucksack aufgetaucht sei, wusste der ganze Posten Bescheid was passiert war und sie meinten, dass am Terminal immer noch gefahndet wird.
Wir hatten den Rucksack sowieso schon abgeschrieben und freuten uns – positiv wie wir sind – schon auf den neuen Pulli, den wir bekommen würden.
Zum Glück müssen wir nicht alles eins zu eins ersetzen – Man kann ja bei vielem improvisieren…
Beim Kauf des Bustickets passierte es dann: Wir waren noch außer Atem vom Rucksackschleppen, ein kurzes „permiso“, jemand drängt sich vorbei, ein Ausweichen und – schwupps – war der kleine Rucksack nicht mehr da. Als wir es bemerkten war der Dieb schon über alle Berge.
Sowas kann einem ganz schön den Tag versauen!!!! Kevin, voll in Rage, spie erst mal einen Mund voll Coca über die Plaza und hüpfte mit einem zornroten Kopf wie das Rumpelstielzchen auf und ab und ließ Fluchsalven in die Menge (Gott sei Dank verstehen die hier kein Deutsch) Dann suchten wir uns erst mal einen Polizisten um die Sache zur Anzeige zu bringen.
Normalerweise ist in dem kleinen Rucksack nichts von großem Wert, aber an diesem Tag…Wir wollten endlich unsere Fotos auf CD brennen lassen und hatten deshalb die externe Festplatte und den USB-Stick eingepackt. Für die Nacht brauchten wir die warmen Jacken (teure Trekkingjacken) und den I-Pod zum Musikhören. Die teuren Sonnenbrillen hatten wir auch drin, weil sie in Bolivien mit dem Großgepäck sehr unsanft umgehen (Gepäck wird einfach vom Busdach auf die Straße oder den unten stehenden Besitzer geworfen),…
Alles in allem ein Gesamtwert von über 1300 Euro!!!!
Naja, Shit happens! Jetzt hatten wir wenigstens die Möglichkeit einen bolivianischen Polizeiposten von innen zu sehen. Das Foto sagt alles. Unsere Anzeige wurde handschriftlich in ein, in Zeitungspapier eingebundenes, Schulheft geschrieben…Aber auch wenn das Ganze für uns auf den ersten Blick sehr unprofessionell wirkte, dürften sie doch gleich reagiert und eine Fahndung gestartet haben, denn als wir am Abend nachfragen kamen ob der Rucksack aufgetaucht sei, wusste der ganze Posten Bescheid was passiert war und sie meinten, dass am Terminal immer noch gefahndet wird.
Wir hatten den Rucksack sowieso schon abgeschrieben und freuten uns – positiv wie wir sind – schon auf den neuen Pulli, den wir bekommen würden.
Zum Glück müssen wir nicht alles eins zu eins ersetzen – Man kann ja bei vielem improvisieren…
Kevins Tag in den Minen...
Der Trip startete am Mercado de los Mineros, auf dem sich die Minenarbeiter mit allem was sie für die Arbeit brauchen eindecken. Es ist weltweit der einzige Markt auf dem man legal Dynamit und Ammoniumnitrat erwerben kann. Gleich daneben stehen dann riesige Säcke mit Coca und billiger, bis zu 96%iger Trinkalkohol… Als Tourist kann man diese Sachen als Geschenke für die mineros kaufen. Nachdem ich mich mit dem Wichtigsten eingedeckt hatte ging es hinauf zu den kooperativen Minen. Das sind viele kleine Minen, die von kleinen Gruppen von mineros betrieben werden, welche dann das Rohmaterial an die Minengesellschaft verkaufen.
Ich hatte das Glück zufällig eine Einzelführung zu bekommen. Oben angekommen ging es gleich durch einen kleinen Eingang direkt in den Berg. Da zu Mittag ein großes Fest der Minenarbeiter anstand war zum Glück in den Gängen und Schächten wenig Betrieb, was den Aufenthalt drinnen angenehmer machte, da weniger Staub in der Luft war – Belüftung gibt es nämlich keine. Trotzdem war das Ganze kein Spaziergang: Die Gänge sind oft nur einen Meter hoch, manchmal nicht breiter als 40cm, es ist finster und man klettert ohne Sicherung ständig irgendwo herum. Man muss aufpassen, dass man sich nicht dauernd den Kopf an irgendwelchen Vorsprüngen anstößt oder gar in ein Loch im Boden ein oder mehrere Stockwerke tiefer stürzt. Die Gänge verlaufen genau entlang der Adern und sind deshalb alles andere als gerade bzw. eben.
Den wenigen mineros die arbeiteten, konnte ich zusehen und auch selber einmal probieren was diese Männer hier tagtäglich leisten. Auf dem Weg nach draußen opferten wir noch ein paar Cocablätter bei den in den Minen befindlichen Statuen von Pachamama und Tío.
Tío ist eine teufelsähnliche Gottheit, der unter Tag gehuldigt wird. Die Minenarbeiter glauben, dass ihnen Gott unter der Erde nicht helfen kann und wenden sich darum an den Teufel. Ihm wird jeden Tag bei Arbeitsbeginn entweder eine brennende Zigarette als Gabe in den Mund gesteckt oder es werden ihm ein paar Cocablätter geopfert.
Endlich wieder am Tageslicht durfte ich nun meine am Mercado de los Mineros gekaufte Stange Dynamit verschießen!!!!! Geiler Rumps!!!!!!!!!!!
Währenddessen waren die Vorbereitungen für das Fest schon im vollen Gange. Jede Mine hatte einige Lamas vor dem Eingang angebunden, die später an Pachamama und an Tío geopfert werden sollten. Wie mir mein Guide Sol (span. Sonne) erzählte findet dieses Fest nur einmal im Jahr statt. Und als sie mir anbot noch länger am Berg zu bleiben um beim Fest dabei sein zu können musste ich natürlich zusagen. Sie war froh darüber, da sie Geschmack am Bier und der netten Gesellschaft gefunden hatte.
Als nach langem Warten endlich der Chef der vereinten Minen, der das Opferritual leitete eintraf, begann die Zeremonie mit rituellem Cocakauen. Danach wurden die Lamas für die Schlachtung vorbereitet. Es ist wirklich kein schöner Anblick, wenn 5 Männer auf einem Hilfe suchenden Lama knien und diesem dann mit einem mehr oder weniger scharfen Messer die Kehle aufgesäbelt wird. Bei jedem geopferten Lama wurde eine Stange Dynamit verschossen – am ganzen Berg hat es pausenlos gerumpst! Es ist schon unheimlich, wenn man bedenkt, dass jede der vielen Detonationen ein totes Lama bedeutet…Das Blut der geschlachteten Tiere wurde mit Tellern und Schüsseln aufgefangen und von den Minenarbeitern auf den Eingang ihrer Mine gespritzt. Ab dem Zeitpunkt der Schlachtung darf keiner mehr die Mine betreten, da diese Person sonst von Pachamama und Tío auch als Opfergabe gesehen werden würde und kurz darauf sterben müsste.
Nachdem beide Lamas unserer Mine geschlachtet waren wurden Kopf, Beine und Innereien entfernt und in einer Scheibtruhe als Opfergaben aufgebahrt.
Danach ging das Feiern richtig los: Das Essen wurde vorbereitet und Bier und billiger Alkohol flossen in Strömen. Und mitten in diesem Treiben saß ich, als einziger Tourist, und feierte kräftig mit! Je später es wurde umso lauter wurde es am Berg: In der Mine unter uns spielte eine Musikkapelle auf, Dynamit wurde wie Schweizerkracher geschossen und alle am Berg waren in Partystimmung.
Als das Essen (Lama mit Kartoffeln) fertig war wurden noch die Opfergaben am Mineneingang vergraben und dann konnte das große Fressen beginnen. Zuerst bekamen die mineros zu Essen, aber da 2 Lamas ganz schön viel Fleisch haben fiel auch für den Touristen noch eine Riesenportion ab.
Nach dem Essen wurde es aber Zeit aufzubrechen, da mich Marita schon seit 14 Uhr zurückerwarte.
Mit vollem Bauch und leichtem Dusel stolperten wir im Dunkeln den Berg hinunter wo mich Marita schon verzweifelt erwartete.
Alles in allem ein teilweise schockierender, aber trotzdem genialer Tag!
Ich hatte das Glück zufällig eine Einzelführung zu bekommen. Oben angekommen ging es gleich durch einen kleinen Eingang direkt in den Berg. Da zu Mittag ein großes Fest der Minenarbeiter anstand war zum Glück in den Gängen und Schächten wenig Betrieb, was den Aufenthalt drinnen angenehmer machte, da weniger Staub in der Luft war – Belüftung gibt es nämlich keine. Trotzdem war das Ganze kein Spaziergang: Die Gänge sind oft nur einen Meter hoch, manchmal nicht breiter als 40cm, es ist finster und man klettert ohne Sicherung ständig irgendwo herum. Man muss aufpassen, dass man sich nicht dauernd den Kopf an irgendwelchen Vorsprüngen anstößt oder gar in ein Loch im Boden ein oder mehrere Stockwerke tiefer stürzt. Die Gänge verlaufen genau entlang der Adern und sind deshalb alles andere als gerade bzw. eben.
Den wenigen mineros die arbeiteten, konnte ich zusehen und auch selber einmal probieren was diese Männer hier tagtäglich leisten. Auf dem Weg nach draußen opferten wir noch ein paar Cocablätter bei den in den Minen befindlichen Statuen von Pachamama und Tío.
Tío ist eine teufelsähnliche Gottheit, der unter Tag gehuldigt wird. Die Minenarbeiter glauben, dass ihnen Gott unter der Erde nicht helfen kann und wenden sich darum an den Teufel. Ihm wird jeden Tag bei Arbeitsbeginn entweder eine brennende Zigarette als Gabe in den Mund gesteckt oder es werden ihm ein paar Cocablätter geopfert.
Endlich wieder am Tageslicht durfte ich nun meine am Mercado de los Mineros gekaufte Stange Dynamit verschießen!!!!! Geiler Rumps!!!!!!!!!!!
Währenddessen waren die Vorbereitungen für das Fest schon im vollen Gange. Jede Mine hatte einige Lamas vor dem Eingang angebunden, die später an Pachamama und an Tío geopfert werden sollten. Wie mir mein Guide Sol (span. Sonne) erzählte findet dieses Fest nur einmal im Jahr statt. Und als sie mir anbot noch länger am Berg zu bleiben um beim Fest dabei sein zu können musste ich natürlich zusagen. Sie war froh darüber, da sie Geschmack am Bier und der netten Gesellschaft gefunden hatte.
Als nach langem Warten endlich der Chef der vereinten Minen, der das Opferritual leitete eintraf, begann die Zeremonie mit rituellem Cocakauen. Danach wurden die Lamas für die Schlachtung vorbereitet. Es ist wirklich kein schöner Anblick, wenn 5 Männer auf einem Hilfe suchenden Lama knien und diesem dann mit einem mehr oder weniger scharfen Messer die Kehle aufgesäbelt wird. Bei jedem geopferten Lama wurde eine Stange Dynamit verschossen – am ganzen Berg hat es pausenlos gerumpst! Es ist schon unheimlich, wenn man bedenkt, dass jede der vielen Detonationen ein totes Lama bedeutet…Das Blut der geschlachteten Tiere wurde mit Tellern und Schüsseln aufgefangen und von den Minenarbeitern auf den Eingang ihrer Mine gespritzt. Ab dem Zeitpunkt der Schlachtung darf keiner mehr die Mine betreten, da diese Person sonst von Pachamama und Tío auch als Opfergabe gesehen werden würde und kurz darauf sterben müsste.
Nachdem beide Lamas unserer Mine geschlachtet waren wurden Kopf, Beine und Innereien entfernt und in einer Scheibtruhe als Opfergaben aufgebahrt.
Danach ging das Feiern richtig los: Das Essen wurde vorbereitet und Bier und billiger Alkohol flossen in Strömen. Und mitten in diesem Treiben saß ich, als einziger Tourist, und feierte kräftig mit! Je später es wurde umso lauter wurde es am Berg: In der Mine unter uns spielte eine Musikkapelle auf, Dynamit wurde wie Schweizerkracher geschossen und alle am Berg waren in Partystimmung.
Als das Essen (Lama mit Kartoffeln) fertig war wurden noch die Opfergaben am Mineneingang vergraben und dann konnte das große Fressen beginnen. Zuerst bekamen die mineros zu Essen, aber da 2 Lamas ganz schön viel Fleisch haben fiel auch für den Touristen noch eine Riesenportion ab.
Nach dem Essen wurde es aber Zeit aufzubrechen, da mich Marita schon seit 14 Uhr zurückerwarte.
Mit vollem Bauch und leichtem Dusel stolperten wir im Dunkeln den Berg hinunter wo mich Marita schon verzweifelt erwartete.
Alles in allem ein teilweise schockierender, aber trotzdem genialer Tag!
Potosi - die hoechste Stadt der Welt...
Nach der realitätenverzerrenden Tour in Uyuni ging es weiter in die alte Kolonialstadt Potosí – der höchstgelegenen Großstadt der Welt auf atemraubenden 4070m. Hier mussten wir uns auch von unseren Reisekameraden Mela und Stefan trennen, da ihre Zeit in Südamerika leider dem Ende zuging und sie einen Flug in Santiago erwischen mussten.
Potosí war in der Kolonialzeit aufgrund des Silberreichtums des nahe gelegenen Cerro Ricos (Reicher Berg) eine der größten und reichsten Städte der Welt.
Aber die Geschichte ist nicht so schön wie sie anfangs klingt. Allein in der Kolonialzeit starben in den Minen über 8 Millionen Indios und schwarze Sklaven, die für die Spanier dort Silber abbauen mussten. Auch heute noch werden in dem, inzwischen wie ein Schweizerkäse durchlöcherten Berg, unter primitivsten Bedingungen, größtenteils händisch und ohne Sicherheitsvorkehrungen, Zink, Kupfer, Silber und noch viele andere Edelmetalle abgebaut. Es arbeiten zurzeit ca. 16.000 Menschen in den Minen und im Schnitt stirbt auch heute noch täglich ein Mensch bei Arbeitsunfällen oder an den Folgen der Minenarbeit (Staublunge).
Die Stadt selbst hat aufgrund ihres konstanten Reichtums viele Sehenswürdigkeiten, die glücklicherweise auch heute noch sehr gut erhalten und gepflegt sind. Es herrscht ein reges Geschäftstreiben auf den Straßen und an jeder Ecke gibt es neue unbekannte Köstlichkeiten zu probieren (auch wenn man nicht immer weiß oder wissen will was man gerade isst). Deshalb oder auch wegen der Höhe war Marita kurzzeitig gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe, weshalb Kevin den Ausflug zu den Minen, den man als Tagestour machen kann, alleine unternahm...
Potosí war in der Kolonialzeit aufgrund des Silberreichtums des nahe gelegenen Cerro Ricos (Reicher Berg) eine der größten und reichsten Städte der Welt.
Aber die Geschichte ist nicht so schön wie sie anfangs klingt. Allein in der Kolonialzeit starben in den Minen über 8 Millionen Indios und schwarze Sklaven, die für die Spanier dort Silber abbauen mussten. Auch heute noch werden in dem, inzwischen wie ein Schweizerkäse durchlöcherten Berg, unter primitivsten Bedingungen, größtenteils händisch und ohne Sicherheitsvorkehrungen, Zink, Kupfer, Silber und noch viele andere Edelmetalle abgebaut. Es arbeiten zurzeit ca. 16.000 Menschen in den Minen und im Schnitt stirbt auch heute noch täglich ein Mensch bei Arbeitsunfällen oder an den Folgen der Minenarbeit (Staublunge).
Die Stadt selbst hat aufgrund ihres konstanten Reichtums viele Sehenswürdigkeiten, die glücklicherweise auch heute noch sehr gut erhalten und gepflegt sind. Es herrscht ein reges Geschäftstreiben auf den Straßen und an jeder Ecke gibt es neue unbekannte Köstlichkeiten zu probieren (auch wenn man nicht immer weiß oder wissen will was man gerade isst). Deshalb oder auch wegen der Höhe war Marita kurzzeitig gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe, weshalb Kevin den Ausflug zu den Minen, den man als Tagestour machen kann, alleine unternahm...
4 Tage im Gelaendewagen kreuz und quer uebers Altiplano...
Uyuni ist eine kleine Stadt mitten in der endlosen Weite des Altiplanos, die nur wegen seiner Lage inmitten einer Vielzahl von Naturwundern zum Touristenmagnet geworden ist. Von hier aus starten ein- oder mehrtägige Geländewagentouren in die einsame, surreale Salzwüste und zu all den anderen Destinationen, die man auf eigene Faust ohne Fahrzeug unmöglich erkunden kann…
Auch wir wollten uns das nicht entgehen lassen und buchten, total untypisch für uns aber leider nicht anders möglich, eine 4-tägige Tour. Und gemeinsam mit Mela und Stefan würde es schon lustig werden…
Wir hatten die Tour glücklicherweise in die entgegengesetzte Richtung, als sie von den meisten anderen Tourunternehmen gefahren wird, gebucht, entkamen dadurch auch dem großen Touristenstrom und konnten die Naturwunder NOCH mehr genießen. Der erste Tag war noch eher gemütlich mit einigen abgelegenen Andendörfern, die wir auf eigene Faust erkunden konnten, riesigen Vulkangesteinsformationen, die geradezu zum Klettern einluden und besonders für Kevin und Stefan einen riesengroßen Abendteuerspielplatz darstellten. Am Abend ging das Spielen und Erkunden in Villa Mar, der Ortschaft wo wir unsere erste Nacht verbrachten, weiter. Schon bei der Einfahrt in das Dorf sieht man ein Flugzeugwrack, das in den Felswänden hängt – Das mussten wir uns natürlich aus der Nähe ansehen! Gleich daneben entdeckten wir auch noch einen Oferschrein für Pachamama mit den aufgebahrten Gebeinen der verstorbenen Dorfschamaninnen. Nach dem Abendessen bekamen wir noch eine kurze traditionelle Musikvorführung von einer Gruppe aus dem Dorf.
Ab dem zweiten Tag war das Programm viel dichter. Es folgte ein Naturwunder nach dem anderen:
- Die Laguna Colorada, die aufgrund von Mikroorganismen ihre Farbe, je nach Windverhältnissen von zartem rosa über orange bis hin zu sattem rot ändert.
- Aguas Thermales: Wer hat schon mal auf ca. 5000m Seehöhe in heißen Quellen gebadet während andere, in Daunenjacken gehüllte Touristen wie die Pinguine daneben stehen und sich nicht reintrauen?
- Laguna Verde: Eine Lagune, in der eine chemische Reaktion stattfindet (keine Ahnung wer mit wem reagiert) und deshalb eine leuchtend türkise Färbung und weißen Schaum am Ufer hat. Der Vulkan Lincancabur mit fast 6000m im Hintergrund rundet das geniale Bild noch ab.
- Die „Sol de Mañana“-Geysire auf 5500m, die höchsten weltweit. Und die blubbern nicht nur harmlos, sondern rauchen, spucken und tosen wie ein Düsenflugzeug – besonders wenn man sie mit Schneebällen ärgert…
- Unzählige Lagunen in denen verschiedene Arten von Flamingos leben.
- Der „Arbol der Piedra“ – ein, von der Erosion geschaffener steinerner Baum, der einem Dalí-Bild entsprungen sein könnte.
- Ein Friedhof einer Prä-Inca-Kultur, die ihre Toten sitzend in künstlich aufgeschlichteten Steinhöhlen bestatteten. Die Bilder sprechen für sich.
- Die Isla de Pescada bei Sonnenaufgang - eine Insel mit Kakteen bis zu 12 Metern, die bis zu 1200 Jahren alt sind. Sie liegt mitten in der Salar de Uyuni, einer riesengroßen Salzwüste in der Proportionen verschwimmen und Raum und Zeit relativer als relativ sind… Es ist schwer sich vorzustellen, dass es in Europa Zeiten gegeben hat wo Salz mit Gold aufgewogen worden ist, wenn man auf einer bis zu 15m dicken und bis zum Horizont reichenden Salzebene steht…
- Ein Hotel gebaut aus Salz indem nicht nur Wände, sondern auch Tische, Sesseln und Betten aus dem weißen Stoff sind (nur die Kloschüsseln sind zum Glück aus Porzellan)
- Und noch viele andere kleine und größere Naturwunder; Schauspiele und Sehenswürdigkeiten, die hier den Rahmen sprengen würden.
Obwohl unsere Fotos (unserer Meinung nach) nicht schlecht geworden sind können sie trotzdem mit der Realität nicht konkurrieren. Es gibt Dinge, die muss man einfach live gesehen haben…- Genießt die Bilder trotzdem!
Auch wir wollten uns das nicht entgehen lassen und buchten, total untypisch für uns aber leider nicht anders möglich, eine 4-tägige Tour. Und gemeinsam mit Mela und Stefan würde es schon lustig werden…
Wir hatten die Tour glücklicherweise in die entgegengesetzte Richtung, als sie von den meisten anderen Tourunternehmen gefahren wird, gebucht, entkamen dadurch auch dem großen Touristenstrom und konnten die Naturwunder NOCH mehr genießen. Der erste Tag war noch eher gemütlich mit einigen abgelegenen Andendörfern, die wir auf eigene Faust erkunden konnten, riesigen Vulkangesteinsformationen, die geradezu zum Klettern einluden und besonders für Kevin und Stefan einen riesengroßen Abendteuerspielplatz darstellten. Am Abend ging das Spielen und Erkunden in Villa Mar, der Ortschaft wo wir unsere erste Nacht verbrachten, weiter. Schon bei der Einfahrt in das Dorf sieht man ein Flugzeugwrack, das in den Felswänden hängt – Das mussten wir uns natürlich aus der Nähe ansehen! Gleich daneben entdeckten wir auch noch einen Oferschrein für Pachamama mit den aufgebahrten Gebeinen der verstorbenen Dorfschamaninnen. Nach dem Abendessen bekamen wir noch eine kurze traditionelle Musikvorführung von einer Gruppe aus dem Dorf.
Ab dem zweiten Tag war das Programm viel dichter. Es folgte ein Naturwunder nach dem anderen:
- Die Laguna Colorada, die aufgrund von Mikroorganismen ihre Farbe, je nach Windverhältnissen von zartem rosa über orange bis hin zu sattem rot ändert.
- Aguas Thermales: Wer hat schon mal auf ca. 5000m Seehöhe in heißen Quellen gebadet während andere, in Daunenjacken gehüllte Touristen wie die Pinguine daneben stehen und sich nicht reintrauen?
- Laguna Verde: Eine Lagune, in der eine chemische Reaktion stattfindet (keine Ahnung wer mit wem reagiert) und deshalb eine leuchtend türkise Färbung und weißen Schaum am Ufer hat. Der Vulkan Lincancabur mit fast 6000m im Hintergrund rundet das geniale Bild noch ab.
- Die „Sol de Mañana“-Geysire auf 5500m, die höchsten weltweit. Und die blubbern nicht nur harmlos, sondern rauchen, spucken und tosen wie ein Düsenflugzeug – besonders wenn man sie mit Schneebällen ärgert…
- Unzählige Lagunen in denen verschiedene Arten von Flamingos leben.
- Der „Arbol der Piedra“ – ein, von der Erosion geschaffener steinerner Baum, der einem Dalí-Bild entsprungen sein könnte.
- Ein Friedhof einer Prä-Inca-Kultur, die ihre Toten sitzend in künstlich aufgeschlichteten Steinhöhlen bestatteten. Die Bilder sprechen für sich.
- Die Isla de Pescada bei Sonnenaufgang - eine Insel mit Kakteen bis zu 12 Metern, die bis zu 1200 Jahren alt sind. Sie liegt mitten in der Salar de Uyuni, einer riesengroßen Salzwüste in der Proportionen verschwimmen und Raum und Zeit relativer als relativ sind… Es ist schwer sich vorzustellen, dass es in Europa Zeiten gegeben hat wo Salz mit Gold aufgewogen worden ist, wenn man auf einer bis zu 15m dicken und bis zum Horizont reichenden Salzebene steht…
- Ein Hotel gebaut aus Salz indem nicht nur Wände, sondern auch Tische, Sesseln und Betten aus dem weißen Stoff sind (nur die Kloschüsseln sind zum Glück aus Porzellan)
- Und noch viele andere kleine und größere Naturwunder; Schauspiele und Sehenswürdigkeiten, die hier den Rahmen sprengen würden.
