Inmitten waldbedeckter Hügel liegt diese hübsche, ruhige Stadt. Wenn man in ihrem gepflegten Zentrum herumschlendert glaubt man fast nicht, dass hier eine halbe Million Menschen leben. Neben vielen alten Kolonialbauten und Kirchen hat die Stadt auch noch ein echt interessantes Museum. Es wird der Fund von 3 Kindermumien dokumentiert, die von den Inkas auf 6700m auf dem Gipfel des Vulkans Llullaillaco den Göttern geopfert wurden. Für die Inka hatten die Berge eine besondere Bedeutung, da sie den Göttern näher waren als alles andere. Diese Mumien sind so gut erhalten, dass man glaubt, dass sie jeden Moment aufwachen könnten. Echt faszinierend!
Nachdem der Campingplatz, wie in Argentinien ueblich viel zu gemuetlich ist, haben wir uns wieder einmal vertroedelt, aber morgen gehts hoffentlich wieder weiter...Heute steht noch ein Grillabend mit unseren slowakischen Zeltnachbarn an – mal schauen wann wir morgen aus dem Zelt koennen und ob es ratsam ist in fremde Autos zu steigen...
Freitag, 23. November 2007
„Con dedo“ (mit dem Daumen) - Von Encarnacion nach Salta...
Im Osten Paraguays ist Autostoppen nicht üblich – in Argentinien aber schon! Deshalb ging es nach einem regenbedingten Pausetag in Encarnacion über die Brücke in die argentinische Schwesterstadt Posadas am anderen Flussufer. Ab hier hatte uns die Landstrasse wieder….naja fast…erst mussten wir mal aus der Stadt rauslatschen – 9km in der brütenden Nachmittagshitze um nachher herauszufinden, dass auch ein Stadtbus um einen Peso so weit raus gefahren wäre…Von hier gings dann aber – mit einem netten Vampirjäger bis zum Polizeicheckpoint vor der Stadt und dank der Hilfe der Polizisten auch noch weiter. Ein Bauer nahm uns auf seinem Pickup mit, bis sein Feldweg zu seiner Estancia abzweigte – Wir waren froh, denn hier mitten im Nichts findet man leicht einen Platz für sein Zelt in der Nähe der Straße und kann so am nächsten Tag zeitig aufbrechen und weiterstoppen. Außerdem wird man fernab der Zivilisation viel leichter mitgenommen – Mitleids-Bonus!
Am darauf folgenden Tag saßen wir mit einem Kampfhund auf einer Ladefläche, tranken im klimatisierten Luxusschlitten Mate mit einem Geschäftsmann, purzelten auf der Ladefläche eines Kleintransporters herum und schlichteten uns zu guter letzt mit unseren Riesenrucksäcken in einen Kompaktwagen. – ein ganz normaler Autostoppertag also. Von Corrientes ging es dann zu Fuß über die längste Brücke, die wir je zu Fuß überquert haben (45min.) ins gegenüberliegende Resistencia. Hier spannten wir mal ein paar Tage aus – uns wollten echt Gringos erzählen, dass Busreisen ja SO anstrengend ist…
Von Resistancia gings dann mit einem richtigen argentinischen Rinderbaron in die 200-Seelen-Metropole Pampa del Infierno. Auf der Fahrt erzählte er uns ein wenig von seinem Geschäft, den 6000 Kühen, die er jährlich kauft und verkauft, den Fleischpreisen, die die argentinische Regierung niedrig hält und seinen 3 Autos, Häusern, Boot und Privatflugzeug, die er sich auch noch leisten muss. – man hat´s nicht leicht als Rinderzüchter, oder?
Pampa del Infierno trägt seinen Namen zu Recht – es hat eine Affenhitze dort! Wir litten in der Mittagshitze Höllenqualen und müssen wirklich arm ausgeschaut haben, weil sogar ein Langstreckenlinienbus stehen blieb und uns gratis mehrere hundert Kilometer mitnahm. Man kann fast ein schlechtes Gewissen kriegen, wenn man im klimatisierten Bus neben all den zahlenden Fahrgästen sitzt und sich Spiderman 2 im Fernsehen ansieht… Und weil gratis Busfahren noch nicht reicht campten wir an diesem Tag noch auf einem Tankstellencampingplatz – ebenfalls umsonst. Nach einer regenreichen Nacht (in der wir ausnahmsweise mal nicht ganz abgesoffen sind) kamen wir mit einem Trucker gleich mehrere hundert Kilometer mit – Kevin hinten auf der Ladefläche, Marita als Flirtunterhaltung vorne...Das letzte Stück bis Salta legten wir im Kleinwagen des Bürgermeisters von El Golpón zurück. Der war so stolz darauf erfolgreich zum ersten Mal Autostopper mitgenommen zu haben, dass er fast darauf vergessen hätte unseren zweiten Rucksack auszuladen…
Am darauf folgenden Tag saßen wir mit einem Kampfhund auf einer Ladefläche, tranken im klimatisierten Luxusschlitten Mate mit einem Geschäftsmann, purzelten auf der Ladefläche eines Kleintransporters herum und schlichteten uns zu guter letzt mit unseren Riesenrucksäcken in einen Kompaktwagen. – ein ganz normaler Autostoppertag also. Von Corrientes ging es dann zu Fuß über die längste Brücke, die wir je zu Fuß überquert haben (45min.) ins gegenüberliegende Resistencia. Hier spannten wir mal ein paar Tage aus – uns wollten echt Gringos erzählen, dass Busreisen ja SO anstrengend ist…
Von Resistancia gings dann mit einem richtigen argentinischen Rinderbaron in die 200-Seelen-Metropole Pampa del Infierno. Auf der Fahrt erzählte er uns ein wenig von seinem Geschäft, den 6000 Kühen, die er jährlich kauft und verkauft, den Fleischpreisen, die die argentinische Regierung niedrig hält und seinen 3 Autos, Häusern, Boot und Privatflugzeug, die er sich auch noch leisten muss. – man hat´s nicht leicht als Rinderzüchter, oder?
Pampa del Infierno trägt seinen Namen zu Recht – es hat eine Affenhitze dort! Wir litten in der Mittagshitze Höllenqualen und müssen wirklich arm ausgeschaut haben, weil sogar ein Langstreckenlinienbus stehen blieb und uns gratis mehrere hundert Kilometer mitnahm. Man kann fast ein schlechtes Gewissen kriegen, wenn man im klimatisierten Bus neben all den zahlenden Fahrgästen sitzt und sich Spiderman 2 im Fernsehen ansieht… Und weil gratis Busfahren noch nicht reicht campten wir an diesem Tag noch auf einem Tankstellencampingplatz – ebenfalls umsonst. Nach einer regenreichen Nacht (in der wir ausnahmsweise mal nicht ganz abgesoffen sind) kamen wir mit einem Trucker gleich mehrere hundert Kilometer mit – Kevin hinten auf der Ladefläche, Marita als Flirtunterhaltung vorne...Das letzte Stück bis Salta legten wir im Kleinwagen des Bürgermeisters von El Golpón zurück. Der war so stolz darauf erfolgreich zum ersten Mal Autostopper mitgenommen zu haben, dass er fast darauf vergessen hätte unseren zweiten Rucksack auszuladen…
Die Jesuitenreduktionen von Jesus und Trinidad...
Etwa 30 Kilometer nördlich von Encarnacion liegen die ehemaligen Jesuitenmissionen von Jesus und Trinidad. Hier wurden bis vor ca. 250 Jahren Guaraní (Ureinwohner dieses Gebietes) von Jesuitenmönchen „bekehrt“. Anders als bei anderen Missionierungsaktionen ging es hier aber auch um den Schutz der indigenen Bevoelkerung vor den Sklavenhaendlern und Grossgrundbesitzern. Ab ca. 1600 hatten die Jesuiten das o.k. von der spanischen Krone in den Guaraní-Gebieten Ackerbau zu betreiben und zu missionieren. Diese Jesuitenreduktionen erwirtschafteten aber bald so viel Ueberschuss, dass die Spanier das Ganze abbliesen und die Jesuiten wieder verstaubten. Die Reduktionen verfielen langsam und wurden erst vor kurzem wieder restauriert. Trinidad ist heute sogar UNESCO Weltkultuterbe was aber nicht heisst, dass es deshalb ueberrannt ist...
Direkt neben den Ruinen konnten wir glücklicherweise gratis campen und am nächsten Tag waren wir schon wieder on the road to Encarnacion.
Direkt neben den Ruinen konnten wir glücklicherweise gratis campen und am nächsten Tag waren wir schon wieder on the road to Encarnacion.
Itaipú...
Itaipú ist nach dem kürzlich fertig gestellten Dreischluchtendamm in China das zweitgrößte Wasserkraftwerk der Erde. Nach fast 10 Jahren Bauzeit ging es 1984 in Betrieb und versorgt bis heute praktisch ganz Paraguay und ein Viertel Brasiliens mit Energie. Dennoch ist das Werk sehr umstritten, da nicht nur 40.000 Guaraní umgesiedelt werden mussten, sondern sein Bau auch beträchtliche Schäden am Ökosystem nach sich zog. Deshalb ist die PR-Abteilung des Zweistaaten-Unternehmens immer noch bemüht ihr Image aufzupolieren. Sie haben nicht nur unzählige kleine Nationalparks und Wildtierzuchtstationen, sondern auch einige gratis Freizeitparks, ein riesiges Besucherzentrum und gratis Kraftwerksführungen – letzteres mussten wir natürlich ausnutzen.
Es ist schon eine gigantische Anlage und die technischen Daten sind einfach unvorstellbar:
· Die Staumauer hat eine Gesamtlänge von ca. 8km und misst an der höchsten Stelle 196 Meter.
· Die beim Bau bewegten Erd- und Gesteinsmassen entsprechen dem Volumen des Zuckerhuts in Rio de Janeiro
· Mit dem verwendeten Beton könnte man 210 große Fussballstadien (vgl. dem Maracanã in Rio) bauen.
· Aus dem verwendeten Stahl gingen sich 380 Eiffeltürme aus…
Nach der Kraftwerksbesichtigung packten wir unsere Rucksäcke und marschierten daumenstreckend aus der Stadt hinaus. Nachdem unser erster Lift schon nach 15 Kilometern mit einem Reifenplatzer endete und die nächsten 3 Stunden auch nicht wirklich erfolgreich waren (der einzige, der stehen blieb, sagte uns lediglich, dass hier Autostoppen nicht üblich ist und wir doch einen Bus nehmen sollten) machten wir es wie die Einheimischen und fuhren mit dem Bus.
Es ist schon eine gigantische Anlage und die technischen Daten sind einfach unvorstellbar:
· Die Staumauer hat eine Gesamtlänge von ca. 8km und misst an der höchsten Stelle 196 Meter.
· Die beim Bau bewegten Erd- und Gesteinsmassen entsprechen dem Volumen des Zuckerhuts in Rio de Janeiro
· Mit dem verwendeten Beton könnte man 210 große Fussballstadien (vgl. dem Maracanã in Rio) bauen.
· Aus dem verwendeten Stahl gingen sich 380 Eiffeltürme aus…
Nach der Kraftwerksbesichtigung packten wir unsere Rucksäcke und marschierten daumenstreckend aus der Stadt hinaus. Nachdem unser erster Lift schon nach 15 Kilometern mit einem Reifenplatzer endete und die nächsten 3 Stunden auch nicht wirklich erfolgreich waren (der einzige, der stehen blieb, sagte uns lediglich, dass hier Autostoppen nicht üblich ist und wir doch einen Bus nehmen sollten) machten wir es wie die Einheimischen und fuhren mit dem Bus.
Ciudad del Este...
Nachdem wir uns die Fälle angesehen hatten ging es ins paraguayische Ciudad del Este. Diese Stadt ist Paraguays Schmugglermetropole und war einst die korrupteste Stadt Südamerikas. Heute ist sie ein riesiger, funkelnder Elektronikmarkt in dem man vom Tamagotchi bis zum Laptop alles kriegt. Das Gekaufte wird dann in riesigen Säcken und Schachteln über die Puente de Amistad nach Brasilien oder Argentinien geschleppt – sehr offensichtliches Schmuggeln, aber die Grenzer schauen gerne mal weg…
Uns war diese Stadt etwas zu steil – soviel Konsum sind wir einfach nicht mehr gewöhnt. Nach einem Tagesausflug zum nahe gelegenen Wasserkraftwerk Itaipú schulterten wir wieder unsere Rucksäcke und streckten die Daumen
Uns war diese Stadt etwas zu steil – soviel Konsum sind wir einfach nicht mehr gewöhnt. Nach einem Tagesausflug zum nahe gelegenen Wasserkraftwerk Itaipú schulterten wir wieder unsere Rucksäcke und streckten die Daumen
Puerto Iguazú und die Wasserfaelle...
Nachdem wir in Puerto Iguazu ein paar Tage ausgespannt und den Luxus der argentinischen Supermärkte und Fleischereien genossen haben ging es endlich zu den Wasserfällen.
Hier stürzt der Rio Iguazú von einem Basaltplateau auf einer Breite von …Kilometern über zwei Stufen bis zu … Meter in die Tiefe. Klingt spektakulär – sieht noch spektakulärer aus!
Da der Fluss hier die Grenze zwischen Argentinien und Brasilien bildet, nutzen natürlich beide Seiten die touristische Anziehungskraft der Fälle – die einen motivierter als die anderen…Während man in Brasilien für 10 Euro Eintrittspreis lediglich ein paar kleine Plattformen und den „Gesamtüberblick“ geboten kriegt, hat man auf der argentinischen Seite für das gleiche Geld einen riesigen Freizeitpark mit allen Extras: zig Kilometer Stege zu diversen Plattformen, einen Besucherzug, eine Fähre zu einer Insel inmitten der Fälle, Jausenstationen, Museum, Wanderwege, die kreuz und quer durch den Nationalpark gehen…
Aus Vernunfts- und Kostengründen besuchten wir natürlich nur die argentinische Seite…und wurden nicht enttäuscht.
Auf kilometerlangen Stegen kann man die gigantischen Fälle aus allen Blickwinkeln und vor allem auch aus nächster Nähe bestaunen – kann ganz schön feucht werden!
Aber dieser Nationalpark hat noch mehr als Wasser zu bieten. Die Tier- und Pflanzenwelt hier ist unglaublich und man kann selbst auf den touristischen Hauptwegen immer wieder Koatis (Nasenbären), Tejus (waranartige Riesenechsen), wilde Meerschweinchen (wären sicher lecker, aber leider ist es ein Nationalpark…), tropische Vögel und eine Unzahl bunter Schmetterlinge sehen. Der Park muss sogar mit Einbruch der Dunkelheit schließen, weil das die Zeit ist wo die Großkatzen die Herrschaft über dieses Paradies übernehmen – und das sind nicht nur Horrorgeschichten um die Touristen zum Nachhausegehen zu überreden – man riecht immer wieder, dass die Tiere kräftig ihr Revier markieren…
Hier stürzt der Rio Iguazú von einem Basaltplateau auf einer Breite von …Kilometern über zwei Stufen bis zu … Meter in die Tiefe. Klingt spektakulär – sieht noch spektakulärer aus!
Da der Fluss hier die Grenze zwischen Argentinien und Brasilien bildet, nutzen natürlich beide Seiten die touristische Anziehungskraft der Fälle – die einen motivierter als die anderen…Während man in Brasilien für 10 Euro Eintrittspreis lediglich ein paar kleine Plattformen und den „Gesamtüberblick“ geboten kriegt, hat man auf der argentinischen Seite für das gleiche Geld einen riesigen Freizeitpark mit allen Extras: zig Kilometer Stege zu diversen Plattformen, einen Besucherzug, eine Fähre zu einer Insel inmitten der Fälle, Jausenstationen, Museum, Wanderwege, die kreuz und quer durch den Nationalpark gehen…
Aus Vernunfts- und Kostengründen besuchten wir natürlich nur die argentinische Seite…und wurden nicht enttäuscht.
Auf kilometerlangen Stegen kann man die gigantischen Fälle aus allen Blickwinkeln und vor allem auch aus nächster Nähe bestaunen – kann ganz schön feucht werden!
Aber dieser Nationalpark hat noch mehr als Wasser zu bieten. Die Tier- und Pflanzenwelt hier ist unglaublich und man kann selbst auf den touristischen Hauptwegen immer wieder Koatis (Nasenbären), Tejus (waranartige Riesenechsen), wilde Meerschweinchen (wären sicher lecker, aber leider ist es ein Nationalpark…), tropische Vögel und eine Unzahl bunter Schmetterlinge sehen. Der Park muss sogar mit Einbruch der Dunkelheit schließen, weil das die Zeit ist wo die Großkatzen die Herrschaft über dieses Paradies übernehmen – und das sind nicht nur Horrorgeschichten um die Touristen zum Nachhausegehen zu überreden – man riecht immer wieder, dass die Tiere kräftig ihr Revier markieren…
Dienstag, 6. November 2007
Rio de Janeiro...
Bei unserer Flucht ins sicherere und billigere Paraguay kamen wir zwangsläufig durch Rio de Janeiro durch und…wenn wir schon da sind…
Wir kamen am Nachmittag in Rio an und für Kurzsightseeing war es doch schon ein bisschen spät. Nach einer längeren Diskussion ob wir nicht einfach auf diese Stadt sch… sollten, fiel der Entschluss sie uns doch anzusehen, aber kurz und billig. Wir übernachteten am Terminal (warum für ein teures Hotel bezahlen, wenn man gratis auf Marmor schlafen kann) und starteten am nächsten Tag, nachdem wir unser Zeug bei der Gepäcksaufbewahrung gelassen hatten, zeitig Richtung Zentrum. Dieses war wie ausgestorben, da zur Abwechslung wieder mal ein Feiertag war, aber so rennt dir wenigstens keiner ins Bild und die potenziellen Taschendiebe lassen sich auf einige wenige beschränken. In unserem Reiseführer steht zwar, dass man die Altstadt an Sonn- und Feiertagen genau deshalb meiden soll, aber einen Pfefferspray haben wir ja noch…
Danach ging es mit der Bim hinauf ins Künstlerviertel Santa Teresa – wir kamen uns vor wie am Pöstlingberg, nur dass die Aussicht etwas spektakulärer ist. Wieder unten gings Express gleich weiter nach Ipanema, zum Strand. Hier treffen sich die Reichen und Schönen und jene, die es noch werden wollen. Menschen präsentieren ihre Designerbademode inklusive dazupassender Sonnenbrille, durchtrainierte Bubis gehen mit ihren Surfbrettern am Strand Gassi, obwohl das Meer spiegelglatt ist und dazwischen geht das schwule Pärchen mit ihrem Golden Retriever und dem Pulsmesser am Oberarm walken. Für unseren Geschmack etwas zu abgehoben und unecht, aber wer´s mag…
Nach einigen Kilometern den Strand entlang erreichten wir dann das berühmte Copacabana und suchten die ganzen Bikinischönheiten….vergeblich. Hier tummeln sich jene, die auch sehen und gesehen werden wollen, sich aber Ipanema nicht leisten können (ich meine, ein Kilo Emmentaler im Supermarkt von Ipanema um 30US$ ist schon ein wenig heftig, oder?). Man kann sich Copacabana vorstellen wie das Strandbad von Mörbisch oder die proletenverseuchten Strände von Jesolo, nur, dass eben der Zuckerhut im Hintergrund thront.
Zuckerhut und Jesusstatue ließen wir aus zeitlichen und vor allem finanziellen Gründen aus. Den Zuckerhut sahen wir gut vom Strand aus und auch der Jesus ließ sich zwischen den Hochhäusern durch hin und wieder einmal kurz blicken. Auf den meisten Postkarten scheint es so, als würde er groß über der Stadt thronen, in Wirklichkeit wirkt er eher mickrig. Wir wissen echt nicht, was an diesem 3-cm-Hansel das Weltwunder sein soll, aber vielleicht ist er aus der Nähe eindrucksvoller…
Nach einem Hardcoretrekkingtag in Rio freuten wir uns echt schon auf die Liegesitze des argentinischen Busses. Mit ihm fuhren wir nach Puerto Iguazú (Argentinien) in der Nähe der gleichnamigen Wasserfälle.
Hier sitzen wir nun wieder auf einem gemütlichen Campingplatz in der zivilisierten, gemütlichen Welt der Mate-Trinker und Kilo-Steak-Esser…
Feels like home…
Wir kamen am Nachmittag in Rio an und für Kurzsightseeing war es doch schon ein bisschen spät. Nach einer längeren Diskussion ob wir nicht einfach auf diese Stadt sch… sollten, fiel der Entschluss sie uns doch anzusehen, aber kurz und billig. Wir übernachteten am Terminal (warum für ein teures Hotel bezahlen, wenn man gratis auf Marmor schlafen kann) und starteten am nächsten Tag, nachdem wir unser Zeug bei der Gepäcksaufbewahrung gelassen hatten, zeitig Richtung Zentrum. Dieses war wie ausgestorben, da zur Abwechslung wieder mal ein Feiertag war, aber so rennt dir wenigstens keiner ins Bild und die potenziellen Taschendiebe lassen sich auf einige wenige beschränken. In unserem Reiseführer steht zwar, dass man die Altstadt an Sonn- und Feiertagen genau deshalb meiden soll, aber einen Pfefferspray haben wir ja noch…
Danach ging es mit der Bim hinauf ins Künstlerviertel Santa Teresa – wir kamen uns vor wie am Pöstlingberg, nur dass die Aussicht etwas spektakulärer ist. Wieder unten gings Express gleich weiter nach Ipanema, zum Strand. Hier treffen sich die Reichen und Schönen und jene, die es noch werden wollen. Menschen präsentieren ihre Designerbademode inklusive dazupassender Sonnenbrille, durchtrainierte Bubis gehen mit ihren Surfbrettern am Strand Gassi, obwohl das Meer spiegelglatt ist und dazwischen geht das schwule Pärchen mit ihrem Golden Retriever und dem Pulsmesser am Oberarm walken. Für unseren Geschmack etwas zu abgehoben und unecht, aber wer´s mag…
Nach einigen Kilometern den Strand entlang erreichten wir dann das berühmte Copacabana und suchten die ganzen Bikinischönheiten….vergeblich. Hier tummeln sich jene, die auch sehen und gesehen werden wollen, sich aber Ipanema nicht leisten können (ich meine, ein Kilo Emmentaler im Supermarkt von Ipanema um 30US$ ist schon ein wenig heftig, oder?). Man kann sich Copacabana vorstellen wie das Strandbad von Mörbisch oder die proletenverseuchten Strände von Jesolo, nur, dass eben der Zuckerhut im Hintergrund thront.
Zuckerhut und Jesusstatue ließen wir aus zeitlichen und vor allem finanziellen Gründen aus. Den Zuckerhut sahen wir gut vom Strand aus und auch der Jesus ließ sich zwischen den Hochhäusern durch hin und wieder einmal kurz blicken. Auf den meisten Postkarten scheint es so, als würde er groß über der Stadt thronen, in Wirklichkeit wirkt er eher mickrig. Wir wissen echt nicht, was an diesem 3-cm-Hansel das Weltwunder sein soll, aber vielleicht ist er aus der Nähe eindrucksvoller…
Nach einem Hardcoretrekkingtag in Rio freuten wir uns echt schon auf die Liegesitze des argentinischen Busses. Mit ihm fuhren wir nach Puerto Iguazú (Argentinien) in der Nähe der gleichnamigen Wasserfälle.
Hier sitzen wir nun wieder auf einem gemütlichen Campingplatz in der zivilisierten, gemütlichen Welt der Mate-Trinker und Kilo-Steak-Esser…
Feels like home…
Arembepe und Aldeia Hippie...
Arembepe ist das Wochenendausflugsziel der Mittelklassesalvadorianer, den Rest der Woche ist es aber angenehm ruhig. Zwei Kilometer außerhalb dieses ehemaligen Fischernests begab es sich aber in den 60ern, dass sich die Wege von Mick Jagger und Janis Joplin unter Kokospalmen kreuzten und eine Hippiekolonie entstand…Auch heute noch ist „Aldeia Hippie“ der Wohnort einiger Althippies, Künstler und Tagträumer. Es gibt bis heute weder Strom, fließend Wasser, noch Kanalanschluss, dafür jede Menge weißen Sand und Kokospalmen so weit das Auge reicht. Und wozu braucht man eine mega Stereoanlage, wenn man Gitarre, Trommeln, Kräuter und Freunde hat…
Ist doch verständlich, dass es uns hier gefiel, oder? Schon nach wenigen Tagen konnte man uns nicht mehr von den Einheimischen unterscheiden – Das hast du auf jeden Fall geschafft, wenn dich Tagestouristen fragen, ob sie ein Foto von dir machen dürfen… „Du Mami, schau mal da, echte Hippies!!!!“
Wir hatten unser Zelt bei Luis im Garten (auf seinem Teil der großen Sanddüne) aufgeschlagen und verbrachten die Tage im Schatten in der Hängematte baumelnd und die Abende shisharauchend und mit billigem Sangria am Strand…Beim Schweijern unter Tags leisteten uns Luis Katzen und Kevins Liebling – die coolste Henne der Welt – Gesellschaft. Dieses Huhn war nicht ohne Grund so zerzaust wie ein Klobesen. Es hatte einfach vor nichts und niemandem Respekt und klaute sogar den Katzen das Futter aus dem Maul. Morgens besuchte es uns erst mal um etwas vom Frühstückskaffee abzukriegen, fetzte 3 Runden ums Haus und verbrachte dann den restlichen Tag damit irgendwo Futter zu organisieren (in unserem Zelt, in den Rucksäcken, aus dem Kochtopf,…)
Nachdem nach 10 Tagen im Hippieexil das Paket im Internet noch immer als „unterwegs zum Zoll“ vermerkt war kletterten wir von unserer Düne herunter und fuhren auf gut Glück in die große, große Stadt um den Postlern mal ein wenig Feuer unter dem Hintern zu machen.
Wie sich herausstellte war unser Packerl auch schon seit mehreren Tagen im Postgebäude, es war nur vom Zoll noch nicht freigegeben. Da aus Versicherungsgründen der Wert am Paket vermerkt gewesen war und in Brasilien für Elektrogeräte 60% Zoll zu zahlen ist hatten wir ein Problem: der Spaß sollte uns ca. 1000US$ kosten. Da wir aber Touristen sind und in ein paar Tagen wieder aus dem Land ausreisen würden versuchten sie (weil wir gar so verzweifelt schauten) wirklich alles um das Paket anders freigeben zu können. Nach eineinhalb Stunden, in denen wir in der Post Völkerwanderungen, Händeringen und rauchende Köpfe ausgelöst hatten, drückte unser Postengerl beide Augen zu und den Stempel „LIBERTADO“ aufs Paket. Danke Sandra!
Erleichtert und um 2 Kameras schwerer stiegen wir in den Bus zurück nach Aldeia.
Etwa auf halber Strecke wurden bei einer routinemäßigen Polizeikontrolle alle Männer von einer 20Mann starken, schwer bewaffneten Sondereinheit „freundlich“ aus dem Bus gebeten, mit gespreizten Beinen gegen selbigen gelehnt und gesackelt. Und so lehnte Kevin da, in Batikshirt, Badehose und Sandalen…nur 2 Sachen in seinen Taschen: ein Feuerzeug und einen Pfefferspray. Ersteres war den Beamten relativ egal, dank zweiterem durfte Marita auch aussteigen. Zitat eines Polizisten: „He, temos um hippie armado!“ – „Wir haben da einen bewaffneten Hippie!“ Nachdem sich aber herausstellte, dass wir Touristen waren und im Hippiedorf wohnten, entspannte sich die Lage wieder und die Läufe senkten sich – das ist einfach viel zu viel administrativer Aufwand: zwei ausländische Hippies, einer bewaffnet, der andere ohne Ausweis, dafür mit 2 neuen Kameras unbestimmter Herkunft…
Zurück im Hippiedorf entspannten wir erst mal gründlich und planten dann, den Grund unseres ewigen Wartens endlich in den Händen haltend, unsere Weiterreise/Flucht.
Ist doch verständlich, dass es uns hier gefiel, oder? Schon nach wenigen Tagen konnte man uns nicht mehr von den Einheimischen unterscheiden – Das hast du auf jeden Fall geschafft, wenn dich Tagestouristen fragen, ob sie ein Foto von dir machen dürfen… „Du Mami, schau mal da, echte Hippies!!!!“
Wir hatten unser Zelt bei Luis im Garten (auf seinem Teil der großen Sanddüne) aufgeschlagen und verbrachten die Tage im Schatten in der Hängematte baumelnd und die Abende shisharauchend und mit billigem Sangria am Strand…Beim Schweijern unter Tags leisteten uns Luis Katzen und Kevins Liebling – die coolste Henne der Welt – Gesellschaft. Dieses Huhn war nicht ohne Grund so zerzaust wie ein Klobesen. Es hatte einfach vor nichts und niemandem Respekt und klaute sogar den Katzen das Futter aus dem Maul. Morgens besuchte es uns erst mal um etwas vom Frühstückskaffee abzukriegen, fetzte 3 Runden ums Haus und verbrachte dann den restlichen Tag damit irgendwo Futter zu organisieren (in unserem Zelt, in den Rucksäcken, aus dem Kochtopf,…)
Nachdem nach 10 Tagen im Hippieexil das Paket im Internet noch immer als „unterwegs zum Zoll“ vermerkt war kletterten wir von unserer Düne herunter und fuhren auf gut Glück in die große, große Stadt um den Postlern mal ein wenig Feuer unter dem Hintern zu machen.
Wie sich herausstellte war unser Packerl auch schon seit mehreren Tagen im Postgebäude, es war nur vom Zoll noch nicht freigegeben. Da aus Versicherungsgründen der Wert am Paket vermerkt gewesen war und in Brasilien für Elektrogeräte 60% Zoll zu zahlen ist hatten wir ein Problem: der Spaß sollte uns ca. 1000US$ kosten. Da wir aber Touristen sind und in ein paar Tagen wieder aus dem Land ausreisen würden versuchten sie (weil wir gar so verzweifelt schauten) wirklich alles um das Paket anders freigeben zu können. Nach eineinhalb Stunden, in denen wir in der Post Völkerwanderungen, Händeringen und rauchende Köpfe ausgelöst hatten, drückte unser Postengerl beide Augen zu und den Stempel „LIBERTADO“ aufs Paket. Danke Sandra!
Erleichtert und um 2 Kameras schwerer stiegen wir in den Bus zurück nach Aldeia.
Etwa auf halber Strecke wurden bei einer routinemäßigen Polizeikontrolle alle Männer von einer 20Mann starken, schwer bewaffneten Sondereinheit „freundlich“ aus dem Bus gebeten, mit gespreizten Beinen gegen selbigen gelehnt und gesackelt. Und so lehnte Kevin da, in Batikshirt, Badehose und Sandalen…nur 2 Sachen in seinen Taschen: ein Feuerzeug und einen Pfefferspray. Ersteres war den Beamten relativ egal, dank zweiterem durfte Marita auch aussteigen. Zitat eines Polizisten: „He, temos um hippie armado!“ – „Wir haben da einen bewaffneten Hippie!“ Nachdem sich aber herausstellte, dass wir Touristen waren und im Hippiedorf wohnten, entspannte sich die Lage wieder und die Läufe senkten sich – das ist einfach viel zu viel administrativer Aufwand: zwei ausländische Hippies, einer bewaffnet, der andere ohne Ausweis, dafür mit 2 neuen Kameras unbestimmter Herkunft…
Zurück im Hippiedorf entspannten wir erst mal gründlich und planten dann, den Grund unseres ewigen Wartens endlich in den Händen haltend, unsere Weiterreise/Flucht.
Salvador - das Afrika Brasiliens...
Nach 36 Stunden Busfahrt kamen wir fertig und hungrig (weil unsere mitgenommene Jause klimabedingt zu schnell schlecht geworden ist – nächstes mal keine Spaghetti mit Soße mehr) in Salvador an. Wir gaben unsere Rucksäcke bei der Gepäckaufbewahrung am Terminal ab und fuhren voller Erwartung ins Zentrum um unsere Post abzuholen. Danach wollten wir nach einem halben Tag Express-Sightseeing gleich weiter nach Rio.
Aber es war ein Feiertag von dem wir nichts gewusst hatten und die Post war zu. Also hieß es zurück zum Terminal, Sachen holen, wieder ins Zentrum und eine viel zu teure günstige Unterkunft suchen…Die Hoffnung auf das Packerl lebte für den nächsten Tag…Und wurde enttäuscht. Unsere neuen Kameras gurkten seit Tagen irgendwo zwischen Sao Paulo und Salvador herum und so hieß es für uns warten – bei Brot und Bananen, das einzig halbwegs leistbare in Salvador.
Unser Hostal war im Stadtteil Pelourinho, dem historischen und touristischen Zentrum der Stadt. Hier konzentrieren sich nicht nur die Souvenirshops, sondern auch die Restaurants und Futterstände. Überall roch es nach Essen, das wir uns nicht leisten konnten und wollten – aber man gewöhnt sich an das konstante leichte Hungergefühl…
Bei unserer Ankunft in Salvador waren wir erst einmal geschockt von den sozialen Problemen, der Gewalt und den extremen Unterschieden von arm und reich in dieser Stadt und wollten nur so schnell wie möglich raus. Gleich am ersten Tag sahen wir wie ein Polizist eine Obdachlose mit dem Schlagstock verprügelte und kurz darauf, wie ein Mann einen anderen mit einer Eisenstange blutig schlug. Schwangere, abgemagerte Prostituierte, Müllsammler, Billigdrogen-Zombies, Straßenkinder und Obdachlose, die die Gehsteige blockieren,…
Aber nach einer Woche des zwangsweisen Wartens konnten wir auch Salvador, dem Afrika Brasiliens, einige schöne Seiten abgewinnen. In Pelourinho wird den ganzen Tag irgendwo getrommelt oder getanzt. Auf den Plazas kann man Capoeira-Gruppen bei ihrem artistischen Kampf-Tanz zusehen und bei manchen für ein kleines Trinkgeld auch selber ausprobieren. Man könnte auch an Candomblé-Sessions (afro-brasilianische Religion) teilnehmen. Überall spielt Musik, die Straßen sind gefüllt mit bunten Bildern und schrägen Menschen mit noch schrägeren Frisuren (so viele Rasta und Dreads kombiniert mit kreativen Rasuren findest du nirgendwo sonst)
Da Pelô das touristische Zentrum der Stadt ist wird es auch dementsprechend von der Polizei gesichert und bewacht. Solltest du als Tourist auf die blöde Idee kommen in diesem hermetisch abgeriegelten Viertel in die falsche Seitengasse abzubiegen, hüpfen gleich 5 Menschen vor dir auf die Straße und erklären dir wie gefährlich es hier nicht ist und versperren dir den Weg. Bleibst du in Pelô bist du beschützt wie eine unter Artenschutz stehende Spezies, schaffst du es aber die unsichtbare Grenze zu durchbrechen kannst du auch den Rest der Stadt ohne Probleme erkunden…Nur solltest du dann Geld und Kamera im Hotel lassen, dafür aber den Pfefferspray griffbereit haben…
Nachdem wir die Stadt genug erkundet hatten, saßen wir die meiste Zeit in unserem Zimmer am Fenster und beobachteten das Leben auf der Plaza unter uns. Dicke deutsche Touristen, Clowns, Ketterlverkäufer, Brasilianerinnen die trotz ihrer 100kg wie Supermodels posieren, Dosensammler, riesige Touristengruppen mit eigenem Kameramann, tanzende Kinder, spontane Trommelsessions und immer wieder seltsame, falsche Gesänge zu Gitarrenmusik aus dem Tempel einer Sekte (Katoliker oder so ähnlich….)…
Aber als nach einer Woche des Wartens das Paket immer noch nicht in Salvador war fassten wir den Entschluss ins billigere Arembepe zu flüchten und in der dortigen Hippiekolonie ins Exil zu gehen…Auf einer Sanddüne wartet es sich gleich entspannter…
Aber es war ein Feiertag von dem wir nichts gewusst hatten und die Post war zu. Also hieß es zurück zum Terminal, Sachen holen, wieder ins Zentrum und eine viel zu teure günstige Unterkunft suchen…Die Hoffnung auf das Packerl lebte für den nächsten Tag…Und wurde enttäuscht. Unsere neuen Kameras gurkten seit Tagen irgendwo zwischen Sao Paulo und Salvador herum und so hieß es für uns warten – bei Brot und Bananen, das einzig halbwegs leistbare in Salvador.
Unser Hostal war im Stadtteil Pelourinho, dem historischen und touristischen Zentrum der Stadt. Hier konzentrieren sich nicht nur die Souvenirshops, sondern auch die Restaurants und Futterstände. Überall roch es nach Essen, das wir uns nicht leisten konnten und wollten – aber man gewöhnt sich an das konstante leichte Hungergefühl…
Bei unserer Ankunft in Salvador waren wir erst einmal geschockt von den sozialen Problemen, der Gewalt und den extremen Unterschieden von arm und reich in dieser Stadt und wollten nur so schnell wie möglich raus. Gleich am ersten Tag sahen wir wie ein Polizist eine Obdachlose mit dem Schlagstock verprügelte und kurz darauf, wie ein Mann einen anderen mit einer Eisenstange blutig schlug. Schwangere, abgemagerte Prostituierte, Müllsammler, Billigdrogen-Zombies, Straßenkinder und Obdachlose, die die Gehsteige blockieren,…
Aber nach einer Woche des zwangsweisen Wartens konnten wir auch Salvador, dem Afrika Brasiliens, einige schöne Seiten abgewinnen. In Pelourinho wird den ganzen Tag irgendwo getrommelt oder getanzt. Auf den Plazas kann man Capoeira-Gruppen bei ihrem artistischen Kampf-Tanz zusehen und bei manchen für ein kleines Trinkgeld auch selber ausprobieren. Man könnte auch an Candomblé-Sessions (afro-brasilianische Religion) teilnehmen. Überall spielt Musik, die Straßen sind gefüllt mit bunten Bildern und schrägen Menschen mit noch schrägeren Frisuren (so viele Rasta und Dreads kombiniert mit kreativen Rasuren findest du nirgendwo sonst)
Da Pelô das touristische Zentrum der Stadt ist wird es auch dementsprechend von der Polizei gesichert und bewacht. Solltest du als Tourist auf die blöde Idee kommen in diesem hermetisch abgeriegelten Viertel in die falsche Seitengasse abzubiegen, hüpfen gleich 5 Menschen vor dir auf die Straße und erklären dir wie gefährlich es hier nicht ist und versperren dir den Weg. Bleibst du in Pelô bist du beschützt wie eine unter Artenschutz stehende Spezies, schaffst du es aber die unsichtbare Grenze zu durchbrechen kannst du auch den Rest der Stadt ohne Probleme erkunden…Nur solltest du dann Geld und Kamera im Hotel lassen, dafür aber den Pfefferspray griffbereit haben…
Nachdem wir die Stadt genug erkundet hatten, saßen wir die meiste Zeit in unserem Zimmer am Fenster und beobachteten das Leben auf der Plaza unter uns. Dicke deutsche Touristen, Clowns, Ketterlverkäufer, Brasilianerinnen die trotz ihrer 100kg wie Supermodels posieren, Dosensammler, riesige Touristengruppen mit eigenem Kameramann, tanzende Kinder, spontane Trommelsessions und immer wieder seltsame, falsche Gesänge zu Gitarrenmusik aus dem Tempel einer Sekte (Katoliker oder so ähnlich….)…
Aber als nach einer Woche des Wartens das Paket immer noch nicht in Salvador war fassten wir den Entschluss ins billigere Arembepe zu flüchten und in der dortigen Hippiekolonie ins Exil zu gehen…Auf einer Sanddüne wartet es sich gleich entspannter…
Belem - das Tor zum Amazonas...
Nach einer relativ rauen Fahrt auf einem Fluss, der hier oft schon so breit ist, dass man das Ufer nicht mehr sehen kann, erreichten wir Belém, das Tor zwischen Amazonas und Atlantik. Der Übergang zwischen den beiden Gewässern ist aber ein sehr fließender, da das Flussdelta solche enormen Ausmaße hat. Der Amazonas ist hier mehrere Kilometer breit, der Seegang oft enorm und es gibt hier sogar eine Insel, die größer ist als die Schweiz…
Wir kamen wieder einmal abends an und stiegen dann auch noch am falschen Hafen aus. In brasilianischen Städten werden generell mit Einbruch der Dunkelheit die Gehsteige hochgeklappt und die einzigen Personen, die noch auf der Straße sind, sind eher zwielichtiger Natur. Und so standen wir nun in Belém, in einem der eher ungemütlicheren Stadtviertel und mussten irgendwie zu einem Hotel kommen…Mit Pfefferspray in der Hosentasche umgingen wir von Obdachlosen errichtete Straßensperren und erreichten irgendwie doch ein Stadtviertel in dem es einige Hotels gab. Wir fanden sogar ein relativ günstiges in dem zwar die Betten unbrauchbar, aber dafür Haken an der Wand waren – Hängemattenschlafen sind wir ja inzwischen gewöhnt…
Im Gegensatz zu den anderen Amazonasstädten hat Belém aufgrund seiner Lage einiges an Geschichte und somit auch an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Es ging immer schon jeglicher Warenverkehr zwischen Atlantik und Amazonas durch diese Stadt und verschaffte ihr so konstanten Reichtum. In der gesamten Stadt stehen alte Kirchen, riesige Prunkbauten und schöne Plazas. Eine Besonderheit sind die zwei 5 bzw. 15ha großen naturbelassenen Dschungelparks mitten in der Stadt. Hier laufen grüne Leguane, Faultiere und so manch andere Dschungelbewohner frei herum.
Nach zwei Tagen Sightseeing in Belém ging es wieder weiter nach Salvador. Und schon beim Kauf der Tickets stand für uns eines fest: Wir müssen dieses Land fluchtartig verlassen. Die Bustickets kosteten uns mehr als 2 Inlandsflüge in Peru und da waren nicht einmal Essen oder Liegesitze inkludiert (was im Rest von Südamerika Standard ist.)…Der Plan war folgender: In Salvador zur Post, das Paket aus Österreich, das für uns wartet abholen, weiter nach Rio de Janeiro für kurzes Sightseeing und dann die Flucht über Puerto Iguazú ins sichere Paraguay…aber es sollte anders kommen…
Wir kamen wieder einmal abends an und stiegen dann auch noch am falschen Hafen aus. In brasilianischen Städten werden generell mit Einbruch der Dunkelheit die Gehsteige hochgeklappt und die einzigen Personen, die noch auf der Straße sind, sind eher zwielichtiger Natur. Und so standen wir nun in Belém, in einem der eher ungemütlicheren Stadtviertel und mussten irgendwie zu einem Hotel kommen…Mit Pfefferspray in der Hosentasche umgingen wir von Obdachlosen errichtete Straßensperren und erreichten irgendwie doch ein Stadtviertel in dem es einige Hotels gab. Wir fanden sogar ein relativ günstiges in dem zwar die Betten unbrauchbar, aber dafür Haken an der Wand waren – Hängemattenschlafen sind wir ja inzwischen gewöhnt…
Im Gegensatz zu den anderen Amazonasstädten hat Belém aufgrund seiner Lage einiges an Geschichte und somit auch an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Es ging immer schon jeglicher Warenverkehr zwischen Atlantik und Amazonas durch diese Stadt und verschaffte ihr so konstanten Reichtum. In der gesamten Stadt stehen alte Kirchen, riesige Prunkbauten und schöne Plazas. Eine Besonderheit sind die zwei 5 bzw. 15ha großen naturbelassenen Dschungelparks mitten in der Stadt. Hier laufen grüne Leguane, Faultiere und so manch andere Dschungelbewohner frei herum.
Nach zwei Tagen Sightseeing in Belém ging es wieder weiter nach Salvador. Und schon beim Kauf der Tickets stand für uns eines fest: Wir müssen dieses Land fluchtartig verlassen. Die Bustickets kosteten uns mehr als 2 Inlandsflüge in Peru und da waren nicht einmal Essen oder Liegesitze inkludiert (was im Rest von Südamerika Standard ist.)…Der Plan war folgender: In Salvador zur Post, das Paket aus Österreich, das für uns wartet abholen, weiter nach Rio de Janeiro für kurzes Sightseeing und dann die Flucht über Puerto Iguazú ins sichere Paraguay…aber es sollte anders kommen…
Die Brasilianer....