Obwohl unsere Fotos (unserer Meinung nach) nicht schlecht geworden sind können sie trotzdem mit der Realität nicht konkurrieren. Es gibt Dinge, die muss man einfach live gesehen haben…- Genießt die Bilder trotzdem!
Samstag, 16. Juni 2007
Allgemeines ueber Bolivien...
Da sich unter Bolivien kaum jemand etwas vorstellen kann – zuerst ein paar interessante Fakten: Das Land ist flächenmäßig so groß wie Frankreich und Spanien zusammen, hat aber nur ca. so viele Einwohner wie Österreich. Ungefähr die Hälfte Boliviens befindet sich auf über 3000m (Altiplano) die andere Hälfte gehört zum Amazonasbecken. Ca. 60% der Bolivianer haben noch rein indigene Wurzeln und nur ein minimaler Anteil der Bevölkerung hat europäische Vorfahren. Dadurch haben hier noch sehr viele alte Rituale und Gebräuche überlebt und werden auch heute noch praktiziert. Besonders der Pachamama (Mutter Erde) wird häufig geopfert – das geht vom ersten Schluck Bier, der auf den Boden gegossen wird bis hin zu Tieropfern, die zu besonderen Anlässen gemacht werden.
Viele Menschen, besonders die Älteren, tragen auch im Alltag immer noch die traditionelle Andentracht. Das gesamte Geschäftstreiben spielt sich auf der Straße ab. Supermärkte gibt es praktisch keine, dafür verwandelt sich die halbe Stadt jeden Abend in einen großen Markt wo man von den Suppennudeln bis zur Kloschüssel alles kaufen kann.
Die bolivianische Kultur hat uns von Anfang an in ihren Bann gezogen. Die Leute sind (mit einer Ausnahme – mehr dazu später) sehr sympathisch, herzlich und offen. Außerdem sind die Bolivianer sehr viel praktischer veranlagt als zum Beispiel die Chilenen – Sie arbeiten rationeller und bauen solider und gerader. Außerdem funktioniert alles viel reibungsloser und unkomplizierter als in manch anderem südamerikanischen Land. (In Chile dauert es z.B.: 1-2 Stunden ein einfaches Paket nach Europa zu senden – in Bolivien ist das in 10 Minuten erledigt)
Alles in allem ein geniales Land.
Viele Menschen, besonders die Älteren, tragen auch im Alltag immer noch die traditionelle Andentracht. Das gesamte Geschäftstreiben spielt sich auf der Straße ab. Supermärkte gibt es praktisch keine, dafür verwandelt sich die halbe Stadt jeden Abend in einen großen Markt wo man von den Suppennudeln bis zur Kloschüssel alles kaufen kann.
Die bolivianische Kultur hat uns von Anfang an in ihren Bann gezogen. Die Leute sind (mit einer Ausnahme – mehr dazu später) sehr sympathisch, herzlich und offen. Außerdem sind die Bolivianer sehr viel praktischer veranlagt als zum Beispiel die Chilenen – Sie arbeiten rationeller und bauen solider und gerader. Außerdem funktioniert alles viel reibungsloser und unkomplizierter als in manch anderem südamerikanischen Land. (In Chile dauert es z.B.: 1-2 Stunden ein einfaches Paket nach Europa zu senden – in Bolivien ist das in 10 Minuten erledigt)
Alles in allem ein geniales Land.
Freitag, 8. Juni 2007
Calama und die ewige Zugfahrt...von 2800m auf knapp 4000m...
Es ist schön, sich mit Freunden zu treffen und nicht in ewiger Handykontrollverbindung miteinander zu stehen. Wir trafen uns einfach zwischen 12 und 17 Uhr in Calama auf der Plaza. Falls einer von uns nicht kommen sollte schreibt der andere ein Mail mit der Unterkunft wo man zu finden ist. Hat alles einwandfrei geklappt. Pünktlich um ¾ 5 kamen Mela und Stefan an (Wir hatten schon ab 13 Uhr gewartet – Selber schuld!)
Von Calama nach Uyuni (Bolivien) fährt einmal wöchentlich ein Zug. Er ist langsam, es ist kalt und auch sonst haben sich unsere Informationen nicht sehr gemütlich angehört. Grund genug diesen Horrortrip zu wagen (Unser Reiseführer empfiehlt ihn nur für masochistische Eisenbahnfetischisten). Jeder Chilene, dem wir von unseren Plänen erzählt hatten, riet uns davon ab und deutete uns den Vogel als wir darauf bestanden den Trip machen zu wollen.
Als wir am nächsten Morgen die Tickets kaufen wollten erklärte uns eine nette Dame vom Sicherheitsdienst, dass es im Zug kalt wird (-20°C), es keine Verpflegung gibt und die Fahrtdauer zwischen 16 und 32 Stunden beträgt (alles Sachen, die wir schon wussten) und zeigte uns den Ausgang. Als wir dann darauf bestanden Tickets kaufen zu wollen schüttelte sie nur den Kopf und zeigte uns den Schalter. Unsere Informationen bzgl. Dieses Zuges gingen so weit, dass angeblich auch Tiere im Personenabteil transportiert werden, es nur 1 Toilette im ganzen Zug gibt und man die meiste Zeit neben dem Zug spazieren gehen könnte, weil er so langsam den Pass hinaufkriecht. Das erste was wir hörten als wir in den Zug stiegen war: „No tenemos luz – Wir haben kein Licht!“ Und das um Mitternacht! Also schlichteten wir uns im Schein der Taschenlampen mit den anderen 5 Travellern und 4 Einheimischen (zum Glück ohne Tiere) in den einzigen Personenwagen (was die 1 Toilette gar nicht mehr so schlimm erscheinen lässt). Es wurde noch ein wenig gefeiert (mit Bier und Wein) und dann gingen alle schlafen und machten sich auf eine saukalte Nacht gefasst. Und diese kam nicht…Es mag an unseren Daunenschlafsäcken liegen oder den „genauen“ Maßangaben, die Südamerikaner geben, aber es war wärmer als so manche Nächte im Zelt…
Trotzdem war der nächste Morgen für die meisten von uns (Marita ausgenommen) nicht ganz so angenehm. Der erste Kater auf 4000m macht einfach keinen Spaß…
Die Zugfahrt war geprägt von ewigen Wartezeiten und Höchstgeschwindigkeiten von vielleicht 40km/h, meist jedoch nur Schrittgeschwindigkeit und so brauchten wir für eine Strecke von ca. 400km gute 20 Stunden. Aber die Strapazen hatten sich auf jeden Fall gelohnt: Es gibt fast keine schönere Art auf das Altiplano (Andenhochebene mit ca. 4000m) hinaufzufahren. Mit einem komplett veralteten Zug, auf Schienen, die meist nur im Sand verlegt sind (und dadurch entsprechend schwingen) bekommt die faszinierende Andenlandschaft mit ihren hohen Bergen, ewigen geraden Flächen und Salzseen einen besonderen Reiz.
Völlig übermüdet, aber in einem Stück stiegen wir in Uyuni auf 3669,25m (so die offizielle Angabe am Bahnhof) aus. Von hier aus machen wir eine 4-tägige Tour in die Salar de Uyuni mit Salzseen, Vulkanen, Geysiren, Lagunen mit Flamingos (für alle Dänen: da schwimmt kein Styropor am See rum), Thermen kolonialen Dörfern und vielem mehr….Aber davon beim nächsten mal….
Von Calama nach Uyuni (Bolivien) fährt einmal wöchentlich ein Zug. Er ist langsam, es ist kalt und auch sonst haben sich unsere Informationen nicht sehr gemütlich angehört. Grund genug diesen Horrortrip zu wagen (Unser Reiseführer empfiehlt ihn nur für masochistische Eisenbahnfetischisten). Jeder Chilene, dem wir von unseren Plänen erzählt hatten, riet uns davon ab und deutete uns den Vogel als wir darauf bestanden den Trip machen zu wollen.
Als wir am nächsten Morgen die Tickets kaufen wollten erklärte uns eine nette Dame vom Sicherheitsdienst, dass es im Zug kalt wird (-20°C), es keine Verpflegung gibt und die Fahrtdauer zwischen 16 und 32 Stunden beträgt (alles Sachen, die wir schon wussten) und zeigte uns den Ausgang. Als wir dann darauf bestanden Tickets kaufen zu wollen schüttelte sie nur den Kopf und zeigte uns den Schalter. Unsere Informationen bzgl. Dieses Zuges gingen so weit, dass angeblich auch Tiere im Personenabteil transportiert werden, es nur 1 Toilette im ganzen Zug gibt und man die meiste Zeit neben dem Zug spazieren gehen könnte, weil er so langsam den Pass hinaufkriecht. Das erste was wir hörten als wir in den Zug stiegen war: „No tenemos luz – Wir haben kein Licht!“ Und das um Mitternacht! Also schlichteten wir uns im Schein der Taschenlampen mit den anderen 5 Travellern und 4 Einheimischen (zum Glück ohne Tiere) in den einzigen Personenwagen (was die 1 Toilette gar nicht mehr so schlimm erscheinen lässt). Es wurde noch ein wenig gefeiert (mit Bier und Wein) und dann gingen alle schlafen und machten sich auf eine saukalte Nacht gefasst. Und diese kam nicht…Es mag an unseren Daunenschlafsäcken liegen oder den „genauen“ Maßangaben, die Südamerikaner geben, aber es war wärmer als so manche Nächte im Zelt…
Trotzdem war der nächste Morgen für die meisten von uns (Marita ausgenommen) nicht ganz so angenehm. Der erste Kater auf 4000m macht einfach keinen Spaß…
Die Zugfahrt war geprägt von ewigen Wartezeiten und Höchstgeschwindigkeiten von vielleicht 40km/h, meist jedoch nur Schrittgeschwindigkeit und so brauchten wir für eine Strecke von ca. 400km gute 20 Stunden. Aber die Strapazen hatten sich auf jeden Fall gelohnt: Es gibt fast keine schönere Art auf das Altiplano (Andenhochebene mit ca. 4000m) hinaufzufahren. Mit einem komplett veralteten Zug, auf Schienen, die meist nur im Sand verlegt sind (und dadurch entsprechend schwingen) bekommt die faszinierende Andenlandschaft mit ihren hohen Bergen, ewigen geraden Flächen und Salzseen einen besonderen Reiz.
Völlig übermüdet, aber in einem Stück stiegen wir in Uyuni auf 3669,25m (so die offizielle Angabe am Bahnhof) aus. Von hier aus machen wir eine 4-tägige Tour in die Salar de Uyuni mit Salzseen, Vulkanen, Geysiren, Lagunen mit Flamingos (für alle Dänen: da schwimmt kein Styropor am See rum), Thermen kolonialen Dörfern und vielem mehr….Aber davon beim nächsten mal….
San Pedro de Atacama...mitten in der trockensten Wueste der Welt...
Nach 2 Tagen auf der Straße (und des Nachts im Straßengraben) kamen wir in San Pedro de Atacama, einer kleinen Oase mitten in der trockensten Wüste der Welt an. San Pedro ist eines der Ziele, die jeder Chilereisende besucht haben muss. Nicht nur der Ort selbst mit seinen Lehmhäusern, engen Gassen und gemütlichen Lokalen hat einen gewissen Reiz, sondern auch die Umgebung rund um San Pedro hat einiges zu bieten. Hier gibt es von Pre-Inca-Ruinen über Salzseen, Geysire und Thermen bis hin zu Sandboarddünen alles was das Travellerherz begehrt. Dadurch, dass es so ein beliebtes Touristenziel ist, sind die Preise leider auch entsprechend hoch, aber wir trafen zum Glück wieder Mela und Stefan (HTC-United again!!!), die bei einem ständig eingerauchten Musikus Unterkunft gefunden hatten, der auch günstig Fahrräder verleiht. Und so erkundeten wir die Umgebung auf 2 Rädern auf eigene Faust.
Der erste Tagestrip ging ins Valle de los Muertos (Death Valley) wo wir, als wir vor den großen Sanddünen standen spontan entschieden uns ein Sandboard zu organisieren. Also radelte Stefan (unser Held des Tages) zurück in den Ort um eines auszuleihen.
Die ersten Versuche waren enttäuschend. Sich 20 Minuten die Düne hochzukämpfen um dann anschließend mit ca. 3km/h wieder runterzurutschen hat echt nicht viel von Funsport. Doch als wir dann (dem Rat des Vermieters folgend) doch das Board einwachsten machte die Sache gleich mehr Spaß. Steuern kann man so ein Ding zwar nicht, bremsen auch nicht, aber dafür geht es ab wie die Sau (Zitat: Kevin). Irgendwann, wenn das Board viel zu schnell ist, merkt man, dass die einzige Möglichkeit zu bremsen ein mehr oder weniger schmerzhafter Sturz wäre, aber man bleibt trotzdem drauf stehen, beschleunigt noch mehr und landet dann mit wahnsinniger Geschwindigkeit Kopf voran im Sand und schlägt noch mindestens 3 Purzelbäume. Während neben uns eine geguidete Tour den Marienkäferhügel hinunterrutschte hatten wir auf der schwarzen Piste einen Riesenspaß. Verletzt hat sich an diesem Nachmittag (trotz wagemutiger Stunts) zum Glück keiner…
Am nächsten Tag radelten wir zu einer Ruinensiedlung von Atacameños, einer Pre-Inca-Kutur, die hier vor einigen Tausend Jahren gelebt hatte. Das Schöne an dieser Sehenswürdigkeit ist, dass man mitten durch die Ruinen wandert, in die Häuser gehen kann und so richtig ein Gefühl dafür bekommt wie die Menschen zu dieser Zeit gelebt haben. Danach gings (aufgrund einer Reifenpanne leider zu Fuß) weiter zur Quebrada del Diabolo (Teufelsschlucht). Das ist ein Wüstental, das vom Wasser so ausgewaschen wurde, dass ein Labyrinth aus Wegen und Höhlen entstanden ist. Kevin und Stefan hatten die größte Freude damit auf diesem Abenteuerspielplatz jede Höhle und jede Nische zu erkunden.
Hundemüde verabschliedeten wir uns am Abend von Mela und Stefan, die noch einen Freund in Antofagasta besuchen wollten und verabredeten uns für in 2 Tagen in Calama, wo wir gemeinsam nach Bolivien reisen wollten. Wir machten uns noch einen gemütlichen Tag in San Pedro und stoppten dann (wie immer in Rekordgeschwindigkeit) nach Calama…
Der erste Tagestrip ging ins Valle de los Muertos (Death Valley) wo wir, als wir vor den großen Sanddünen standen spontan entschieden uns ein Sandboard zu organisieren. Also radelte Stefan (unser Held des Tages) zurück in den Ort um eines auszuleihen.
Die ersten Versuche waren enttäuschend. Sich 20 Minuten die Düne hochzukämpfen um dann anschließend mit ca. 3km/h wieder runterzurutschen hat echt nicht viel von Funsport. Doch als wir dann (dem Rat des Vermieters folgend) doch das Board einwachsten machte die Sache gleich mehr Spaß. Steuern kann man so ein Ding zwar nicht, bremsen auch nicht, aber dafür geht es ab wie die Sau (Zitat: Kevin). Irgendwann, wenn das Board viel zu schnell ist, merkt man, dass die einzige Möglichkeit zu bremsen ein mehr oder weniger schmerzhafter Sturz wäre, aber man bleibt trotzdem drauf stehen, beschleunigt noch mehr und landet dann mit wahnsinniger Geschwindigkeit Kopf voran im Sand und schlägt noch mindestens 3 Purzelbäume. Während neben uns eine geguidete Tour den Marienkäferhügel hinunterrutschte hatten wir auf der schwarzen Piste einen Riesenspaß. Verletzt hat sich an diesem Nachmittag (trotz wagemutiger Stunts) zum Glück keiner…
Am nächsten Tag radelten wir zu einer Ruinensiedlung von Atacameños, einer Pre-Inca-Kutur, die hier vor einigen Tausend Jahren gelebt hatte. Das Schöne an dieser Sehenswürdigkeit ist, dass man mitten durch die Ruinen wandert, in die Häuser gehen kann und so richtig ein Gefühl dafür bekommt wie die Menschen zu dieser Zeit gelebt haben. Danach gings (aufgrund einer Reifenpanne leider zu Fuß) weiter zur Quebrada del Diabolo (Teufelsschlucht). Das ist ein Wüstental, das vom Wasser so ausgewaschen wurde, dass ein Labyrinth aus Wegen und Höhlen entstanden ist. Kevin und Stefan hatten die größte Freude damit auf diesem Abenteuerspielplatz jede Höhle und jede Nische zu erkunden.
Hundemüde verabschliedeten wir uns am Abend von Mela und Stefan, die noch einen Freund in Antofagasta besuchen wollten und verabredeten uns für in 2 Tagen in Calama, wo wir gemeinsam nach Bolivien reisen wollten. Wir machten uns noch einen gemütlichen Tag in San Pedro und stoppten dann (wie immer in Rekordgeschwindigkeit) nach Calama…
Pisco Elquí...
Das Valle de Elquí ist ein Tal mit einem Klima, das sich besonders zum Weinanbau eignet. Deshalb wird hier auch der Pisco, das chilenische Nationalgetränk, das aus Trauben gemacht wird, gebrannt. Jedes Dorf hat seine eigene kleine Brennerei. Außerdem gedeihen hier Papayas, Orangen, Zitronen, Kaktusfeigen, Granatäpfel und Avocados, und das, obwohl es in diesem Tal nur ca. 4-mal im Jahr regnet.
In Pisco Elquí kurierten wir uns erst mal so richtig aus. Von Mela und Stefan hatten wir den Tipp von Felipes (noch nicht ganz legalem) Hostal wo wir günstig unterkommen konnten. Dort, in „Little Jamaica“ hatten wir ein gemütliches Zimmer mit Balkon, von dem aus wir das Geschehen auf der Strasse und der Plaza mitverfolgen konnten. Es tut sich nicht viel in Pisco, aber es hat was Entspannendes, wenn man jeden Morgen mit einem Kaffee in der Hand am Balkon sitzt, den Straßenkehrer grüßt und zusieht wie die Ortschaft schön langsam zum Leben erwacht.
Neben exzessivem Nichtstun und Auskurieren erkundeten wir auch ein bisschen die Gegend und genossen die Ruhe und das milde Klima des Tals.
Das einzig „wirklich aufregende“ in dieser knappen Woche war das Fest zum Jahrestag des Pazifikkrieges, bei dem die Schüler theaterspielten und die örtliche Blaskapelle (sehr, sehr falsch) aufspielte.
Nachdem wir uns wieder komplett erholt hatten wurden die Rucksäcke gepackt und der Daumen wieder einmal gestreckt. Nächstes Ziel: San Pedro de Atacama.
In Pisco Elquí kurierten wir uns erst mal so richtig aus. Von Mela und Stefan hatten wir den Tipp von Felipes (noch nicht ganz legalem) Hostal wo wir günstig unterkommen konnten. Dort, in „Little Jamaica“ hatten wir ein gemütliches Zimmer mit Balkon, von dem aus wir das Geschehen auf der Strasse und der Plaza mitverfolgen konnten. Es tut sich nicht viel in Pisco, aber es hat was Entspannendes, wenn man jeden Morgen mit einem Kaffee in der Hand am Balkon sitzt, den Straßenkehrer grüßt und zusieht wie die Ortschaft schön langsam zum Leben erwacht.
Neben exzessivem Nichtstun und Auskurieren erkundeten wir auch ein bisschen die Gegend und genossen die Ruhe und das milde Klima des Tals.
Das einzig „wirklich aufregende“ in dieser knappen Woche war das Fest zum Jahrestag des Pazifikkrieges, bei dem die Schüler theaterspielten und die örtliche Blaskapelle (sehr, sehr falsch) aufspielte.
Nachdem wir uns wieder komplett erholt hatten wurden die Rucksäcke gepackt und der Daumen wieder einmal gestreckt. Nächstes Ziel: San Pedro de Atacama.
La Serena...
Nach 2 Tagen und einigen Hundert Kilometern erreichten wir die alte Kolonial- und Piratenstadt La Serena. Hier sollten wir uns endlich wieder mit unseren Tramperkollegen Mela und Stefan treffen – HTC United!!!!! (Hardcoretrampercrew!)
Nach einem E-Mail-Check im Internetcafe wussten wo wir nach den beiden suchen mussten – Sie warteten auf gut Glück beim Leuchtturm am Strand. Sollten sie nicht da sein würden sie uns eine Nachricht am Kiosk hinterlassen….Aber sie waren da und begrüßten uns mit einem freudigen Husten!
Nachdem sich in La Serena kein Campingplatz so richtig anbot, beschlossen wir gleich am Strand zu bleiben und dort wild unsere Zelte aufzuschlagen. Mela lag die meiste Zeit krank im Zelt und auch das Wetter war nicht SO schön wie erwartet, aber trotzdem verbrachten wir ein paar gemütliche Tage am Strand mit Lagerfeuer, Riesengrillerei, Reiseerlebnisse austauschen und einfach Ausspannen. Nachdem es Mela aber nach einigen Tagen immer noch nicht besser ging und wir auch schön langsam zu kränkeln begannen verzogen wir in ein Hostal, das wir innerhalb kürzester Zeit niederstreckten (ansteckten). Nach weiteren 2 Tagen zog es Mela und Stefan weiter nach Norden und uns ins Valle de Elquí. Es ist gar nicht so einfach Autozustoppen und dabei nicht zu husten und den Fahrer anzustecken…
Nach einem E-Mail-Check im Internetcafe wussten wo wir nach den beiden suchen mussten – Sie warteten auf gut Glück beim Leuchtturm am Strand. Sollten sie nicht da sein würden sie uns eine Nachricht am Kiosk hinterlassen….Aber sie waren da und begrüßten uns mit einem freudigen Husten!
Nachdem sich in La Serena kein Campingplatz so richtig anbot, beschlossen wir gleich am Strand zu bleiben und dort wild unsere Zelte aufzuschlagen. Mela lag die meiste Zeit krank im Zelt und auch das Wetter war nicht SO schön wie erwartet, aber trotzdem verbrachten wir ein paar gemütliche Tage am Strand mit Lagerfeuer, Riesengrillerei, Reiseerlebnisse austauschen und einfach Ausspannen. Nachdem es Mela aber nach einigen Tagen immer noch nicht besser ging und wir auch schön langsam zu kränkeln begannen verzogen wir in ein Hostal, das wir innerhalb kürzester Zeit niederstreckten (ansteckten). Nach weiteren 2 Tagen zog es Mela und Stefan weiter nach Norden und uns ins Valle de Elquí. Es ist gar nicht so einfach Autozustoppen und dabei nicht zu husten und den Fahrer anzustecken…
Santiago de Chile - eine Stadt mit fast so vielen Einwohnern wie Oesterreich...
Am Tag nach der Vulkanbesteigung hieß es für uns wieder: Raus auf die Straße, freundlich grinsen und den Daumen strecken. Ziel war Santiago de Chile. Für diese Etappe von 900km hatten wir eigentlich mit 2-3 Tagen gerechnet, aber unser Stopperglück scheint grenzenlos zu sein. Obwohl wir erst gegen Mittag angefangen hatten zu stoppen, stiegen wir noch am selben Abend in Santiago direkt vor dem Hotel aus einem Auto…
Für eine Stadt mit über 6 Mio. Einwohnern ist Santiago eigentlich ganz gemütlich. Im Zentrum gibt es viele grüne Plazas und Fußgängerzonen, die zum flanieren einladen. Und wenn man den Blick zum Horizont schweifen lässt, sieht man hinter den Wolkenkratzern, wenn man ganz genau hinschaut die Anden durch den Smog hindurchschimmern. Wir erkundeten die Stadt zu Fuss und machten Einkäufe. Besonders letzeres ist erwähnenswert: Wir brauchten neue, wärmere Schlafsäcke fürs Altiplano und die sind gar nicht so leicht aufzutreiben. Nach über 20km City-Trekking (oder -Drecking???) und unzähligen Einkaufszentrumsbesuchen haben es doch geschafft…Wir sind nun Besitzer von zwei neuen warmen Daunenwürsten. Die Hochanden können kommen!