Von Europa klingt Brasilien wie DAS südamerikanische Paradies…und genau das haben wir auch erwartet…und wurden wirklich enttäuscht. Nicht nur, dass das Preisniveau hier ungefähr dem europäischen entspricht und somit für uns nicht leistbar ist, es ist auch die brasilianische Mentalität, die wir einfach nicht aushalten. Wir wollen hier niemandem Brasilien „schiachreden“, aber es ist für uns auch echt wichtig mal nicht wie alle anderen nur von Kokospalmen und weißen Stränden zu erzählen, sondern das Land und vor allem die Leute so zu beschreiben wie es wirklich ist.
Wir bringen mal einfach ein paar Beispiele, die zeigen warum uns dieses unzivilisierte, viel zu laute Proletenland nicht gefallen hat:
· Alles ist einfach alles ZU… - zu laut, zu süß, zu viel, zu teuer, zu…
· Grundsätzlich will dich jeder um mindestens den doppelten Preis bescheißen (naja, er muss ja auch überleben, oder?)
· Der Großteil der Brasilianer sind einfach Proleten á la GTI- Fahrer und Nachtschichtgeher…
· Außerdem sind Brasilianer grundsätzlich LAUT – Man muss ja miteinander schreien, wenn man nur 2 Meter voneinander entfernt steht, oder? Der Großteil der Gespräche wird so geführt und die Stimme wird nicht gesenkt, wenn zufällig mal ein Passantenohr 10cm vom Mund entfernt ist… Außerdem ist es voll gerechtfertigt einfach mal zu schreien, auch ohne Grund.
· Brasilianer sind generell unsozial und rücksichtslos: Wenn ich auf der Plaza sitze und Musik hören will mache ich bei meinem Auto einfach alle Türen auf und dreh meine Megaanlage auf volle Lautstärke, auch wenn daneben das Baby im Kinderwagen schläft.
· Taktlos, gefühllos, Ellbogenmentalität,…aber in diesem Land, wo das alle machen muss man ja so werden…
· …nicht mal ein Bettler bedankt sich, wenn man ihm was gibt, er dreht sich einfach um und geht…
· In keinem anderen Land bisher war der Unterschied zwischen Arm und Reich so deutlich und kein anderes Land hatte so viele soziale Probleme wie Brasilien
· Die Polizei ist hier das Gesetz.
· Brasilianer betreiben einen abartigen Körperkult: 3x täglich wird geduscht und danach in Parfum gebadet, nach jedem Snack werden die Zähne geputzt, für seine Haare braucht man mindestens 5 Pflegeprodukte,…Kleidung ist grundsätzlich 3 Nummern zu eng, was schon bei Schlanken nicht gut aussieht und dann erst bei 90kg…
· Es gibt fast keine Supermärkte, dafür Kosmetik-Hypermärkte und Billiggewandgeschäfte á la New Yorker nur mit noch mehr Glitzer und Neon an jeder Ecke.
…und nun zu einem sehr zentralen Punkt in unserem Leben: dem Essen!
· Einziges Milchprodukt ist Butter – nur ist da keine Butter drin, sondern Fette, Stabilisatoren, Geschmacks- und Farbstoffe, Butteraroma,…sie hält zwar 3 Monate ohne Kühlung schmeckt aber dafür…
· Wein im Rest der Welt enthält…Trauben. In brasilianischen Weinen ist ein bisschen Wein, Ethylalkohol, Traubensaftkonzentrat, Farb- und Geschmacksstoffe und mindestens 5 E-Nummern…
· Filterkaffee wird in 20ml-Becherchen getrunken – wir trinken normal im Schnitt zwischen 300ml und 500ml!
· …
Natürlich und zum Glück sind nicht alle Brasilianer so und wir wollen hier auch keine Vorurteile züchten, sondern einfach mal Dampf ablassen.
Es gibt auch tolle Sachen an Brasilien – z.B.: sie haben die besten Ananas und Papayas der Welt!
Wir bringen mal einfach ein paar Beispiele, die zeigen warum uns dieses unzivilisierte, viel zu laute Proletenland nicht gefallen hat:
· Alles ist einfach alles ZU… - zu laut, zu süß, zu viel, zu teuer, zu…
· Grundsätzlich will dich jeder um mindestens den doppelten Preis bescheißen (naja, er muss ja auch überleben, oder?)
· Der Großteil der Brasilianer sind einfach Proleten á la GTI- Fahrer und Nachtschichtgeher…
· Außerdem sind Brasilianer grundsätzlich LAUT – Man muss ja miteinander schreien, wenn man nur 2 Meter voneinander entfernt steht, oder? Der Großteil der Gespräche wird so geführt und die Stimme wird nicht gesenkt, wenn zufällig mal ein Passantenohr 10cm vom Mund entfernt ist… Außerdem ist es voll gerechtfertigt einfach mal zu schreien, auch ohne Grund.
· Brasilianer sind generell unsozial und rücksichtslos: Wenn ich auf der Plaza sitze und Musik hören will mache ich bei meinem Auto einfach alle Türen auf und dreh meine Megaanlage auf volle Lautstärke, auch wenn daneben das Baby im Kinderwagen schläft.
· Taktlos, gefühllos, Ellbogenmentalität,…aber in diesem Land, wo das alle machen muss man ja so werden…
· …nicht mal ein Bettler bedankt sich, wenn man ihm was gibt, er dreht sich einfach um und geht…
· In keinem anderen Land bisher war der Unterschied zwischen Arm und Reich so deutlich und kein anderes Land hatte so viele soziale Probleme wie Brasilien
· Die Polizei ist hier das Gesetz.
· Brasilianer betreiben einen abartigen Körperkult: 3x täglich wird geduscht und danach in Parfum gebadet, nach jedem Snack werden die Zähne geputzt, für seine Haare braucht man mindestens 5 Pflegeprodukte,…Kleidung ist grundsätzlich 3 Nummern zu eng, was schon bei Schlanken nicht gut aussieht und dann erst bei 90kg…
· Es gibt fast keine Supermärkte, dafür Kosmetik-Hypermärkte und Billiggewandgeschäfte á la New Yorker nur mit noch mehr Glitzer und Neon an jeder Ecke.
…und nun zu einem sehr zentralen Punkt in unserem Leben: dem Essen!
· Einziges Milchprodukt ist Butter – nur ist da keine Butter drin, sondern Fette, Stabilisatoren, Geschmacks- und Farbstoffe, Butteraroma,…sie hält zwar 3 Monate ohne Kühlung schmeckt aber dafür…
· Wein im Rest der Welt enthält…Trauben. In brasilianischen Weinen ist ein bisschen Wein, Ethylalkohol, Traubensaftkonzentrat, Farb- und Geschmacksstoffe und mindestens 5 E-Nummern…
· Filterkaffee wird in 20ml-Becherchen getrunken – wir trinken normal im Schnitt zwischen 300ml und 500ml!
· …
Natürlich und zum Glück sind nicht alle Brasilianer so und wir wollen hier auch keine Vorurteile züchten, sondern einfach mal Dampf ablassen.
Es gibt auch tolle Sachen an Brasilien – z.B.: sie haben die besten Ananas und Papayas der Welt!
Santarem und Alter do Chao...
Nach einer viel zu teuren Nacht in Santarem, einer Stadt, die nichts Besonderes zu bieten hat, zogen wir weiter nach Alter do Chao – der Karibik des Amazonas. Schon bei der Ankunft kamen wir uns vor als wären wir versehentlich in den Garten eines Luxushotels gestolpert: weiße Sandstrände, lauwarmes Flusswasser, Mangobäume, Kokospalmen und rundherum Dschungel. Und alles um einen Deut zu kitschig, als hätte es ein Landschaftsplaner entworfen.
Die einzige leistbare Unterkunft in Alter do Chao war eine Pousada, die auch überdachte Hängemattenplätze hatte. Wir waren zwar auch mit diesen Hängemattenplätzen über unserem Budget, aber es war einfach so nett mit dem als Dschungel belassenen Garten, den Leguanen, Fledermäusen und Geckos, dass wir beschlossen trotzdem ein paar Tage im Paradies auszuspannen.
Um das Ausspannen wirklich exzessiv betreiben zu können, verwirklichten wir auch endlich unseren Traum einer eigenen Reise-Shisha. In Manaus hatten wir in einem Geschäft Wasserpfeifentabak und ein Hiatl gekauft und nun wurde mit Bambus, Pet-flasche, Plastikschlauch und Leukoplast die genialste Reise-Shisha gebaut. Hat schon was beim Lagerfeuer am weißen Sandstrand zu sitzen und den Tag zu verblubbern…
Nach fast einer Woche in der „Karibik“ rafften wir uns aber wieder auf und verließen schweren Herzens diesen schönen Flecken Erde – und machten uns auf zu unserer letzten Etappe auf dem Amazonas, dem Atlantik entgegen.
Die einzige leistbare Unterkunft in Alter do Chao war eine Pousada, die auch überdachte Hängemattenplätze hatte. Wir waren zwar auch mit diesen Hängemattenplätzen über unserem Budget, aber es war einfach so nett mit dem als Dschungel belassenen Garten, den Leguanen, Fledermäusen und Geckos, dass wir beschlossen trotzdem ein paar Tage im Paradies auszuspannen.
Um das Ausspannen wirklich exzessiv betreiben zu können, verwirklichten wir auch endlich unseren Traum einer eigenen Reise-Shisha. In Manaus hatten wir in einem Geschäft Wasserpfeifentabak und ein Hiatl gekauft und nun wurde mit Bambus, Pet-flasche, Plastikschlauch und Leukoplast die genialste Reise-Shisha gebaut. Hat schon was beim Lagerfeuer am weißen Sandstrand zu sitzen und den Tag zu verblubbern…
Nach fast einer Woche in der „Karibik“ rafften wir uns aber wieder auf und verließen schweren Herzens diesen schönen Flecken Erde – und machten uns auf zu unserer letzten Etappe auf dem Amazonas, dem Atlantik entgegen.
Manaus...
Manaus – eine Großstadt mitten im Dschungel mit einem internationalen Hafen, der 1500km vom Meer entfernt ist. Hier, am Zusammenfluss des Amazonas mit dem Rio Negro wird der Fluss so groß, dass es sogar riesige Containerschiffe vom Meer bis hierher schaffen. Nach Wochen mitten in Dschungel und auf kleinen Flüssen ein ungewohnter Anblick…
Bei ihrem Zusammenfluss (dem encontro dos aguas) mischen sich der milchkaffeefarbene Amazonas und der espressofarbenen Rio Negro – eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt. Aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzung und Temperatur geschieht dies aber erst, nachdem sie einige Kilometer nebeneinander geflossen sind – sieht echt genial aus, weil es scheint als wären die beiden durch eine Glasplatte voneinander getrennt, so deutlich sieht man die farbliche Grenze.
Wir erreichten Manaus in den frühen Abendstunden und nachdem gute Hostels in Brasilien teuer sind, nisteten wir uns für diese erste Nacht im erstbesten Billigloch ein – wir brauchten es ja eh nur zum schlafen…Eines der billigsten Zimmer, das wir in ganz Brasilien hatten: mit Klimaanlage, Privatbad, Fernseher mit 2 Pornokanälen, Latexmatratze und einem großen Aufkleber doch bitte Kondome zu verwenden um Geschlechtskrankheiten zu vermeiden…
Da dieses Hotel aber nicht so sicher erschien und auch irgendwie die Wohlfühlatmosphäre fehlte übersiedelten wir gleich am nächsten Morgen in eine viel teurere Gringohütte…die Atmosphäre war nicht viel besser, aber es war wenigstens sicher und das Frühstück war inkludiert.
Aber in Brasilien ist generell alles sauteuer und wie wir bald herausfanden versucht dich generell mal jeder kräftig zu bescheißen. In fast allen Ländern ist es so, dass dir Marktfrauen noch einen kleinen Touristenaufschlag verrechnen, aber in Brasilien versuchen sie dir den 3-fachen Preis abzuknöpfen…und das, bei einem schon von vorneherein viel zu hohen Ausgangspreis.
Nachdem wir uns am geplanten Abreisetag mit einem netten Australier beim Frühstück verquatscht hatten ging es halt erst nach 3 Tagen weiter nach Santarem.
Da die Tickets am Unterdeck etwas günstiger sind hängten wir unsere Matten natürlich da auf. Der einzige noch freie Platz war über dem Motor. Wir dachten uns, dass es nicht so schlimm werden würde…bis der riesige Schiffsmotor angeworfen wurde. Es folgten 2 Tage dröhnender Lärm und viele wortkarge Stunden…
Bei ihrem Zusammenfluss (dem encontro dos aguas) mischen sich der milchkaffeefarbene Amazonas und der espressofarbenen Rio Negro – eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt. Aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzung und Temperatur geschieht dies aber erst, nachdem sie einige Kilometer nebeneinander geflossen sind – sieht echt genial aus, weil es scheint als wären die beiden durch eine Glasplatte voneinander getrennt, so deutlich sieht man die farbliche Grenze.
Wir erreichten Manaus in den frühen Abendstunden und nachdem gute Hostels in Brasilien teuer sind, nisteten wir uns für diese erste Nacht im erstbesten Billigloch ein – wir brauchten es ja eh nur zum schlafen…Eines der billigsten Zimmer, das wir in ganz Brasilien hatten: mit Klimaanlage, Privatbad, Fernseher mit 2 Pornokanälen, Latexmatratze und einem großen Aufkleber doch bitte Kondome zu verwenden um Geschlechtskrankheiten zu vermeiden…
Da dieses Hotel aber nicht so sicher erschien und auch irgendwie die Wohlfühlatmosphäre fehlte übersiedelten wir gleich am nächsten Morgen in eine viel teurere Gringohütte…die Atmosphäre war nicht viel besser, aber es war wenigstens sicher und das Frühstück war inkludiert.
Aber in Brasilien ist generell alles sauteuer und wie wir bald herausfanden versucht dich generell mal jeder kräftig zu bescheißen. In fast allen Ländern ist es so, dass dir Marktfrauen noch einen kleinen Touristenaufschlag verrechnen, aber in Brasilien versuchen sie dir den 3-fachen Preis abzuknöpfen…und das, bei einem schon von vorneherein viel zu hohen Ausgangspreis.
Nachdem wir uns am geplanten Abreisetag mit einem netten Australier beim Frühstück verquatscht hatten ging es halt erst nach 3 Tagen weiter nach Santarem.
Da die Tickets am Unterdeck etwas günstiger sind hängten wir unsere Matten natürlich da auf. Der einzige noch freie Platz war über dem Motor. Wir dachten uns, dass es nicht so schlimm werden würde…bis der riesige Schiffsmotor angeworfen wurde. Es folgten 2 Tage dröhnender Lärm und viele wortkarge Stunden…
Triple Boarder - Peru, Brasilien und Kolumbien!
Wir hatten Glück und erwischten tatsächlich ein Boot, das auch noch am selben Tag ablegte – mit uns und noch ca. 200 anderen Menschen an Bord. Das heißt Nase an Nase, Hängematte an Hängematte mit wildfremden Menschen für 2 Tage…
Einer unserer Hängemattennachbarn war ein Kolumbianer, der das ganze Boot mit seiner selbst genähten Hängemattenkonstruktion unterhielt – Anfangs hatte er ca. 2,5m Vorhangstoff, ein paar Meter Seil und Nadel und Zwirn…nach 5 Versuchen und 3 Stürzen war seine Hängemattenkonstruktion zwar nur noch 1,5m lang, aber sie hielt endlich. Sieht lustig aus, wenn ein ca. 2m großer, kräftig gebauter Mann in einer „Kinderhängematte“ schläft…
Nach der überfülltesten und dreckigsten Bootsfahrt auf unserem gesamten Amazonastrip kamen wir an der peruanisch- kolumbianisch- brasilianischen Grenze an. Nachdem das peruanische Santa Rosa nur ein Nest mit ein paar Häusern und einem Grenzposten ist, fuhren wir mit dem Boot ins gegenüberliegende Tabatinga (Brasilien). Dort feierten wir Maritas Geburtstag mit einer riesengroßen Geburtstagswassermelonentorte. Als Geschenk gab es einen brasilianischen Einreisestempel und tags darauf eine Luxuskreuzfahrt nach Manaus.
Bevor wir aber abreisten sahen wir uns noch das (viel schönere) kolumbianische Leticia an, das nahtlos an Tabatinga anschließt. Die einzige wirkliche Sehenswürdigkeit die es dort gibt ist ein Park in dem sich jeden Abend viele Tausend Papageien versammeln um dort die Nacht zu verbringen – das abendliche Kreischkonzert hört man bis Tabatinga hinüber.
Die Bootsfahrt nach Manaus stellte sich glücklicherweise als, für brasilianische Verhältnisse, sehr günstig heraus, weil am selben Tag zwei Boote ablegten und sie deshalb die Tickets zum halben Preis verkauften – südamerikanische Logik!?! Und das Boot war nicht ein dreckiger Frachtkahn wie sonst, sondern ein edles, neues Transportschiff, in dem es sogar einen klimatisierten Speisesaal gab. Luxus auf der vollen Linie also.
Auf dieser Fahrt gaben wir zum ersten Mal seit fast 10 Monaten nicht nur Geld aus, sondern nahmen auch etwas ein. Unsere geknüpften Arm- und Halsketterl gingen weg wie die warmen Semmeln. Die Entscheidung war gefallen: Wir machen das jetzt nicht nur mehr als Zeitvertreib für uns selbst, sondern gehen in die Produktion für den Verkauf – besonders in Brasilien kann ein kleiner Zusatzverdienst nicht schaden…
Einer unserer Hängemattennachbarn war ein Kolumbianer, der das ganze Boot mit seiner selbst genähten Hängemattenkonstruktion unterhielt – Anfangs hatte er ca. 2,5m Vorhangstoff, ein paar Meter Seil und Nadel und Zwirn…nach 5 Versuchen und 3 Stürzen war seine Hängemattenkonstruktion zwar nur noch 1,5m lang, aber sie hielt endlich. Sieht lustig aus, wenn ein ca. 2m großer, kräftig gebauter Mann in einer „Kinderhängematte“ schläft…
Nach der überfülltesten und dreckigsten Bootsfahrt auf unserem gesamten Amazonastrip kamen wir an der peruanisch- kolumbianisch- brasilianischen Grenze an. Nachdem das peruanische Santa Rosa nur ein Nest mit ein paar Häusern und einem Grenzposten ist, fuhren wir mit dem Boot ins gegenüberliegende Tabatinga (Brasilien). Dort feierten wir Maritas Geburtstag mit einer riesengroßen Geburtstagswassermelonentorte. Als Geschenk gab es einen brasilianischen Einreisestempel und tags darauf eine Luxuskreuzfahrt nach Manaus.
Bevor wir aber abreisten sahen wir uns noch das (viel schönere) kolumbianische Leticia an, das nahtlos an Tabatinga anschließt. Die einzige wirkliche Sehenswürdigkeit die es dort gibt ist ein Park in dem sich jeden Abend viele Tausend Papageien versammeln um dort die Nacht zu verbringen – das abendliche Kreischkonzert hört man bis Tabatinga hinüber.
Die Bootsfahrt nach Manaus stellte sich glücklicherweise als, für brasilianische Verhältnisse, sehr günstig heraus, weil am selben Tag zwei Boote ablegten und sie deshalb die Tickets zum halben Preis verkauften – südamerikanische Logik!?! Und das Boot war nicht ein dreckiger Frachtkahn wie sonst, sondern ein edles, neues Transportschiff, in dem es sogar einen klimatisierten Speisesaal gab. Luxus auf der vollen Linie also.
Auf dieser Fahrt gaben wir zum ersten Mal seit fast 10 Monaten nicht nur Geld aus, sondern nahmen auch etwas ein. Unsere geknüpften Arm- und Halsketterl gingen weg wie die warmen Semmeln. Die Entscheidung war gefallen: Wir machen das jetzt nicht nur mehr als Zeitvertreib für uns selbst, sondern gehen in die Produktion für den Verkauf – besonders in Brasilien kann ein kleiner Zusatzverdienst nicht schaden…
Sonntag, 16. September 2007
Iquitos...Perus Dschungelmetropole...
Iquitos - Eine Stadt mit 400.000 Einwohnern mitten im Dschungel ohne Straßenanschluss. Weltweit die größte ihrer Art.
Im Gegensatz zu Pucallpa hat Iquitos dank des Gummi-Booms und später des Öls eine lange Geschichte. Im Zentrum sieht man noch viele der alten Residenzen der Gummibarone aus dem späten 19. Jahrhundert. Eine Besonderheit ist auch das Stadtviertel Belén: Ein Armenviertel das so nahe am Fluss gebaut ist, dass es das halbe Jahr unter Wasser steht. Die Häuser sind entweder auf meterhohen Stelzen gebaut oder stehen auf riesigen, liegenden Baumstämmen, die als Floss dienen, wenn das Wasser steigt. In Belén gibt es auch einen Markt auf dem man fast alles zu kaufen bekommt: Fische aller Art, Krokodil- und Schildkrötenfleisch, gegrillte Riesenmaden, gekochte Schildkröteneier, eingelegte oder getrocknete Schlangenköpfe, Rinden und Lianen (auch Ayahuasca – eine halluzinogene Lianenart, die bei schamanischen Ritualen verwendet wird), Kräuter, exotische Früchte, und auch sonst noch alles was man im alltäglichen Leben so braucht – von der Küchenabwasch bis zur Machete…
Nahe der Stadt gibt es einen relativ großen parque zoologico, in dem man die Tiere des Dschungels aus der Nähe sehen kann. Sie sind zwar eingesperrt, aber meist in ihrer natürlichen Umgebung – viel artgerechter als in den meisten europäischen Zoos. Man kann in wunderschöner Tropenlandschaft spazieren gehen und Tiere wie Tapire, Affen, Riesenotter, Kaimane, Raubkatzen und viele andere aus nächster Nähe sehen. Aber nicht nur in den Käfigen sieht man Tiere, auch in allen Bäumen wimmelt es von exotischen Vögeln und frechen, kleinen Affen, die den Tapiren das Futter stibitzen.