Nach dem ganzen Dreck (unsere Lungen begannen schon zu schmerzen) und 2 Nächten in einem Greenhorn-Hostel voller „Abenteurer“ (Es gibt echt Leute, die mit einem Rollkoffer, Beautycase und einer Rüschenschlafmaske das wilde Lateinamerika „entdecken“!) verließen wir die Stadt fluchtartig – Wie es sich für echte HTCler gehört natürlich ohne Öffis. Nach einigen überkletterten Zäunen, durchwanderten Obdachlosensiedlungen und verscheuchten Streunern fanden wir endlich aus dem Autobahnknoten heraus, zu unserer Auffahrt. Wir schrieben noch schnell ein Pappendeckelschild „Al Norte“ und waren schon bald in selbige Richtung, nach La Serena, unterwegs…
Für eine Stadt mit über 6 Mio. Einwohnern ist Santiago eigentlich ganz gemütlich. Im Zentrum gibt es viele grüne Plazas und Fußgängerzonen, die zum flanieren einladen. Und wenn man den Blick zum Horizont schweifen lässt, sieht man hinter den Wolkenkratzern, wenn man ganz genau hinschaut die Anden durch den Smog hindurchschimmern. Wir erkundeten die Stadt zu Fuss und machten Einkäufe. Besonders letzeres ist erwähnenswert: Wir brauchten neue, wärmere Schlafsäcke fürs Altiplano und die sind gar nicht so leicht aufzutreiben. Nach über 20km City-Trekking (oder -Drecking???) und unzähligen Einkaufszentrumsbesuchen haben es doch geschafft…Wir sind nun Besitzer von zwei neuen warmen Daunenwürsten. Die Hochanden können kommen!
Nach dem ganzen Dreck (unsere Lungen begannen schon zu schmerzen) und 2 Nächten in einem Greenhorn-Hostel voller „Abenteurer“ (Es gibt echt Leute, die mit einem Rollkoffer, Beautycase und einer Rüschenschlafmaske das wilde Lateinamerika „entdecken“!) verließen wir die Stadt fluchtartig – Wie es sich für echte HTCler gehört natürlich ohne Öffis. Nach einigen überkletterten Zäunen, durchwanderten Obdachlosensiedlungen und verscheuchten Streunern fanden wir endlich aus dem Autobahnknoten heraus, zu unserer Auffahrt. Wir schrieben noch schnell ein Pappendeckelschild „Al Norte“ und waren schon bald in selbige Richtung, nach La Serena, unterwegs…
Pucón und Vulkan Villarica...
Glück muss man haben! Unser letzter Lift bis Pucón war eine Frau, die uns nachdem sie für uns am Campingplatz nach dem Preis gefragt und uns noch eine Führung durch die Stadt gegeben hatte einlud bei ihr zu wohnen – zum Campingplatztarif. Da das Wetter mehr als mies zum Campen war stimmten wir zu und die vermeintliche Homestay-Alternative stellte sich als kleines Apartment mit privatem Bad und kleiner Küche heraus. Eine richtige 20m2 Wohnung mit allem Drum und dran. Normalerweise sind diese Miniapartments gerade in Pucón sehr teuer, aber da sie selber viel unterwegs war als sie jung war kamen wir in den Genuss dieses Spezialtarifs. So ließ es sich auf gutes Wetter warten, welches auch nach 5! Tagen endlich kam. In der Zwischenzeit hatten wir alle Infos über den Vulkan Villarica zusammengetragen, Ausrüstungsverleih organisiert und eine Alpenvereinsmitgliedschaftsbestätigung gefälscht – Jetzt konnten wir den Vulkan besteigen.
Um 6 Uhr in der Früh fuhren wir mit dem Taxi im Stockdunkeln hinauf zum Fuße des Skiressorts Villarica wo wir zum Glück vor den Leuten von Conaf (chilenischer Andenverein), welche unseren Aufstieg noch vereiteln hätten können, ankamen. Durch unseren frühen Start waren wir die ersten, die nach einer Woche Schlechtwetterpause den Vulkan wieder bestiegen. Außerdem war zu dieser Tageszeit der Untergrund noch fest gefroren, wodurch wir bald die Steigeisen brauchten um uns im steilen Eis halten zu können. Je weiter wir nach oben kamen umso heftiger wurde leider auch der Wind und wir brauchten auch bald die Eispickel um nicht runtergeweht zu werden. Mit jedem Meter, den wir weiter aufstiegen wurde er stärker und mehr Eiskristalle pfiffen uns um die Nase. Kurz unter dem Gipfel war dann endgültig Schluss. Kevin versuchte mit letzter Kraft dem Vulkan ein paar Meter abzuringen, musste aber auch bald aufgeben. Fazit der Aktion: Erfrierungen an 6 Fingern (Naja, man sollte halt warme Handschuhe mit ganzen Fingern für Vulkanbesteigungen tragen, keine 1€-Supermarkt-Kinderhandschuhe bei denen sich die Finger auftrennen…)
Leider ging sich der Gipfel nicht aus und der Blick auf die glühende Lava blieb uns verwehrt, aber gelohnt hat sich der Trip allemal – ein echt genialer Berg dieser Vulkan. Irgendwann kommen wir zurück und dann…
Um 6 Uhr in der Früh fuhren wir mit dem Taxi im Stockdunkeln hinauf zum Fuße des Skiressorts Villarica wo wir zum Glück vor den Leuten von Conaf (chilenischer Andenverein), welche unseren Aufstieg noch vereiteln hätten können, ankamen. Durch unseren frühen Start waren wir die ersten, die nach einer Woche Schlechtwetterpause den Vulkan wieder bestiegen. Außerdem war zu dieser Tageszeit der Untergrund noch fest gefroren, wodurch wir bald die Steigeisen brauchten um uns im steilen Eis halten zu können. Je weiter wir nach oben kamen umso heftiger wurde leider auch der Wind und wir brauchten auch bald die Eispickel um nicht runtergeweht zu werden. Mit jedem Meter, den wir weiter aufstiegen wurde er stärker und mehr Eiskristalle pfiffen uns um die Nase. Kurz unter dem Gipfel war dann endgültig Schluss. Kevin versuchte mit letzter Kraft dem Vulkan ein paar Meter abzuringen, musste aber auch bald aufgeben. Fazit der Aktion: Erfrierungen an 6 Fingern (Naja, man sollte halt warme Handschuhe mit ganzen Fingern für Vulkanbesteigungen tragen, keine 1€-Supermarkt-Kinderhandschuhe bei denen sich die Finger auftrennen…)
Leider ging sich der Gipfel nicht aus und der Blick auf die glühende Lava blieb uns verwehrt, aber gelohnt hat sich der Trip allemal – ein echt genialer Berg dieser Vulkan. Irgendwann kommen wir zurück und dann…
Mittwoch, 2. Mai 2007
Osorno und Parque National Puyehue...
Nach einem langen Marsch aus Puerto Montt hinaus (Großstädte sind echt besch… zum stoppen) kamen wir relativ zügig (in Chile geht das stoppen viel langsamer, da es mehr Abzweigungen und Ortschaften gibt) nach Osorno. Das letzte Stück kamen wir mit einem Bäcker mit, der uns anbot noch auf einen Kaffee bei ihm in der Bäckerei vorbeizuschauen bevor wir weiterstoppen. Ehe wir uns versahen saßen wir in irgendeinem Außenbezirk von Osorno in seinem Wohnzimmer auf der Couch mit der Fernbedienung in der Hand, während er für uns Frühstück kochte… Es gab Kaffee, frisches Brot, Butter, Spiegelei…Er erzählte uns, dass er früher auch viel per Autostopp gereist ist und deshalb weiß wie viel Freude so ein „kleines“ Frühstück machen kann. Außerdem weiß man ja nie – vielleicht können wir ihm eines Tages einen Gefallen tun… Gutes Karma schadet nie!
Frisch gestärkt setzten wir unseren Weg Richtung Nationalpark fort.
Mit einer endlos erscheinenden Glückssträhne schafften wir es, obwohl wir erst spät aus Osorno wegkamen noch bis zum Parkeingang in Aguas Calientes („Heiße Wasser“) wo wir unser Zelt auf einem für den Winter geschlossenen Campingplatz aufschlugen. Am nächsten Morgen wussten wir warum der Campingplatz nicht mehr in Betrieb ist, als wir mitten im Eis aufwachten. Wenn es mal zu schneien beginnt, wenn man den Reißverschluss des Zeltes öffnet, weiß man, dass einen der Winter eingeholt hat.
Da der eigentlich geplante Trek, zu heißen Quellen, einem Vulkangipfel und einem Geysirfeld witterungsbedingt nicht mehr möglich war machten wir einen kürzeren Abstecher in den Park (nachdem wir schon mal da waren). Nachdem wir uns schon am Vorabend bei den Parkrangern abgemeldet hatten konnten wir gleich in der Früh, nachdem das Zelt enteist war und der Rucksack mit klammen Fingern gepackt war, starten.
Der Trail führte durch dichten Regenwald, von dem wir ja schon auf der Carretera Austral genug gesehen hatten, zu einer Lagune, die nett, aber keine Sehenswürdigkeit für sich war. Bis hierhin wäre die erste Tagesetappe gewesen, aber da wir schon zu Mittag dort angekommen waren machten wir hier nur einen Kochstopp und beschlossen die Nacht auf der anderen Seite des Vulkans am Fuße eines Skiresorts zu verbringen. Je näher wir zu der Baumgrenze kamen desto mehr spürten wir die bereits gemachten Höhenmeter, desto schöner und abwechslungsreicher wurde aber auch die Landschaft.
Als wir den Rand des Kraters erreicht hatten beschlossen wir, obwohl wir eigentlich schon am Ende unserer Kräfte waren doch noch den höchsten Punkt des Gipfels zu erklimmen, da wir uns einen Überblick über das Gelände verschaffen wollten. Es gibt nämlich von diesem Nationalpark keine Karten, jedenfalls nicht bei den Touristinfos oder den Parkrangern. Somit hatten wir nur ein Foto von einem kleinen 3D-Modell des Gebiets, das wir als Anhalt verwenden konnten. Dadurch erfuhren wir auch erst im Nachhinein, dass wir an einem Tag ca. 1500 Höhenmeter und 18 km durch unwegsames Gelände zurückgelegt hatten.
Je näher wir dem Gipfel kamen desto feiner wurde der Vulkanschotter bzw. desto tiefer wurde der Schnee - es blieb sich also gleich über welchen Untergrund man sich plagte (Wie Hans Söllner schon sagte: „Do gemma oan Schriat hintri, owa viari gemma zwoa“) Und so schafften wir es rauf und irgendwie auch wieder runter, wobei zweiteres nachdem wir Eis und Schnee hinter uns gelassen hatten, im weichen Vulkanschotter echt Spaß machte. So sehr wir uns mit den 20kg-Packeln den Berg hinaufgeplagt hatten so sehr half uns Newton dann beim Abstieg in großen Schritten.
Kurz vor dem Einbruch der Nacht schafften wir es zum Glück noch bis zur Baumgrenze. Dort schlugen wir dann unser Zelt auf und machten noch ein kleines Feuer um unsere völlig durchgeschwitzten Sachen, die wir zum Schlafen ja wieder anziehen mussten, zu trocknen. Da wir von der letzten Nacht schon vorgewarnt waren und diesmal doch noch ein schönes Stück höher campten, zogen wir alles was wir hatten an und verkrochen uns in unsere Sommerschlafsäckchen…So eine Schlafmontur sieht dann in etwa so aus: Unterhose, Fleecehose, Sommerhose, Trekkinghose, 2 Paar Socken (bei Kevin nur eineinhalb und eine um den Fuß gewickelte Badehose, weil es einem Socken beim Feuer zu heiß geworden ist…), T-Shirt, langes Leiberl, noch ein T-Shirt, Fleecejacke, Windstopperjacke, Goretex-Jacke, Haube, Handschuhe, Fleeceinlet, Schlafsack. Es grenzt schon an eine Wissenschaft sich da hineinzuschälen und es dann noch zu schaffen beide Schlafsäcke so zu verschnüren, dass nur noch die Nase herausschaut…Und wir haben trotzdem die ganze Nacht gefroren und gebibbert. Geschlafen haben wir nicht viel, aber erfroren sind wir auch nicht…Jetzt wissen wir mit Sicherheit, dass uns der Winter eingeholt hat…
Am nächsten morgen schälten wir uns aus den Schlafsäcken, machten Feuer und tauten unsere über Nacht steif gefrorenen Bergstiefel wieder so weit auf, dass wir wieder hineinpassten und den Rückweg nach Aguas Calientes antreten konnten.
Das Stopperglück war uns wieder einmal hold und wir schafften es an diesem Tag nicht nur nach Aguas Calientes, sondern auch noch bis Osorno. Dort verbrachten wir eine Nacht in einem Drecksloch von Unterkunft, die aus Pressspanplatten und Kastenrückwänden windschief zusammengezimmert war. Hier kamen wir auch in den Genuss einer Suizid-Dusche (elektrische Apparatur am Brauskopf, die das Wasser mehr oder weniger erwärmt), bei der sich die Temperatur änderte, je nachdem wie viel Bass das Lied im benachbarten Lokal hatte – diese Dusche hatte Rhythmus!
Inzwischen haben wir es bis Pucón geschafft, aber das kommt dann im nächsten Eintrag…für heute reichts!!!!!!!!!! (Wir sitzen immerhin schon seit ca. 9 Stunden – und es kommen morgen noch einige im Internetcafe dazu)
Frisch gestärkt setzten wir unseren Weg Richtung Nationalpark fort.
Mit einer endlos erscheinenden Glückssträhne schafften wir es, obwohl wir erst spät aus Osorno wegkamen noch bis zum Parkeingang in Aguas Calientes („Heiße Wasser“) wo wir unser Zelt auf einem für den Winter geschlossenen Campingplatz aufschlugen. Am nächsten Morgen wussten wir warum der Campingplatz nicht mehr in Betrieb ist, als wir mitten im Eis aufwachten. Wenn es mal zu schneien beginnt, wenn man den Reißverschluss des Zeltes öffnet, weiß man, dass einen der Winter eingeholt hat.
Da der eigentlich geplante Trek, zu heißen Quellen, einem Vulkangipfel und einem Geysirfeld witterungsbedingt nicht mehr möglich war machten wir einen kürzeren Abstecher in den Park (nachdem wir schon mal da waren). Nachdem wir uns schon am Vorabend bei den Parkrangern abgemeldet hatten konnten wir gleich in der Früh, nachdem das Zelt enteist war und der Rucksack mit klammen Fingern gepackt war, starten.
Der Trail führte durch dichten Regenwald, von dem wir ja schon auf der Carretera Austral genug gesehen hatten, zu einer Lagune, die nett, aber keine Sehenswürdigkeit für sich war. Bis hierhin wäre die erste Tagesetappe gewesen, aber da wir schon zu Mittag dort angekommen waren machten wir hier nur einen Kochstopp und beschlossen die Nacht auf der anderen Seite des Vulkans am Fuße eines Skiresorts zu verbringen. Je näher wir zu der Baumgrenze kamen desto mehr spürten wir die bereits gemachten Höhenmeter, desto schöner und abwechslungsreicher wurde aber auch die Landschaft.
Als wir den Rand des Kraters erreicht hatten beschlossen wir, obwohl wir eigentlich schon am Ende unserer Kräfte waren doch noch den höchsten Punkt des Gipfels zu erklimmen, da wir uns einen Überblick über das Gelände verschaffen wollten. Es gibt nämlich von diesem Nationalpark keine Karten, jedenfalls nicht bei den Touristinfos oder den Parkrangern. Somit hatten wir nur ein Foto von einem kleinen 3D-Modell des Gebiets, das wir als Anhalt verwenden konnten. Dadurch erfuhren wir auch erst im Nachhinein, dass wir an einem Tag ca. 1500 Höhenmeter und 18 km durch unwegsames Gelände zurückgelegt hatten.
Je näher wir dem Gipfel kamen desto feiner wurde der Vulkanschotter bzw. desto tiefer wurde der Schnee - es blieb sich also gleich über welchen Untergrund man sich plagte (Wie Hans Söllner schon sagte: „Do gemma oan Schriat hintri, owa viari gemma zwoa“) Und so schafften wir es rauf und irgendwie auch wieder runter, wobei zweiteres nachdem wir Eis und Schnee hinter uns gelassen hatten, im weichen Vulkanschotter echt Spaß machte. So sehr wir uns mit den 20kg-Packeln den Berg hinaufgeplagt hatten so sehr half uns Newton dann beim Abstieg in großen Schritten.
Kurz vor dem Einbruch der Nacht schafften wir es zum Glück noch bis zur Baumgrenze. Dort schlugen wir dann unser Zelt auf und machten noch ein kleines Feuer um unsere völlig durchgeschwitzten Sachen, die wir zum Schlafen ja wieder anziehen mussten, zu trocknen. Da wir von der letzten Nacht schon vorgewarnt waren und diesmal doch noch ein schönes Stück höher campten, zogen wir alles was wir hatten an und verkrochen uns in unsere Sommerschlafsäckchen…So eine Schlafmontur sieht dann in etwa so aus: Unterhose, Fleecehose, Sommerhose, Trekkinghose, 2 Paar Socken (bei Kevin nur eineinhalb und eine um den Fuß gewickelte Badehose, weil es einem Socken beim Feuer zu heiß geworden ist…), T-Shirt, langes Leiberl, noch ein T-Shirt, Fleecejacke, Windstopperjacke, Goretex-Jacke, Haube, Handschuhe, Fleeceinlet, Schlafsack. Es grenzt schon an eine Wissenschaft sich da hineinzuschälen und es dann noch zu schaffen beide Schlafsäcke so zu verschnüren, dass nur noch die Nase herausschaut…Und wir haben trotzdem die ganze Nacht gefroren und gebibbert. Geschlafen haben wir nicht viel, aber erfroren sind wir auch nicht…Jetzt wissen wir mit Sicherheit, dass uns der Winter eingeholt hat…
Am nächsten morgen schälten wir uns aus den Schlafsäcken, machten Feuer und tauten unsere über Nacht steif gefrorenen Bergstiefel wieder so weit auf, dass wir wieder hineinpassten und den Rückweg nach Aguas Calientes antreten konnten.
Das Stopperglück war uns wieder einmal hold und wir schafften es an diesem Tag nicht nur nach Aguas Calientes, sondern auch noch bis Osorno. Dort verbrachten wir eine Nacht in einem Drecksloch von Unterkunft, die aus Pressspanplatten und Kastenrückwänden windschief zusammengezimmert war. Hier kamen wir auch in den Genuss einer Suizid-Dusche (elektrische Apparatur am Brauskopf, die das Wasser mehr oder weniger erwärmt), bei der sich die Temperatur änderte, je nachdem wie viel Bass das Lied im benachbarten Lokal hatte – diese Dusche hatte Rhythmus!
Inzwischen haben wir es bis Pucón geschafft, aber das kommt dann im nächsten Eintrag…für heute reichts!!!!!!!!!! (Wir sitzen immerhin schon seit ca. 9 Stunden – und es kommen morgen noch einige im Internetcafe dazu)
Thermen "El Amarillo" und Chaíten....
Das erste Mal in den 4 ½ Monaten, die wir unterwegs sind wieder mal eine Badewanne – und dann gleich eine so große!
Die Thermen „El Amarillo“ sind natürliche heiße Quellen, die mitten im Wald am Fuße eines Vulkans aus der Erde sprudeln. Dieses leicht schwefelige Wasser wird in rustikalen Betonbecken gesammelt. Man badet also mitten im nebelverhangenen, dauerfeuchten, kalten Regenwald bei leichtem Nieselregen und einer Wassertemperatur, die eigentlich schon ein bisschen zu heiß ist. Alles dampft und raucht. Nach wenigen Minuten im Wasser schwitzt man, aber es ist ja nicht weit zum eiskalten Fluss, der wenige Meter neben den Becken dahinplätschert…
Da wir ein Talent darin haben unser Zelt an Plätzen aufzustellen, die sich über Nacht in kleine Seen verwandeln (obwohl landschaftlich nichts darauf hinweist, keine offensichtlichen Mulden oder Gefälle sind) waren unsere Tragesysteme waschelnass! An weiterreisen war nicht zu denken, also legten wir noch einen Trockentag im überdachten „refugio“ am Feuer ein.
Danach ging es weiter Richtung Chaíten. Die ersten 10km legten wir zur Abwechslung wieder einmal zu Fuß zurück bis wir dann eine „besondere“ Mitfahrgelegenheit bekamen. In dem Pickup, der uns mitnahm saß ein ca. 65jähriger in khaki gekleideter Mann mit gepflegtem Zweifinger-Schnauzer. Nachdem er seine Kappe mit aufgestickter Deutschlandfahne abgenommen hatte und wir seinen, wie mit dem Lineal gezogener Seitenscheitel, bewundern konnten, stellte er uns in perfektem Führerspanisch die Frage: „De dónnde sonn? – De ALLLLemaNNNia?“
Mit „Österreich“ war er dann auch zufrieden….
In Chaíten mussten wir einen Tag auf die Fähre Richtung Puerto Montt warten. Das ist leider die einzige Möglichkeit zu dieser Jahreszeit nach Norden zu kommen, da der kleinere Fährverkehr entlang der Carretera Austral eingestellt ist. Wir quartierten uns in der Hospedaje „Casa de Rita“ ein und genossen einen Tag am Feuer mit Mate, Wein und WÄÄÄÄÄRME!!!
Nach einer 13stündigen Übernachtfahrt nach Puerto Montt hielten wir uns nicht lange in der Stadt auf, sondern besorgten uns nur Futter und weitere Reiseinformationen (welche nur sehr spärlich ausfielen).
Die Thermen „El Amarillo“ sind natürliche heiße Quellen, die mitten im Wald am Fuße eines Vulkans aus der Erde sprudeln. Dieses leicht schwefelige Wasser wird in rustikalen Betonbecken gesammelt. Man badet also mitten im nebelverhangenen, dauerfeuchten, kalten Regenwald bei leichtem Nieselregen und einer Wassertemperatur, die eigentlich schon ein bisschen zu heiß ist. Alles dampft und raucht. Nach wenigen Minuten im Wasser schwitzt man, aber es ist ja nicht weit zum eiskalten Fluss, der wenige Meter neben den Becken dahinplätschert…
Da wir ein Talent darin haben unser Zelt an Plätzen aufzustellen, die sich über Nacht in kleine Seen verwandeln (obwohl landschaftlich nichts darauf hinweist, keine offensichtlichen Mulden oder Gefälle sind) waren unsere Tragesysteme waschelnass! An weiterreisen war nicht zu denken, also legten wir noch einen Trockentag im überdachten „refugio“ am Feuer ein.
Danach ging es weiter Richtung Chaíten. Die ersten 10km legten wir zur Abwechslung wieder einmal zu Fuß zurück bis wir dann eine „besondere“ Mitfahrgelegenheit bekamen. In dem Pickup, der uns mitnahm saß ein ca. 65jähriger in khaki gekleideter Mann mit gepflegtem Zweifinger-Schnauzer. Nachdem er seine Kappe mit aufgestickter Deutschlandfahne abgenommen hatte und wir seinen, wie mit dem Lineal gezogener Seitenscheitel, bewundern konnten, stellte er uns in perfektem Führerspanisch die Frage: „De dónnde sonn? – De ALLLLemaNNNia?“
Mit „Österreich“ war er dann auch zufrieden….
In Chaíten mussten wir einen Tag auf die Fähre Richtung Puerto Montt warten. Das ist leider die einzige Möglichkeit zu dieser Jahreszeit nach Norden zu kommen, da der kleinere Fährverkehr entlang der Carretera Austral eingestellt ist. Wir quartierten uns in der Hospedaje „Casa de Rita“ ein und genossen einen Tag am Feuer mit Mate, Wein und WÄÄÄÄÄRME!!!
Nach einer 13stündigen Übernachtfahrt nach Puerto Montt hielten wir uns nicht lange in der Stadt auf, sondern besorgten uns nur Futter und weitere Reiseinformationen (welche nur sehr spärlich ausfielen).
Hitchhikers´ life along the Carretera Austral...
Von Los Antiguos ging es zu Fuß über die Grenze. Wieder einmal hatten wir den Mörderverkehr. Erst nach 7km Marsch wurden wir vom 3. Auto das vorbeifuhr mitgenommen (die ersten zwei hatten leider keinen Platz). Wir kamen bis Chile Chico und erwischten dort gleich die Fähre über den Lago Gral. Carrera nach Puerto Ibañez. Dort angekommen war es bereits finster und wir wollten eigentlich nur einen Schlafplatz suchen als ein Wagen anhielt und uns fragte ob wir denn nach Coyhaique (unser nächstes Zwischenziel) wollten. Es ist nun schon das dritte mal, dass jemand anhält und uns mitnimmt, ohne, dass wir den Daumen gestreckt hätten…
In Chile Chico, als wir auf die Fähre warteten wollten uns die Keiler einiger Reiseunternehmen gleich ein Busticket nach Coyhaique fürs teure Geld verkaufen und hatten uns, als wir ablehnten mit einem mitleidig-gespielten Schulterzucken „viel Glück“ gewünscht, da es zu dieser Jahreszeit auf der Carretera Austral so gut wie keinen Verkehr gibt. - Wir haben alle Tourbusse überholt und waren vor ihnen in Coyhaique, ohne einen peso zu bezahlen. Hehe!!!
In Coyhaique blieben wir einen Tag um uns die Stadt anzuschauen und teilweise dringend nötige Einkäufe (wie zum Beispiel Ducktape!) zu erledigen und traten dann unseren Weg gen Norden an. Als uns nach halbstündigen Nieselregen, Tendenz feuchter werdend noch immer keiner mitgenommen hatte, legten wir kurzerhand eine Kaffeepause mit Keksen unter einer Brücke ein. Das sind so die angenehmen Seiten des Tramperlebens.
Am gleichen Tag lernten wir auch noch eine andere kennen. Nach mehren kurzen lifts nahm uns ein Kleintransporter auf seiner Ladefläche mit. Da die Strecke nur ca. 120km betrug glaubten wir noch bei Tageslicht in Puerto Puyuhuapi anzukommen. Wir freuten uns sogar, dass wir unsere erhoffte Tagesetappe schaffen würden. Wir wussten allerdings nicht, dass die berühmte Carretera Austral, die einzige Süd-Nord-Verbindung, die es in diesem Teil von Chile gibt und die auch nach Coyhaique noch eine gut ausgebaute zweispurige Asphaltstrasse war, auf diesem Abschnitt zu einer einspurigen Schotterpiste, vergleichbar mit einer schlechten österreichischen Fortstrasse, wurde.
Es war holprig, es war nass (von oben wie von unten), es war saukalt und nach einiger Zeit zu zweit auf einem Autoreifen alles andere als angenehm. Dann wurde es finsterer, nässer und kälter (knapp über dem Gefrierpunkt) und der Laster quälte sich im Schneckentempo die Serpentinen zu einem Pass hinauf. Bei einer Wahnsinnsdurchschnittsgeschwindigkeit von 20km/h (und da waren auch kurzfristige Etappen bei 80km/h dabei) holperten wir durch die Dunkelheit. Wir wussten nicht mehr wie wir uns schlichten sollten, ohne noch nässer zu werden oder das Gefühl in den Beinen vollständig zu verlieren.
Nach über 4! Stunden Fahrt kamen wir in Puyuhuapi an. Und das erste Schild, das wir sahen war „camping“, das zweite war „hospedaje“. Für jeden normalen Menschen, der nach so einem Höllenritt, pitschnass und durchgefroren mitten in der Nacht von der Ladefläche klettert ist die Entscheidung welche Unterkunft er wählen sollte klar…. Für uns auch: Camping! Als wir uns dann auch noch am Ofen des Campingplatzbesitzers wärmen durften waren wir glücklich und zufrieden.
Das von deutschen Auswanderern bereits 1940! gegründete Puerto Puyuhuapi war in unserer Reiseplanung eigentlich nicht als Zwischenstopp eingeplant, aber mit seiner abgelegenen Lage an einem einsamen Fjord und seinem verschlafenen Flair faszinierte uns dieses kleine Fischerdorf und wir erkundeten es einen Tag lang bei konstantem Nieselregen – einer echten Schönwetterphase für diese Gegend! Es hat hier durchschnittlich 4500mm Niederschlag pro Jahr! So wie immer – tolles Campingwetter…Und wir waren wieder mal nicht die einzigen Hardcore-Camper und –Tramper. Hier am A… der Welt, schon lange aus der Saison, weit ab vom Mainstreamtourismus gesellt sich plötzlich ein alter Bekannter zu uns: Der Amerikaner Kevin, dem wir schon in Ushuaia über den Weg gelaufen sind. Er ist auch seit kurzem via Daumen unterwegs und beschloss kurzerhand wie wir zu den Thermen „El Amarillo“ zu stoppen. So einen Weggefährten zu treffen ist wirklich nett, auch wenn die Chancen auf einen lift sich drastisch verringern. Auf diesem Teil der Carretera Austral fährt durchschnittlich jede Stunde mal ein Auto und die sind meistens schon voll besetzt. Aber wir sind ja gut zu Fuß und so sind wir, in kurzem Abstand voneinander einfach mal Richtung Norden losmarschiert.
Nach zwei Stunden Marsch durch den kalten Regenwald kam das erste Auto….in die Gegenrichtung. Kevin ging zur Seite, rutschte aus und fiel (mit ca. 20kg am Rücken) mit der Kniescheibe genau auf einen spitzen Stein. Und da waren wir nun – mitten in der Wildnis, weit weg von jeglicher Zivilisation und wussten nicht, ob die Kniescheibe noch ganz war oder nicht. Nach erster Verarztung und Kniescheibencheck wurde ein Stock gesucht, ein Motivationslolly gelutscht und es ging (langsam aber doch) weiter, noch tiefer in den Wald… Nur die harten kommen durch, oder?
Aber wenn man viel Geduld hat kommen doch immer wieder Autos und in kleinen Etappen kamen wir von Ortschaft zu Ortschaft. Den letzten lift bis kurz vor die Thermen sogar mit unserem amerikanischen Kollegen gemeinsam. Und so marschierten wir zu dritt die letzten 5 km bergauf zu den Thermen und fanden uns kurz darauf schwitzend und dampfend im über 40°C heißen Thermalwasser wieder…
In Chile Chico, als wir auf die Fähre warteten wollten uns die Keiler einiger Reiseunternehmen gleich ein Busticket nach Coyhaique fürs teure Geld verkaufen und hatten uns, als wir ablehnten mit einem mitleidig-gespielten Schulterzucken „viel Glück“ gewünscht, da es zu dieser Jahreszeit auf der Carretera Austral so gut wie keinen Verkehr gibt. - Wir haben alle Tourbusse überholt und waren vor ihnen in Coyhaique, ohne einen peso zu bezahlen. Hehe!!!
In Coyhaique blieben wir einen Tag um uns die Stadt anzuschauen und teilweise dringend nötige Einkäufe (wie zum Beispiel Ducktape!) zu erledigen und traten dann unseren Weg gen Norden an. Als uns nach halbstündigen Nieselregen, Tendenz feuchter werdend noch immer keiner mitgenommen hatte, legten wir kurzerhand eine Kaffeepause mit Keksen unter einer Brücke ein. Das sind so die angenehmen Seiten des Tramperlebens.
Am gleichen Tag lernten wir auch noch eine andere kennen. Nach mehren kurzen lifts nahm uns ein Kleintransporter auf seiner Ladefläche mit. Da die Strecke nur ca. 120km betrug glaubten wir noch bei Tageslicht in Puerto Puyuhuapi anzukommen. Wir freuten uns sogar, dass wir unsere erhoffte Tagesetappe schaffen würden. Wir wussten allerdings nicht, dass die berühmte Carretera Austral, die einzige Süd-Nord-Verbindung, die es in diesem Teil von Chile gibt und die auch nach Coyhaique noch eine gut ausgebaute zweispurige Asphaltstrasse war, auf diesem Abschnitt zu einer einspurigen Schotterpiste, vergleichbar mit einer schlechten österreichischen Fortstrasse, wurde.
Es war holprig, es war nass (von oben wie von unten), es war saukalt und nach einiger Zeit zu zweit auf einem Autoreifen alles andere als angenehm. Dann wurde es finsterer, nässer und kälter (knapp über dem Gefrierpunkt) und der Laster quälte sich im Schneckentempo die Serpentinen zu einem Pass hinauf. Bei einer Wahnsinnsdurchschnittsgeschwindigkeit von 20km/h (und da waren auch kurzfristige Etappen bei 80km/h dabei) holperten wir durch die Dunkelheit. Wir wussten nicht mehr wie wir uns schlichten sollten, ohne noch nässer zu werden oder das Gefühl in den Beinen vollständig zu verlieren.
Nach über 4! Stunden Fahrt kamen wir in Puyuhuapi an. Und das erste Schild, das wir sahen war „camping“, das zweite war „hospedaje“. Für jeden normalen Menschen, der nach so einem Höllenritt, pitschnass und durchgefroren mitten in der Nacht von der Ladefläche klettert ist die Entscheidung welche Unterkunft er wählen sollte klar…. Für uns auch: Camping! Als wir uns dann auch noch am Ofen des Campingplatzbesitzers wärmen durften waren wir glücklich und zufrieden.
Das von deutschen Auswanderern bereits 1940! gegründete Puerto Puyuhuapi war in unserer Reiseplanung eigentlich nicht als Zwischenstopp eingeplant, aber mit seiner abgelegenen Lage an einem einsamen Fjord und seinem verschlafenen Flair faszinierte uns dieses kleine Fischerdorf und wir erkundeten es einen Tag lang bei konstantem Nieselregen – einer echten Schönwetterphase für diese Gegend! Es hat hier durchschnittlich 4500mm Niederschlag pro Jahr! So wie immer – tolles Campingwetter…Und wir waren wieder mal nicht die einzigen Hardcore-Camper und –Tramper. Hier am A… der Welt, schon lange aus der Saison, weit ab vom Mainstreamtourismus gesellt sich plötzlich ein alter Bekannter zu uns: Der Amerikaner Kevin, dem wir schon in Ushuaia über den Weg gelaufen sind. Er ist auch seit kurzem via Daumen unterwegs und beschloss kurzerhand wie wir zu den Thermen „El Amarillo“ zu stoppen. So einen Weggefährten zu treffen ist wirklich nett, auch wenn die Chancen auf einen lift sich drastisch verringern. Auf diesem Teil der Carretera Austral fährt durchschnittlich jede Stunde mal ein Auto und die sind meistens schon voll besetzt. Aber wir sind ja gut zu Fuß und so sind wir, in kurzem Abstand voneinander einfach mal Richtung Norden losmarschiert.
Nach zwei Stunden Marsch durch den kalten Regenwald kam das erste Auto….in die Gegenrichtung. Kevin ging zur Seite, rutschte aus und fiel (mit ca. 20kg am Rücken) mit der Kniescheibe genau auf einen spitzen Stein. Und da waren wir nun – mitten in der Wildnis, weit weg von jeglicher Zivilisation und wussten nicht, ob die Kniescheibe noch ganz war oder nicht. Nach erster Verarztung und Kniescheibencheck wurde ein Stock gesucht, ein Motivationslolly gelutscht und es ging (langsam aber doch) weiter, noch tiefer in den Wald… Nur die harten kommen durch, oder?
Aber wenn man viel Geduld hat kommen doch immer wieder Autos und in kleinen Etappen kamen wir von Ortschaft zu Ortschaft. Den letzten lift bis kurz vor die Thermen sogar mit unserem amerikanischen Kollegen gemeinsam. Und so marschierten wir zu dritt die letzten 5 km bergauf zu den Thermen und fanden uns kurz darauf schwitzend und dampfend im über 40°C heißen Thermalwasser wieder…
Los Antiguos...
Eigentlich war in Los Antiguos nur ein Tag geplant….bis Kevin bei einem Spaziergang einen Blick von der Brücke in den Fluss warf und die Riesenforellen erblickte, die ein paar Burschen mit einer auf einen Stock montierten Drahtschlinge ans Ufer beförderten….
Nachdem wir für Argentinisch-Patagonien noch eine Fischerlizenz hatten (warum ist eigentlich die Frage, denn Forelle hatten wir bis jetzt, nach 2 ½ Monaten noch keine gefangen) wurde den ganzen nächsten Tag lang auf konventionelle Weise gefischt – ohne Erfolg. Diese Monsterforellen wollten einfach nicht beißen. Die Jungs jedoch fingen eine nach der anderen (im Schnitt 75cm lang und einige kg schwer).
Deshalb wurde am nächsten Tag mit Drahtschlinge gefischt (dürfte man laut Lizenz natürlich nicht – also war der Kauf wirklich für den….). Und siehe da… ein Barsch (er durfte wieder schwimmen gehen) und eine Forelle (die wurde am Abend auf den Grill geworfen). Es war ein Festschmaus!
Nachdem Kevin jetzt endlich seine patagonische Forelle gefangen hatte konnten wir nach Chile weiterreisen. Außerdem hat er ab jetzt immer ein Stück Draht griffbereit – Man weiß ja nie…
Nachdem wir für Argentinisch-Patagonien noch eine Fischerlizenz hatten (warum ist eigentlich die Frage, denn Forelle hatten wir bis jetzt, nach 2 ½ Monaten noch keine gefangen) wurde den ganzen nächsten Tag lang auf konventionelle Weise gefischt – ohne Erfolg. Diese Monsterforellen wollten einfach nicht beißen. Die Jungs jedoch fingen eine nach der anderen (im Schnitt 75cm lang und einige kg schwer).
Deshalb wurde am nächsten Tag mit Drahtschlinge gefischt (dürfte man laut Lizenz natürlich nicht – also war der Kauf wirklich für den….). Und siehe da… ein Barsch (er durfte wieder schwimmen gehen) und eine Forelle (die wurde am Abend auf den Grill geworfen). Es war ein Festschmaus!
Nachdem Kevin jetzt endlich seine patagonische Forelle gefangen hatte konnten wir nach Chile weiterreisen. Außerdem hat er ab jetzt immer ein Stück Draht griffbereit – Man weiß ja nie…
Perito Moreno....
Raúl´s Minicamping: Der erste Eindruck war mehr als verwirrend – Ein kleiner alter Mann mit verkehrt herum aufgesetzter grüner Baseballmütze bei der das Markerl aussteht und abgeschossenem Teenie-T-Shirt hetzt uns quer über seinen Garten, zeigt uns alles und ertränkt uns in einem Wortschwall sich immer wiederholender Sätze und ehe wir uns versehen sitzen wir bei ihm in der Küche, trinken Kaffee und lassen uns von vorne bis hinten bewirten. Aber es dauerte nicht lange und wir hatten diesen schrägen Kerl lieb gewonnen und die Entscheidung ein paar Tage länger zu bleiben war schnell gefallen.
Raúl ist ein Mensch, den kann man fast nicht beschreiben, den muss man erlebt haben! Er ist ein 60jähriger pensionierter Polizist, der sein Minicamping mehr als Hobby betreibt um immer jemanden um sich zu haben. Er kocht und putzt den ganzen Tag und beglückt seine Gäste mit selbst gemachtem Kompott (todo natural!!!) und Gedichten. Wenn er diese Gedichte vorträgt driftet sein Blick ab und er taucht ein in eine Welt ab, wo die künstlerischen Energien fließen und er nur als Medium agiert. In manchen Momenten wirkt er hellwach und intelligent, dann wirkt er wieder vergessen, leicht autistisch und liest irgendwelche Telefonnummern (mit einer übergroßen Leselupe) aus dem Gemeindereiseführer laut vor. Er wuselt herum, brabbelt vor sich hin und ist ohne Unterhalt mit irgendwas beschäftigt…Eine Insitution der Mann!
Am zweiten Tag bei Raúl kamen zufällig Agnés und Jules, zwei Franzosen, die wir schon in Punta Arenas getroffen hatten an. Agnés hatte sich eine Stauballergie mit schweren Atemproblemen zugezogen, die sich zu einer Lungenentzündung ausgewachsen hatte und musste sich im Krankenhaus von Perito Moreno behandeln lassen. Sie waren von Raúls Minicamping und seinen Hausmittelchen (auch todo natural!!!) so begeistert, dass sie auch bald ihre Kinder und die befreundete Familie mit der sie reisten nachholten womit die „Familie Raúl“ noch größer wurde. Wir kochten jeden Abend gemeinsam spielten Karten und genossen ein paar ruhige Tage.
Für Raúl gehörten wir zwei sowieso gleich zum Campingplatzinventar. Wir halfen ihm beim Bau eines refugios (Aufenthaltsraum für regnerische Campingtage) und weihten ihn in die österreichischen Ostertraditionen ein. Es ist gar nicht so einfach Eier zu färben, wenn es keine Eierfarbe zu kaufen gibt – von Hollerbeeren über Rotwein bis hin zu Gras und Bleistift musste alles herhalten. Die Eier sahen dennoch besser aus als es hier klingen mag….
Wir nutzten die Tage zum Wäschewaschen (in einem WaschVOLLAUTOMATEN), für kleinere Reparaturen und Kevin häkelte wieder mal eine Haube – Jetzt sind wir das Autostopperdreamteam, weil wer kann einem Gnom und einem Elfenhexchen schon widerstehen?
Aber irgendwann ist es genug mit faulenzen und fressen. Am 8. Tag in der Früh wollten wir aufbrechen, Raúl war schon traurig Marita und Marito (Kevin konnte er sich nicht merken) zu verlieren…da begann es zu regnen und zu stürmen. Und Raúl hüpfte wie ein kleiner Bub in seiner Hütter herum, grinste übers ganze Gesicht und sang eine halbe Stunde lang nur „un día más, un día más!“
Also brachen wir erst am 9. Tag Richtung Los Antiguos (letzte Ortschaft vor der chilenischen Grenze) auf.
Raúl ist ein Mensch, den kann man fast nicht beschreiben, den muss man erlebt haben! Er ist ein 60jähriger pensionierter Polizist, der sein Minicamping mehr als Hobby betreibt um immer jemanden um sich zu haben. Er kocht und putzt den ganzen Tag und beglückt seine Gäste mit selbst gemachtem Kompott (todo natural!!!) und Gedichten. Wenn er diese Gedichte vorträgt driftet sein Blick ab und er taucht ein in eine Welt ab, wo die künstlerischen Energien fließen und er nur als Medium agiert. In manchen Momenten wirkt er hellwach und intelligent, dann wirkt er wieder vergessen, leicht autistisch und liest irgendwelche Telefonnummern (mit einer übergroßen Leselupe) aus dem Gemeindereiseführer laut vor. Er wuselt herum, brabbelt vor sich hin und ist ohne Unterhalt mit irgendwas beschäftigt…Eine Insitution der Mann!
Am zweiten Tag bei Raúl kamen zufällig Agnés und Jules, zwei Franzosen, die wir schon in Punta Arenas getroffen hatten an. Agnés hatte sich eine Stauballergie mit schweren Atemproblemen zugezogen, die sich zu einer Lungenentzündung ausgewachsen hatte und musste sich im Krankenhaus von Perito Moreno behandeln lassen. Sie waren von Raúls Minicamping und seinen Hausmittelchen (auch todo natural!!!) so begeistert, dass sie auch bald ihre Kinder und die befreundete Familie mit der sie reisten nachholten womit die „Familie Raúl“ noch größer wurde. Wir kochten jeden Abend gemeinsam spielten Karten und genossen ein paar ruhige Tage.
Für Raúl gehörten wir zwei sowieso gleich zum Campingplatzinventar. Wir halfen ihm beim Bau eines refugios (Aufenthaltsraum für regnerische Campingtage) und weihten ihn in die österreichischen Ostertraditionen ein. Es ist gar nicht so einfach Eier zu färben, wenn es keine Eierfarbe zu kaufen gibt – von Hollerbeeren über Rotwein bis hin zu Gras und Bleistift musste alles herhalten. Die Eier sahen dennoch besser aus als es hier klingen mag….
Wir nutzten die Tage zum Wäschewaschen (in einem WaschVOLLAUTOMATEN), für kleinere Reparaturen und Kevin häkelte wieder mal eine Haube – Jetzt sind wir das Autostopperdreamteam, weil wer kann einem Gnom und einem Elfenhexchen schon widerstehen?
Aber irgendwann ist es genug mit faulenzen und fressen. Am 8. Tag in der Früh wollten wir aufbrechen, Raúl war schon traurig Marita und Marito (Kevin konnte er sich nicht merken) zu verlieren…da begann es zu regnen und zu stürmen. Und Raúl hüpfte wie ein kleiner Bub in seiner Hütter herum, grinste übers ganze Gesicht und sang eine halbe Stunde lang nur „un día más, un día más!“
Also brachen wir erst am 9. Tag Richtung Los Antiguos (letzte Ortschaft vor der chilenischen Grenze) auf.
On the road to Perito Moreno...
In Rio Grande marschierten wir ein paar Kilometer raus und stellten unser Zelt in den Dünen am Strand auf. Nachdem der Wind relativ stark wehte platzierten wir unseren „Schneck“ gut windgeschützt hinter einer Düne. Im Laufe der Nacht wurde der Wind stärker und so gegen 3 Uhr passierte es dann: Der Wind drehte, das Gestänge bog sich, die Plane flatterte und irgendwann hielten die Heringe im Sand nicht mehr….und wären wir nicht im Zelt gelegen hätten es die argentinische Luftwaffe vermutlich als UFO identifiziert und abgeschossen.
Aber so kamen wir mit einem Gestängebruch, einem 20cm Riss im Außenzelt und einem verschollenen Hering davon. Und wir mussten mitten in der Nacht im Sturm einen neuen Platz für unser Haus finden – Danke Vollmond fürs leuchten!
Am nächsten Morgen war der Verkehr etwas müde. Es war der 25.Jahrestag des Falklandkrieges, gerade hier im Süden wegen der Nähe zu den Inseln ein wichtiger Feiertag. Trotz einer Verkehrsdichte von 2 Autos pro Stunde kamen wir „bald“ zur chilenischen Grenze und da „auch gleich“ mit einer chilenischen Familie mit. Mitten im feuerländischen Nichts verreckte dann das Auto und wir waren unsere Mitfahrgelegenheit los. Wir halfen ihnen noch den Wagen umzudrehen, damit sie heimgeschleppt werden können und machten uns zwangsweise eben zu Fuß auf den Weg Richtung Norden.
Wenn nach 50km Steppe, ohne Abzweigung oder sonst was (nur ein kaputtes Auto vor 3km und das in die falsche Fahrtrichtung) zwei lustige „mochileros“ (Backpacker) fröhlich marschieren und nebenbei, bei den 2 Autos pro Stunde den Daumen rausstrecken…da schauen die Leute - Gerade die Argentinier, die mit dem Auto, wenn es möglich ist sogar bis auf den Strand fahren, um ja keinen Meter zu viel gehen zu müssen!
Unser Vorteil beim stoppen in Patagonien ist einfach der, dass wir uns nichts scheißen und einfach mal in die lebensfeindliche Steppe rausmarschieren, auf ein unerreichbar scheinendes Ziel zu….Und gerade deshalb werden wir schneller mitgenommen als andere „Kollegen“, die an der Ortsausfahrt oder der Tankstelle stehen bleiben. Wir haben einfach den höheren Mitleidsfaktor!
An diesem Tag kamen wir noch bis nach Rio Gallegos – den Großteil davon sogar in einem Reisebus, der eine Leerfahrt hatte und eigentlich keine Leute mitnehmen hätte dürfen. Er ließ für uns sogar noch seine Beziehungen an der Grenze spielen, damit wir schneller durchkamen!
In Rio Gallegos machten wir dann einen Tag Reparaturpause auf dem Campingplatz (die Stadt ist auch ohne Regen abgrundtief hässlich, sie konnte uns auch beim 2. Besuch nicht für sich gewinnen) und versuchten dann unser Glück weiter bis nach Perito Moreno – eine Strecke von ca. 1000km! Und es war uns hold. Die ersten 200km kamen wir, wieder einmal unerlaubterweise, mit einem Firmenpickup mit weshalb es auch Probleme bei der Polizeikontrolle gab. Und dann wurden wir von einem Trucker, der uns auch nicht mitnehmen hätte dürfen, weil er Petroleumprodukte transportiert, aufgelesen. Am Anfang fuhr er noch mit ca. 70 bis 90km/h aber er hatte uns so viel zu erzählen, dass er immer langsamer wurde und schlussendlich mit 50km/h die Landstrasse entlangschlich. Sein Blick war nur selten auf der Strasse, weil man muss ja, um höflich zu bleiben seinem Gesprächspartner in die Augen sehen, aber bei den patagonischen Strassen und einem so schweren Truck ist das spurhalten, abgesehen von einigen schnelleren Lenkmanövern, kein Problem. Jetzt wissen wir alles von Asphalt und Petroleum über die patagonische Erdölindustrie (was wir IMMER schon wissen wollten) bis hin zu Rezepten mit Mais. Nach 500km bei dieser Wahnsinnsgeschwindigkeit kamen wir in Caleta Olivia um 23.30 Uhr an. Die Hintern schmerzten (kein Wunder wenn man sich so lange Zeit einen Sitz teilt) und unsere Köpfe rauchten vom Spanischintensivkurs der letzten Stunden.