Nachdem wir nun die Stadt und ihre Umgebung genug erkundet haben geht es morgen per Riverboat weiter zur brasilianischen Grenze – wenn ein Boot fährt bzw. auch tatsächlich ablegt…
Im Gegensatz zu Pucallpa hat Iquitos dank des Gummi-Booms und später des Öls eine lange Geschichte. Im Zentrum sieht man noch viele der alten Residenzen der Gummibarone aus dem späten 19. Jahrhundert. Eine Besonderheit ist auch das Stadtviertel Belén: Ein Armenviertel das so nahe am Fluss gebaut ist, dass es das halbe Jahr unter Wasser steht. Die Häuser sind entweder auf meterhohen Stelzen gebaut oder stehen auf riesigen, liegenden Baumstämmen, die als Floss dienen, wenn das Wasser steigt. In Belén gibt es auch einen Markt auf dem man fast alles zu kaufen bekommt: Fische aller Art, Krokodil- und Schildkrötenfleisch, gegrillte Riesenmaden, gekochte Schildkröteneier, eingelegte oder getrocknete Schlangenköpfe, Rinden und Lianen (auch Ayahuasca – eine halluzinogene Lianenart, die bei schamanischen Ritualen verwendet wird), Kräuter, exotische Früchte, und auch sonst noch alles was man im alltäglichen Leben so braucht – von der Küchenabwasch bis zur Machete…
Nahe der Stadt gibt es einen relativ großen parque zoologico, in dem man die Tiere des Dschungels aus der Nähe sehen kann. Sie sind zwar eingesperrt, aber meist in ihrer natürlichen Umgebung – viel artgerechter als in den meisten europäischen Zoos. Man kann in wunderschöner Tropenlandschaft spazieren gehen und Tiere wie Tapire, Affen, Riesenotter, Kaimane, Raubkatzen und viele andere aus nächster Nähe sehen. Aber nicht nur in den Käfigen sieht man Tiere, auch in allen Bäumen wimmelt es von exotischen Vögeln und frechen, kleinen Affen, die den Tapiren das Futter stibitzen.
Nachdem wir nun die Stadt und ihre Umgebung genug erkundet haben geht es morgen per Riverboat weiter zur brasilianischen Grenze – wenn ein Boot fährt bzw. auch tatsächlich ablegt…
Mit dem Frachtschiff von Pucallpa nach Iquitos...
Nachdem wir in Pucallpa alles fürs Riverboat-fahren besorgt hatten (Hängematten, Getränke, Futternapf, Moskitoschutz,…) packten wir unser Zeug und marschierten zum Hafen. Dort fragten wir uns durch welches Boot nach Iquitos fahren würde und gingen an Bord.
Diese Boote sind Frachtschiffe, die Iquitos mit allem Nötigen versorgen. Iquitos ist nämlich weltweit die größte Stadt ohne Straßenanschluss. Alles was es dort zu kaufen gibt wurde entweder vor Ort erzeugt, oder per Schiff oder Flugzeug hintransportiert. Diese Frachtschiffe nehmen meist auch Passagiere mit, die aber eher ein Nebenverdienst sind. Es gibt zwar auch ein paar Kabinen, aber die sind natürlich zu teuer für uns und außerdem hat das keinen Style – Wir machten es wir die Einheimischen und schliefen in Hängematten am Oberdeck. Hier geht es ziemlich chaotisch zu und jeder hängt seine Matte dort hin, wo noch Platz ist (oft auch neben oder zwischen die Fracht).
Es gibt auch keine fixen Abfahrtszeiten, sondern die Boote legen dann ab, wenn sie voll beladen sind.
Unser Boot transportierte von Obst und Gemüse über Möbel und Zement bis hin zu Fischen und Riesenschildkröten alles. Ablegen sollten wir planmäßig noch am selben Tag. Der Zement war aber noch nicht vollständig an Bord und deshalb verbrachten wir (um Hotelkosten zu sparen) die erste Nacht am Boot im Hafen. Auch am zweiten Tag kam etwas dazwischen, da die Marine das OK zum Ablegen noch nicht erteilt hatte – Aber wir haben ja Zeit und ans Hängemattenschlafen gewöhnt man sich am besten ohne Schaukeln…
In den frühen Morgenstunden des dritten Tages legten wir dann endlich ab und tuckerten Richtung Iquitos.
Das Leben an Boot ist sehr einfach aber gemütlich. Drei mal am Tag gibt’s was warmes zu Essen - auch wenn es jeden Tag das Gleiche ist…wässriger Brei zum Frühstück; Reis, Bananen und irgendein Stück Fleisch (Huhn, Schwein, Ratte?) zu Mittag und Nudelsuppe mit Kochbanane zum Abendessen. Aber wir sind ja inzwischen nicht mehr wählerisch was Nährstoffe angeht (auch Salmonellen haben Kalorien, oder?) Während sogar einige Peruaner an Bord Probleme mit dem Essen bzw. seiner Verdauung hatten ging es uns wunderbar – wir haben wirklich schon Saumägen!
Zu tun gibt es den ganzen Tag nichts außer faul in der Hängematte liegen, lesen, knüpfen, mit den Hängemattennachbarn quatschen und das Ufer vorbeiziehen sehen.
Kevins Lieblingsplatz war das Dach des Schiffes wo er stundenlang cocakauend saß und den Delfinen beim spielen zusah. Von dort oben hat man eine geniale Aussicht. Man sieht immer wieder kleine Dörfer und Siedlungen am Ufer. Oft steht auch irgendwo nur ein Dach mit einer Wäscheleine daneben, einem Bananenfeld dahinter und einem Einbaum am Ufer. So einfach kann das Leben sein…Besonders zu Sonnenuntergang ist die Stimmung am Fluss atemberaubend!
Während sich Kevin am Dach von der Sonne braten ließ genoss Marita das Leben in der Hängematte. Zum einen, weil es dort schattig ist, zum anderen, weil einer von uns immer bei den Rucksäcken bleiben musste. Es wechselt auf diesen Booten sehr viel, sehr schnell den Besitzer. Angeblich gibt es Menschen, die nur aus diesem Grund mitfahren. Besonders kurz vor und in den Häfen muss man aufpassen, dass seine Sachen nicht von Bord gehen.
Am 4. Reisetag kamen wir um 10 Uhr nachts dann in Iquitos an. Deshalb und da es in Strömen schüttete beschlossen wir noch eine Nacht am Boot zu schlafen um wiederum Hotelkosten zu sparen und trocken zu bleiben.
Der Kapitän war sogar noch so nett und gab uns für die letzte Nacht eine der jetzt sowieso ungenutzten Kabinen zum Schlafen.
Am nächsten Morgen wurden wir schon vor Sonnenaufgang vom regen Treiben im Hafen geweckt. Bananen wurden abgeladen, Fische noch an Bord verkauft, Aligatorschwänze, Piranhas und Riesenschildkröten wechselten den Besitzer. Am Nachbarboot war am Vortag eine Kuh verendet, die nun von 10 Mann die schlammige Hafenböschung hinaufgeschleift wurde. Lautsprecher tönten und Motocarros röhrten – Kein Wunder, dass wir wach waren.
Nachdem wir dem Hafentreiben mehrere Stunden vom Boot aus fasziniert zugesehen hatten, schulterten wir die Rucksäcke und marschierten Richtung Zentrum.
Diese Boote sind Frachtschiffe, die Iquitos mit allem Nötigen versorgen. Iquitos ist nämlich weltweit die größte Stadt ohne Straßenanschluss. Alles was es dort zu kaufen gibt wurde entweder vor Ort erzeugt, oder per Schiff oder Flugzeug hintransportiert. Diese Frachtschiffe nehmen meist auch Passagiere mit, die aber eher ein Nebenverdienst sind. Es gibt zwar auch ein paar Kabinen, aber die sind natürlich zu teuer für uns und außerdem hat das keinen Style – Wir machten es wir die Einheimischen und schliefen in Hängematten am Oberdeck. Hier geht es ziemlich chaotisch zu und jeder hängt seine Matte dort hin, wo noch Platz ist (oft auch neben oder zwischen die Fracht).
Es gibt auch keine fixen Abfahrtszeiten, sondern die Boote legen dann ab, wenn sie voll beladen sind.
Unser Boot transportierte von Obst und Gemüse über Möbel und Zement bis hin zu Fischen und Riesenschildkröten alles. Ablegen sollten wir planmäßig noch am selben Tag. Der Zement war aber noch nicht vollständig an Bord und deshalb verbrachten wir (um Hotelkosten zu sparen) die erste Nacht am Boot im Hafen. Auch am zweiten Tag kam etwas dazwischen, da die Marine das OK zum Ablegen noch nicht erteilt hatte – Aber wir haben ja Zeit und ans Hängemattenschlafen gewöhnt man sich am besten ohne Schaukeln…
In den frühen Morgenstunden des dritten Tages legten wir dann endlich ab und tuckerten Richtung Iquitos.
Das Leben an Boot ist sehr einfach aber gemütlich. Drei mal am Tag gibt’s was warmes zu Essen - auch wenn es jeden Tag das Gleiche ist…wässriger Brei zum Frühstück; Reis, Bananen und irgendein Stück Fleisch (Huhn, Schwein, Ratte?) zu Mittag und Nudelsuppe mit Kochbanane zum Abendessen. Aber wir sind ja inzwischen nicht mehr wählerisch was Nährstoffe angeht (auch Salmonellen haben Kalorien, oder?) Während sogar einige Peruaner an Bord Probleme mit dem Essen bzw. seiner Verdauung hatten ging es uns wunderbar – wir haben wirklich schon Saumägen!
Zu tun gibt es den ganzen Tag nichts außer faul in der Hängematte liegen, lesen, knüpfen, mit den Hängemattennachbarn quatschen und das Ufer vorbeiziehen sehen.
Kevins Lieblingsplatz war das Dach des Schiffes wo er stundenlang cocakauend saß und den Delfinen beim spielen zusah. Von dort oben hat man eine geniale Aussicht. Man sieht immer wieder kleine Dörfer und Siedlungen am Ufer. Oft steht auch irgendwo nur ein Dach mit einer Wäscheleine daneben, einem Bananenfeld dahinter und einem Einbaum am Ufer. So einfach kann das Leben sein…Besonders zu Sonnenuntergang ist die Stimmung am Fluss atemberaubend!
Während sich Kevin am Dach von der Sonne braten ließ genoss Marita das Leben in der Hängematte. Zum einen, weil es dort schattig ist, zum anderen, weil einer von uns immer bei den Rucksäcken bleiben musste. Es wechselt auf diesen Booten sehr viel, sehr schnell den Besitzer. Angeblich gibt es Menschen, die nur aus diesem Grund mitfahren. Besonders kurz vor und in den Häfen muss man aufpassen, dass seine Sachen nicht von Bord gehen.
Am 4. Reisetag kamen wir um 10 Uhr nachts dann in Iquitos an. Deshalb und da es in Strömen schüttete beschlossen wir noch eine Nacht am Boot zu schlafen um wiederum Hotelkosten zu sparen und trocken zu bleiben.
Der Kapitän war sogar noch so nett und gab uns für die letzte Nacht eine der jetzt sowieso ungenutzten Kabinen zum Schlafen.
Am nächsten Morgen wurden wir schon vor Sonnenaufgang vom regen Treiben im Hafen geweckt. Bananen wurden abgeladen, Fische noch an Bord verkauft, Aligatorschwänze, Piranhas und Riesenschildkröten wechselten den Besitzer. Am Nachbarboot war am Vortag eine Kuh verendet, die nun von 10 Mann die schlammige Hafenböschung hinaufgeschleift wurde. Lautsprecher tönten und Motocarros röhrten – Kein Wunder, dass wir wach waren.
Nachdem wir dem Hafentreiben mehrere Stunden vom Boot aus fasziniert zugesehen hatten, schulterten wir die Rucksäcke und marschierten Richtung Zentrum.
La Selva...der Dschungel...
Um 7 in der Früh starteten wir mit Chelos kleinem Boot Richtung Wildnis. Erst ging es die Lagune hinauf und dann über einen kleinen Kanal in den Rio Ucayali. Dieser hier noch relativ schmale Fluss (in etwa so breit wie die Donau) bildet mit einigen anderen Flüssen später den Rio Amazonas.
Auf der Fahrt erzählte uns Chelo viel über den Fluss und das Leben an seinen Ufern. Da in dieser Gegend alles undurchdringbarer Dschungel ist spielt sich sämtliches Leben entlang und auf den Flüssen ab. Sie sind Transportweg, Nahrungslieferant und Zentrum des Lebens. Alles hängt vom Wasserstand des Flusses ab. Viele Häuser stehen auf Stelzen oder schwimmen entweder das ganze Jahr oder zumindest Teile davon. - Am Amazonas beträgt der durchschnittliche Wasserstandsunterschied zwischen Regen- und Trockenzeit ca. 10m!!!
Die Bewohner dieser Region leben hauptsächlich vom Fischfang und Obstanbau (meist Bananen, Melonen und Papayas) Der Überschuss der produzierten Waren wird dann mit dem Einbaum nach Yarinacocha oder Pucallpa gefahren um dort am Markt verkauft zu werden.
Chelo erzählte uns aber auch viel über das Leben unter der Wasseroberfläche, was einerseits sehr interessant, andererseits zum Fürchten ist (Fische von mehreren Metern Länge, Piranhaschwärme, 10cm-Fischlein, die in Riesenschwärmen über Delfine herfallen…) Ein tolles Gefühl, wenn man kurz darauf in einem seichten Seitenarm aussteigen muss, um das Boot anzuschieben. Aber es waren nur die ersten Schritte wirklich schlimm – man gewöhnt sich schnell daran und versucht nicht an die Stachelrochen zu denken, die sich im weichen Sand vergraben. Am Abend waren wir dann schon ganz normal baden.
Die erste Nacht schlugen wir unser Camp mitten im Dschungel unter einem faszinierenden Riesenbaum auf. Diese Bäume beanspruchen eine Bodenfläche von mehreren hundert Quadratmetern und vergrößern sich indem sie dünne Lianen zum Boden wachsen lassen. Wenn diese die Erde erreichen, fangen sie an zu wurzeln und einen neuen Stamm auszubilden. Dieser bildet dann wiederum Lianen, usw. Auch wenn es aussieht wie viele ineinander verwachsene Bäume, so ist es doch nur ein einziger…
Nach dem Dunkelwerden erkundeten wir die nähere Umgebung mit unseren Taschenlampen. Im Dschungel beginnt bei Nacht das große Krabbeln! Aus allen Ritzen und Löchern kommen die eigenartigsten Insekten: Riesengrillen, tarnfarbene Gottesanbeterinnen, handtellergroße Riesenschaben, Vogelspinnen, Skorpione und noch viele andere Flattermänner und Krabbeltiere…
Danach ging das Erkunden der eigenartigen Tierwelt am Fluss weiter – mit einer Handleine. In den Flüssen hier scheint es nachts so, als gäbe es mehr Fische als Wasser. Die Wasseroberfläche brodelt und lässt das Gemetzel, das darunter stattfindet erahnen. Einen kleinen Einblick bekamen wir dank eines großen Angelhakens und kleinen Fischstücken, welche von den bluthungrigen Monstern innerhalb kürzester Zeit verschlungen wurden.
Zum Schlafen ging es dann nur unter ein Moskitonetz, denn hell leuchtenden Sternenhimmel als Dach…
In den nächsten Tagen erkundeten wir den Dschungel dann auch bei Tag. Wir hörten viel über die Pflanzen, ihre Charakteristika, ihre Heilwirkungen und die Verarbeitungsformen der unterschiedlichen Hölzer – das meiste haben wir schon wieder vergessen (spanische Namen, von Bäumen, die wir sowieso nicht mehr wieder erkennen…) Aber auch einige Tiere bekamen wir zu Gesicht. Überall in den Bäumen sieht man Ameisen- und Termitennester hängen und auch am Boden wimmelt es nur so von diesen kleinen Krabblern. Es gibt hier viele hundert Ameisenarten – von Minitierchen, die das Auge gerade mal sieht bis hin zu mehreren Zentimeter großen Riesenkalibern. Viele sind harmlos, aber es gibt auch unzählige, die es in sich haben. Chelo zeigte uns eine mit Riesenbeißwerkzeugen, die sich in seinem Fingernagel festbiss und nicht mehr losließ. Es gibt auch welche, die mit einem bestimmten Baum eine Symbiose eingehen. Sie leben in seinem hohlen Stamm und ernähren sich von einem Sekret, das dieser absondert. Würden die Ameisen dieses nicht fressen würde sich der Baum selbst vergiften und daran sterben.
Der Wald hier ist zwar ein Naturparadies, aber kein Zoo in dem einem an jedem Baum ein Affe entgegenlacht. Man muss sich sehr vorsichtig und leise bewegen um die Tiere nicht zu verscheuchen. Wir taten unser Bestes, aber stecke Europäer in Gummistiefel und lass sie über Laub und Äste latschen…Wir waren die meiste Zeit so damit beschäftigt keinen Lärm zu machen, dass wir darauf vergaßen die Umgebung zu beobachten. Aber wenn Chelo wieder losfetzte und mit der Machete zu wacheln begann wussten wir, dass es da was Interessantes zusehen gibt. So auch bei einem Ameisenbär, der sich leider in der Krone eines kleinen Baumes versteckte. Chelo versuchte ihn herunterzuschütteln und als er damit keinen Erfolg hatte, war Kevin an der Reihe. Seine Taktik: Raus aus den Gummistiefeln und rauf auf den Baum! Die beißenden Ameisen und der Anblick der Ameisenbärenkrallen, die auf ihn zukamen zwangen ihn zwar schnell wieder zum Abstieg, aber er hatte sein Ziel erreicht – der Ameisenbär war nun in Reichweite unserer Kamera.
So ein Glück hatten wir aber nicht mit allen Tieren. Die Affen waren zu hoch in den Bäumen und einfach zu schnell. Bei unserer Verfolgungsjagd durch den Dschungel zogen wir eindeutig den Kürzeren.
Wenn man vom Affenhetzen müde und durstig ist muss man nicht verzweifeln. Es genügen zwei kräftige Machetenhiebe und schon strömt frisches, klares Wasser aus der Liane. Man muss nur aufpassen, dass man die richtige Sorte erwischt – sonst kann es passieren, dass man einen unbeabsichtigten halluzinogenen Ayahuasca-Trip abkriegt…
Da das Wetter nach Regen aussah verbrachten wir die nächsten Nächte in einem kleinen Dorf von Shipibo-Indianern. Hier borgten wir uns am Abend auch einen Einbaum aus um die umliegende Gegend bei Nacht nach Kaimanen abzusuchen. Es ist schon ein unheimliches Gefühl im Stockfinsteren lautlos durch das Wasser zu gleiten und nur das zu sehen, was die Taschenlampe ausleuchten kann. Es trennen dich nur wenige Zentimeter von der Wasseroberfläche und rundherum erwacht der Fluss zu seinem nächtlichen Leben. Überall jagen große Raubfische, das Wasser spritzt und immer wieder springen kleine Fische in Panik ins Boot. Schon nach kurzer Zeit sahen wir unseren ersten Kaiman, oder besser…nur seine Augen, die im Schein der Taschenlampe wie rote Glühbirnen leuchten. Da die Kaimane hier keine natürlichen Feinde haben, kommt man sehr nahe an sie heran, bevor sie abtauchen. Das machen sich leider auch die Fischer zu Nutze und jagen sie wegen ihres Fleisches. Deshalb gibt es hier kaum noch große Tiere, da sie ab einer Größe von 1,5 Metern auf dem Teller landen.
Auch wir machten Jagd auf sie, aber nur mit der Kamera. Wir kamen auch bis auf eineinhalb Meter an einen stattlichen Burschen von ca. 2 Metern heran. Und genau diesen Zeitpunkt musste sich unsere Kamera natürlich aussuchen um wieder mal, wie schon so oft in den letzten Tagen und Wochen, zu spinnen - Sie löste nicht aus. Und damit war die Entscheidung endgültig gefallen: Wir brauchen eine neue Kamera! Unsere hat in letzter Zeit immer mehr Macken und schießt teilweise selbständig unkontrolliert Fotos, stellt nicht scharf oder löst, wie in diesem Moment einfach nicht oder zu spät aus. Auch wenn es unserem Reisebudget stark zusetzt (ca. 2 Monatsbudgets) werden wir uns demnächst eine neue Kamera kaufen – das bedeutet: bessere Fotos für die Fans zuhause!
Zurück im Dorf verbrachten wir die Nacht in einem typischen mit Palmblättern gedeckten Haus. Es steht, so wie alles in diesem Dorf (Hühnerstall mit eingeschlossen) auf Stelzen. – In der Regenzeit kann man das 5 Meter entfernte Nachbarhaus nur schwimmend oder per Einbaum erreichen.
Wenn wir mal gerade nicht zu Fuß im Dschungel unterwegs waren, erkundeten wir per Boot die kleinen Flüsse und Kanäle in der Gegend. Diese Trips nutzten wir natürlich auch zum Fischen. Nicht nur zum Spaß, sondern auch um ein Mittagessen zu haben. So kam es vor, dass wir erst mal fröhlich baden gingen, dann an der gleichen Stelle ein paar Piranhas raus fingen und diese dann gemütlich verspeisten. Die Fischreste wurden dann wieder im Wasser entsorgt, wo sich gleich einige ihrer Artgenossen die Bäuche voll schlugen. Nach dem sich die Wellen geglättet hatten gingen wir wieder baden – man muss sich ja die fettigen Fischfinger waschen, oder?
Die Piranhas ließen uns auch in Ruhe - sie attackieren normalerweise keine (unverletzten) Menschen. Aber es gibt ja noch andere Fische in diesen Gewässern…und einer von ihnen hatte gerade Appetit auf Marita und – zack – fehlte ein Stück von einem Muttermahl. Diese kleinen Muttermahlfetischisten sind eigentlich harmlos, aber Marita ging dann doch aus dem Wasser, da das blutende Muttermal ja noch größere Kaliber anlocken kann…
Der vierte Tag unseres Trips bestand eigentlich nur aus der Rückfahrt nach Yarinacocha. Trotzdem hatten wir das Glück vom Boot aus noch einiges zu sehen. In einem Baum entdeckten wir 2 Faultiere und nur ein Stück weiter saß auf jedem dritten Baum ein riesiger grüner Leguan. Im Fluss sahen wir immer wieder die Flossen eines pinken oder blauen Flussdelfins und hunderte Vögel flatterten, wie schon die letzten Tage immer um uns herum.