Um aus der Stadt zu kommen mussten wir ein eher zwielichtiges Randviertel dieser Erdölindustriestadt durchqueren. Nur männliche Jugendliche und streunende Hunde (beides in Rudeln) waren auf den spärlich beleuchteten Strassen zu sehen. Die Nacht in den Hügeln vor der Stadt war aber dann ganz gemütlich, wenn auch nicht all zu lange. Am nächsten Tag hatten wir genauso viel Tramperglück und kamen noch zeitig am Nachmittag in Perito Moreno an. Unsere Mitfahrgelegenheit ließ uns direkt vor Raúl´s Minicamping aussteigen….
Aber so kamen wir mit einem Gestängebruch, einem 20cm Riss im Außenzelt und einem verschollenen Hering davon. Und wir mussten mitten in der Nacht im Sturm einen neuen Platz für unser Haus finden – Danke Vollmond fürs leuchten!
Am nächsten Morgen war der Verkehr etwas müde. Es war der 25.Jahrestag des Falklandkrieges, gerade hier im Süden wegen der Nähe zu den Inseln ein wichtiger Feiertag. Trotz einer Verkehrsdichte von 2 Autos pro Stunde kamen wir „bald“ zur chilenischen Grenze und da „auch gleich“ mit einer chilenischen Familie mit. Mitten im feuerländischen Nichts verreckte dann das Auto und wir waren unsere Mitfahrgelegenheit los. Wir halfen ihnen noch den Wagen umzudrehen, damit sie heimgeschleppt werden können und machten uns zwangsweise eben zu Fuß auf den Weg Richtung Norden.
Wenn nach 50km Steppe, ohne Abzweigung oder sonst was (nur ein kaputtes Auto vor 3km und das in die falsche Fahrtrichtung) zwei lustige „mochileros“ (Backpacker) fröhlich marschieren und nebenbei, bei den 2 Autos pro Stunde den Daumen rausstrecken…da schauen die Leute - Gerade die Argentinier, die mit dem Auto, wenn es möglich ist sogar bis auf den Strand fahren, um ja keinen Meter zu viel gehen zu müssen!
Unser Vorteil beim stoppen in Patagonien ist einfach der, dass wir uns nichts scheißen und einfach mal in die lebensfeindliche Steppe rausmarschieren, auf ein unerreichbar scheinendes Ziel zu….Und gerade deshalb werden wir schneller mitgenommen als andere „Kollegen“, die an der Ortsausfahrt oder der Tankstelle stehen bleiben. Wir haben einfach den höheren Mitleidsfaktor!
An diesem Tag kamen wir noch bis nach Rio Gallegos – den Großteil davon sogar in einem Reisebus, der eine Leerfahrt hatte und eigentlich keine Leute mitnehmen hätte dürfen. Er ließ für uns sogar noch seine Beziehungen an der Grenze spielen, damit wir schneller durchkamen!
In Rio Gallegos machten wir dann einen Tag Reparaturpause auf dem Campingplatz (die Stadt ist auch ohne Regen abgrundtief hässlich, sie konnte uns auch beim 2. Besuch nicht für sich gewinnen) und versuchten dann unser Glück weiter bis nach Perito Moreno – eine Strecke von ca. 1000km! Und es war uns hold. Die ersten 200km kamen wir, wieder einmal unerlaubterweise, mit einem Firmenpickup mit weshalb es auch Probleme bei der Polizeikontrolle gab. Und dann wurden wir von einem Trucker, der uns auch nicht mitnehmen hätte dürfen, weil er Petroleumprodukte transportiert, aufgelesen. Am Anfang fuhr er noch mit ca. 70 bis 90km/h aber er hatte uns so viel zu erzählen, dass er immer langsamer wurde und schlussendlich mit 50km/h die Landstrasse entlangschlich. Sein Blick war nur selten auf der Strasse, weil man muss ja, um höflich zu bleiben seinem Gesprächspartner in die Augen sehen, aber bei den patagonischen Strassen und einem so schweren Truck ist das spurhalten, abgesehen von einigen schnelleren Lenkmanövern, kein Problem. Jetzt wissen wir alles von Asphalt und Petroleum über die patagonische Erdölindustrie (was wir IMMER schon wissen wollten) bis hin zu Rezepten mit Mais. Nach 500km bei dieser Wahnsinnsgeschwindigkeit kamen wir in Caleta Olivia um 23.30 Uhr an. Die Hintern schmerzten (kein Wunder wenn man sich so lange Zeit einen Sitz teilt) und unsere Köpfe rauchten vom Spanischintensivkurs der letzten Stunden.
Um aus der Stadt zu kommen mussten wir ein eher zwielichtiges Randviertel dieser Erdölindustriestadt durchqueren. Nur männliche Jugendliche und streunende Hunde (beides in Rudeln) waren auf den spärlich beleuchteten Strassen zu sehen. Die Nacht in den Hügeln vor der Stadt war aber dann ganz gemütlich, wenn auch nicht all zu lange. Am nächsten Tag hatten wir genauso viel Tramperglück und kamen noch zeitig am Nachmittag in Perito Moreno an. Unsere Mitfahrgelegenheit ließ uns direkt vor Raúl´s Minicamping aussteigen….
Ushuaia - fin del mundo!
Die Entscheidung mit dem Daumen zu reisen war goldrichtig und Patagonien ist genau das richtige Gebiet damit zu beginnen (auch wenn der Reiseführer das Gegenteil behauptet). Am ersten Tag machten wir gleich einen Riesenhopser bis Rio Grande, dank zwei Geschäftsreisenden, die für ihre Seafoodcompany feuerländische Taucher ausfindig machen wollten, die für sie in der Magellanstraße (bei einer Wassertemperatur von nur wenigen Graden über null) nach Seeschnecken tauchen sollten. Nach erfolgreichen 420km brauchten wir nur noch einen Schlafplatz. Also marschierten wir im Dunkeln aus dem Zentrum raus, mitten ins Industriegebiet rein und stellten unser Zelt hinter einem Erdwall auf. Nach einer kurzen Nacht ging es dann erfolgreich weiter bis Ushuaia, den Grossteil der Strecke mit einem LKW-Fahrer, der uns auch gleich noch alle interessanten Informationen zur Strecke gab. Und damit hatten wir es dann geschafft: Wir waren am Ende der Welt angekommen!
Fazit unserer ersten Autostoppetappe: knappe 650km gereist, 40.000 chilenische Peso (ca. 57€) erspart, viel von der Strecke gesehen (und gehört) und nur 14 Stunden (reine Stopp- und Fahrzeit) gebraucht. Der reguläre Bus wäre nur um 2 Stunden schneller gewesen…
Ushuaia hat uns auch gleich mit klirrender Kälte empfangen, wie es sich für die südlichste Stadt der Welt gehört. Aus diesem Grund nahmen wir uns auch ein Hostal. Unser erster Weg in Ushuaia ging gleich mal aufs Postamt, denn dort sollte ein Paket aus Österreich auf uns warten….Der Postler konnte es in seiner Liste jedoch nicht finden und meinte, dass wir die Sendungsnummer bräuchten, dann könne er uns sagen ob das Paket, je nachdem wie es geschickt worden ist, 3-4 Tage oder 2 Monate von Buenos Aires nach Ushuaia brauchen wird…Am nächsten Tag starteten wir mit der Sendungsnummer wieder zum Postamt und der Typ, der diesmal da war schaute (ohne nach der Sendungsnummer zu fragen) in seinem Paketregal einfach unter „K“ wie Koppensteiner nach und siehe da, da lag ein Paket für uns (laut Poststempel schon seit mehreren Tagen). Jaja, die Post ist überall gleich und in Südamerika noch viel gleicher…
Da wir uns Ushuaia noch etwas länger anschauen wollten übersiedelten wir trotz nächtlichen 2-4°C auf den Campingplatz – und wir waren nicht die einzigen Deppen, die zu dieser Jahreszeit campen. Ein bunter Haufen von schrägen Langzeittravellern hatte sich dort versammelt: ein schweizer-italienisches Pärchen, die mit Campingbus und Hund schon 2 Jahre in Südamerika unterwegs sind, zwei Belgier, die obwohl sie auch schon seit 7 Monaten unterwegs sind wie Reiseneulinge wirken, Roberto, der Italiener, dem man beim Gnocci-Kochen lieber nicht in die Quere kommt, John, der 71jährigen Südstaatler, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat und reisen will bis er tot umfällt und noch viele Übriggebliebene, Althippies und Leute, die hier sind, aber nicht wissen warum – Alles in allem eine große Familie. Es wurde gemeinsam gekocht, getrunken und Reiseerfahrung ausgetauscht…
Als der Campingplatz am 1.April dann seine Pforten für den Winter schloss (kein Scherz) ging es für uns weiter Richtung Norden. So ließen wir die Stadt am Beaglekanal mit ihren vielen bunten Holzhäuschen und Hügeln hinter uns und kamen, nachdem wir noch gratis Benzin getankt hatten (wegen dem halben Liter kassieren war dem Tankwart wahrscheinlich zu lächerlich) erfolgreich wieder bis Rio Grande.
Fazit unserer ersten Autostoppetappe: knappe 650km gereist, 40.000 chilenische Peso (ca. 57€) erspart, viel von der Strecke gesehen (und gehört) und nur 14 Stunden (reine Stopp- und Fahrzeit) gebraucht. Der reguläre Bus wäre nur um 2 Stunden schneller gewesen…
Ushuaia hat uns auch gleich mit klirrender Kälte empfangen, wie es sich für die südlichste Stadt der Welt gehört. Aus diesem Grund nahmen wir uns auch ein Hostal. Unser erster Weg in Ushuaia ging gleich mal aufs Postamt, denn dort sollte ein Paket aus Österreich auf uns warten….Der Postler konnte es in seiner Liste jedoch nicht finden und meinte, dass wir die Sendungsnummer bräuchten, dann könne er uns sagen ob das Paket, je nachdem wie es geschickt worden ist, 3-4 Tage oder 2 Monate von Buenos Aires nach Ushuaia brauchen wird…Am nächsten Tag starteten wir mit der Sendungsnummer wieder zum Postamt und der Typ, der diesmal da war schaute (ohne nach der Sendungsnummer zu fragen) in seinem Paketregal einfach unter „K“ wie Koppensteiner nach und siehe da, da lag ein Paket für uns (laut Poststempel schon seit mehreren Tagen). Jaja, die Post ist überall gleich und in Südamerika noch viel gleicher…
Da wir uns Ushuaia noch etwas länger anschauen wollten übersiedelten wir trotz nächtlichen 2-4°C auf den Campingplatz – und wir waren nicht die einzigen Deppen, die zu dieser Jahreszeit campen. Ein bunter Haufen von schrägen Langzeittravellern hatte sich dort versammelt: ein schweizer-italienisches Pärchen, die mit Campingbus und Hund schon 2 Jahre in Südamerika unterwegs sind, zwei Belgier, die obwohl sie auch schon seit 7 Monaten unterwegs sind wie Reiseneulinge wirken, Roberto, der Italiener, dem man beim Gnocci-Kochen lieber nicht in die Quere kommt, John, der 71jährigen Südstaatler, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat und reisen will bis er tot umfällt und noch viele Übriggebliebene, Althippies und Leute, die hier sind, aber nicht wissen warum – Alles in allem eine große Familie. Es wurde gemeinsam gekocht, getrunken und Reiseerfahrung ausgetauscht…
Als der Campingplatz am 1.April dann seine Pforten für den Winter schloss (kein Scherz) ging es für uns weiter Richtung Norden. So ließen wir die Stadt am Beaglekanal mit ihren vielen bunten Holzhäuschen und Hügeln hinter uns und kamen, nachdem wir noch gratis Benzin getankt hatten (wegen dem halben Liter kassieren war dem Tankwart wahrscheinlich zu lächerlich) erfolgreich wieder bis Rio Grande.
Montag, 26. März 2007
Achtung!!!!! Wichtige News aus Argentinien!!!!!!!!!
Freitag, 23. März 2007
Punta Arenas
Von El Chaltén aus ging es mit dem Bus wieder zurück nach El Calafate und von dort, nach einem kurzen Zwangsaufenthalt, über Puerto Natales weiter nach Punta Arenas (beides in Chile). Diese Stadt liegt direkt an der Magellanstrasse und ist die südlichste Kontinentalstadt der Erde – Das dürfen wir uns natürlich nicht entgehen lassen, wenn wir schon mal in der Gegend sind. Punta Arenas war durch seine Lage an der Ost-West-Passage lange Zeit ein wichtiges Handelszentrum, da der gesamte Schiffsverkehr zwischen Atlantik und Pazifik hier durchkam. Das sieht man immer noch. Alte Gebäude, kleine Paläste, ein gepflegtes Stadtbild und sogar ein Friedhof, der lediglich in Buenos Aires seinesgleichen sucht.
Nicht einmal die rauen Winde und die kalten Nächte konnten uns davon abhalten unser Zelt hier aufzustellen – sparen ist die Devise! Außerdem ist das garden camping bei dem Hostal hier fast so luxuriös wie ein Zimmer, da man Küche, Aufenthaltsräume und Bad drinnen benutzen kann (aber nur die Hälfte bezahlt). Mit unseren Zeltnachbarn Mela und Stefan (jaaaaa, es gibt noch mehr Menschen, die bei diesen Temperaturen zelten) haben wir gemütliche Abende mit Matetrinken, quatschen, Reiseerlebnisse austauschen und Pisco-sour-in-der-Melone-trinken verbracht. Da die beiden hauptsächlich per Autostop unterwegs sind und meinten, dass das in Chile überhaupt kein Problem sei haben wir nun endgültig beschlossen unseren Reisestil zu ändern und somit auch die ausgetretenen Pfade der busreisenden Traveller zu verlassen. Früher klang ja der Lonely Planet-Reiseführer noch nach Abenteuer, aber SO zu reisen ist wirklich nicht schwierig und geht zusätzlich auch noch ins Geld….Ushuaia per Autostop wir kommen!!!!!
Nicht einmal die rauen Winde und die kalten Nächte konnten uns davon abhalten unser Zelt hier aufzustellen – sparen ist die Devise! Außerdem ist das garden camping bei dem Hostal hier fast so luxuriös wie ein Zimmer, da man Küche, Aufenthaltsräume und Bad drinnen benutzen kann (aber nur die Hälfte bezahlt). Mit unseren Zeltnachbarn Mela und Stefan (jaaaaa, es gibt noch mehr Menschen, die bei diesen Temperaturen zelten) haben wir gemütliche Abende mit Matetrinken, quatschen, Reiseerlebnisse austauschen und Pisco-sour-in-der-Melone-trinken verbracht. Da die beiden hauptsächlich per Autostop unterwegs sind und meinten, dass das in Chile überhaupt kein Problem sei haben wir nun endgültig beschlossen unseren Reisestil zu ändern und somit auch die ausgetretenen Pfade der busreisenden Traveller zu verlassen. Früher klang ja der Lonely Planet-Reiseführer noch nach Abenteuer, aber SO zu reisen ist wirklich nicht schwierig und geht zusätzlich auch noch ins Geld….Ushuaia per Autostop wir kommen!!!!!
El Chalten und Fitzroymassiv
Endlich ist es soweit: Das Fitzroymassiv ist zum Greifen nahe. Nur mehr 220 km – eine kurze Busfahrt. Dann steigen wir in El Chaltén aus, blicken erwartungsvoll Richtung Nordwesten und sehen….Wolken! Nach einer kalten Nacht auf dem Campingplatz klettern wir erwartungsvoll aus dem Zelt und sehen….Regenwolken! Nach 3 Tagen werden wir endlich für unser Warten belohnt…nur mehr wenig Wolken! Einem Daytrip zum Cerro Torre stand also nichts mehr im Wege. Der Gipfel dieses eindrucksvollen Berges war zwar anfänglich in Wolken gehüllt, er zeigte aber, nachdem wir die Berggeister mit einem „Stoamandl“ gnädig gestimmt hatten kurz seine steil aufragenden Zacken. Dieser Daytrip hatte sich eindeutig gelohnt. Und es sollte noch besser kommen. Am nächsten Tag marschierten wir bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Cerro Fitz Roy. Auf wunderschönen, natürlich präparierten Wegen wanderten wir durch die schon leicht herbstlich gefärbte patagonische Landschaft. Der Bewuchs ist hier im Süden schon sehr karg und die wenigen Wäldchen sind vom Wind zerfurcht. Überall plätschern Bächlein und hinter jeder Biegung entdeckt man neue Wunder der Natur – ein geniales Gebiet zum Trekken. Nach drei Stunden und einem letzten steilen Anstieg erreichten wir die Laguna de los Tres am Fuße des Fitz Roy. Von hier aus ginge es nur mehr mit Steigeisen weiter. Der Fitz Roy scheint schon so nahe, dass man ihn fast berühren kann und spiegelt sich mitsamt dem Gletscher zu seinen Füßen im milchigen Wasser der Lagune. Man kann sich nicht vorstellen, dass es echt Menschen gibt, die es schaffen diesen steilen Berg, auf dem sich nicht einmal der Schnee zu halten scheint, zu erklimmen. Dieser Gipfel strahlt eine Faszination aus, die schwer zu beschreiben ist, aber die Bilder sprechen für sich….
Aber auch das kleine Dorf am Fuße dieses Berges, El Chaltén ist eine Attraktion für sich. Noch wird die von Felswänden eingeschlossene Ortschaft hauptsächlich von Trekkern und Bergsteigern besucht und bietet deshalb, Gott sei Dank, noch wenig touristische Infrastruktur. Es gibt weder asphaltierte Straßen noch Bankomaten oder einen großen Supermarkt. Sogar die Internetverbindung läuft hier noch über Satellit. Aber überall wird schon fleißig gebaut und in ein paar Jahren werden wohl auch hier die Pauschaltouristen absteigen. Echt schade.
Aber auch das kleine Dorf am Fuße dieses Berges, El Chaltén ist eine Attraktion für sich. Noch wird die von Felswänden eingeschlossene Ortschaft hauptsächlich von Trekkern und Bergsteigern besucht und bietet deshalb, Gott sei Dank, noch wenig touristische Infrastruktur. Es gibt weder asphaltierte Straßen noch Bankomaten oder einen großen Supermarkt. Sogar die Internetverbindung läuft hier noch über Satellit. Aber überall wird schon fleißig gebaut und in ein paar Jahren werden wohl auch hier die Pauschaltouristen absteigen. Echt schade.
El Calafate und Glaciar Perito Moreno
Mit unserer Reise nach El Calafate kehrten wir wieder an die Anden zurück. Es ist eine gemütliche kleine Stadt die, obwohl sie sehr touristisch ist, trotzdem zum Bleiben einlädt. Die Tage in El Calafate, die wir noch zum Auskurieren brauchten nutzten wir zur Zeltpflege (imprägnieren, Nähte abdichten,…) und in der Stadt flanieren. Außerdem kauften wir uns dicke Fleecehosen, wodurch uns nun nicht einmal die südpatagonische Kälte etwas anhaben kann.
Die größte Attraktion hier in der Nähe ist der Perito Moreno Gletscher der zu den Ausläufern des Inlandeises der südlichen Halbkugel gehört. Hierbei handelt es sich, abgesehen von den Polregionen, um die größte zusammenhängende Eismasse der Erde (ca. 22 000 km2). Der Morenogletscher ist eine Besonderheit, da er zu den wenigen wachsenden Gletschern gehört und das mit einer für einen Gletscher rasenden Geschwindigkeit. Er bewegt sich am Tag bis zu 2 Meter vorwärts und schiebt sich langsam in den Lago Argentino.
So ein Naturwunder mussten wir sehen! Es ist echt faszinierend vor einer 50-60 Meter hohen Eiswand zu stehen und den Gletscher zu hören. Durch die Vorwärtsbewegung kommt es immer wieder zu Spannungen und der Gletscher bricht und knackt fast unaufhörlich. In regelmäßigen Abständen brechen mehr oder weniger große Brocken aus der Eiswand und stürzen mit einem lauten Donnern in den See, wo sie dann wie kleine Eisberge herumdümpeln. Dadurch, dass der Gletscher schneller wächst als das Eis unten abbricht schnürt er alle paar Jahre einen Nebenarm des Lago Argentino ab und bildet so einen Stausee. Dort steigt der Wasserspiegel dann um ca. 18 Meter und irgendwann ist es so weit: Das Eis kann dem Wasserdruck nicht mehr standhalten und der natürliche Staudamm aus Eis bricht explosionsartig. Dieses Schauspiel konnten wir leider nur auf Fotos beobachten. Trotzdem ist es eine wirklich imposante Erfahrung, wenn einem der Gletscherwind um die Nase weht, der Gletscher in allen Weiß- und Blautönen schimmert und dann plötzlich ein Eisbrocken in der Größe eines Einfamilienhauses abbricht während eine Schar grüner Papageien schreiend über dir vorbeizieht.
Die größte Attraktion hier in der Nähe ist der Perito Moreno Gletscher der zu den Ausläufern des Inlandeises der südlichen Halbkugel gehört. Hierbei handelt es sich, abgesehen von den Polregionen, um die größte zusammenhängende Eismasse der Erde (ca. 22 000 km2). Der Morenogletscher ist eine Besonderheit, da er zu den wenigen wachsenden Gletschern gehört und das mit einer für einen Gletscher rasenden Geschwindigkeit. Er bewegt sich am Tag bis zu 2 Meter vorwärts und schiebt sich langsam in den Lago Argentino.
So ein Naturwunder mussten wir sehen! Es ist echt faszinierend vor einer 50-60 Meter hohen Eiswand zu stehen und den Gletscher zu hören. Durch die Vorwärtsbewegung kommt es immer wieder zu Spannungen und der Gletscher bricht und knackt fast unaufhörlich. In regelmäßigen Abständen brechen mehr oder weniger große Brocken aus der Eiswand und stürzen mit einem lauten Donnern in den See, wo sie dann wie kleine Eisberge herumdümpeln. Dadurch, dass der Gletscher schneller wächst als das Eis unten abbricht schnürt er alle paar Jahre einen Nebenarm des Lago Argentino ab und bildet so einen Stausee. Dort steigt der Wasserspiegel dann um ca. 18 Meter und irgendwann ist es so weit: Das Eis kann dem Wasserdruck nicht mehr standhalten und der natürliche Staudamm aus Eis bricht explosionsartig. Dieses Schauspiel konnten wir leider nur auf Fotos beobachten. Trotzdem ist es eine wirklich imposante Erfahrung, wenn einem der Gletscherwind um die Nase weht, der Gletscher in allen Weiß- und Blautönen schimmert und dann plötzlich ein Eisbrocken in der Größe eines Einfamilienhauses abbricht während eine Schar grüner Papageien schreiend über dir vorbeizieht.
Puerto Madryn und Peninsula Valdez
Unser nächster Halt war die staubige und windige Hafenstadt Puerto Madryn, die den Einheimischen gerne als Beachressort verkauft wird aber eigentlich nur ein Vorposten der Ölindustrie in der patagonischen Steppe ist. Trotzdem hat diese Stadt auch etwas Sympatisches. Für Touristen ist sie aufgrund ihrer Nähe zu der Peninsula Valdez und Punta Tombo interessant, wo die größten Pinguin- und Seeelefantenkolonien Südamerikas zu finden sind. Überall in der Stadt gibt es Reiseveranstalter, die einem eine Tour fürs teure Geld verkaufen wollen. In allen Auslagen sieht man Bilder und Postkarten von Orcas, Seeelefanten, Buckelwalen, Pinguinen und Seelöwen. Dieses Tierparadies wollten wir uns nicht entgehen lassen, jedoch nicht im Rahmen einer organisierten Tour wo viel zu viel Zeit für Jausenstopps und blödes Geplappere draufgeht. Wir haben uns gemeinsam mit den zwei Deutschen Mike und Andrea, die wir am Campingplatz kennen gelernt hatten, ein Mietauto genommen um die Halbinsel auf eigene Faust erkunden zu können. Die Enttäuschung war groß als wir statt der großen Seelöwenkolonie und der größten kontinentalen Seeelefantenkolonie nur ein paar müde Exemplare am Schotterstrand antrafen. Die Touristenplattform war eingezäunt und man kam nur auf 200m an die Tiere heran. Ohne Zoom würde man auf den Fotos nur schwarze Flecken erkennen können…. (Wir erinnern nur an unsere Erfahrungen in Cabo Polonio, wo wir IN der Kolonie spazieren gegangen sind und sogar einen Lobo streicheln konnten.) Auch die groß angepriesene Pinguinkolonie bestand aus nur wenigen hundert Tieren, die wiederum durch einen Zaun und vielen Warnschildern von uns getrennt waren. Hätten wir uns wie normale Touristen verhalten, hätten wir nicht viel gesehen, also mussten wir (verbotenerweise) auch gelegentlich mitten auf der Strecke anhalten und die Gegend auf eigene Faust erkunden. So konnten wir auch IN der Pinguinkolonie ein bisschen spazieren gehen und zwei Seeelefantenbullen bei ihren Revierkämpfen zusehen. Außerdem sahen wir eine 1,5m lange Schlange und konnten ein Gürteltier streicheln – So gesehen hat sich die Tour also doch gelohnt. Natürlich sahen wir auch die, inzwischen zur Gewohnheit gewordenen Guanacos, Nandus und Schafe zur Genüge.
Nachdem wir mit der Peninsula Valdez alle Highlights von Puerto Madryn und Umgebung gesehen hatten zogen wir weiter. Auf unserem Weg nach Süden machten wir Halt in Trelew, wo wir uns das beste paläontologische Museum Südamerikas ansahen. In diesem liebevoll arrangierten Museum wandelt man zwischen riesigen Saurierskelettnachbildungen und unzähligen echten Fossilien, die größteils in Patagonien gefunden wurden. Sehr sympathisch an diesem Museum ist, dass fast so viele Wissenschaftler wie Besucher unterwegs sind und am Hinterausgang die völlig verdreckten Expeditionsmobile parken und auf ihren nächsten Einsatz warten – ein trotz der vielen ausgestorbenen Tiere, lebendiges Museum.
Bei unserem Ausflug auf die Peninsula Valdez hat sich Kevin verkühlt, weswegen wir in Rio Gallegos einen 2-tägigen Zwangsstopp einlegen mussten. Als er wieder einigermaßen unter den Lebenden weilte fuhren wir weiter nach El Calafate, wo ich mich dann, inzwischen auch krank, auskurierte…
Nachdem wir mit der Peninsula Valdez alle Highlights von Puerto Madryn und Umgebung gesehen hatten zogen wir weiter. Auf unserem Weg nach Süden machten wir Halt in Trelew, wo wir uns das beste paläontologische Museum Südamerikas ansahen. In diesem liebevoll arrangierten Museum wandelt man zwischen riesigen Saurierskelettnachbildungen und unzähligen echten Fossilien, die größteils in Patagonien gefunden wurden. Sehr sympathisch an diesem Museum ist, dass fast so viele Wissenschaftler wie Besucher unterwegs sind und am Hinterausgang die völlig verdreckten Expeditionsmobile parken und auf ihren nächsten Einsatz warten – ein trotz der vielen ausgestorbenen Tiere, lebendiges Museum.
Bei unserem Ausflug auf die Peninsula Valdez hat sich Kevin verkühlt, weswegen wir in Rio Gallegos einen 2-tägigen Zwangsstopp einlegen mussten. Als er wieder einigermaßen unter den Lebenden weilte fuhren wir weiter nach El Calafate, wo ich mich dann, inzwischen auch krank, auskurierte…
El Bolson!!!!!!!
El Bolsón wurde Ende der 60er Jahre von argentinischen Aussteigern und Intellektuellen gegründet, die sich möglichst weit weg von der Hauptstadt Buenos Aires und somit von der staatlichen Kontrolle niederlassen wollten. In diesem Andental hier herrscht ein besonderes Mikroklima, das sogar Erdbeeren, Pfirsiche und zu Kevins Entzückung auch „Griachal“ gedeihen lässt. Auch heute noch ist diese Stadt bekannt für seine Biobauernhöfe, die Bierbrauereien und dem dreimal wöchentlich stattfindenden Kunsthandwerksmarkt. Außerdem findet man hier von der Shiatsumassage bis zur Reikibehandlung alles was mit Esoterik zu tun hat. Das Hippieflair der 70er schwebt immer noch über Stadt und am besten merkt man das, wenn man sich in die Wiese auf der zentralen Plaza setzt und die nackten Füße in das Gras steckt. Am Teich mitten auf der Plaza kann man Tretbootfahren, überall wird jongliert und immer wieder finden sich Leute zu spontanen Jam-Sessions zusammen. Es wird Bier getrunken, gescherzt und gelegentlich strömt einem dieser leicht süßliche Geruch der Hippiebewegung in die Nase. Überall wird selbst gemachter Schmuck verkauft und in den Tag hineingelebt. Wenn man es nicht besser wüsste könnte man teilweise glauben in der Zeit zurückgereist zu sein und sich mitten in der Zeit von Liebe-Frieden-und-Sonnenschein zu sein. Verständlich, dass es uns hier gut gefiel, also verbrachten wir gleich eine knappe Woche hier. Leider trieb uns der näher rückende Winter weiter Richtung Süden um auch dort noch einige sonnige Tage zu erwischen. Aber wer weiß, vielleicht war es ja kein Abschied für immer – In El Bolsón würden wir es auch länger aushalten…. Ein kleines Häuschen, ein Obstgarten, ein Kräutergarten ;-) und ein paar Hühner im Hinterhof….
San Martin de los Andes und San Carlos de Bariloche
Zurück aus der Wildnis fanden wir uns in einem Dorf wieder, das fast in Österreich oder der Schweiz sein könnte. In San Martín de los Andes gibt es von der Blockhütte mit Hirschgeweih bis zur Après-Ski-Bar alles und das möglichst auf Hochglanz lackiert. Trotzdem, oder gerade deswegen hat dieses Örtchen auch ein gewisses Flair. Nachdem es aber eher ein Nobelskiort für die argentinische Highsociety ist haben wir uns nicht all zu lange dort aufgehalten und sind weitergefahren nach San Carlos de Bariloche. Auch diese Stadt, das momentane Backpacker und Traveller-Inziel in Argentinien, macht einen auf Alpendorf mitsamt Bernhardinern und Alpenmilchschokolade. Bei einer ca. 200 000 Einwohner großen Stadt wirkt das aber eher lächerlich. Wenn man so wie wir nicht unbedingt auf Großraumdiskotheken und Riesenparties steht ist die Stadt nicht unbedingt so sehenswert und deshalb zogen wir auch hier bald weiter. Da hörte sich das nächste Ziel schon besser an – El Bolsón, Argentiniens Hippiehauptstadt!
Dienstag, 20. Februar 2007
Parque Nacional Lanín
Von Junín aus organisierten wir uns alle nötigen Informationen über den Parque Nacional Lanín. Wir bekamen sogar eine Wanderkarte mit MASSSTAB!!!, was hier in Südamerika mehr als unüblich ist. Es hätte zwar auch organisierte Touren in den Park gegeben, aber… (ihr kennt uns ja, oder?)
Wir ließen uns mit dem Bus auf halber Strecke in der Wildnis absetzen und marschierten den Lago Huechulafquen am Südufern (weniger touristische Seite des Sees) entlang in den Nationalpark. Der See hat in etwa die Größe des Attersees und ist, so wie hier alle Gewässer, glasklar und eiskalt.
Von den riesigen Wäldern, die im Reiseführer beschrieben waren war anfangs noch keine Spur. Wir starteten in einer trockenen, vulkanischen Steppenlandschaft mit niedrigem, stacheligem Bewuchs. Doch mit jedem Kilometer, den wir in den Park hineinwanderten wurde die Vegetation größer und grüner. Man hält es nicht für möglich wie rasch sich die Landschaft komplett verändern kann. Bei unserem Trip hatten wir von Wüste über Nadelwald bis hin zu Hochgebirge, riesigen Urwäldern, weißen und schwarzen Stränden bis hin zum Bambuswald alles. Im Hintergrund thront jedoch immer der Vulkan Lanín (3770m) – ein wunderschöner Berg!
Der Weg war anfangs noch geländewagentauglich und somit auch gut zu wandern und leicht zu finden, doch mit jedem Kilometer wurde er schmäler und unwegsamer. Irgendwann ging die Strasse in einen Trampelpfad über, der stellenweise nur mehr schwer von den von wilden Kühen, Schafen und Pferden ausgetrampelten Wildwechseln zu unterscheiden war. Stellenweise waren diese sogar breiter als der eigentliche Wanderweg… So ist es wenig verwunderlich, dass wir irgendwann den Pfad verloren. Wir wussten, dass der Weg irgendwo über uns entlang des Sees verlaufen musste, deshalb kämpften wir uns mit unseren, für solche Aktionen viel zu schweren und großen Rucksäcken bergauf durchs Dornengestrüpp. Doch irgendwann, am Ende unserer Kräfte, standen wir, 50m über dem Seespiegel, in einer Felswand, die steil in eine Schlucht abfiel. An ein Weiterkommen war nicht zu denken. Die Wand über uns wurde immer steiler und vor uns schoss ein Wasserfall in die Tiefe. Die einzige Möglichkeit war also die Wand, die wir hochgeklettert waren, wieder hinunter zu klettern. Es blieb uns also nichts anderes übrig als unsere letzten Kraftreserven zusammenzukratzen und den Abstieg zu wagen, da wir weder Wasser hatten, noch in der Felswand campieren wollten. Irgendwie schafften wir es wieder auf Seeniveau zu kommen und fanden sogar einen ebenen!!!, netten Platz für unser Zelt. Nach einem Tag Ruhe machten wir uns wieder auf die Suche nach dem Weg, diesmal erfolgreicher. Es war kein Wunder, dass wir bei unserer ersten Kletteraktion durchs Gestrüpp gescheitert waren, denn der tatsächliche Pfad ging steil den Berg hinauf und passierte erst ca. 600m über dem Seespiegel die Schlucht bei der wir (auf ca. 50m) angestanden waren. Irgendwo auf dem steilen Anstieg mussten wir ungemerkt das Tor zur Anderswelt passiert haben. Wir kamen in ein Tal, dessen Zauber sich schwer beschreiben lässt…Blumen blühten in den hellsten Farben, ein breiter Wasserfall stürzte in 1000 Tropfen in allen Regenbogenfarben über die Steine hinab und ging in einen lebhaft plätschernden Bach voller Kaulquappen über. Durch die windgeschützte, sonnige Lage herrscht im Tal ein Mikroklima in dem sich sogar Erdbeeren und Kolibris wohl fühlen. Dieser, vom Menschen nahezu unberührte Ort, strahlt eine Energie aus, die man erlebt haben muss! Wir haben versucht die Magie dieses Ortes auf Bilder zu bannen. Auf einem der online gestellten Fotos ist uns sogar eine Elfe ins Bild geflattert (oder war es doch ein Kolibri?)
Nachdem wir unsere „Akkus“ wieder aufgeladen hatten marschierten wir weiter. Während unseres Abstiegs stolperten wir mitten in der Wildnis über ein Hufeisen. „Das Glück können wir brauchen“ dachten wir und schnallten es sicherheitshalber auf den Rucksack. Als wir wieder einmal auf Pfadsuche waren kam das Glück, das uns verlassen hatte auch gleich angeritten – ein Gaucho mit indigenem Stammbaum und nur noch 4 Zähnen im Mund erbarmte sich und führte uns die nächsten Kilometer durchs Dickicht. Mitten im Bambuswald schlugen auf einmal seine beiden Hunde an und verschwanden im Unterholz. Er stürmte mit dem Pferd hinterher und was wir dann aus dem Dickicht hörten lässt sich schwer beschreiben: Hundebellen und -quietschen, Schnauben, Grunzen, panisches Wiehern und die Schreie des Gauchos… Kurz darauf sahen wir das 1,50m große Männlein zu Fuß mit einer 40cm Klinge in der Hand einen Hang hinaufstürmen. Dann war es ruhig… Nach ca. 5 Minuten kam er zurück und erklärte uns, dass ihm das Wildschwein leider entwischt ist…Dieser Kerl geht doch allen Ernstes nur mit einem Messer bewaffnet auf Wildsaujagd!!!
Unser Gauchoguide begleitete uns noch bis zu einer ehemaligen Parkrangerstation, wo wir unser Nachtlager aufschlugen.
Nach einer wetterbedingten eintägigen Pause marschierten wir weiter und erreichten das Ziel unserer Tour, einen abgelegenen Campingplatz.
Hier wuschen im wir im eiskalten Wasser unsere ganze Wäsche und genossen danach einen Abend am Lagerfeuer mit einem Bier und Keksen. Irgendwann in der Nacht begann es zu regnen und wir fragten uns wofür wir eigentlich unsere Wäsche ausgewunden hatten! +
Nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte und der Wasserspiegel in unserem Zelt wieder einmal besorgniserregend hoch war, flüchteten wir in den beheizten Aufenthaltsraum des Campingplatzes. Wir waren nicht die einzigen, denen diese Nacht zugesetzt hatte. Je länger der Regen andauerte desto mehr Menschen versammelten sich um den kleinen Ofen. Dennoch waren wir diejenigen, die am nähesten bei der Wärmequelle saßen, da ja, bis auf das bisschen Gewand, das wir anhatten alles auf der Leine zum „Trocknen“ hing. Am Nachmittag wurde die Hütte dann wirklich voll, als eine Gruppe aus Buenos Aires, die wir schon an unserem vorigen Lagerplatz getroffen hatten, eintrudelte. Nun kam auch eine richtig gemütliche Stimmung auf. Wir hatten schon fast vergessen, dass unser Zelt, unsere Ausrüstung und 90% unserer Kleidung unter Wasser standen, die Temperatur kontinuierlich fiel und die Nacht immer näher rückte. Als sich herausstellte, dass die gesamte Reisegruppe in der Hütte übernachten würde, ließen wir unseren ganzen Charme spielen und schlossen uns kess bei ihnen an. Wir würden also in der Nacht nicht frieren müssen!
Am Nachmittag hörte der Regen auf, ging aber in Schneefall über – und das im Februar! (eigentlich sollte hier ja noch Sommer sein) Für die Gruppe aus Buenos Aires war das DIE Sensation, da einige von ihnen noch nie Schnee gesehen hatten. Wir machten das Beste aus der Situation – Kevin ging kurzerhand baden (so warm würde einem das Wasser so schnell nicht mehr vorkommen und Körperpflege war auch dringend mal wieder nötig). Damit hatten die „crazy Austrians“ endgültig das Herz der Reisegruppe erobert und die Stimmung wurde noch gemütlicher. Es wurde gemeinsam Karten gespielt, die Ukulele ausgepackt, das Essen geteilt und bis spät in die Nacht gefeiert.
Am nächsten Morgen trockneten wir unsere gesamte Ausrüstung und verabschiedeten uns von unseren neuen Freunden. Zu Fuß bzw. per Autostopp wollten wir nach San Martín de los Andes. Wir hatten Glück und es nahm uns bald ein Pärchen bis nach San Martín mit. Gemütlich auf dem Rücksitz eines Geländewagens, Zuckerl lutschend und einen Mate teilend legten wir die letzten Kilometer unseres Ausfluges in den Nationalpark zurück…
Wir ließen uns mit dem Bus auf halber Strecke in der Wildnis absetzen und marschierten den Lago Huechulafquen am Südufern (weniger touristische Seite des Sees) entlang in den Nationalpark. Der See hat in etwa die Größe des Attersees und ist, so wie hier alle Gewässer, glasklar und eiskalt.
Von den riesigen Wäldern, die im Reiseführer beschrieben waren war anfangs noch keine Spur. Wir starteten in einer trockenen, vulkanischen Steppenlandschaft mit niedrigem, stacheligem Bewuchs. Doch mit jedem Kilometer, den wir in den Park hineinwanderten wurde die Vegetation größer und grüner. Man hält es nicht für möglich wie rasch sich die Landschaft komplett verändern kann. Bei unserem Trip hatten wir von Wüste über Nadelwald bis hin zu Hochgebirge, riesigen Urwäldern, weißen und schwarzen Stränden bis hin zum Bambuswald alles. Im Hintergrund thront jedoch immer der Vulkan Lanín (3770m) – ein wunderschöner Berg!
Der Weg war anfangs noch geländewagentauglich und somit auch gut zu wandern und leicht zu finden, doch mit jedem Kilometer wurde er schmäler und unwegsamer. Irgendwann ging die Strasse in einen Trampelpfad über, der stellenweise nur mehr schwer von den von wilden Kühen, Schafen und Pferden ausgetrampelten Wildwechseln zu unterscheiden war. Stellenweise waren diese sogar breiter als der eigentliche Wanderweg… So ist es wenig verwunderlich, dass wir irgendwann den Pfad verloren. Wir wussten, dass der Weg irgendwo über uns entlang des Sees verlaufen musste, deshalb kämpften wir uns mit unseren, für solche Aktionen viel zu schweren und großen Rucksäcken bergauf durchs Dornengestrüpp. Doch irgendwann, am Ende unserer Kräfte, standen wir, 50m über dem Seespiegel, in einer Felswand, die steil in eine Schlucht abfiel. An ein Weiterkommen war nicht zu denken. Die Wand über uns wurde immer steiler und vor uns schoss ein Wasserfall in die Tiefe. Die einzige Möglichkeit war also die Wand, die wir hochgeklettert waren, wieder hinunter zu klettern. Es blieb uns also nichts anderes übrig als unsere letzten Kraftreserven zusammenzukratzen und den Abstieg zu wagen, da wir weder Wasser hatten, noch in der Felswand campieren wollten. Irgendwie schafften wir es wieder auf Seeniveau zu kommen und fanden sogar einen ebenen!!!, netten Platz für unser Zelt. Nach einem Tag Ruhe machten wir uns wieder auf die Suche nach dem Weg, diesmal erfolgreicher. Es war kein Wunder, dass wir bei unserer ersten Kletteraktion durchs Gestrüpp gescheitert waren, denn der tatsächliche Pfad ging steil den Berg hinauf und passierte erst ca. 600m über dem Seespiegel die Schlucht bei der wir (auf ca. 50m) angestanden waren. Irgendwo auf dem steilen Anstieg mussten wir ungemerkt das Tor zur Anderswelt passiert haben. Wir kamen in ein Tal, dessen Zauber sich schwer beschreiben lässt…Blumen blühten in den hellsten Farben, ein breiter Wasserfall stürzte in 1000 Tropfen in allen Regenbogenfarben über die Steine hinab und ging in einen lebhaft plätschernden Bach voller Kaulquappen über. Durch die windgeschützte, sonnige Lage herrscht im Tal ein Mikroklima in dem sich sogar Erdbeeren und Kolibris wohl fühlen. Dieser, vom Menschen nahezu unberührte Ort, strahlt eine Energie aus, die man erlebt haben muss! Wir haben versucht die Magie dieses Ortes auf Bilder zu bannen. Auf einem der online gestellten Fotos ist uns sogar eine Elfe ins Bild geflattert (oder war es doch ein Kolibri?)
Nachdem wir unsere „Akkus“ wieder aufgeladen hatten marschierten wir weiter. Während unseres Abstiegs stolperten wir mitten in der Wildnis über ein Hufeisen. „Das Glück können wir brauchen“ dachten wir und schnallten es sicherheitshalber auf den Rucksack. Als wir wieder einmal auf Pfadsuche waren kam das Glück, das uns verlassen hatte auch gleich angeritten – ein Gaucho mit indigenem Stammbaum und nur noch 4 Zähnen im Mund erbarmte sich und führte uns die nächsten Kilometer durchs Dickicht. Mitten im Bambuswald schlugen auf einmal seine beiden Hunde an und verschwanden im Unterholz. Er stürmte mit dem Pferd hinterher und was wir dann aus dem Dickicht hörten lässt sich schwer beschreiben: Hundebellen und -quietschen, Schnauben, Grunzen, panisches Wiehern und die Schreie des Gauchos… Kurz darauf sahen wir das 1,50m große Männlein zu Fuß mit einer 40cm Klinge in der Hand einen Hang hinaufstürmen. Dann war es ruhig… Nach ca. 5 Minuten kam er zurück und erklärte uns, dass ihm das Wildschwein leider entwischt ist…Dieser Kerl geht doch allen Ernstes nur mit einem Messer bewaffnet auf Wildsaujagd!!!
Unser Gauchoguide begleitete uns noch bis zu einer ehemaligen Parkrangerstation, wo wir unser Nachtlager aufschlugen.
Nach einer wetterbedingten eintägigen Pause marschierten wir weiter und erreichten das Ziel unserer Tour, einen abgelegenen Campingplatz.
Hier wuschen im wir im eiskalten Wasser unsere ganze Wäsche und genossen danach einen Abend am Lagerfeuer mit einem Bier und Keksen. Irgendwann in der Nacht begann es zu regnen und wir fragten uns wofür wir eigentlich unsere Wäsche ausgewunden hatten! +
Nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte und der Wasserspiegel in unserem Zelt wieder einmal besorgniserregend hoch war, flüchteten wir in den beheizten Aufenthaltsraum des Campingplatzes. Wir waren nicht die einzigen, denen diese Nacht zugesetzt hatte. Je länger der Regen andauerte desto mehr Menschen versammelten sich um den kleinen Ofen. Dennoch waren wir diejenigen, die am nähesten bei der Wärmequelle saßen, da ja, bis auf das bisschen Gewand, das wir anhatten alles auf der Leine zum „Trocknen“ hing. Am Nachmittag wurde die Hütte dann wirklich voll, als eine Gruppe aus Buenos Aires, die wir schon an unserem vorigen Lagerplatz getroffen hatten, eintrudelte. Nun kam auch eine richtig gemütliche Stimmung auf. Wir hatten schon fast vergessen, dass unser Zelt, unsere Ausrüstung und 90% unserer Kleidung unter Wasser standen, die Temperatur kontinuierlich fiel und die Nacht immer näher rückte. Als sich herausstellte, dass die gesamte Reisegruppe in der Hütte übernachten würde, ließen wir unseren ganzen Charme spielen und schlossen uns kess bei ihnen an. Wir würden also in der Nacht nicht frieren müssen!
Am Nachmittag hörte der Regen auf, ging aber in Schneefall über – und das im Februar! (eigentlich sollte hier ja noch Sommer sein) Für die Gruppe aus Buenos Aires war das DIE Sensation, da einige von ihnen noch nie Schnee gesehen hatten. Wir machten das Beste aus der Situation – Kevin ging kurzerhand baden (so warm würde einem das Wasser so schnell nicht mehr vorkommen und Körperpflege war auch dringend mal wieder nötig). Damit hatten die „crazy Austrians“ endgültig das Herz der Reisegruppe erobert und die Stimmung wurde noch gemütlicher. Es wurde gemeinsam Karten gespielt, die Ukulele ausgepackt, das Essen geteilt und bis spät in die Nacht gefeiert.
Am nächsten Morgen trockneten wir unsere gesamte Ausrüstung und verabschiedeten uns von unseren neuen Freunden. Zu Fuß bzw. per Autostopp wollten wir nach San Martín de los Andes. Wir hatten Glück und es nahm uns bald ein Pärchen bis nach San Martín mit. Gemütlich auf dem Rücksitz eines Geländewagens, Zuckerl lutschend und einen Mate teilend legten wir die letzten Kilometer unseres Ausfluges in den Nationalpark zurück…
Montag, 19. Februar 2007
Junin de los Andes
Wir sind in Patagonien!!!! Dem Traum aller Trekker, Mountainbiker, Kanuten und Rafter, Bergsteiger, Fliegenfischer,…. Besonders für Letzteres ist Junín de los Andes berühmt – es wird als Forellenhauptstadt Argentiniens bezeichnet!
Eine gemütliche Kleinstadt mit 10.000 Einwohnern in der wir uns sofort heimisch gefühlt haben. Der Campingplatz ist nahe dem Zentrum auf einer Insel im Rio Chimehuin, einem Forellenwasser, das so klar ist, dass Kevin jedes Mal Fingerjucken bekam, wenn wir über die Brücke gingen. Deshalb war auch eine unserer ersten Ausgaben ein fishing permit für Patagonien.
Besonders faszinierend fanden wir die Tier- und Pflanzenwelt in Junín. Am Hang gegenüber dem Campingplatz sahen wir unsere ersten Guanacos und der Campingplatz wurde von zahlreichen, überaus zahmen Greifvögeln unsicher gemacht. Wenn man nicht aufpasste konnte es einem passieren, dass das Steak, das am Grill lag plötzlich „Flügel“ bekam…
Der Ort selbst erinnert mit seinem gepflegten Stadtbild ein wenig an schwedische Kleinstädte, mit dem Unterschied, dass nicht normale Nadelbäume, sondern Monkeypuzzle trees (den deutschen Namen wissen wir nicht und der englische beschreibt sie sehr treffend…) die Strassen säumen. Von der im Reiseführer beschriebenen staubigen Kleinstadt konnten wir hier jedenfalls nichts entdecken…
Eine gemütliche Kleinstadt mit 10.000 Einwohnern in der wir uns sofort heimisch gefühlt haben. Der Campingplatz ist nahe dem Zentrum auf einer Insel im Rio Chimehuin, einem Forellenwasser, das so klar ist, dass Kevin jedes Mal Fingerjucken bekam, wenn wir über die Brücke gingen. Deshalb war auch eine unserer ersten Ausgaben ein fishing permit für Patagonien.