Wie es sich für eine perfekte Dschungeltour gehört kriegten wir dann auch noch einen echten Tropenschütter ab. Also, wenn es hier mal regnet, dann richtig! Es schüttet wie irre, blitzt und donnert und man hat das Gefühl als würde die Welt gleich untergehen. Die Leute hier lassen sich aber von solchen Kleinigkeiten nicht aus der Ruhe bringen. Es wird trotzdem gefischt, am Fluss gepaddelt und die Wäsche gewaschen…
Nach diesem echt genialen Trip ging es für uns wieder zurück nach Pucallpa von wo aus es per Frachtschiff Richtung Iquitos weitergehen würde…
Auf der Fahrt erzählte uns Chelo viel über den Fluss und das Leben an seinen Ufern. Da in dieser Gegend alles undurchdringbarer Dschungel ist spielt sich sämtliches Leben entlang und auf den Flüssen ab. Sie sind Transportweg, Nahrungslieferant und Zentrum des Lebens. Alles hängt vom Wasserstand des Flusses ab. Viele Häuser stehen auf Stelzen oder schwimmen entweder das ganze Jahr oder zumindest Teile davon. - Am Amazonas beträgt der durchschnittliche Wasserstandsunterschied zwischen Regen- und Trockenzeit ca. 10m!!!
Die Bewohner dieser Region leben hauptsächlich vom Fischfang und Obstanbau (meist Bananen, Melonen und Papayas) Der Überschuss der produzierten Waren wird dann mit dem Einbaum nach Yarinacocha oder Pucallpa gefahren um dort am Markt verkauft zu werden.
Chelo erzählte uns aber auch viel über das Leben unter der Wasseroberfläche, was einerseits sehr interessant, andererseits zum Fürchten ist (Fische von mehreren Metern Länge, Piranhaschwärme, 10cm-Fischlein, die in Riesenschwärmen über Delfine herfallen…) Ein tolles Gefühl, wenn man kurz darauf in einem seichten Seitenarm aussteigen muss, um das Boot anzuschieben. Aber es waren nur die ersten Schritte wirklich schlimm – man gewöhnt sich schnell daran und versucht nicht an die Stachelrochen zu denken, die sich im weichen Sand vergraben. Am Abend waren wir dann schon ganz normal baden.
Die erste Nacht schlugen wir unser Camp mitten im Dschungel unter einem faszinierenden Riesenbaum auf. Diese Bäume beanspruchen eine Bodenfläche von mehreren hundert Quadratmetern und vergrößern sich indem sie dünne Lianen zum Boden wachsen lassen. Wenn diese die Erde erreichen, fangen sie an zu wurzeln und einen neuen Stamm auszubilden. Dieser bildet dann wiederum Lianen, usw. Auch wenn es aussieht wie viele ineinander verwachsene Bäume, so ist es doch nur ein einziger…
Nach dem Dunkelwerden erkundeten wir die nähere Umgebung mit unseren Taschenlampen. Im Dschungel beginnt bei Nacht das große Krabbeln! Aus allen Ritzen und Löchern kommen die eigenartigsten Insekten: Riesengrillen, tarnfarbene Gottesanbeterinnen, handtellergroße Riesenschaben, Vogelspinnen, Skorpione und noch viele andere Flattermänner und Krabbeltiere…
Danach ging das Erkunden der eigenartigen Tierwelt am Fluss weiter – mit einer Handleine. In den Flüssen hier scheint es nachts so, als gäbe es mehr Fische als Wasser. Die Wasseroberfläche brodelt und lässt das Gemetzel, das darunter stattfindet erahnen. Einen kleinen Einblick bekamen wir dank eines großen Angelhakens und kleinen Fischstücken, welche von den bluthungrigen Monstern innerhalb kürzester Zeit verschlungen wurden.
Zum Schlafen ging es dann nur unter ein Moskitonetz, denn hell leuchtenden Sternenhimmel als Dach…
In den nächsten Tagen erkundeten wir den Dschungel dann auch bei Tag. Wir hörten viel über die Pflanzen, ihre Charakteristika, ihre Heilwirkungen und die Verarbeitungsformen der unterschiedlichen Hölzer – das meiste haben wir schon wieder vergessen (spanische Namen, von Bäumen, die wir sowieso nicht mehr wieder erkennen…) Aber auch einige Tiere bekamen wir zu Gesicht. Überall in den Bäumen sieht man Ameisen- und Termitennester hängen und auch am Boden wimmelt es nur so von diesen kleinen Krabblern. Es gibt hier viele hundert Ameisenarten – von Minitierchen, die das Auge gerade mal sieht bis hin zu mehreren Zentimeter großen Riesenkalibern. Viele sind harmlos, aber es gibt auch unzählige, die es in sich haben. Chelo zeigte uns eine mit Riesenbeißwerkzeugen, die sich in seinem Fingernagel festbiss und nicht mehr losließ. Es gibt auch welche, die mit einem bestimmten Baum eine Symbiose eingehen. Sie leben in seinem hohlen Stamm und ernähren sich von einem Sekret, das dieser absondert. Würden die Ameisen dieses nicht fressen würde sich der Baum selbst vergiften und daran sterben.
Der Wald hier ist zwar ein Naturparadies, aber kein Zoo in dem einem an jedem Baum ein Affe entgegenlacht. Man muss sich sehr vorsichtig und leise bewegen um die Tiere nicht zu verscheuchen. Wir taten unser Bestes, aber stecke Europäer in Gummistiefel und lass sie über Laub und Äste latschen…Wir waren die meiste Zeit so damit beschäftigt keinen Lärm zu machen, dass wir darauf vergaßen die Umgebung zu beobachten. Aber wenn Chelo wieder losfetzte und mit der Machete zu wacheln begann wussten wir, dass es da was Interessantes zusehen gibt. So auch bei einem Ameisenbär, der sich leider in der Krone eines kleinen Baumes versteckte. Chelo versuchte ihn herunterzuschütteln und als er damit keinen Erfolg hatte, war Kevin an der Reihe. Seine Taktik: Raus aus den Gummistiefeln und rauf auf den Baum! Die beißenden Ameisen und der Anblick der Ameisenbärenkrallen, die auf ihn zukamen zwangen ihn zwar schnell wieder zum Abstieg, aber er hatte sein Ziel erreicht – der Ameisenbär war nun in Reichweite unserer Kamera.
So ein Glück hatten wir aber nicht mit allen Tieren. Die Affen waren zu hoch in den Bäumen und einfach zu schnell. Bei unserer Verfolgungsjagd durch den Dschungel zogen wir eindeutig den Kürzeren.
Wenn man vom Affenhetzen müde und durstig ist muss man nicht verzweifeln. Es genügen zwei kräftige Machetenhiebe und schon strömt frisches, klares Wasser aus der Liane. Man muss nur aufpassen, dass man die richtige Sorte erwischt – sonst kann es passieren, dass man einen unbeabsichtigten halluzinogenen Ayahuasca-Trip abkriegt…
Da das Wetter nach Regen aussah verbrachten wir die nächsten Nächte in einem kleinen Dorf von Shipibo-Indianern. Hier borgten wir uns am Abend auch einen Einbaum aus um die umliegende Gegend bei Nacht nach Kaimanen abzusuchen. Es ist schon ein unheimliches Gefühl im Stockfinsteren lautlos durch das Wasser zu gleiten und nur das zu sehen, was die Taschenlampe ausleuchten kann. Es trennen dich nur wenige Zentimeter von der Wasseroberfläche und rundherum erwacht der Fluss zu seinem nächtlichen Leben. Überall jagen große Raubfische, das Wasser spritzt und immer wieder springen kleine Fische in Panik ins Boot. Schon nach kurzer Zeit sahen wir unseren ersten Kaiman, oder besser…nur seine Augen, die im Schein der Taschenlampe wie rote Glühbirnen leuchten. Da die Kaimane hier keine natürlichen Feinde haben, kommt man sehr nahe an sie heran, bevor sie abtauchen. Das machen sich leider auch die Fischer zu Nutze und jagen sie wegen ihres Fleisches. Deshalb gibt es hier kaum noch große Tiere, da sie ab einer Größe von 1,5 Metern auf dem Teller landen.
Auch wir machten Jagd auf sie, aber nur mit der Kamera. Wir kamen auch bis auf eineinhalb Meter an einen stattlichen Burschen von ca. 2 Metern heran. Und genau diesen Zeitpunkt musste sich unsere Kamera natürlich aussuchen um wieder mal, wie schon so oft in den letzten Tagen und Wochen, zu spinnen - Sie löste nicht aus. Und damit war die Entscheidung endgültig gefallen: Wir brauchen eine neue Kamera! Unsere hat in letzter Zeit immer mehr Macken und schießt teilweise selbständig unkontrolliert Fotos, stellt nicht scharf oder löst, wie in diesem Moment einfach nicht oder zu spät aus. Auch wenn es unserem Reisebudget stark zusetzt (ca. 2 Monatsbudgets) werden wir uns demnächst eine neue Kamera kaufen – das bedeutet: bessere Fotos für die Fans zuhause!
Zurück im Dorf verbrachten wir die Nacht in einem typischen mit Palmblättern gedeckten Haus. Es steht, so wie alles in diesem Dorf (Hühnerstall mit eingeschlossen) auf Stelzen. – In der Regenzeit kann man das 5 Meter entfernte Nachbarhaus nur schwimmend oder per Einbaum erreichen.
Wenn wir mal gerade nicht zu Fuß im Dschungel unterwegs waren, erkundeten wir per Boot die kleinen Flüsse und Kanäle in der Gegend. Diese Trips nutzten wir natürlich auch zum Fischen. Nicht nur zum Spaß, sondern auch um ein Mittagessen zu haben. So kam es vor, dass wir erst mal fröhlich baden gingen, dann an der gleichen Stelle ein paar Piranhas raus fingen und diese dann gemütlich verspeisten. Die Fischreste wurden dann wieder im Wasser entsorgt, wo sich gleich einige ihrer Artgenossen die Bäuche voll schlugen. Nach dem sich die Wellen geglättet hatten gingen wir wieder baden – man muss sich ja die fettigen Fischfinger waschen, oder?
Die Piranhas ließen uns auch in Ruhe - sie attackieren normalerweise keine (unverletzten) Menschen. Aber es gibt ja noch andere Fische in diesen Gewässern…und einer von ihnen hatte gerade Appetit auf Marita und – zack – fehlte ein Stück von einem Muttermahl. Diese kleinen Muttermahlfetischisten sind eigentlich harmlos, aber Marita ging dann doch aus dem Wasser, da das blutende Muttermal ja noch größere Kaliber anlocken kann…
Der vierte Tag unseres Trips bestand eigentlich nur aus der Rückfahrt nach Yarinacocha. Trotzdem hatten wir das Glück vom Boot aus noch einiges zu sehen. In einem Baum entdeckten wir 2 Faultiere und nur ein Stück weiter saß auf jedem dritten Baum ein riesiger grüner Leguan. Im Fluss sahen wir immer wieder die Flossen eines pinken oder blauen Flussdelfins und hunderte Vögel flatterten, wie schon die letzten Tage immer um uns herum.
Wie es sich für eine perfekte Dschungeltour gehört kriegten wir dann auch noch einen echten Tropenschütter ab. Also, wenn es hier mal regnet, dann richtig! Es schüttet wie irre, blitzt und donnert und man hat das Gefühl als würde die Welt gleich untergehen. Die Leute hier lassen sich aber von solchen Kleinigkeiten nicht aus der Ruhe bringen. Es wird trotzdem gefischt, am Fluss gepaddelt und die Wäsche gewaschen…
Nach diesem echt genialen Trip ging es für uns wieder zurück nach Pucallpa von wo aus es per Frachtschiff Richtung Iquitos weitergehen würde…
Pucallpa und die Laguna Yarinacocha...
Nach einigen Monaten in den eher kalten Hochanden, war die Ankunft in Pucallpa, als betrete man ein Dampfbad. Die jährliche Durchschnittstemperatur!!! liegt hier bei 26 Grad, die konstante Luftfeuchtigkeit lässt es aber noch heißer erscheinen…
Die Stadt, die vor wenigen Jahrzehnten noch eine Dschungelsiedlung mit wenigen Tausenden Einwohnern war, beherbergt heute, dank ihrer großteils asphaltierten Straße nach Lima über 300.000 Menschen. Sie ist damit der einzige große Amazonashafen in Peru mit Straßenanschluss. Durch die relativ junge und unspektakuläre Entstehungsgeschichte Pucallpas ist auch das Stadtbild dementsprechend: keine wirklichen Sehenswürdigkeiten, großteils Zweckbauten und große Armenviertel am Stadtrand. Hauptverkehrsmittel sind Motocarros (motorisierte Rikschas), die einen Höllenlärm machen.
Nach 2 Tagen in dieser Dschungelmetropole zog es uns zur ruhigeren, 10km entfernten Lagune Yarinacocha. Hier sollte es Riesenleguane, pinke Delfine, Shipibodörfer und viel, viel Dschungel geben. Die Frage, wie wir das Ganze erkunden würden erübrigte sich gleich bei der Ankunft.
Wir kamen mit Chelo, einem Dschungelguide, der auch ein bisschen Deutsch spricht ins Gespräch und er machte uns ein langzeitreisendenpreisgerechtes Angebot, das wir kurzerhand annahmen. Früh am nächsten Morgen starteten wir zu unserer 4-tägigen Tour in den Dschungel…
Die Stadt, die vor wenigen Jahrzehnten noch eine Dschungelsiedlung mit wenigen Tausenden Einwohnern war, beherbergt heute, dank ihrer großteils asphaltierten Straße nach Lima über 300.000 Menschen. Sie ist damit der einzige große Amazonashafen in Peru mit Straßenanschluss. Durch die relativ junge und unspektakuläre Entstehungsgeschichte Pucallpas ist auch das Stadtbild dementsprechend: keine wirklichen Sehenswürdigkeiten, großteils Zweckbauten und große Armenviertel am Stadtrand. Hauptverkehrsmittel sind Motocarros (motorisierte Rikschas), die einen Höllenlärm machen.
Nach 2 Tagen in dieser Dschungelmetropole zog es uns zur ruhigeren, 10km entfernten Lagune Yarinacocha. Hier sollte es Riesenleguane, pinke Delfine, Shipibodörfer und viel, viel Dschungel geben. Die Frage, wie wir das Ganze erkunden würden erübrigte sich gleich bei der Ankunft.
Wir kamen mit Chelo, einem Dschungelguide, der auch ein bisschen Deutsch spricht ins Gespräch und er machte uns ein langzeitreisendenpreisgerechtes Angebot, das wir kurzerhand annahmen. Früh am nächsten Morgen starteten wir zu unserer 4-tägigen Tour in den Dschungel…
Lima...
Nach der schockierenden Fahrt durch die Erdbebengebiete ging’s ab ins Großstadtgetümmel von Lima.- Wieder mal eine Stadt mit so vielen Einwohnern wie Österreich…
Zu dieser Jahreszeit ist die peruanische Hauptstadt nicht das ideale Urlaubsziel. Sie kriegt viel feuchte Luft vom Pazifik ab und die Temperaturen liegen meist nur um die 10 Grad. Die Sonne kann man aufgrund des ganztägigen Nebels meist nur erahnen – Richtiges grausliches Herbstwetter!
Aus diesem Grund, und da Großstädte sowieso nichts für uns sind, fassten wir uns kurz, machten das übliche Sightseeing und einige Besorgungen für unsere Weiterreise ins Amazonasbecken.
Neben den üblichen Sehenswürdigkeiten wie Kathedrale, Präsidentenpalast mit spektakulärer Wachablöse und der Plaza de Armas hat Lima auch noch eine kleine Besonderheit, die die meisten Touristen übersehen. Auf der Plaza San Martín steht unter der eindrucksvollen Statue des großen Generals die kleinere Figur der „Madre Patria“. Der spanische Künstler hatte den Auftrag ihr einen Kranz aus „llama“ auf das Haupt zu setzen. Es bedachte damals jedoch keiner die Doppeldeutigkeit des Wortes – Llama heißt auf Spanisch sowohl „Flammen“ als auch „Lama“…und so ziert nun ein kleines, süßes Tierchen ihr Haupt…
Erschöpft vom ganzen Sightseeing (bzw. stundenlangem herumlatschen in einer viel zu großen Stadt), gönnten wir uns endlich unser wohlverdientes Cuy (Meerschweinchen). – Echt lecker diese Viecherl! Wenn wer ein gutes Rezept braucht, schreibt uns einfach ein Mail!
Da wir die kalten Regionen Südamerikas mit Lima für die nächsten Monate abgeschlossen haben, nutzten wir die Kleiderspende für die Erdbebenopfer und erleichterten unsere Rucksäcke um Jacken und Fleecehosen…
Wir froren zwar die letzten Stunden in Lima, aber die Vorfreude auf die Tropen wärmte uns ein wenig…
Die Strecke von Lima nach Pucallpa gilt als die gefährlichste Route in ganz Peru, da es regelmäßig zu Raubüberfällen auf Reisebusse gekommen ist. Deshalb empfehlen auch alle Reiseführer einen Flug. Unser Konto hatte aber das letzte Wort und bestand auf die Busfahrt.
Es lief alles, wie bei jeder anderen Busreise, bis wir dann um Mitternacht geweckt wurden. Vor uns stand ein Mann in Tarnhosen, Trainingsjacke und Baseballkappe mit einem riesengroßen Jagdgewehr am Rücken…
Er bat höflich um die Aufmerksamkeit der Fahrgäste und brachte sein Anliegen dar…Er wollte, wie kann es anders sein, Geld von uns…
Seine Motivation war aber keine Kriminelle, sondern eher gegenteilig. Er war Mitglied einer Bürgerwehr, die die Reisebusse auf diesem gefährlichen Straßenabschnitt begleiten und bat um eine kleine Spende, da der Staat dieses Projekt finanziell nicht unterstützt. Sie arbeiten zwar mit der Polizei zusammen, bekommen aber kein Geld dafür, dass sie sich Nacht für Nacht für eine sichere Strecke einsetzen.
Nach einer relativ rauen und ungemütlichen Fahrt über Schotterpisten kamen wir dann frühmorgens endlich in Pucallpa an…
Zu dieser Jahreszeit ist die peruanische Hauptstadt nicht das ideale Urlaubsziel. Sie kriegt viel feuchte Luft vom Pazifik ab und die Temperaturen liegen meist nur um die 10 Grad. Die Sonne kann man aufgrund des ganztägigen Nebels meist nur erahnen – Richtiges grausliches Herbstwetter!
Aus diesem Grund, und da Großstädte sowieso nichts für uns sind, fassten wir uns kurz, machten das übliche Sightseeing und einige Besorgungen für unsere Weiterreise ins Amazonasbecken.
Neben den üblichen Sehenswürdigkeiten wie Kathedrale, Präsidentenpalast mit spektakulärer Wachablöse und der Plaza de Armas hat Lima auch noch eine kleine Besonderheit, die die meisten Touristen übersehen. Auf der Plaza San Martín steht unter der eindrucksvollen Statue des großen Generals die kleinere Figur der „Madre Patria“. Der spanische Künstler hatte den Auftrag ihr einen Kranz aus „llama“ auf das Haupt zu setzen. Es bedachte damals jedoch keiner die Doppeldeutigkeit des Wortes – Llama heißt auf Spanisch sowohl „Flammen“ als auch „Lama“…und so ziert nun ein kleines, süßes Tierchen ihr Haupt…
Erschöpft vom ganzen Sightseeing (bzw. stundenlangem herumlatschen in einer viel zu großen Stadt), gönnten wir uns endlich unser wohlverdientes Cuy (Meerschweinchen). – Echt lecker diese Viecherl! Wenn wer ein gutes Rezept braucht, schreibt uns einfach ein Mail!
Da wir die kalten Regionen Südamerikas mit Lima für die nächsten Monate abgeschlossen haben, nutzten wir die Kleiderspende für die Erdbebenopfer und erleichterten unsere Rucksäcke um Jacken und Fleecehosen…
Wir froren zwar die letzten Stunden in Lima, aber die Vorfreude auf die Tropen wärmte uns ein wenig…
Die Strecke von Lima nach Pucallpa gilt als die gefährlichste Route in ganz Peru, da es regelmäßig zu Raubüberfällen auf Reisebusse gekommen ist. Deshalb empfehlen auch alle Reiseführer einen Flug. Unser Konto hatte aber das letzte Wort und bestand auf die Busfahrt.
Es lief alles, wie bei jeder anderen Busreise, bis wir dann um Mitternacht geweckt wurden. Vor uns stand ein Mann in Tarnhosen, Trainingsjacke und Baseballkappe mit einem riesengroßen Jagdgewehr am Rücken…
Er bat höflich um die Aufmerksamkeit der Fahrgäste und brachte sein Anliegen dar…Er wollte, wie kann es anders sein, Geld von uns…
Seine Motivation war aber keine Kriminelle, sondern eher gegenteilig. Er war Mitglied einer Bürgerwehr, die die Reisebusse auf diesem gefährlichen Straßenabschnitt begleiten und bat um eine kleine Spende, da der Staat dieses Projekt finanziell nicht unterstützt. Sie arbeiten zwar mit der Polizei zusammen, bekommen aber kein Geld dafür, dass sie sich Nacht für Nacht für eine sichere Strecke einsetzen.
Nach einer relativ rauen und ungemütlichen Fahrt über Schotterpisten kamen wir dann frühmorgens endlich in Pucallpa an…
Mit dem Bus durch die Erdbebengebiete...
Nach ein paar Tagen des Einkaufens und Organisierens in Cusco haben wir es endlich geschafft diese Stadt hinter uns zu lassen (insgesamt waren wir 20 Tage in der Stadt). Die Busfahrt ging durch die Ortschaften Ica und Pisco, die vom kürzlichen Erdbeben am schwersten betroffen waren. Was wir da sahen hat uns schwer bewegt, weshalb wir darüber auch einen Eintrag verfassen obwohl es ja „nur“ eine Busfahrt war…
Aus den Medien kannten wir ja schon einige Bilder, aber das ganze Ausmaß der Katastrophe wurde uns erst bewusst, als wir mit dem Bus mitten durch die am schwersten betroffenen Gegenden fuhren.
Die Randgebiete von Ica und praktisch ganz Pisco sind ein einziges Trümmerfeld. Es erinnert an Bilder, die man von bombardierten Städten kennt. Immer wieder sind Dächer eingestürzt oder es fehlt einfach eine Ecke vom Haus. Wir sahen auch ganze Siedlungen, die völlig in sich zusammengestürzt waren. Die Menschen leben meist in Zelten vor ihren in Trümmern liegenden Häusern. Teilweise campieren sie auch vor intakten Häusern – vermutlich aus Angst wieder hineinzugehen. (Es gab noch tagelang Nachbeben der Stärke 5-6…)
Als wir mit dem Bus durch diese Städte fuhren wurde es sehr still. Während vorher noch ein Film gezeigt worden ist und die Stimmung sehr fröhlich war, saßen plötzlich alle nur mehr betroffen am Fenster und betrachteten fassungslos die Zerstörung.
Am schwersten betroffen ist die ärmere Bevölkerung, deren einfache Häuser meist aus ungebrannten Lehmziegeln gebaut sind. Oft wird an Zement gespart, was die Häuser extrem unstabil macht. In manchen Stadtteilen ist einfach alles zerstört. Schulen, Krankenhäuser und Kirchen sind teils schwer beschädigt. Es fehlt an allem. In unserem Bus ging sogar jemand mit einem großen Sack durch und bat, die Fahrgäste ob sie nicht ein paar Snacks oder Kekse hätten, die sie für die Menschen der Region spenden könnten.
Wenn man durch diese Städte fährt merkt man aber auch, dass die Menschen schon wieder mit dem Aufbau beginnen. Die wichtigen Straßen sind zum Großteil schon wieder provisorisch hergerichtet, überall werden die Trümmer beseitigt, der Schutt wird von den noch verwendbaren Ziegeln getrennt und neue Mauern werden aufgezogen.
Hier in Südamerika kennt man Erdbeben und weiß damit umzugehen…
Aus den Medien kannten wir ja schon einige Bilder, aber das ganze Ausmaß der Katastrophe wurde uns erst bewusst, als wir mit dem Bus mitten durch die am schwersten betroffenen Gegenden fuhren.
Die Randgebiete von Ica und praktisch ganz Pisco sind ein einziges Trümmerfeld. Es erinnert an Bilder, die man von bombardierten Städten kennt. Immer wieder sind Dächer eingestürzt oder es fehlt einfach eine Ecke vom Haus. Wir sahen auch ganze Siedlungen, die völlig in sich zusammengestürzt waren. Die Menschen leben meist in Zelten vor ihren in Trümmern liegenden Häusern. Teilweise campieren sie auch vor intakten Häusern – vermutlich aus Angst wieder hineinzugehen. (Es gab noch tagelang Nachbeben der Stärke 5-6…)
Als wir mit dem Bus durch diese Städte fuhren wurde es sehr still. Während vorher noch ein Film gezeigt worden ist und die Stimmung sehr fröhlich war, saßen plötzlich alle nur mehr betroffen am Fenster und betrachteten fassungslos die Zerstörung.
Am schwersten betroffen ist die ärmere Bevölkerung, deren einfache Häuser meist aus ungebrannten Lehmziegeln gebaut sind. Oft wird an Zement gespart, was die Häuser extrem unstabil macht. In manchen Stadtteilen ist einfach alles zerstört. Schulen, Krankenhäuser und Kirchen sind teils schwer beschädigt. Es fehlt an allem. In unserem Bus ging sogar jemand mit einem großen Sack durch und bat, die Fahrgäste ob sie nicht ein paar Snacks oder Kekse hätten, die sie für die Menschen der Region spenden könnten.
Wenn man durch diese Städte fährt merkt man aber auch, dass die Menschen schon wieder mit dem Aufbau beginnen. Die wichtigen Straßen sind zum Großteil schon wieder provisorisch hergerichtet, überall werden die Trümmer beseitigt, der Schutt wird von den noch verwendbaren Ziegeln getrennt und neue Mauern werden aufgezogen.
Hier in Südamerika kennt man Erdbeben und weiß damit umzugehen…
Sonntag, 19. August 2007
Machu Picchu...
Schon beim Ticketkauf wussten wir worin das Weltwunder besteht: Es ist echt ein Wunder es zu schaffen so vielen Touristen täglich so viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Der Eintrittspreis hat sich seit Anfang des Jahres von ca. 23 Dollar auf 40 Dollar erhöht. Ein Preis, der im Vergleich zu den anderen Preisen in Peru einfach unverschämt hoch ist. Aber dank einer kleinen Datumsänderung auf Maritas Studentenausweis zahlte wenigstens einer von uns nur die Hälfte – die 2 Euro für den Datumsstempel hatten sich echt ausgezahlt!!!
Zeitig um 5 in der Früh starteten wir zu Fuß Richtung Machu Picchu. Mit dem Bus fahren kam sowieso nicht in Frage, da erstens unser Trek noch nicht abgeschlossen war und zweitens der Horrortarif von 6 Dollar für 20 Minuten Fahrt (normalerweise kostet das eine 5stündige Fahrt über Schotterpisten) nicht ganz unserem Budget entspricht…
Nach gut einer Stunde Aufstieg standen wir (wie hunderte andere Bustouristen) vor dem Eingang zu Machu Picchu. Hier erfuhren wir auch, dass die Mitnahme von Pet-Flaschen und Essen in die Ruinen untersagt ist, es drinnen aber nichts zu kaufen gibt und sogar die Toiletten außerhalb der Anlage sind – und auf dem Ticket steht ganz groß: Single Entry!!! Ab diesem Zeitpunkt waren wir nur noch gefrustet und hätten auf dem Absatz kehrt gemacht, hätten wir die Tickets nicht schon gehabt…
Gott sei Dank wollen da so viele Leute rein, dass sie dir nur die Sachen abnehmen, die du offen in der Hand trägst – die Rucksäcke durchsuchen sie zum Glück noch nicht. Somit hatten wir Essen und Trinken mit und ein Busch würde sich in der Not schon finden…
Wir schafften es trotz der langen Schlange vor Sonnenaufgang in den Ruinen zu sein, die um diese Urzeit noch ruhiger sind und durch das wenige Licht doch einen mystischen Hauch bekommen. Während die meisten Touristen brav nach Reiseführerempfehlung beim Wächterhaus auf den Sonnenaufgang warteten genossen wir das Schauspiel von weiter unten. Das Schauspiel bestand aber für uns nicht im Sonnenaufgang an sich (wir hatten auf unserem Trek schon viel spektakulärere gesehen), sondern darin die kleinen Punkte am Berg zu beobachten, die wie die Tauben im Verschlag auf die ersten Sonnenstrahlen warteten. Als es dann endgültig hell war und die Touristenmassen die Ruinen stürmten verzogen wir uns auf den Inti Punku – einen gegenüberliegenden Hügel, von wo aus man eine geniale Sicht auf die Stadt hat. Hier kommen auch die „Überlebenden“ des 3-tägigen Inkatrails an (Ja, es gibt tatsächlich T-Shirts zu kaufen mit „I survived the Inka-Trail!“) Es war eine Fetzengaudi ihnen zuzusehen wie sie sich freuten die Expedition geschafft zu haben…Wir saßen daneben, mampften Marmeladebrote und grinsten einfach nur.
Zurück in den Ruinen streunten wir stundenlang herum und sahen uns jedes Gebäude an. Dank des in Cusco gekauften kleinen Führers und den geguideten Touren, an die wir uns immer wieder dran hängten, wussten wir bald alles Wissenswerte über die Anlage. Bei so vielen Großgruppen, die da herumrennen muss man ja echt nicht für einen Guide bezahlen und wir sind ja auch nicht wählerisch…englisch, deutsch, spanisch, italienisch….wir verstehen eh alles! (Kevin hörte echt 10 Minuten bei einer Gruppe zu und checkte nicht, dass die da nicht spanisch, sondern italienisch redet – aber Hauptsache ist, er hat alles verstanden!)
Um kurz vor 11 kamen wir dann zufällig wieder beim Einlass für den Wayna Picchu (der spitze Berg, der auf jedem berühmten Machu Picchu- Foto zu sehen ist) vorbei und es standen gerade wenige Leute da, also stellten wir uns dazu. (Man kann den Wayna Picchu besteigen. Die Zahl der Besucher ist jedoch auf 400 pro Tag begrenzt und die Tickets dafür bekommt man nur bald in der Früh und muss sich dafür ewig lang anstellen. Uns war das in der Früh zu blöd, gefrustet wie wir waren…) Als wir an der Reihe waren sagte uns der Typ am Einlass, dass wir die glücklichen des Tages seien und sie noch einige Plätze frei hatten. Wir bekamen die Nummern 384 und 385 und konnten den Berg besteigen. Manche Besucher machen aus diesem Hügel ja echt eine Expedition und brauchen 1- 1 ½ Stunden für seine Bezwingung – Wir liefen in 25 Minuten rauf…Ja, wenn kein Rucksack da ist der bremst…
Die Aussicht von dort oben ist schon gewaltig und die Ruinen am Berg sind von Psychos gebaut! Mitten in der Steilwand die 300m senkrecht abfällt über einem Überhang stehen Mauern und Gebäude seit mehreren hundert Jahren.
Vom Gipfel gäbe es einen Rundweg über den Templo de la Luna zurück zur Stadt, wo sie uns aber nicht mehr runter ließen, weil es schon zu spät sei. Also stiegen wir wieder fast bis zum Eingang ab und machen den Rundweg zum Templo in die andere Richtung – viel mehr Höhenmeter und streckenmäßig auch weiter, aber echt lohnenswert. Wir waren aber trotzdem rechtzeitig wieder in Machu Picchu. Nach gesamt 8 Stunden in den Ruinen hatten wir genug alte Steine und Touristen gesehen und machten uns wieder auf den Weg zurück nach Aguas Calientes.
Fazit unseres Besuchs in der verlorenen Stadt:
Machu Picchu ist schon eine echt eindrucksvolle Stadt und die architektonische Leistung der Inka (und der Archäologen, die 40% der heute sichtbaren Mauern gebaut haben) ist erstaunlich. Leider ist alles so übertouristisch und einfach schon ausgelutscht. Machu Picchu ist heute einfach nichts Besonderes mehr – jeder der es sich leisten kann kommt hin und sein vielleicht ehemals vorhandenes mystisches Flair ist schon lange verweht. Alles in allem war Choquequirao, wenn es auch nicht so viele Gebäude hat, interessanter, eindrucksvoller und einfach viel relaxter! Wenn uns jetzt jemand fragen würde ob wir uns Machu Picchu noch einmal ansehen würden, wäre die eindeutige Antwort: JEIN!
Am nächsten Tag ging es wieder zu Fuß (inzwischen haben wir fast Angst vor der wahnsinnigen Geschwindigkeit von motorisierten Fahrzeugen) zurück in das relaxte und noch nicht von Touristen verdorbene Santa Teresa.
Der Rücktransport von dort nach Cusco war anstrengend und ein Abenteuer für sich. Zuerst ging es mit einem (8-Personen) Minibus in dem 23 Personen Platz fanden (einer sogar auf dem Dach) über enge Andenschotterpisten in das surreale Santa Maria, das wirkt als wäre es einem schlechten Western entsprungen. Von dort quälte sich dann ein uralter Bus zurück nach Cusco. Vor einigen Wochen war auf dieser Strecke ein großer Erdrutsch weshalb wir teilweise auf einer sehr provisorischen Ausweichstrecke sehr nahe an beunruhigend tiefen Abgründen unterwegs waren. In jeder Kurve musste der Bus reversieren und stand schon halb über der hunderte Meter tiefen Schlucht – Wir waren echt froh wieder in Cusco zu sein!
Hier werden wir noch ein paar Tage ausspannen, unser wohlverdientes Meerschweinchen essen, die Ausrüstung pflegen und dann geht es ab Richtung Amazonas!!!
Zeitig um 5 in der Früh starteten wir zu Fuß Richtung Machu Picchu. Mit dem Bus fahren kam sowieso nicht in Frage, da erstens unser Trek noch nicht abgeschlossen war und zweitens der Horrortarif von 6 Dollar für 20 Minuten Fahrt (normalerweise kostet das eine 5stündige Fahrt über Schotterpisten) nicht ganz unserem Budget entspricht…
Nach gut einer Stunde Aufstieg standen wir (wie hunderte andere Bustouristen) vor dem Eingang zu Machu Picchu. Hier erfuhren wir auch, dass die Mitnahme von Pet-Flaschen und Essen in die Ruinen untersagt ist, es drinnen aber nichts zu kaufen gibt und sogar die Toiletten außerhalb der Anlage sind – und auf dem Ticket steht ganz groß: Single Entry!!! Ab diesem Zeitpunkt waren wir nur noch gefrustet und hätten auf dem Absatz kehrt gemacht, hätten wir die Tickets nicht schon gehabt…
Gott sei Dank wollen da so viele Leute rein, dass sie dir nur die Sachen abnehmen, die du offen in der Hand trägst – die Rucksäcke durchsuchen sie zum Glück noch nicht. Somit hatten wir Essen und Trinken mit und ein Busch würde sich in der Not schon finden…
Wir schafften es trotz der langen Schlange vor Sonnenaufgang in den Ruinen zu sein, die um diese Urzeit noch ruhiger sind und durch das wenige Licht doch einen mystischen Hauch bekommen. Während die meisten Touristen brav nach Reiseführerempfehlung beim Wächterhaus auf den Sonnenaufgang warteten genossen wir das Schauspiel von weiter unten. Das Schauspiel bestand aber für uns nicht im Sonnenaufgang an sich (wir hatten auf unserem Trek schon viel spektakulärere gesehen), sondern darin die kleinen Punkte am Berg zu beobachten, die wie die Tauben im Verschlag auf die ersten Sonnenstrahlen warteten. Als es dann endgültig hell war und die Touristenmassen die Ruinen stürmten verzogen wir uns auf den Inti Punku – einen gegenüberliegenden Hügel, von wo aus man eine geniale Sicht auf die Stadt hat. Hier kommen auch die „Überlebenden“ des 3-tägigen Inkatrails an (Ja, es gibt tatsächlich T-Shirts zu kaufen mit „I survived the Inka-Trail!“) Es war eine Fetzengaudi ihnen zuzusehen wie sie sich freuten die Expedition geschafft zu haben…Wir saßen daneben, mampften Marmeladebrote und grinsten einfach nur.
Zurück in den Ruinen streunten wir stundenlang herum und sahen uns jedes Gebäude an. Dank des in Cusco gekauften kleinen Führers und den geguideten Touren, an die wir uns immer wieder dran hängten, wussten wir bald alles Wissenswerte über die Anlage. Bei so vielen Großgruppen, die da herumrennen muss man ja echt nicht für einen Guide bezahlen und wir sind ja auch nicht wählerisch…englisch, deutsch, spanisch, italienisch….wir verstehen eh alles! (Kevin hörte echt 10 Minuten bei einer Gruppe zu und checkte nicht, dass die da nicht spanisch, sondern italienisch redet – aber Hauptsache ist, er hat alles verstanden!)
Um kurz vor 11 kamen wir dann zufällig wieder beim Einlass für den Wayna Picchu (der spitze Berg, der auf jedem berühmten Machu Picchu- Foto zu sehen ist) vorbei und es standen gerade wenige Leute da, also stellten wir uns dazu. (Man kann den Wayna Picchu besteigen. Die Zahl der Besucher ist jedoch auf 400 pro Tag begrenzt und die Tickets dafür bekommt man nur bald in der Früh und muss sich dafür ewig lang anstellen. Uns war das in der Früh zu blöd, gefrustet wie wir waren…) Als wir an der Reihe waren sagte uns der Typ am Einlass, dass wir die glücklichen des Tages seien und sie noch einige Plätze frei hatten. Wir bekamen die Nummern 384 und 385 und konnten den Berg besteigen. Manche Besucher machen aus diesem Hügel ja echt eine Expedition und brauchen 1- 1 ½ Stunden für seine Bezwingung – Wir liefen in 25 Minuten rauf…Ja, wenn kein Rucksack da ist der bremst…
Die Aussicht von dort oben ist schon gewaltig und die Ruinen am Berg sind von Psychos gebaut! Mitten in der Steilwand die 300m senkrecht abfällt über einem Überhang stehen Mauern und Gebäude seit mehreren hundert Jahren.
Vom Gipfel gäbe es einen Rundweg über den Templo de la Luna zurück zur Stadt, wo sie uns aber nicht mehr runter ließen, weil es schon zu spät sei. Also stiegen wir wieder fast bis zum Eingang ab und machen den Rundweg zum Templo in die andere Richtung – viel mehr Höhenmeter und streckenmäßig auch weiter, aber echt lohnenswert. Wir waren aber trotzdem rechtzeitig wieder in Machu Picchu. Nach gesamt 8 Stunden in den Ruinen hatten wir genug alte Steine und Touristen gesehen und machten uns wieder auf den Weg zurück nach Aguas Calientes.
Fazit unseres Besuchs in der verlorenen Stadt:
Machu Picchu ist schon eine echt eindrucksvolle Stadt und die architektonische Leistung der Inka (und der Archäologen, die 40% der heute sichtbaren Mauern gebaut haben) ist erstaunlich. Leider ist alles so übertouristisch und einfach schon ausgelutscht. Machu Picchu ist heute einfach nichts Besonderes mehr – jeder der es sich leisten kann kommt hin und sein vielleicht ehemals vorhandenes mystisches Flair ist schon lange verweht. Alles in allem war Choquequirao, wenn es auch nicht so viele Gebäude hat, interessanter, eindrucksvoller und einfach viel relaxter! Wenn uns jetzt jemand fragen würde ob wir uns Machu Picchu noch einmal ansehen würden, wäre die eindeutige Antwort: JEIN!
Am nächsten Tag ging es wieder zu Fuß (inzwischen haben wir fast Angst vor der wahnsinnigen Geschwindigkeit von motorisierten Fahrzeugen) zurück in das relaxte und noch nicht von Touristen verdorbene Santa Teresa.
Der Rücktransport von dort nach Cusco war anstrengend und ein Abenteuer für sich. Zuerst ging es mit einem (8-Personen) Minibus in dem 23 Personen Platz fanden (einer sogar auf dem Dach) über enge Andenschotterpisten in das surreale Santa Maria, das wirkt als wäre es einem schlechten Western entsprungen. Von dort quälte sich dann ein uralter Bus zurück nach Cusco. Vor einigen Wochen war auf dieser Strecke ein großer Erdrutsch weshalb wir teilweise auf einer sehr provisorischen Ausweichstrecke sehr nahe an beunruhigend tiefen Abgründen unterwegs waren. In jeder Kurve musste der Bus reversieren und stand schon halb über der hunderte Meter tiefen Schlucht – Wir waren echt froh wieder in Cusco zu sein!
Hier werden wir noch ein paar Tage ausspannen, unser wohlverdientes Meerschweinchen essen, die Ausrüstung pflegen und dann geht es ab Richtung Amazonas!!!
2.Etappe: Von Choquequirao nach Machu Picchu...
Nach einem Tag in den Ruinen ging es weiter. Uns stand einer der anstrengendsten Tage unseres Treks bevor: Nach 300 Höhenmetern Aufstieg im dichten Urwald ein Abstieg von 1500 Metern in einer trockenen, glühend heißen Grassteppe und dann noch ein Aufstieg von 1200 Höhenmetern im feuchtschwülen Dschungel…
Zeitgleich mit uns verließ eine geguidete Tour Choquequirao, an die wir uns meist spurenlesenderweise anhängten (mit unseren Rucksäcken waren wir etwas langsamer als die anderen, die sich ohne Gepäck durchs Gelände plagten…) Mittagspause machten wir dann wieder gemeinsam. Da die Mulis der anderen ca. 2 Stunden hinter uns waren und somit das Futter für die Tour auch noch weit weg war, halfen wir kurzfristig mit Kocher und einem Packerl Spaghetti aus. Von dem Zeitpunkt an waren wir von Willy, dessen Guideehre wir gerade gerettet hatten, voll akzeptiert und er gab uns immer wieder Tips. Wir machten den Trek zwar alleine, campten aber meist gemeinsam und kriegten da immer wieder mal einen guten Rat oder einen heißen Mate de Coca…
Tags darauf ging es hinauf bis auf einen Pass mit 4200m und von dort wieder mal….hinunter zu einem Fluss. Unten im Tal wurde das Camp aufgeschlagen. Von dort stand uns nur noch ein großer Aufstieg bevor…der höchste Pass mit ca. 4800m. Dieser Tag war landschaftlich einer der beeindruckendsten des gesamten Treks, da wir zwischen zwei Fast-Sechstausender-Gipfeln mit Gletschern und schneebedeckten Steilwänden hindurchgingen, während uns die Sonne ins Gesicht brannte. Am Pass war es aber dann doch sehr windig und kalt, weshalb wir trotz völliger Erschöpfung schnell wieder abstiegen. Schön langsam machten sich auch die letzten Tage in den Beinen und Schultern bemerkbar – Man stemmt ja doch bei jedem Schritt bergauf das gesamte Gewicht des Rucksackes…und das für viele Tausend Höhenmeter über extrem steile Wege. Steiler hätten sie teilweise nicht sein dürfen, weil wir sonst trotz Bergstiefeln keinen Halt gefunden hätten…Hier in den Anden machen sie, im Gegensatz zu den Alpen, halt noch vernünftige Serpentinen…Höhenmeter statt Wegmeter!
Nach dem Pass ging es noch viele Stunden weiter, da sich nirgends ein Campplatz anbot. Wir marschierten an alten Inkaminen vorbei, über waghalsige Brückenkonstruktionen und enge Trampelpfade in sandigen Steilwänden die immer wieder mal weg brechen und hunderte Meter in die Tiefe bröseln….Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fanden wir doch noch einen Lagerplatz in der Nähe von heißen Quellen. Dort hätten wir rein theoretisch mitten im Dschungel unter einem heißen, natürlichen Wasserfall duschen können. Die Brückenkonstruktion um da hin zu kommen war uns aber ZU waghalsig und wir waren viel zu müde um auch nur an Körperpflege zu denken.
Am nächsten Tag ging es noch die letzte Monsteretappe durch den dichten Dschungel bis nach Santa Teresa. Die Touren verkürzen sich diese Strecke meist indem sie für die letzten 10-15km, wo dann schon wieder eine Schotterstraße ist, einen Transport nehmen – Wir bissen durch und machten auch das noch zu Fuß, vorbei an Kaffee- und Bananenplantagen, Giftschlagen, „Punk-Raupen“, Papageienschwärmen, handflächengroßen Schmetterlingen und unzähligen tropischen Früchten, die am Wegesrand zum jausnen einluden.