Besonders faszinierend fanden wir die Tier- und Pflanzenwelt in Junín. Am Hang gegenüber dem Campingplatz sahen wir unsere ersten Guanacos und der Campingplatz wurde von zahlreichen, überaus zahmen Greifvögeln unsicher gemacht. Wenn man nicht aufpasste konnte es einem passieren, dass das Steak, das am Grill lag plötzlich „Flügel“ bekam…
Der Ort selbst erinnert mit seinem gepflegten Stadtbild ein wenig an schwedische Kleinstädte, mit dem Unterschied, dass nicht normale Nadelbäume, sondern Monkeypuzzle trees (den deutschen Namen wissen wir nicht und der englische beschreibt sie sehr treffend…) die Strassen säumen. Von der im Reiseführer beschriebenen staubigen Kleinstadt konnten wir hier jedenfalls nichts entdecken…
Samstag, 3. Februar 2007
Endlich in den Anden!!!!!!
Von San Luis organisierten wir uns dann einen Bus nach Mendoza (Abfahrtszeit 03:05 in der Früh) und kamen zur Abwechslung mal wieder völlig erschöpft nach diesmal nur ca. 3 Stunden Schlaf in einer Stadt an.
Mendoza ist zwar eine Millionenstadt, man sieht es ihr aber nicht an. Jede Straße ist von großen grünen Bäumen gesäumt, die mittels eines ausgeklügelten Bewässerungssystems mit Feuchtigkeit versorgt werden. In ganz Mendoza fließen also kleine Bäche zwischen Gehsteig und Straße. Diesem Flair und der Andennähe ist es wahrscheinlich zu verdanken, dass Mendoza im Moment DAS In-Ziel für Trekker und Traveller ist. Überall in der Stadt sieht man junge Leute mit großen Rucksäcken herumirren. Viele sind auch wegen eines besonderen Berges hier: dem Aconcaqua (6959m) – dem höchsten Berg Argentiniens, der Anden, Amerikas, der südlichen Hemisphäre oder kurz einfach außerhalb Asiens. Auch wir wollten uns den Blick auf so ein Prachtexemplar nicht entgehen lassen und auch Trekking in diesem Gebiet wären wir nicht abgeneigt gewesen. Da es hier aber erstens sehr überlaufen ist und zweitens die Permits sehr kompliziert und kostenintensiv sind, haben wir uns dazu entschlossen, uns das Gebiet rund um den Aconcaqua nur mit dem Bus anzusehen und das Trekken auf südlichere Gefilde der Anden zu verlegen. Also haben wir gestern eine (für uns völlig unübliche) organisierte Tour gemacht. Das war der einfachste und kostengünstigste Weg das Gebiet rund um Mendoza zu sehen. Im Zuge dieser Tour fuhren wir auch zur Statue des Christo Redentor (Christus der Erlöser) auf einem Pass genau auf der Grenze zwischen Argentinien und Chile. Diese überdimensinale Jesusstatue steht auf 4200m! also höher als der Großglockner – Ganz schön dünn, die Luft dort oben…
Heute fahren wir weiter Richtung Süden, nach Junín de los Andes um von dort in den Nationalpark Lanín hineinzuwandern. Ihr könnt euch jetzt schon auf die Fotos vom angeblich schönsten Berg der Welt freuen…
Mendoza ist zwar eine Millionenstadt, man sieht es ihr aber nicht an. Jede Straße ist von großen grünen Bäumen gesäumt, die mittels eines ausgeklügelten Bewässerungssystems mit Feuchtigkeit versorgt werden. In ganz Mendoza fließen also kleine Bäche zwischen Gehsteig und Straße. Diesem Flair und der Andennähe ist es wahrscheinlich zu verdanken, dass Mendoza im Moment DAS In-Ziel für Trekker und Traveller ist. Überall in der Stadt sieht man junge Leute mit großen Rucksäcken herumirren. Viele sind auch wegen eines besonderen Berges hier: dem Aconcaqua (6959m) – dem höchsten Berg Argentiniens, der Anden, Amerikas, der südlichen Hemisphäre oder kurz einfach außerhalb Asiens. Auch wir wollten uns den Blick auf so ein Prachtexemplar nicht entgehen lassen und auch Trekking in diesem Gebiet wären wir nicht abgeneigt gewesen. Da es hier aber erstens sehr überlaufen ist und zweitens die Permits sehr kompliziert und kostenintensiv sind, haben wir uns dazu entschlossen, uns das Gebiet rund um den Aconcaqua nur mit dem Bus anzusehen und das Trekken auf südlichere Gefilde der Anden zu verlegen. Also haben wir gestern eine (für uns völlig unübliche) organisierte Tour gemacht. Das war der einfachste und kostengünstigste Weg das Gebiet rund um Mendoza zu sehen. Im Zuge dieser Tour fuhren wir auch zur Statue des Christo Redentor (Christus der Erlöser) auf einem Pass genau auf der Grenze zwischen Argentinien und Chile. Diese überdimensinale Jesusstatue steht auf 4200m! also höher als der Großglockner – Ganz schön dünn, die Luft dort oben…
Heute fahren wir weiter Richtung Süden, nach Junín de los Andes um von dort in den Nationalpark Lanín hineinzuwandern. Ihr könnt euch jetzt schon auf die Fotos vom angeblich schönsten Berg der Welt freuen…
San Luis und Sierra de las Quijadas!
Da der Direktbus von Montevideo nach San Luis nur 2-mal wöchentlich fährt und wir ihn leider knapp verpasst hatten, mussten wir über Buenos Aires fahren. Es sind zwar ein paar Stunden mehr im Bus, dafür ein paar Peso mehr in der Tasche.
In Buenos Aires hatten wir einen ca. 12stündigen Aufenthalt was wir für eine erste Stadterkundung nutzten. Aber um die Geburtsstadt des Tangos wirklich kennen zu lernen müssen wir noch einmal wieder kommen.
Völlig übermüdet und ausgelaugt (nach zwei Nächten im Überlandbus) kamen wir in San Luis an, nahmen uns das erstbeste Hotel und legten eine ausgedehnte Siesta ein. Danach versuchten wir alle Informationen, die wir brauchten über den Nationalpark Sierra de las Quijadas einzuholen- eine ermüdende Aufgabe. In der Touristeninformation bekamen wir von drei verschiedenen Leuten fünf verschiedene Auskünfte bezüglich Anreise und Aufenthalt im Park und am Busbahnhof waren die Informationen noch diffuser. Irgendwie schafften wir es aber dann doch einen Bus zu bekommen, der zu einer vernünftigen Zeit (nicht erst um 3 in der früh) Richtung Nationalpark fährt. Eigentlich wird der Park nicht von öffentlichen Verkehrsmitteln angefahren, aber die Busfahrer lassen einen, wenn sie gut aufgelegt sind, an einer Kreuzung mitten in der Einöde aussteigen und man kann dann die letzten 7km zu Fuß in den Park wandern. Wie wir von dort wieder wegkommen würden wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber irgendein Weg würde sich schon finden…
Wenn man in den Park hineinwandert kommt man sich vor als würde man in Australien unterwegs sein: rote Erde, Sandstein, Dürre und Dornengestrüpp. Eine wirklich faszinierende Mondlandschaft, die Wind und Wetter hier aus dem Sandstein geschliffen haben. Aufgrund des Sedimentgesteins werden hier immer wieder fossile Spuren von Sauriern und Urzeitlebewesen gefunden. Wenn man den Blick über das Tal schweifen lässt kann man sich richtig vorstellen wie hier einst riesige Flugsaurier die Felswände entlang flogen und große Herden dieser urtümlichen Monster im Tal grasten. Heute ziehen anstelle der Saurier riesige Kondore ihre Kreise über den Tafelbergen.
Wir campierten die ersten Tage völlig alleine im Park. Unter Tags sind zwar noch viele Tagesausflügler unterwegs, aber ab 17 Uhr hat man hier seine heilige Ruhe. Man hört nichts außer dem Zirpen der Grillen, dem Zwitschern der Vögel, ab und zu dem Schreien eines wilden Esels. Hier merkt man, dass die Wüste tatsächlich lebt…
Jeden Tag nachdem es finster geworden war genossen wir die geniale Stimmung im Camp. An einem Abend war sie besonders beeindruckend, da in der Entfernung immer wieder Blitze zuckten und den gesamten Himmel erleuchteten. Diese kamen in der Nacht immer näher und wurden auch bald von Regen und Sturm begleitet. Wir machten uns keine Sorgen, denn zum einen waren wir auf einer kleinen Anhöhe, zum anderen war unser Zelt von Schweden schon einiges an Schlechtwetter gewöhnt. Als gegen zwei Uhr früh dann plötzlich der Wasserpegel im Zelt rapide anstieg (der trockene Wüstenboden kann kaum Wasser aufnehmen und so rinnt alles oberflächlich ab), mussten wir handeln: Also hieß es raus aus dem Gewand (wird ja sowieso nur nass und dreckig) und ab ins kalte, stürmische Nass. Mit unseren Berghaferln schafften wir es den Fluss, der quer durch unser Zelt strömte, so weit umzulenken, dass unsere Sachen im Vorzelt keinen Schwimmkurs mehr machten. Durchgefroren und glücklich zogen wir uns wieder ins Zelt zurück und hofften auf eine ruhige und trockene Nacht. Unser Wunsch sollte nicht in Erfüllung gehen. Gegen 6 Uhr früh setzten erneute Regenfälle das Zelt abermals, diesmal noch böser unter Wasser. Also verließen wir unsere (inzwischen schon leicht feuchten) Schlafsäcke ein weiteres Mal um unser Zelt am davonschwimmen zu hindern. Die angehängten Fotos sagen alles…
Nach 2 Tagen Ausrüstungspflege machten wir uns auf den Weg zurück nach San Luis. Das erste Stück auf der Ladefläche eines Rangertrucks, die restlichen 120km dann per Autostopp mit einem riesigen Kühltruck und seinem ebenso etwas unterkühlten, nicht sehr gesprächigen Fahrer.
In Buenos Aires hatten wir einen ca. 12stündigen Aufenthalt was wir für eine erste Stadterkundung nutzten. Aber um die Geburtsstadt des Tangos wirklich kennen zu lernen müssen wir noch einmal wieder kommen.
Völlig übermüdet und ausgelaugt (nach zwei Nächten im Überlandbus) kamen wir in San Luis an, nahmen uns das erstbeste Hotel und legten eine ausgedehnte Siesta ein. Danach versuchten wir alle Informationen, die wir brauchten über den Nationalpark Sierra de las Quijadas einzuholen- eine ermüdende Aufgabe. In der Touristeninformation bekamen wir von drei verschiedenen Leuten fünf verschiedene Auskünfte bezüglich Anreise und Aufenthalt im Park und am Busbahnhof waren die Informationen noch diffuser. Irgendwie schafften wir es aber dann doch einen Bus zu bekommen, der zu einer vernünftigen Zeit (nicht erst um 3 in der früh) Richtung Nationalpark fährt. Eigentlich wird der Park nicht von öffentlichen Verkehrsmitteln angefahren, aber die Busfahrer lassen einen, wenn sie gut aufgelegt sind, an einer Kreuzung mitten in der Einöde aussteigen und man kann dann die letzten 7km zu Fuß in den Park wandern. Wie wir von dort wieder wegkommen würden wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber irgendein Weg würde sich schon finden…
Wenn man in den Park hineinwandert kommt man sich vor als würde man in Australien unterwegs sein: rote Erde, Sandstein, Dürre und Dornengestrüpp. Eine wirklich faszinierende Mondlandschaft, die Wind und Wetter hier aus dem Sandstein geschliffen haben. Aufgrund des Sedimentgesteins werden hier immer wieder fossile Spuren von Sauriern und Urzeitlebewesen gefunden. Wenn man den Blick über das Tal schweifen lässt kann man sich richtig vorstellen wie hier einst riesige Flugsaurier die Felswände entlang flogen und große Herden dieser urtümlichen Monster im Tal grasten. Heute ziehen anstelle der Saurier riesige Kondore ihre Kreise über den Tafelbergen.
Wir campierten die ersten Tage völlig alleine im Park. Unter Tags sind zwar noch viele Tagesausflügler unterwegs, aber ab 17 Uhr hat man hier seine heilige Ruhe. Man hört nichts außer dem Zirpen der Grillen, dem Zwitschern der Vögel, ab und zu dem Schreien eines wilden Esels. Hier merkt man, dass die Wüste tatsächlich lebt…
Jeden Tag nachdem es finster geworden war genossen wir die geniale Stimmung im Camp. An einem Abend war sie besonders beeindruckend, da in der Entfernung immer wieder Blitze zuckten und den gesamten Himmel erleuchteten. Diese kamen in der Nacht immer näher und wurden auch bald von Regen und Sturm begleitet. Wir machten uns keine Sorgen, denn zum einen waren wir auf einer kleinen Anhöhe, zum anderen war unser Zelt von Schweden schon einiges an Schlechtwetter gewöhnt. Als gegen zwei Uhr früh dann plötzlich der Wasserpegel im Zelt rapide anstieg (der trockene Wüstenboden kann kaum Wasser aufnehmen und so rinnt alles oberflächlich ab), mussten wir handeln: Also hieß es raus aus dem Gewand (wird ja sowieso nur nass und dreckig) und ab ins kalte, stürmische Nass. Mit unseren Berghaferln schafften wir es den Fluss, der quer durch unser Zelt strömte, so weit umzulenken, dass unsere Sachen im Vorzelt keinen Schwimmkurs mehr machten. Durchgefroren und glücklich zogen wir uns wieder ins Zelt zurück und hofften auf eine ruhige und trockene Nacht. Unser Wunsch sollte nicht in Erfüllung gehen. Gegen 6 Uhr früh setzten erneute Regenfälle das Zelt abermals, diesmal noch böser unter Wasser. Also verließen wir unsere (inzwischen schon leicht feuchten) Schlafsäcke ein weiteres Mal um unser Zelt am davonschwimmen zu hindern. Die angehängten Fotos sagen alles…
Nach 2 Tagen Ausrüstungspflege machten wir uns auf den Weg zurück nach San Luis. Das erste Stück auf der Ladefläche eines Rangertrucks, die restlichen 120km dann per Autostopp mit einem riesigen Kühltruck und seinem ebenso etwas unterkühlten, nicht sehr gesprächigen Fahrer.
Paso de los Toros
Um von Uruguay nicht nur die Küste, sondern auch dass Landesinnere zu sehen fuhren wir mit dem Bus in das kleine Provinznest Paso de los Toros am Rio Negro. Es ist eine Kleinstadt, die noch hauptsächlich von der Landwirtschaft (Viehzucht) lebt. Es gibt hier mehr Futter- und Farmzubehörgeschäfte als Lebensmittelläden. Es scheint als sei die Zeit stehen geblieben und so darf es einen auch nicht wundern, wenn Männer in voller Gaucho-Montur über die Hauptstrasse flanieren – das gehört hier einfach dazu.
Wir campierten im örtlichen Stadtpark/Campingplatz (ob man da hätte zahlen müssen wissen wir bis jetzt nicht, aber es hätte uns keiner was gesagt…) direkt an den Ufern des Rio Negro. Für Kevin bedeutete das: Endlich wieder Süßwasserfischen! – Es ist wirklich interessant wie viele verschiedene Welsarten es gibt…Naja, Hauptsache sie schmecken, oder?
Sonst war in Paso de los Toros nicht viel los. Wir machten uns ein paar gemütliche Tage im Grünen (eine schon fast vergessene Farbe) und entsandeten unsere restliche Ausrüstung. Vollkommen entspannt fuhren wir wieder zurück in das hektische Montevideo um uns die Sachen, die Walter netterweise für uns aufbewahrt hat abzuholen und uns von allen unseren neuen uruguayischen Freunden noch einmal zu verabschieden.
Nacho, Belen und Pablo freuten sich uns noch einmal wieder zu sehen und wir genauso, da unsere gemeinsame Zeit in Cabo Polonio wirklich unvergesslich war. Also verbrachten wir noch so viel Zeit wie möglich gemeinsam – abendliches Herumstreunen in der Stadt mit einem kühlen Bier in der Hand, Bummel über den Markt, gemeinsames Kochen und Pastaessen,…Nacho kam sogar noch mitten in der Nacht zum Busbahnhof um uns Lebewohl zu sagen als wir dann schweren Herzens Richtung Argentinien aufbrachen…
Wir campierten im örtlichen Stadtpark/Campingplatz (ob man da hätte zahlen müssen wissen wir bis jetzt nicht, aber es hätte uns keiner was gesagt…) direkt an den Ufern des Rio Negro. Für Kevin bedeutete das: Endlich wieder Süßwasserfischen! – Es ist wirklich interessant wie viele verschiedene Welsarten es gibt…Naja, Hauptsache sie schmecken, oder?
Sonst war in Paso de los Toros nicht viel los. Wir machten uns ein paar gemütliche Tage im Grünen (eine schon fast vergessene Farbe) und entsandeten unsere restliche Ausrüstung. Vollkommen entspannt fuhren wir wieder zurück in das hektische Montevideo um uns die Sachen, die Walter netterweise für uns aufbewahrt hat abzuholen und uns von allen unseren neuen uruguayischen Freunden noch einmal zu verabschieden.
Nacho, Belen und Pablo freuten sich uns noch einmal wieder zu sehen und wir genauso, da unsere gemeinsame Zeit in Cabo Polonio wirklich unvergesslich war. Also verbrachten wir noch so viel Zeit wie möglich gemeinsam – abendliches Herumstreunen in der Stadt mit einem kühlen Bier in der Hand, Bummel über den Markt, gemeinsames Kochen und Pastaessen,…Nacho kam sogar noch mitten in der Nacht zum Busbahnhof um uns Lebewohl zu sagen als wir dann schweren Herzens Richtung Argentinien aufbrachen…
Sonntag, 14. Jänner 2007
Cabo Polonio!
Als wir im Reiseführer von dem kleinen Aussteigerdorf ohne Straßenanschluss, Strom und Wasser lasen, war klar, dass wir dort hinmussten. Zu erreichen ist Cabo Polonio, das mitten in einem Landschaftsschutzgebiet liegt, nur mittels Geländefahrzeugen, die einen durch die berühmten Wanderdünen bringen. Der erste Eindruck, den wir von der Ortschaft hatten war überwältigend: kleine windschiefe, selbst zusammen gezimmerte Häuschen und Hütten, die planlos angeordnet auf den grasig-sandigen Hügeln stehen, ohne durch Straßen und Wege verbunden zu sein. Es scheint, als ob hier die Zeit stehen geblieben wäre.
Auf den zweiten Blick erkennt man jedoch schon, dass Cabo Polonio zu einem beliebten Wochenendausflugsziel geworden ist. Die Zeiten, in denen das Dorf ein reiner Aussteiger- und Fischerort gewesen ist, sind leider vorüber. Nur mehr wenige echte „Hippies“ sind übrig geblieben. (Die Bezeichnung Hippie wird hier in Südamerika für alle alternativen Aussteigertypen verwendet und ist eigentlich eine zeitgemäße Weiterentwicklung der Hippiekultur, wie wir sie in Europa kennen. Es sind also keine 60jährigen, vollbärtigen Althippies, sondern einfach gemütliche Leute, die etwas „anders“ sind. Wir fallen also auch in diese Sparte…)
Campen ist in Polonio eigentlich verboten. Es hat sich allerdings ca. 1 ½ km außerhalb der Ortschaft, entlang eines Baches in den Dünen eine kleine Zeltstadt entwickelt. Hier gibt es vom eingefleischten fasteinheimischen Dauercamper bis zum Wochenendabenteurer alles. In dieser „Stadt“ haben wir das echte Cabo Polonio gefunden. Gemütliche Leute, große Lagerfeuer, Musik und Gesang, gemeinsames Muschelsuchen und –essen und nicht zu vergessen SAND!!!! Den hast du überall: in den Haaren, in den Ohren, im Zelt, im Schlafsack, im Kocher, im Essen und sogar der Cafe ist „crunchy“! Mit unseren neuen Freunden Nacho und Belen (kurzfristig auch Pablo) haben wir hier wirklich schöne und unvergessliche eineinhalb Wochen verbracht. Besonders Kevin hat mit Nacho einen Seelenfreund gefunden. Obwohl Nachos Englisch nicht so gut war und Kevins Spanisch noch schlechter, verstanden sich die beiden beim Feuerholzsammeln, Muschelnsuchen, Felsenkraxeln, Tierwelt erkunden und Lobos (Seelöwen) streicheln hervorragend. Man braucht nicht immer große Worte um sich zu verstehen…
Wie schon erwähnt gibt es in Polonio auch eine der größten Seelöwenkolonien in Südamerika. Wenn man hier zwischen den Felsen spazieren geht kommt man sich fast so vor, als ginge man mitten durch das Gehege im Zoo. Diese putzigen, bis zu 300kg schweren Kolosse, die immer wieder zwischen den Felsen auftauchen, können mit ihren Reißzähnen schon ganz schön gefährlich werden. Wenn man sie aber zufällig bei einem Mittagsschlaf überrascht, kann es sein, dass sie zu faul sind um aggressiv zu werden. Und man kann sie, wenn man sich traut und ein bisschen wagemutig ist, auch streicheln. Kuscheln war uns dann doch zu gefährlich.
Nach eineinhalb Wochen im Sandkasten in der prallen Sonne (natürlichen Schatten gibt es praktisch keinen, wenn man welchen will, muss man ihn sich selber machen) verabschiedeten wir uns schweren Herzens von der kommerzialisierten Hippiekommune, die wir doch so lieb gewonnen hatten, sagten den Kühen am Strand noch good bye und zogen weiter Richtung Norden nach Punta del Diablo.
Dort bekamen wir gleich einmal einen Zivilisationsschock - Ein Campingplatz mit 200x500 Metern und ca. 400 Bewohnern von denen jeder mindestens einen Radio und einen Halogenstrahler mithatte. Der Ort selbst ist ganz gemütlich, jedoch merkt man, dass Hauptsaison ist und dass Punta del Diabolo im Moment eines der In-Ziele ist. Nach 2 Tagen der Ausrüstungspflege (und Entsandung) verließen wir diesen Ort also wieder und legten noch kurz einen Zwischenstopp in La Paloma ein.
Zum einen, um unsere Homepage wieder aktualisieren zu können (gutes Internetcafe), zum anderen, um unsere beiden Freundinnen Juliana und Beta noch einmal wieder zu sehen. Hier bleiben wir noch bis morgen und ziehen dann weiter ins Landesinnere nach Paso de los Toros…
Auf den zweiten Blick erkennt man jedoch schon, dass Cabo Polonio zu einem beliebten Wochenendausflugsziel geworden ist. Die Zeiten, in denen das Dorf ein reiner Aussteiger- und Fischerort gewesen ist, sind leider vorüber. Nur mehr wenige echte „Hippies“ sind übrig geblieben. (Die Bezeichnung Hippie wird hier in Südamerika für alle alternativen Aussteigertypen verwendet und ist eigentlich eine zeitgemäße Weiterentwicklung der Hippiekultur, wie wir sie in Europa kennen. Es sind also keine 60jährigen, vollbärtigen Althippies, sondern einfach gemütliche Leute, die etwas „anders“ sind. Wir fallen also auch in diese Sparte…)
Campen ist in Polonio eigentlich verboten. Es hat sich allerdings ca. 1 ½ km außerhalb der Ortschaft, entlang eines Baches in den Dünen eine kleine Zeltstadt entwickelt. Hier gibt es vom eingefleischten fasteinheimischen Dauercamper bis zum Wochenendabenteurer alles. In dieser „Stadt“ haben wir das echte Cabo Polonio gefunden. Gemütliche Leute, große Lagerfeuer, Musik und Gesang, gemeinsames Muschelsuchen und –essen und nicht zu vergessen SAND!!!! Den hast du überall: in den Haaren, in den Ohren, im Zelt, im Schlafsack, im Kocher, im Essen und sogar der Cafe ist „crunchy“! Mit unseren neuen Freunden Nacho und Belen (kurzfristig auch Pablo) haben wir hier wirklich schöne und unvergessliche eineinhalb Wochen verbracht. Besonders Kevin hat mit Nacho einen Seelenfreund gefunden. Obwohl Nachos Englisch nicht so gut war und Kevins Spanisch noch schlechter, verstanden sich die beiden beim Feuerholzsammeln, Muschelnsuchen, Felsenkraxeln, Tierwelt erkunden und Lobos (Seelöwen) streicheln hervorragend. Man braucht nicht immer große Worte um sich zu verstehen…
Wie schon erwähnt gibt es in Polonio auch eine der größten Seelöwenkolonien in Südamerika. Wenn man hier zwischen den Felsen spazieren geht kommt man sich fast so vor, als ginge man mitten durch das Gehege im Zoo. Diese putzigen, bis zu 300kg schweren Kolosse, die immer wieder zwischen den Felsen auftauchen, können mit ihren Reißzähnen schon ganz schön gefährlich werden. Wenn man sie aber zufällig bei einem Mittagsschlaf überrascht, kann es sein, dass sie zu faul sind um aggressiv zu werden. Und man kann sie, wenn man sich traut und ein bisschen wagemutig ist, auch streicheln. Kuscheln war uns dann doch zu gefährlich.
Nach eineinhalb Wochen im Sandkasten in der prallen Sonne (natürlichen Schatten gibt es praktisch keinen, wenn man welchen will, muss man ihn sich selber machen) verabschiedeten wir uns schweren Herzens von der kommerzialisierten Hippiekommune, die wir doch so lieb gewonnen hatten, sagten den Kühen am Strand noch good bye und zogen weiter Richtung Norden nach Punta del Diablo.
Dort bekamen wir gleich einmal einen Zivilisationsschock - Ein Campingplatz mit 200x500 Metern und ca. 400 Bewohnern von denen jeder mindestens einen Radio und einen Halogenstrahler mithatte. Der Ort selbst ist ganz gemütlich, jedoch merkt man, dass Hauptsaison ist und dass Punta del Diabolo im Moment eines der In-Ziele ist. Nach 2 Tagen der Ausrüstungspflege (und Entsandung) verließen wir diesen Ort also wieder und legten noch kurz einen Zwischenstopp in La Paloma ein.
Zum einen, um unsere Homepage wieder aktualisieren zu können (gutes Internetcafe), zum anderen, um unsere beiden Freundinnen Juliana und Beta noch einmal wieder zu sehen. Hier bleiben wir noch bis morgen und ziehen dann weiter ins Landesinnere nach Paso de los Toros…
Silvester in La Pedrera!
Wenn man unterwegs ist muss man flexibel sein. Den Plan bis nach Cabo Polonio zu marschieren mussten wir bald aufgeben, da der Sand, der in La Paloma noch sehr solide war weiter außerhalb immer weicher wurde. Außerdem war unser Gepäck mit dem ganzen Trinkwasser, das wir mittragen mussten einfach zu schwer. Nach einem anstrengenden Marsch erreichten wir die nächste Ortschaft – La Pedrera, ein kleines Nest, das nicht einmal im Reiseführer erwähnt ist. Wir waren müde, die Leute dort waren gemütlich und es gab einen Campingplatz, also blieben wir.
La Pedrera ist ein kleines Surferdorf mit gerade einmal 2 asphaltierten Straßen, einer Kirche, die kleiner ist als der Surfershop nebenan (der wohlgemerkt auch nicht sonderlich groß ist) und vielen ausgeflippten, relaxten Travellern und Surfern.
Am 30.12. lernten wir dann auch noch zwei Österreicherinnen kennen, die schon seit Oktober in Südamerika unterwegs sind. Lisi und Eva (aus der Gegend um Attnang) haben für ein paar Wochen in einem Kinderdorf in Chile gearbeitet und sind jetzt (nach Chile und Argentinien) unterwegs nach Lima.
Froh uns endlich wieder mal auf Deutsch austauschen zu können, haben wir uns am Abend auf ein „Gläschen“ Wein bei uns am Lagerfeuer zusammengesetzt. Wir machten auch gleich aus Silvester gemeinsam mit einer großen Grillerei zu feiern. Da das „Gläschen“ Wein etwas ausartete, fiel Silvester dafür umso antialkoholischer und kürzer als sonst aus. Das Asado war dafür echt genial.
Wir blieben noch bis 2. Jänner in La Pedrera und fuhren dann mit dem Bus weiter nach Cabo Polonio.
La Pedrera ist ein kleines Surferdorf mit gerade einmal 2 asphaltierten Straßen, einer Kirche, die kleiner ist als der Surfershop nebenan (der wohlgemerkt auch nicht sonderlich groß ist) und vielen ausgeflippten, relaxten Travellern und Surfern.
Am 30.12. lernten wir dann auch noch zwei Österreicherinnen kennen, die schon seit Oktober in Südamerika unterwegs sind. Lisi und Eva (aus der Gegend um Attnang) haben für ein paar Wochen in einem Kinderdorf in Chile gearbeitet und sind jetzt (nach Chile und Argentinien) unterwegs nach Lima.
Froh uns endlich wieder mal auf Deutsch austauschen zu können, haben wir uns am Abend auf ein „Gläschen“ Wein bei uns am Lagerfeuer zusammengesetzt. Wir machten auch gleich aus Silvester gemeinsam mit einer großen Grillerei zu feiern. Da das „Gläschen“ Wein etwas ausartete, fiel Silvester dafür umso antialkoholischer und kürzer als sonst aus. Das Asado war dafür echt genial.
Wir blieben noch bis 2. Jänner in La Pedrera und fuhren dann mit dem Bus weiter nach Cabo Polonio.
Samstag, 13. Jänner 2007
Weihnachten!
Wir haben Weihnachten (fast) wie geplant in La Paloma gefeiert! Nur alleine waren wir nicht. Marita hat am Weg zur Dusche zwei Uruguayerinnen kennengelernt und so haben wir spontan beschlossen Weihnachten gemeinsam zu feiern! Juliana (18) und ihre Mutter Beta (?) arbeiten momentan hier in La Paloma und haben sich als Dauercamper auf unserem Campingplatz eingenistet! Sie haben uns sofort ins Herz geschlossen und über Weihnachten als Ersatzfamilie adoptiert! Am 24. sind wir noch groß Futter kaufen gegangen und haben am Abend ein richtig großes Asado (Grillfest) veranstaltet!
Zu Mitternacht wurde wie bei uns zu Silvester der Countdown gezählt und ein Feuerwerk abgeschossen! Nichts da mit "Stille Nacht" - Party all night long!!!!! Auch irgendwie eine schöne Art Weihnachten zu feiern!
Am 27.12. haben wir schweren Herzens Abschied von unserer Weihnachtsfamilie genommen - mit dem Plan zu Fuß über den Strand ins 50km entfernte Cabo Polonio zu gehen.....
Zu Mitternacht wurde wie bei uns zu Silvester der Countdown gezählt und ein Feuerwerk abgeschossen! Nichts da mit "Stille Nacht" - Party all night long!!!!! Auch irgendwie eine schöne Art Weihnachten zu feiern!
Am 27.12. haben wir schweren Herzens Abschied von unserer Weihnachtsfamilie genommen - mit dem Plan zu Fuß über den Strand ins 50km entfernte Cabo Polonio zu gehen.....
Sonntag, 24. Dezember 2006
Feliz Navidad!
Hier in La Paloma könnte man fast vergessen, dass heute schon Weihnachten ist. Man sieht nirgends Weihnachtsschmuck und hört auch keine Weihnachtslieder im Radio. Der Rummel geht voll an uns vorbei - irgendwie angenehm...
Das Wetter war in den letzten Tagen nicht so toll. Es hat oft geregnet und wenn es hier regnet, dann richtig! Gestern auf der Hafenmauer hatte es ca. 150km/h Wind und das Wasser kam waagrecht daher! Von den 2stöckigen Wellen ganz zu schweigen. Aber was müssen wir auch bei so einem Wetter fischen gehen!?!
Weihnachten feiern wir ganz entspannt. Wir werden jetzt dann noch einkaufen gehen und dann am Campingplatz ein großes "asado" veranstalten (Grillerei) - so richtig, in der Badehose mit einem Bier in der Hand und Bob Marley im Radio... Ein typisches Weihnachtsessen eben.
Wir wünschen euch allen ein fröhliches Weihnachtsfest. Feiert recht schön im grünen - Wir werden uns heute abend noch mit einer Flasche Wein an den weißen Sandstrand setzen...
Nicht bös gemeint *zwinker*
Das Wetter war in den letzten Tagen nicht so toll. Es hat oft geregnet und wenn es hier regnet, dann richtig! Gestern auf der Hafenmauer hatte es ca. 150km/h Wind und das Wasser kam waagrecht daher! Von den 2stöckigen Wellen ganz zu schweigen. Aber was müssen wir auch bei so einem Wetter fischen gehen!?!
Weihnachten feiern wir ganz entspannt. Wir werden jetzt dann noch einkaufen gehen und dann am Campingplatz ein großes "asado" veranstalten (Grillerei) - so richtig, in der Badehose mit einem Bier in der Hand und Bob Marley im Radio... Ein typisches Weihnachtsessen eben.
Wir wünschen euch allen ein fröhliches Weihnachtsfest. Feiert recht schön im grünen - Wir werden uns heute abend noch mit einer Flasche Wein an den weißen Sandstrand setzen...
Nicht bös gemeint *zwinker*
Mittwoch, 20. Dezember 2006
La Paloma...
Am Freitag sind wir mit Walter nach Punta del Este gefahren. Das mit dem Campingplatz ist leider nichts geworden und so mussten wir in einer überteuerten, nicht sehr sauberen Jugendherberge absteigen.
In Punta del Este trifft sich die High-society von Südamerika. Wenn du nicht dort bist, bist du entweder out oder pleite. Für uns trifft eher zweiteres zu und darum mussten wir diese eigentlich sehr schöne Stadt am Sonntag schon wieder verlassen. Ausserdem brauchten wir etwas Natur und Ruhe und nicht schon wieder die Hektik einer großen Stadt....
Walter hat sich an diesem Wochenende wirklich toll um uns gekümmert und uns Punta del Este und Umgebung gezeigt. Wir waren auch bei seiner Farm, die in einem Eukalyptuswald steht und auf deren Wiesen Ponys grasen, Hunde spielen und sich eine Katze im Schatten eines imposanten Hibibiskusstrauches räkelt.... Ein wunderschöner Flecken Erde mit einer ganz besonderen Atmosphäre.
Seit Sonntag sind wir nun in La Paloma. Ein Fischer- und Surferstädtchen nach unserem Geschmack! Wir haben hier einen günstigen Campingplatz gefunden und schaffen es nun auch endlich innerhalb unseres Budgets zu reisen. Die Stimmung hier ist sehr entspannt. Es ist eindeutig noch Vorsaison, jeder grüßt dich auf der Strasse und sogar Autofahrer winken oder hupen dir freundlich zu. Fische gibt es (siehe Fotos) auch ganz "nette"! Einen der beiden Corvinas haben wir hergeschenkt, den anderen verputzt - Der beste Fisch, den wir je gegessen haben! Das Fleisch ist fest wie bei einem Hühnchen und auch die Gräten kommen auf Hühnerknochen hin. Keine Futzelei, nur purer Fischgenuss! Die Portionen sind etwas größer als normal, aber das ist für uns doch kein Problem...
Wir haben vor noch über Weihnachten hier zu bleiben und dann entlang der Küste weiter nordwärts bis nach Cabo Polonio zu ziehen. Bis dahin geniessen wir hier noch die Annehmlichkeiten eines Campingplatzes und entspannen bis es weh tut... :-)
In Punta del Este trifft sich die High-society von Südamerika. Wenn du nicht dort bist, bist du entweder out oder pleite. Für uns trifft eher zweiteres zu und darum mussten wir diese eigentlich sehr schöne Stadt am Sonntag schon wieder verlassen. Ausserdem brauchten wir etwas Natur und Ruhe und nicht schon wieder die Hektik einer großen Stadt....
Walter hat sich an diesem Wochenende wirklich toll um uns gekümmert und uns Punta del Este und Umgebung gezeigt. Wir waren auch bei seiner Farm, die in einem Eukalyptuswald steht und auf deren Wiesen Ponys grasen, Hunde spielen und sich eine Katze im Schatten eines imposanten Hibibiskusstrauches räkelt.... Ein wunderschöner Flecken Erde mit einer ganz besonderen Atmosphäre.
Seit Sonntag sind wir nun in La Paloma. Ein Fischer- und Surferstädtchen nach unserem Geschmack! Wir haben hier einen günstigen Campingplatz gefunden und schaffen es nun auch endlich innerhalb unseres Budgets zu reisen. Die Stimmung hier ist sehr entspannt. Es ist eindeutig noch Vorsaison, jeder grüßt dich auf der Strasse und sogar Autofahrer winken oder hupen dir freundlich zu. Fische gibt es (siehe Fotos) auch ganz "nette"! Einen der beiden Corvinas haben wir hergeschenkt, den anderen verputzt - Der beste Fisch, den wir je gegessen haben! Das Fleisch ist fest wie bei einem Hühnchen und auch die Gräten kommen auf Hühnerknochen hin. Keine Futzelei, nur purer Fischgenuss! Die Portionen sind etwas größer als normal, aber das ist für uns doch kein Problem...
Wir haben vor noch über Weihnachten hier zu bleiben und dann entlang der Küste weiter nordwärts bis nach Cabo Polonio zu ziehen. Bis dahin geniessen wir hier noch die Annehmlichkeiten eines Campingplatzes und entspannen bis es weh tut... :-)
Donnerstag, 14. Dezember 2006
Die letzten News aus Montevideo!
In den letzten Tagen haben wir Montevideo größtenteils zu Fuß erkundet! Das waren in etwa 40 km bei konstanten 31°C! Ist zwar anstrengend gewesen, aber so sieht man halt am meisten!
Die Stadt ist (für eine Millionenstadt) wirklich traumhaft: durch die vielen Busse die fahren, sind relativ wenig Autos unterwegs und es gibt immer wieder wunderschöne Parks und andere kleine Grünflächen in denen man sich im Schatten ausruhen kann! Und wenn mal irgendwo kein Platz für einen Park war, dann steht da zumindest eine Allee - man ist also immer irgendwie im Grünen! An den Gebäuden erkennt man dass die besten (oder zumindest reichsten) Zeiten von Uruguay vorüber sind. Überall stehen uralte, meist sehr pompöse Bauten, die leider schön langsam an allen Ecken und Enden zu bröckeln anfangen! Es fehlt leider das Geld, diese teils sehr geschichtsträchtigen Gebäude zu erhalten!
Mitten in der Stadt gibt es auch immer wieder Badestrände, die zwar sehr schön sind, nur das Wasser ist im Süden der Stadt leider etwas dreckig. Nachdem Montevideo nicht direkt am Meer liegt sondern am Rio de la Plata, ist das Wasser hier durch den Fluss-Schlamm meist eine braune Suppe! Erst wenn man ein paar km Richtung Norden geht (oder fährt) wird das Wasser salziger und klarer!
Das Wetter ist hier wirklich traumhaft! Ab ca. 11Uhr hat es konstant 31°C und es kühlt erst wieder um ca. 20Uhr auf 25°C ab! In der Nacht hat es dann meistens um die 20°C! Ist doch um einiges besser als in Österreich!!
Die Bevölkerung ist sehr freundlich und vor allem unkompliziert - es geht alles so aus dem Handgelenk….und natürlich etwas langsamer! Man erkennt gerade hier in Montevideo sehr stark den südeuropäischen Einschlag: Viel Kaffee, Pizza, Pasta,…. und vor allem: Einfach gutes Essen!!!!!!!! In schwedischen Supermärkten fanden wir ekelhaftere und seltsamere Sachen als hier! Dieses Land hat eine Esskultur - da könnte sich so manches europäisches Land noch einiges abschauen!
Vorgestern haben wir uns mit Walter (einem Mühlviertler Auswanderer) getroffen! Wir hatten zwar schon von Österreich aus telephonischen Kontakt mit ihm, aber irgendwie war es von dort aus leichter! Die uruguayischen Telephonzellen haben so ihre Macken und wir unsere Probleme mit ihnen! Aber das ist eine längere Geschichte…..
Walter hat uns jedenfalls gleich unter seine Fittiche genommen und uns die Stadt gezeigt!
Nachdem wir immer Probleme mit der Kontaktaufnahme mit Walter gehabt haben, haben wir uns gestern ein uruguayisches Prepaid-Handy besorgt! So kann uns Walter immer erreichen und wir können im Notfall auch hier in Südamerika telephonieren!
Am Freitag fährt Walter zu seinem zweiten Haus in Punta del Este und hat uns angeboten, uns mitzunehmen und bei einem günstigen Campingplatz abzusetzen!
Ich hoffe dass wir uns von dort aus bald wieder melden können, wenn auch sicher nicht mehr gratis und vom Balkon aus!
Wir freuen uns schon auf ein wenig Ruhe: glasklares Wasser, Strand, Palmen,…
Endlich mal einfach nur ausspannen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Die Stadt ist (für eine Millionenstadt) wirklich traumhaft: durch die vielen Busse die fahren, sind relativ wenig Autos unterwegs und es gibt immer wieder wunderschöne Parks und andere kleine Grünflächen in denen man sich im Schatten ausruhen kann! Und wenn mal irgendwo kein Platz für einen Park war, dann steht da zumindest eine Allee - man ist also immer irgendwie im Grünen! An den Gebäuden erkennt man dass die besten (oder zumindest reichsten) Zeiten von Uruguay vorüber sind. Überall stehen uralte, meist sehr pompöse Bauten, die leider schön langsam an allen Ecken und Enden zu bröckeln anfangen! Es fehlt leider das Geld, diese teils sehr geschichtsträchtigen Gebäude zu erhalten!
Mitten in der Stadt gibt es auch immer wieder Badestrände, die zwar sehr schön sind, nur das Wasser ist im Süden der Stadt leider etwas dreckig. Nachdem Montevideo nicht direkt am Meer liegt sondern am Rio de la Plata, ist das Wasser hier durch den Fluss-Schlamm meist eine braune Suppe! Erst wenn man ein paar km Richtung Norden geht (oder fährt) wird das Wasser salziger und klarer!
Das Wetter ist hier wirklich traumhaft! Ab ca. 11Uhr hat es konstant 31°C und es kühlt erst wieder um ca. 20Uhr auf 25°C ab! In der Nacht hat es dann meistens um die 20°C! Ist doch um einiges besser als in Österreich!!
Die Bevölkerung ist sehr freundlich und vor allem unkompliziert - es geht alles so aus dem Handgelenk….und natürlich etwas langsamer! Man erkennt gerade hier in Montevideo sehr stark den südeuropäischen Einschlag: Viel Kaffee, Pizza, Pasta,…. und vor allem: Einfach gutes Essen!!!!!!!! In schwedischen Supermärkten fanden wir ekelhaftere und seltsamere Sachen als hier! Dieses Land hat eine Esskultur - da könnte sich so manches europäisches Land noch einiges abschauen!
Vorgestern haben wir uns mit Walter (einem Mühlviertler Auswanderer) getroffen! Wir hatten zwar schon von Österreich aus telephonischen Kontakt mit ihm, aber irgendwie war es von dort aus leichter! Die uruguayischen Telephonzellen haben so ihre Macken und wir unsere Probleme mit ihnen! Aber das ist eine längere Geschichte…..
Walter hat uns jedenfalls gleich unter seine Fittiche genommen und uns die Stadt gezeigt!
Nachdem wir immer Probleme mit der Kontaktaufnahme mit Walter gehabt haben, haben wir uns gestern ein uruguayisches Prepaid-Handy besorgt! So kann uns Walter immer erreichen und wir können im Notfall auch hier in Südamerika telephonieren!
Am Freitag fährt Walter zu seinem zweiten Haus in Punta del Este und hat uns angeboten, uns mitzunehmen und bei einem günstigen Campingplatz abzusetzen!
Ich hoffe dass wir uns von dort aus bald wieder melden können, wenn auch sicher nicht mehr gratis und vom Balkon aus!
Wir freuen uns schon auf ein wenig Ruhe: glasklares Wasser, Strand, Palmen,…
Endlich mal einfach nur ausspannen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Montag, 11. Dezember 2006
Erste News aus Montevideo!
Endlich unterwegs! Wir sind Samstag um ca. 19 Uhr in Wien weggeflogen. Und was wäre eine Reise, wenn alles reibungslos funktionieren würde…Beim einchecken bekamen wir gleich einmal eine verpasst – Nach ausgiebiger Betrachtung unserer Tickets meinte die Dame am Schalter: „Ich kann sie leider nicht einchecken!“ Uns ist mal gleich das Herz in die Hose gerutscht. Wir durften nicht fliegen, weil wir keine Rückflug- oder Weiterreisebestätigung hatten, sondern nur ein oneway-Ticket. Also mussten wir spontan am Flughafen noch ein Ticket nachkaufen. Jetzt haben wir ein Flugticket nach Santiago de Chile am 30. Dezember um 500€, das wir eigentlich nicht brauchen. Aber höchstwahrscheinlich können wir es uns refundieren lassen. Das werden wir in den nächsten Tagen in Erfahrung bringen.
Der Flug war dann lang aber unproblematisch und wir sind heil am Sonntagvormittag in Montevideo (Uruguay) angekommen.
Das was wir inzwischen von Uruguay bzw. Montevideo gesehen haben ist wunderschön. Ein Land das schwer zu beschreiben ist. Es vermischen sich unterschiedliche Elemente: spanischer Kolonialstil gepaart mit westlichem Flair und das gemischt mit arabisch anmutender Gemütlichkeit und Ruhe. Also ein Land in dem wir uns wohlfühlen. Das Wetter ist traumhaft: 30 Grad bei strahlendem Sonnenschein (und dabei ist hier erst Frühsommer)
Auch das Hotel, das wir hier gefunden haben ist toll. Ein Altbauzimmer mit hohen Räumen, deckenhohen Türen, Parkettboden und eigenem Bad. Wir haben auch 2 Balkone mit Blick auf das Leben von Montevideo. Auch ein unverschlüsseltes Netzwerk haben wir hier gefunden und können so jetzt gratis von unserem Balkon aus im Internet surfen, Mails verschicken und telefonieren. Die ersten Fotos könnten aber noch etwas dauern, da die Verbindung zu schwach ist um große Datenmengen upzuloaden. Und das letzte Internetcafe in dem wir waren hatte nicht mal einen USB-Anschluss. Naja, möge das Abenteuer beginnen – wir kriegen das schon hin.
Wir werden jetzt noch ein paar Tage in Montevideo bleiben und dann weiter Richtung Norden (Punta del Diabolo bzw. Cabo Polonio) ziehen. Weiter reicht der Plan noch nicht und das ist gut so. So bleiben wir offen für alle Eventualitäten.
Der Flug war dann lang aber unproblematisch und wir sind heil am Sonntagvormittag in Montevideo (Uruguay) angekommen.
Das was wir inzwischen von Uruguay bzw. Montevideo gesehen haben ist wunderschön. Ein Land das schwer zu beschreiben ist. Es vermischen sich unterschiedliche Elemente: spanischer Kolonialstil gepaart mit westlichem Flair und das gemischt mit arabisch anmutender Gemütlichkeit und Ruhe. Also ein Land in dem wir uns wohlfühlen. Das Wetter ist traumhaft: 30 Grad bei strahlendem Sonnenschein (und dabei ist hier erst Frühsommer)
Auch das Hotel, das wir hier gefunden haben ist toll. Ein Altbauzimmer mit hohen Räumen, deckenhohen Türen, Parkettboden und eigenem Bad. Wir haben auch 2 Balkone mit Blick auf das Leben von Montevideo. Auch ein unverschlüsseltes Netzwerk haben wir hier gefunden und können so jetzt gratis von unserem Balkon aus im Internet surfen, Mails verschicken und telefonieren. Die ersten Fotos könnten aber noch etwas dauern, da die Verbindung zu schwach ist um große Datenmengen upzuloaden. Und das letzte Internetcafe in dem wir waren hatte nicht mal einen USB-Anschluss. Naja, möge das Abenteuer beginnen – wir kriegen das schon hin.
Wir werden jetzt noch ein paar Tage in Montevideo bleiben und dann weiter Richtung Norden (Punta del Diabolo bzw. Cabo Polonio) ziehen. Weiter reicht der Plan noch nicht und das ist gut so. So bleiben wir offen für alle Eventualitäten.
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