Völlig fertig und „fußmarod“ kamen wir in Santa Teresa an – nach nur 6 Trekkingtagen (2 Tage schneller als eigentlich gehofft).
In diesem 2000-Seelen-Nest mitten im Dschungel fühlten wir uns gleich wohl und beschlossen einen Tag auszuspannen, bevor wir weiter nach Machu Picchu gingen. Am ersten Abend gab es zum Einschlafen für jeden ein Voltaren, am nächsten Abend dann schon ein Bier…
Da der Großteil der Bevölkerung hier von der Landschaft lebt kamen wir wieder zu Unmengen von frischen Vitaminen zu Spottpreisen: 2 Riesenavocados für ca. 25 cent, 20 mittelgroße Bananen für 75 cent, ca. 3 Kilo Mandarinen für 25 cent,...
Nachdem unsere Füße einen Tag Erholung genossen hatten mussten sie wieder in die Stiefel und an die Arbeit. In Santa Teresa ging es runter zum Fußballfeld, dann mittels einer waghalsigen Cablecar-Konstruktion über einen reißenden Fluss (die 2 Kreuze am Ufer sahen wir zum Glück erst nach unserer Überfahrt…) und dann zwei Stunden lang die Straße entlang bis zu einem kleinen Kraftwerk. Von hier aus gehen Zugschienen bis nach Aguas Calientes (Ortschaft unterhalb von Machu Picchu). Man könnte die gesamte Strecke von Santa Teresa bis Aguas Calientes auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln (erst Bus und dann sauteurer Zug) machen – aber wenn schon, denn schon: Wir machen alles zu Fuß!
Die Strecke entlang der Schienen war wunderschön: exotische Blumen, Schwärme von Papageien, die kreischend über unsere Köpfen hinweg zogen, Unmengen von bunten Vögeln und Kolibris und neben uns immer der klare Rio Urubamba, der geradezu zum fischen einlädt…
Nach 5 Stunden waren wir dann in Aguas Calientes – nach gut einer Woche in der Wildnis ein echter Schock! Dieses kleine Nest ist der wohl hässlichste Fleck in Peru. Tausende Touristen, die in genauso vielen 3-Stern-Zweckbauten wohnen und in völlig überteuerten Restaurants essen gehen. In diesem Ort ein günstiges Hostal oder Restaurant zu finden ist fast unmöglich – wir kamen glücklicherweise für ein paar Soles in einer Hostel-Baustelle unter…
Am nächsten Tag sollte es dann nach Machu Picchu, in die verlorene Stadt der Inka und eines der neuen sieben Weltwunder gehen.
Zeitgleich mit uns verließ eine geguidete Tour Choquequirao, an die wir uns meist spurenlesenderweise anhängten (mit unseren Rucksäcken waren wir etwas langsamer als die anderen, die sich ohne Gepäck durchs Gelände plagten…) Mittagspause machten wir dann wieder gemeinsam. Da die Mulis der anderen ca. 2 Stunden hinter uns waren und somit das Futter für die Tour auch noch weit weg war, halfen wir kurzfristig mit Kocher und einem Packerl Spaghetti aus. Von dem Zeitpunkt an waren wir von Willy, dessen Guideehre wir gerade gerettet hatten, voll akzeptiert und er gab uns immer wieder Tips. Wir machten den Trek zwar alleine, campten aber meist gemeinsam und kriegten da immer wieder mal einen guten Rat oder einen heißen Mate de Coca…
Tags darauf ging es hinauf bis auf einen Pass mit 4200m und von dort wieder mal….hinunter zu einem Fluss. Unten im Tal wurde das Camp aufgeschlagen. Von dort stand uns nur noch ein großer Aufstieg bevor…der höchste Pass mit ca. 4800m. Dieser Tag war landschaftlich einer der beeindruckendsten des gesamten Treks, da wir zwischen zwei Fast-Sechstausender-Gipfeln mit Gletschern und schneebedeckten Steilwänden hindurchgingen, während uns die Sonne ins Gesicht brannte. Am Pass war es aber dann doch sehr windig und kalt, weshalb wir trotz völliger Erschöpfung schnell wieder abstiegen. Schön langsam machten sich auch die letzten Tage in den Beinen und Schultern bemerkbar – Man stemmt ja doch bei jedem Schritt bergauf das gesamte Gewicht des Rucksackes…und das für viele Tausend Höhenmeter über extrem steile Wege. Steiler hätten sie teilweise nicht sein dürfen, weil wir sonst trotz Bergstiefeln keinen Halt gefunden hätten…Hier in den Anden machen sie, im Gegensatz zu den Alpen, halt noch vernünftige Serpentinen…Höhenmeter statt Wegmeter!
Nach dem Pass ging es noch viele Stunden weiter, da sich nirgends ein Campplatz anbot. Wir marschierten an alten Inkaminen vorbei, über waghalsige Brückenkonstruktionen und enge Trampelpfade in sandigen Steilwänden die immer wieder mal weg brechen und hunderte Meter in die Tiefe bröseln….Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fanden wir doch noch einen Lagerplatz in der Nähe von heißen Quellen. Dort hätten wir rein theoretisch mitten im Dschungel unter einem heißen, natürlichen Wasserfall duschen können. Die Brückenkonstruktion um da hin zu kommen war uns aber ZU waghalsig und wir waren viel zu müde um auch nur an Körperpflege zu denken.
Am nächsten Tag ging es noch die letzte Monsteretappe durch den dichten Dschungel bis nach Santa Teresa. Die Touren verkürzen sich diese Strecke meist indem sie für die letzten 10-15km, wo dann schon wieder eine Schotterstraße ist, einen Transport nehmen – Wir bissen durch und machten auch das noch zu Fuß, vorbei an Kaffee- und Bananenplantagen, Giftschlagen, „Punk-Raupen“, Papageienschwärmen, handflächengroßen Schmetterlingen und unzähligen tropischen Früchten, die am Wegesrand zum jausnen einluden.
Völlig fertig und „fußmarod“ kamen wir in Santa Teresa an – nach nur 6 Trekkingtagen (2 Tage schneller als eigentlich gehofft).
In diesem 2000-Seelen-Nest mitten im Dschungel fühlten wir uns gleich wohl und beschlossen einen Tag auszuspannen, bevor wir weiter nach Machu Picchu gingen. Am ersten Abend gab es zum Einschlafen für jeden ein Voltaren, am nächsten Abend dann schon ein Bier…
Da der Großteil der Bevölkerung hier von der Landschaft lebt kamen wir wieder zu Unmengen von frischen Vitaminen zu Spottpreisen: 2 Riesenavocados für ca. 25 cent, 20 mittelgroße Bananen für 75 cent, ca. 3 Kilo Mandarinen für 25 cent,...
Nachdem unsere Füße einen Tag Erholung genossen hatten mussten sie wieder in die Stiefel und an die Arbeit. In Santa Teresa ging es runter zum Fußballfeld, dann mittels einer waghalsigen Cablecar-Konstruktion über einen reißenden Fluss (die 2 Kreuze am Ufer sahen wir zum Glück erst nach unserer Überfahrt…) und dann zwei Stunden lang die Straße entlang bis zu einem kleinen Kraftwerk. Von hier aus gehen Zugschienen bis nach Aguas Calientes (Ortschaft unterhalb von Machu Picchu). Man könnte die gesamte Strecke von Santa Teresa bis Aguas Calientes auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln (erst Bus und dann sauteurer Zug) machen – aber wenn schon, denn schon: Wir machen alles zu Fuß!
Die Strecke entlang der Schienen war wunderschön: exotische Blumen, Schwärme von Papageien, die kreischend über unsere Köpfen hinweg zogen, Unmengen von bunten Vögeln und Kolibris und neben uns immer der klare Rio Urubamba, der geradezu zum fischen einlädt…
Nach 5 Stunden waren wir dann in Aguas Calientes – nach gut einer Woche in der Wildnis ein echter Schock! Dieses kleine Nest ist der wohl hässlichste Fleck in Peru. Tausende Touristen, die in genauso vielen 3-Stern-Zweckbauten wohnen und in völlig überteuerten Restaurants essen gehen. In diesem Ort ein günstiges Hostal oder Restaurant zu finden ist fast unmöglich – wir kamen glücklicherweise für ein paar Soles in einer Hostel-Baustelle unter…
Am nächsten Tag sollte es dann nach Machu Picchu, in die verlorene Stadt der Inka und eines der neuen sieben Weltwunder gehen.
1.Etappe: Von Cachora nach Choquequirao...
Nachdem wir die ganze Info (eine Karte im Maßstab 1:100 000) zusammen hatten und alles was wir für die 7-14 Tage (so unsere Info) brauchten besorgt hatten ging es mit dem Bus und dann das letzte Stück mit dem Taxi über enge, unbefestigte Gebirgsstraßen nach Cachora - ein Nest mit mehr Mulis als Einwohnern wo die Schweine auf der Plaza chillen…Ein paar Lehmhäuser mitten im Nirgendwo…
Von dort starteten wir dann mit unseren 18 bzw. 20 kg schweren Rucksäcken den Bergen entgegen Richtung Choquequirao. Nach ein paar hundert Höhenmetern auf und ab ging es dann zum finalen Abstieg für den ersten Tag – 1500 Höhenmeter hinunter zum Fluss. Dort wurde gecampt. Am nächsten Tag ging es dann auf der anderen Seite genauso weit wieder hinauf. Unsere anfängliche Sorge den Weg nicht zu finden zerstreute sich schnell, denn mit uns waren noch einige Touristen und viele Mulis unterwegs (Mit zweiteren konnten wir uns besser identifizieren…) Obwohl die Touris nur ihre Wasserfläschchen spazieren tragen mussten waren wir trotzdem über eine Stunde vor ihnen am Campingplatz von Choquequirao und machten uns dort einen gemütlichen Nachmittag. Die Ruinen sollten erst am nächsten Tag und da dafür ausführlich erkundet werden.
Wie alle großen Inkastädte wurde Choquequirao aus strategischen Gründen auf einem hohen Bergrücken mitten im Dschungel erbaut. Auf zwei Seiten fallen die Felswände mehrere hundert Meter fast senkrecht ab. Es ist unvorstellbar wie man in diesem Gelände eine so große Stadt errichten kann – mit Bewässerungssystem, Terrassen für die Landwirtschaft, Tempel aus riesengroßen, perfekt ineinander gepassten Steinen, Wohn- und Lagerhäuser,… Die gesamte Anlage erstreckt sich auf ca. 300 Höhenmetern und einer Fläche vergleichbar mit der von Machu Picchu. Um von den untersten Terrassen zum Haupttempel zu gelangen, kommt man ganz schön ins Schwitzen…So viel zum Thema „Erholungstag in den Ruinen“…
Das schöne an Choquequirao ist, dass man es nur durch einen zweitägigen Fußmarsch erreichen kann und es sich jeder Besucher hart verdienen muss.
Die Stadt war, wie Machu Picchu, lange Zeit unentdeckt geblieben. Anfang des 20. Jahrhunderts machte dann Hirham Bingham die Wiederentdeckung sowohl von Machu Picchu als auch von Choquequirao, welches aber, im Gegensatz zu seiner Schwester wieder in Vergessenheit geriet. Erst vor wenigen Jahren begann man die Stadt freizulegen. Bis heute sind erst ca. 20% der Ruinen vom Dschungel befreit. Überall sieht man noch von den Pflanzen überwucherte Mauern und an allen Ecken und Enden merkt man, dass noch daran gearbeitet wird dem Urwald diese wieder abzuringen.
Wir hatten einen Riesenspaß beim Erkunden der Ruinen. Zum einen gibt es kaum Touristen und zum anderen keine Absperrungen – ein Paradies für uns! Man kann den ganzen Tag darin herumklettern und im umliegenden Dschungel auf Entdeckungsreise gehen…
Von dort starteten wir dann mit unseren 18 bzw. 20 kg schweren Rucksäcken den Bergen entgegen Richtung Choquequirao. Nach ein paar hundert Höhenmetern auf und ab ging es dann zum finalen Abstieg für den ersten Tag – 1500 Höhenmeter hinunter zum Fluss. Dort wurde gecampt. Am nächsten Tag ging es dann auf der anderen Seite genauso weit wieder hinauf. Unsere anfängliche Sorge den Weg nicht zu finden zerstreute sich schnell, denn mit uns waren noch einige Touristen und viele Mulis unterwegs (Mit zweiteren konnten wir uns besser identifizieren…) Obwohl die Touris nur ihre Wasserfläschchen spazieren tragen mussten waren wir trotzdem über eine Stunde vor ihnen am Campingplatz von Choquequirao und machten uns dort einen gemütlichen Nachmittag. Die Ruinen sollten erst am nächsten Tag und da dafür ausführlich erkundet werden.
Wie alle großen Inkastädte wurde Choquequirao aus strategischen Gründen auf einem hohen Bergrücken mitten im Dschungel erbaut. Auf zwei Seiten fallen die Felswände mehrere hundert Meter fast senkrecht ab. Es ist unvorstellbar wie man in diesem Gelände eine so große Stadt errichten kann – mit Bewässerungssystem, Terrassen für die Landwirtschaft, Tempel aus riesengroßen, perfekt ineinander gepassten Steinen, Wohn- und Lagerhäuser,… Die gesamte Anlage erstreckt sich auf ca. 300 Höhenmetern und einer Fläche vergleichbar mit der von Machu Picchu. Um von den untersten Terrassen zum Haupttempel zu gelangen, kommt man ganz schön ins Schwitzen…So viel zum Thema „Erholungstag in den Ruinen“…
Das schöne an Choquequirao ist, dass man es nur durch einen zweitägigen Fußmarsch erreichen kann und es sich jeder Besucher hart verdienen muss.
Die Stadt war, wie Machu Picchu, lange Zeit unentdeckt geblieben. Anfang des 20. Jahrhunderts machte dann Hirham Bingham die Wiederentdeckung sowohl von Machu Picchu als auch von Choquequirao, welches aber, im Gegensatz zu seiner Schwester wieder in Vergessenheit geriet. Erst vor wenigen Jahren begann man die Stadt freizulegen. Bis heute sind erst ca. 20% der Ruinen vom Dschungel befreit. Überall sieht man noch von den Pflanzen überwucherte Mauern und an allen Ecken und Enden merkt man, dass noch daran gearbeitet wird dem Urwald diese wieder abzuringen.
Wir hatten einen Riesenspaß beim Erkunden der Ruinen. Zum einen gibt es kaum Touristen und zum anderen keine Absperrungen – ein Paradies für uns! Man kann den ganzen Tag darin herumklettern und im umliegenden Dschungel auf Entdeckungsreise gehen…
Cusco und das Valle Sagrado...
Auf Quechua (andine Ursprache, die auch heute noch von vielen Menschen gesprochen wird) bedeutet Cusco „Nabel der Welt“. Der Legende nach wurde die Stadt von den ersten Inka Manco Capac und Mama Ocllo (seiner Schwester bzw. Frau) deswegen an dieser Stelle gegründet, weil ihr Speer hier ohne Widerstand im Boden versank und sie somit den Nabel oder die Mitte der Welt gefunden hatten. Von hier aus bauten sie ihr riesiges Imperium auf…
Als vor ein paar hundert Jahren dann die Spanier über die Inka siegten zerstörten sie die alten Tempel und errichteten ihre Kathedralen und Prunkbauten auf deren Grundmauern (welche bei Erdbeben unbeschadet stehen bleiben während die Aufbauten erhebliche Schäden davontragen…)
Cusco ist gerade wegen dieser Mischung interessant und ist deshalb leider auch eines der Touristenzentren in Südamerika – Wir waren von Anfang an genervt! Man kommt sich vor wie ein riesengroßes Sparschwein, dem alle nur das Geld aus den Taschen ziehen wollen.
Da es kurzfristig so aussah als könnten wir in La Paz in einem Kinderdorf mitarbeiten saßen wir gewissermaßen in Cusco fest, während wir auf eine Antwort warteten. Wir nutzten die Zeit indem wir uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Cusco und Umgebung ansahen.
Wir machten den Fehler eine übertouristische Tour zu den Ruinen in Pisac und Ollantaytambo im valle sagrado (heiliges Tal der Inka) zu machen – viel Zeit auf irgendwelchen Kunstramschmärkten und kaum Zeit in den Ruinen…Es war uns eine Lehre – in Zukunft machen wir wieder alles do-it-yourself!
Die Ruinen in der näheren Umgebung besuchten wir auf eigene Faust und konnten dort nach Herzenslust herumklettern und alles erkunden. Wir fuhren mit einem einheimischen Bus bis nach Tambomachay (die am weitesten von Cusco entfernte Ruine) und gingen dann über Pukapukara und Q’enko bis nach Sacsayhuaman (davon haben wir leider aufgrund eines Speicherkartenfehlers keine brauchbaren Fotos…)
Nachdem wir alle Ruinen und sonstigen Sehenswürdigkeiten gesehen hatten und noch immer auf Antwort aus La Paz warten mussten machten wir das Beste aus der Situation und verzogen uns ins Künstlerviertel San Blas, wo wir barfuss in der Sonne saßen, knüpften und lasen… So lässt sich sogar Cusco aushalten…
Nach über einer Woche erhielten wir dann die enttäuschende Nachricht, dass aus unserer spontanen Volunteer-Aktion doch nichts werden würde und so begannen wir gleich mit den Vorbereitungen für unser nächstes Vorhaben…
Dass wir Machu Picchu sehen wollen war von Anfang an klar, da das einfach dazugehört, wenn man schon mal in Peru ist. Und dass wir nicht mit dem Zug fahren würden war auch klar (Zugfahrt von wenigen Stunden kostet in der billigsten Klasse ca. 100 Dollar und das ist der einzige offizielle Weg hinzukommen).
Der große Trend im Moment ist es den Inkatrail zu gehen, was aber nicht mehr so leicht und schön wie noch vor wenigen Jahren ist: Man kann nur mit einer geguideten Tour gehen, was man schon monatelang im Voraus buchen muss. Man darf seine Sachen nicht selber tragen und Tragtiere sind auch verboten, da ihre Hufe den Trail beschädigen. Deshalb wird das ganze Zeug auf arme peruanische Träger verladen, die in großen Gewebesäcken mit Stofftüchern als Trageriemen bis zu 30 kg schleppen…für einen Hungerlohn. Um den Inkatrail machen zu können zahlt man aber Länge mal Breite. So was können wir weder mit unserem Geldbörsel noch mit unserem Gewissen vereinbaren.
Auf der Suche nach einer Alternativroute hörten wir dann auch von der Ruinenstadt Choquequirao, die genauso groß ist wie ihre Schwester Machu Picchu, aber erst vor kurzem wiederentdeckt wurde. Der Großteil der Stadt ist immer noch vom Dschungel bedeckt und die einzige Möglichkeit hinzukommen ist zu Fuß. Und als wir auf einer Karte dann auch noch entdeckten, dass es einen kleinen Pfad gibt, der die zwei großen Ruinenstädte miteinander verbindet war klar – das MÜSSEN wir gehen! 123km durch die Wildnis, viele Tausend Höhenmeter rauf und wieder runter – also echt nichts für Schwachonis!
Es gibt nur sehr wenige Touristen, die sich diesen Trail antun – und wenn, dann nur mit Guide, Tragtieren (oft mehr Mulis als Trekker) und expeditionsartiger Ausführung. Da für uns aber zum Trekken auch dazu gehört sein eigenes Zeug zu tragen und wir nicht einsehen wie so ein armes Musli dazukommt unsere Sachen schleppen zu müssen, planten wir etwas angeblich unmögliches: diesen Trail ohne Mulis und Guide zu machen…
Wir hatten auch nach längerer Recherche weder jemanden ausfindig machen können, der diesen Trek solo und ohne Mulis gemacht hätte, noch konnten wir viel Information darüber auftreiben. Jedem, dem wir von unserem Vorhaben erzählten riet uns davon ab.
Aber genau das machte es interessant – Es gibt immer eine Premiere...
Als vor ein paar hundert Jahren dann die Spanier über die Inka siegten zerstörten sie die alten Tempel und errichteten ihre Kathedralen und Prunkbauten auf deren Grundmauern (welche bei Erdbeben unbeschadet stehen bleiben während die Aufbauten erhebliche Schäden davontragen…)
Cusco ist gerade wegen dieser Mischung interessant und ist deshalb leider auch eines der Touristenzentren in Südamerika – Wir waren von Anfang an genervt! Man kommt sich vor wie ein riesengroßes Sparschwein, dem alle nur das Geld aus den Taschen ziehen wollen.
Da es kurzfristig so aussah als könnten wir in La Paz in einem Kinderdorf mitarbeiten saßen wir gewissermaßen in Cusco fest, während wir auf eine Antwort warteten. Wir nutzten die Zeit indem wir uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Cusco und Umgebung ansahen.
Wir machten den Fehler eine übertouristische Tour zu den Ruinen in Pisac und Ollantaytambo im valle sagrado (heiliges Tal der Inka) zu machen – viel Zeit auf irgendwelchen Kunstramschmärkten und kaum Zeit in den Ruinen…Es war uns eine Lehre – in Zukunft machen wir wieder alles do-it-yourself!
Die Ruinen in der näheren Umgebung besuchten wir auf eigene Faust und konnten dort nach Herzenslust herumklettern und alles erkunden. Wir fuhren mit einem einheimischen Bus bis nach Tambomachay (die am weitesten von Cusco entfernte Ruine) und gingen dann über Pukapukara und Q’enko bis nach Sacsayhuaman (davon haben wir leider aufgrund eines Speicherkartenfehlers keine brauchbaren Fotos…)
Nachdem wir alle Ruinen und sonstigen Sehenswürdigkeiten gesehen hatten und noch immer auf Antwort aus La Paz warten mussten machten wir das Beste aus der Situation und verzogen uns ins Künstlerviertel San Blas, wo wir barfuss in der Sonne saßen, knüpften und lasen… So lässt sich sogar Cusco aushalten…
Nach über einer Woche erhielten wir dann die enttäuschende Nachricht, dass aus unserer spontanen Volunteer-Aktion doch nichts werden würde und so begannen wir gleich mit den Vorbereitungen für unser nächstes Vorhaben…
Dass wir Machu Picchu sehen wollen war von Anfang an klar, da das einfach dazugehört, wenn man schon mal in Peru ist. Und dass wir nicht mit dem Zug fahren würden war auch klar (Zugfahrt von wenigen Stunden kostet in der billigsten Klasse ca. 100 Dollar und das ist der einzige offizielle Weg hinzukommen).
Der große Trend im Moment ist es den Inkatrail zu gehen, was aber nicht mehr so leicht und schön wie noch vor wenigen Jahren ist: Man kann nur mit einer geguideten Tour gehen, was man schon monatelang im Voraus buchen muss. Man darf seine Sachen nicht selber tragen und Tragtiere sind auch verboten, da ihre Hufe den Trail beschädigen. Deshalb wird das ganze Zeug auf arme peruanische Träger verladen, die in großen Gewebesäcken mit Stofftüchern als Trageriemen bis zu 30 kg schleppen…für einen Hungerlohn. Um den Inkatrail machen zu können zahlt man aber Länge mal Breite. So was können wir weder mit unserem Geldbörsel noch mit unserem Gewissen vereinbaren.
Auf der Suche nach einer Alternativroute hörten wir dann auch von der Ruinenstadt Choquequirao, die genauso groß ist wie ihre Schwester Machu Picchu, aber erst vor kurzem wiederentdeckt wurde. Der Großteil der Stadt ist immer noch vom Dschungel bedeckt und die einzige Möglichkeit hinzukommen ist zu Fuß. Und als wir auf einer Karte dann auch noch entdeckten, dass es einen kleinen Pfad gibt, der die zwei großen Ruinenstädte miteinander verbindet war klar – das MÜSSEN wir gehen! 123km durch die Wildnis, viele Tausend Höhenmeter rauf und wieder runter – also echt nichts für Schwachonis!
Es gibt nur sehr wenige Touristen, die sich diesen Trail antun – und wenn, dann nur mit Guide, Tragtieren (oft mehr Mulis als Trekker) und expeditionsartiger Ausführung. Da für uns aber zum Trekken auch dazu gehört sein eigenes Zeug zu tragen und wir nicht einsehen wie so ein armes Musli dazukommt unsere Sachen schleppen zu müssen, planten wir etwas angeblich unmögliches: diesen Trail ohne Mulis und Guide zu machen…
Wir hatten auch nach längerer Recherche weder jemanden ausfindig machen können, der diesen Trek solo und ohne Mulis gemacht hätte, noch konnten wir viel Information darüber auftreiben. Jedem, dem wir von unserem Vorhaben erzählten riet uns davon ab.
Aber genau das machte es interessant – Es gibt immer eine Premiere...
Sonntag, 22. Juli 2007
Cañon (sprich canjon) de Colca...
Nach der Wochenendpause sind die Streiks in Arequipa natürlich mit frischem Schwung und neu gebastelten Puppen weitergegangen und das Wegkommen wurde uns wieder einmal verwehrt.
Nachdem wir von allen Seiten unterschiedliche Infos bekommen hatten fuhren wir einfach auf gut Glück zum Busterminal. Am Tor des Terminals kämpften wir uns erst einmal durch wütende Menschenmassen, die alle das Geld für ihre Tickets zurückwollten und kamen dank eines freundlichen Polizisten am Tor und unseres Touristenstatus auch rein. Im Terminal erfuhren wir, dass zwei Busunternehmen mitten in der Nacht (zu leider überteuerten Preisen) Richtung Cabanaconde fahren… unserem Trip in den Canon de Colca stand also nichts mehr im Weg….
Der Bus ging um 2 in der Früh, weswegen wir schon um 6 Uhr beim Cruz del Condor, dem berühmten Kondoraussichtspunkt im Canon, ankamen. Wir waren die einzigen Touristen im Bus und stiegen gemeinsam mit ca. 15 einheimischen Frauen, die große Säcke mit Touristenramsch dabeihatten aus. Die Kondore sollten erst um 8, wenn die Thermik aufgrund der Sonneneinstrahlung gut genug ist aus dem Canon aufsteigen und ihre Kreise ziehen. Wir nutzten die 2 Stunden bevor die Touristen in Strömen kamen um Kaffee zu kochen und die schöne Landschaft zu genießen.
Pünktlich um 8 kamen die Touristenbusse an, die Kondore hatten etwas Verspätung… Aber dann, als die Thermik endlich gut genug war erhoben sie sich in die Lüfte und zeigten ihre Flugkünste.
Der Andenkondor ist der größte flugfähige Vogel der Welt mit einer Flügelspannweite von bis zu 3m und einem Gewicht von bis zu 11kg. In der Andenregion wird er als heiliges Tier verehrt. Es ist echt faszinierend, wenn sich diese Riesenvögel in deiner unmittelbaren Nähe fast ohne Kraftaufwand entlang der Wände des Canons hinaufschrauben.
Wir hatten vor unserem Trip schon von Touristen gehört, dass die Kondore nur 30 Meter über ihren Köpfen hinweggesegelt waren und hofften, dass wir das gleiche Glück haben würden. Wir hatten Glück…dass sie nicht mit uns kollidierten! Nachdem uns einer der Kondore schon aus einigen hundert Metern Entfernung ins Visier genommen hatte, steuerte er direkt auf uns zu und brauste nur knappe 4 Meter über unsere Köpfe hinweg! Es muss aus der Entfernung lustig ausgesehen haben als 300 Menschen mit offenem Mund den Kopf eingezogen haben…
Mit offenem Mund haben sie auch uns angesehen, als wir gegen 9 unsere Rucksäcke schulterten und ganz selbstverständlich die staubige Straße entlang in Richtung Cabanaconde losmarschierten… ganz ohne Touribus oder Guide…immer dem Canon entlang.
Der Canon de Colca ist mit einer Tiefe von über 3000m einer der tiefsten Canons der Erde (der Grand Canion in den USA ist gerade mal halb so tief!) und erstreckt sich auf einer Länge von über 100km.
Kurz vor der kleinen Ortschaft Cabanaconde bogen wir (Dank der Wegbeschreibung von Jörg) rechts in den Canon ab. Von hier stiegen wir in immer steiler werdenden Serpentinen bis zum Grund des Canons, wo der Rio Colca fließt, ab.
Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von der Standard-Touristenroute und marschierten auf der anderen Seite des Canons in die hochgelegene kleine Ortschaft Tapay. Zu Inkazeiten hatte dieser Ort noch eine andere Lage und war mit über 1000 Einwohnern einer der wichtigsten Orte im Canon. Er dürfte auch ein wichtiges Handelszentrum für die Region gewesen sein, da Archäologen in den Ruinen Reste von Seefisch und anderen, nicht in der Region vorkommenden Speisen gefunden haben. Tapay wurde in der Kolonialzeit an seinen heutigen Ort verlegt, da die exponierte, strategisch gute Lage von den Spaniern nicht mehr benötigt wurde und dem Ort außerdem aufgrund des verschwindenden Gletschers das Wasser ausging. Die Ruinen des alten Ortes sind immer noch vorhanden. Die mussten wir natürlich sehen! Also fragten wir uns im Ort durch und marschierten den Wegbeschreibungen folgend los. Grundsätzlich waren diese ja auch richtig, nur erwischten wir leider, der irrigen Annahme folgend, die Ruinen müssten weiter den Hang rauf sein, die falsche Abzweigung. Nach ca. 400 Höhenmetern durch Kakteen und anderes stechendes Gewächs war dann Schluss – der Weg verlief sich im Dickicht. Naja, Umwege erhöhen die Ortskenntnis und Höhenmeter sind auch nie umsonst: Man hat meist eine schöne Aussicht und wenn nicht, so hat man wenigstens die Beinmuskulatur trainiert...
Wir kehrten also um und beim zweiten Anlauf kamen wir dann auch zu den Ruinen – eine faszinierende Anlage!
Völlig von Kakteen und anderem Gesträuch überwuchert stehen die teilweise noch sehr gut erhaltenen Ruinen im Steilhang. Dicht an dicht auf einer Riesenfläche stehen die Gebäude, die einst so viele Menschen beherbergt haben. Kaum ein Tourist verirrt sich hierher und deshalb gibt es auch keine ausgetretenen Wege zwischen den Ruinen. Man muss sich also seinen eigenen suchen und einfach drauflos klettern…
Oberhalb der Ortschaft in einer kleinen Höhle entdeckten wir dann auch eine Begräbnisstätte. Die Knochen und Schädel vieler Menschen lagen dort wild durcheinander geworfen. Aber inzwischen gewöhnen wir uns schon daran irgendwo menschliche Überreste zu finden…
Und nicht nur die Knochen erinnern an die früheren Bewohner dieser Ortschaft. Zwischen beziehungsweise in den Häusern liegen noch Tongefäße und Scherben, die von den Kakteen überwuchert werden. Die Ruinen von Tapay sind also keine von den typischen, von Archäologen zusammengeräumten und eingezäunten Stätten, sondern einfach eine alte Ortschaft, die sich die Natur langsam wieder zurückerobert.
Von den Ruinen ging es über zwei weitere kleine Ortschaften dann zum Touristenmagneten des Canons: der Oase Sangalle. Dieses kleine Fleckchen Erde trägt ihren Namen „El Paraiso“ zu Recht und lässt sich am besten durch die Fotos beschreiben.
Wie üblich waren sie mit uns Individualtouristen kurzfristig überfordert. Es fand sich jedoch schnell ein Plätzchen für unser Zelt und so beschlossen wir hier im Paradies einen Tag Pause einzulegen. Das muss man doch ausnutzen, wenn man für gut einen Euro pro Person campen und den 25 Grad warmen Pool benutzen kann. Die Touren kommen alle am Nachmittag an und brechen in der Nacht oder dem frühen Morgen schon wieder auf um beim Aufstieg der Tageshitze zu entgehen. Also hatten wir die gesamte Anlage am Vormittag für uns…
Da wir nicht zu den Frühaufstehern gehören und uns die Hitze nicht so viel ausmacht brachen wir nach besagtem Pausetag erst um 9 auf und stiegen in der Gluthitze des Vormittags in Rekordzeit nach Cabanaconde auf – Knappe 3 Stunden in der Hitze mit Gepäck, wo Normaltouren in der Nacht mit Tragtieren über 4 benötigen…Schön langsam kriegen wir echt eine Mörderkondi!
Von Cabanaconde ging es mit dem Bus wieder nach Arequipa wo wir jetzt noch einen Tag ausspannen. Dann geht es weiter nach Cusco – der ehemaligen Hauptstadt des Inkareichs…
Nachdem wir von allen Seiten unterschiedliche Infos bekommen hatten fuhren wir einfach auf gut Glück zum Busterminal. Am Tor des Terminals kämpften wir uns erst einmal durch wütende Menschenmassen, die alle das Geld für ihre Tickets zurückwollten und kamen dank eines freundlichen Polizisten am Tor und unseres Touristenstatus auch rein. Im Terminal erfuhren wir, dass zwei Busunternehmen mitten in der Nacht (zu leider überteuerten Preisen) Richtung Cabanaconde fahren… unserem Trip in den Canon de Colca stand also nichts mehr im Weg….
Der Bus ging um 2 in der Früh, weswegen wir schon um 6 Uhr beim Cruz del Condor, dem berühmten Kondoraussichtspunkt im Canon, ankamen. Wir waren die einzigen Touristen im Bus und stiegen gemeinsam mit ca. 15 einheimischen Frauen, die große Säcke mit Touristenramsch dabeihatten aus. Die Kondore sollten erst um 8, wenn die Thermik aufgrund der Sonneneinstrahlung gut genug ist aus dem Canon aufsteigen und ihre Kreise ziehen. Wir nutzten die 2 Stunden bevor die Touristen in Strömen kamen um Kaffee zu kochen und die schöne Landschaft zu genießen.
Pünktlich um 8 kamen die Touristenbusse an, die Kondore hatten etwas Verspätung… Aber dann, als die Thermik endlich gut genug war erhoben sie sich in die Lüfte und zeigten ihre Flugkünste.
Der Andenkondor ist der größte flugfähige Vogel der Welt mit einer Flügelspannweite von bis zu 3m und einem Gewicht von bis zu 11kg. In der Andenregion wird er als heiliges Tier verehrt. Es ist echt faszinierend, wenn sich diese Riesenvögel in deiner unmittelbaren Nähe fast ohne Kraftaufwand entlang der Wände des Canons hinaufschrauben.
Wir hatten vor unserem Trip schon von Touristen gehört, dass die Kondore nur 30 Meter über ihren Köpfen hinweggesegelt waren und hofften, dass wir das gleiche Glück haben würden. Wir hatten Glück…dass sie nicht mit uns kollidierten! Nachdem uns einer der Kondore schon aus einigen hundert Metern Entfernung ins Visier genommen hatte, steuerte er direkt auf uns zu und brauste nur knappe 4 Meter über unsere Köpfe hinweg! Es muss aus der Entfernung lustig ausgesehen haben als 300 Menschen mit offenem Mund den Kopf eingezogen haben…
Mit offenem Mund haben sie auch uns angesehen, als wir gegen 9 unsere Rucksäcke schulterten und ganz selbstverständlich die staubige Straße entlang in Richtung Cabanaconde losmarschierten… ganz ohne Touribus oder Guide…immer dem Canon entlang.
Der Canon de Colca ist mit einer Tiefe von über 3000m einer der tiefsten Canons der Erde (der Grand Canion in den USA ist gerade mal halb so tief!) und erstreckt sich auf einer Länge von über 100km.
Kurz vor der kleinen Ortschaft Cabanaconde bogen wir (Dank der Wegbeschreibung von Jörg) rechts in den Canon ab. Von hier stiegen wir in immer steiler werdenden Serpentinen bis zum Grund des Canons, wo der Rio Colca fließt, ab.
Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von der Standard-Touristenroute und marschierten auf der anderen Seite des Canons in die hochgelegene kleine Ortschaft Tapay. Zu Inkazeiten hatte dieser Ort noch eine andere Lage und war mit über 1000 Einwohnern einer der wichtigsten Orte im Canon. Er dürfte auch ein wichtiges Handelszentrum für die Region gewesen sein, da Archäologen in den Ruinen Reste von Seefisch und anderen, nicht in der Region vorkommenden Speisen gefunden haben. Tapay wurde in der Kolonialzeit an seinen heutigen Ort verlegt, da die exponierte, strategisch gute Lage von den Spaniern nicht mehr benötigt wurde und dem Ort außerdem aufgrund des verschwindenden Gletschers das Wasser ausging. Die Ruinen des alten Ortes sind immer noch vorhanden. Die mussten wir natürlich sehen! Also fragten wir uns im Ort durch und marschierten den Wegbeschreibungen folgend los. Grundsätzlich waren diese ja auch richtig, nur erwischten wir leider, der irrigen Annahme folgend, die Ruinen müssten weiter den Hang rauf sein, die falsche Abzweigung. Nach ca. 400 Höhenmetern durch Kakteen und anderes stechendes Gewächs war dann Schluss – der Weg verlief sich im Dickicht. Naja, Umwege erhöhen die Ortskenntnis und Höhenmeter sind auch nie umsonst: Man hat meist eine schöne Aussicht und wenn nicht, so hat man wenigstens die Beinmuskulatur trainiert...
Wir kehrten also um und beim zweiten Anlauf kamen wir dann auch zu den Ruinen – eine faszinierende Anlage!
Völlig von Kakteen und anderem Gesträuch überwuchert stehen die teilweise noch sehr gut erhaltenen Ruinen im Steilhang. Dicht an dicht auf einer Riesenfläche stehen die Gebäude, die einst so viele Menschen beherbergt haben. Kaum ein Tourist verirrt sich hierher und deshalb gibt es auch keine ausgetretenen Wege zwischen den Ruinen. Man muss sich also seinen eigenen suchen und einfach drauflos klettern…
Oberhalb der Ortschaft in einer kleinen Höhle entdeckten wir dann auch eine Begräbnisstätte. Die Knochen und Schädel vieler Menschen lagen dort wild durcheinander geworfen. Aber inzwischen gewöhnen wir uns schon daran irgendwo menschliche Überreste zu finden…
Und nicht nur die Knochen erinnern an die früheren Bewohner dieser Ortschaft. Zwischen beziehungsweise in den Häusern liegen noch Tongefäße und Scherben, die von den Kakteen überwuchert werden. Die Ruinen von Tapay sind also keine von den typischen, von Archäologen zusammengeräumten und eingezäunten Stätten, sondern einfach eine alte Ortschaft, die sich die Natur langsam wieder zurückerobert.
Von den Ruinen ging es über zwei weitere kleine Ortschaften dann zum Touristenmagneten des Canons: der Oase Sangalle. Dieses kleine Fleckchen Erde trägt ihren Namen „El Paraiso“ zu Recht und lässt sich am besten durch die Fotos beschreiben.
Wie üblich waren sie mit uns Individualtouristen kurzfristig überfordert. Es fand sich jedoch schnell ein Plätzchen für unser Zelt und so beschlossen wir hier im Paradies einen Tag Pause einzulegen. Das muss man doch ausnutzen, wenn man für gut einen Euro pro Person campen und den 25 Grad warmen Pool benutzen kann. Die Touren kommen alle am Nachmittag an und brechen in der Nacht oder dem frühen Morgen schon wieder auf um beim Aufstieg der Tageshitze zu entgehen. Also hatten wir die gesamte Anlage am Vormittag für uns…
Da wir nicht zu den Frühaufstehern gehören und uns die Hitze nicht so viel ausmacht brachen wir nach besagtem Pausetag erst um 9 auf und stiegen in der Gluthitze des Vormittags in Rekordzeit nach Cabanaconde auf – Knappe 3 Stunden in der Hitze mit Gepäck, wo Normaltouren in der Nacht mit Tragtieren über 4 benötigen…Schön langsam kriegen wir echt eine Mörderkondi!
Von Cabanaconde ging es mit dem Bus wieder nach Arequipa wo wir jetzt noch einen Tag ausspannen. Dann geht es weiter nach Cusco – der ehemaligen Hauptstadt des Inkareichs…
Chachani...
Da Jörg der Sache mit der Wochenendstreikpause nicht so ganz traute wurden wir am Samstag schon um halb 6 vom Hostal abgeholt. Das Geländeauto brachte uns an verlassenen Straßensperren vorbei und über Rumpelpisten bis auf 4800m. Von dort begann der Aufstieg ins 600m höher gelegene Basecamp. Nachdem das Camp stand und unsere Ausrüstung für den nächsten Tag angepasst war machten wir noch einen kurzen Akklimatisationsaufstieg um in der folgenden sehr kurzen Nacht wenigstens ein bisschen schlafen zu können. (Für alle, die keine Erfahrung im Höhenbergsteigen haben: Ab ca. 3500m sollte man nicht mehr auf der erreichten Tageshöhe schlafen, sondern noch einige hundert Meter auf- und wieder absteigen um den Kreislauf zu entlasten.)
Wir verkrochen uns früh in unsere Schlafsäcke um in der Nachmittagswärme wenigstens noch ein bisschen Ruhe zu bekommen. Während der Nacht kühlte es auf -10 Grad ab und in Verbindung mit der dünnen Luft fällt das Schlafen noch schwerer. Immer wieder schreckt man hoch, weil man das Gefühl hat, dass bei zu tiefem Schlaf einfach die Atmung aussetzt…Man hat Kopfschmerzen und es ist einem konstant übel.
Um kurz nach 1 in der Nacht weckte uns unser Bergführer (bzw. sagte er uns nur Bescheid) und nach einem heißen Tee ging es im Stockfinsteren, warm eingepackt dem Gipfel entgegen.
Die erste Stunde folgten wir einem steilen, aber einfachen Pfad bis wir an den Rand des ersten Eisfeldes kamen. Dort wurden dann die Steigeisen angelegt und im Schein der Kopflampen tasteten wir uns über das steile Eis. Der Untergrund ist hier sehr hart, da der Schnee bzw. das Eis jeden Nachmittag antaut um dann in der Nacht wieder steinhart zu gefrieren. Es ist ein sehr seltsames Gefühl in einer ca. 60 Grad steilen Eiswand zu stehen und die Taschenlampe leuchtet nur einige Meter aus. Beim Blick nach unten sieht man nur das blanke Eis, das nach 50 Metern mit der Dunkelheit verschmilzt – Es könnte also 55 oder 555 Meter fast senkrecht nach unten gehen…Trittsicherheit ist hier gefragt!
Je weiter wir aufstiegen, desto kälter und windiger wurde es. Das Problem in so großen Höhen ist, dass man aufgrund der dünnen Luft sehr langsam aufsteigen muss. Der Kreislauf ist zwar in vollem Gange (Puls 180) aber die Muskeln werden so langsam bewegt, dass sie schneller auskühlen als sie der Körper erwärmen kann. Trotz der 5 Lagen übereinander froren wir also wie blöd. (siehe Fotos) Kurz vor dem Gipfel zog dann Nebel auf, der aufgrund der inzwischen herrschenden -20 Grad sofort gefror, egal wo er hinfiel. Unsere gesamte Kleidung und Ausrüstung war mit feinen Eiskristallen überzogen. Marita kriegte sogar ein Eisbärenbussi ab…
Nach 5 Stunden (andere Gruppen brauchen dafür 6-8 Stunden) erreichten wir dann den Gipfel. 6075m über dem Meeresspiegel!!!!!! Ein Gefühl, dass man nicht beschreiben kann!
Nachdem wir ein paar Cocablätter geopfert hatten, waren die Berggeister noch so nett und lüfteten den Nebelvorhang, um uns die geniale Sicht auf den Vulkan Misti und Arequipa freizugeben.
Temperaturbedingt stiegen wir bald wieder zügig ab und waren um kurz vor 10 schon wieder im Basecamp. Nachdem das Camp abgebrochen war, ging es in großen Schritten über den Vulkanschotter zum Startpunkt hinunter wo uns schon der Geländewagen erwartete. Um 1 Uhr Nachmittag stiegen wir völlig erschöpft, aber überglücklich vor unserem Hostal aus.
Der Hostalbesitzer war überrascht uns schon so früh zu sehen und fragte uns, ob wir es denn WIRKLICH bis nach oben geschafft haben, da normalerweise die Leute erst um frühestens 4 von der Tour zurück sind. Die einmonatige Akklimatisationsphase in Bolivien dürfte sich gelohnt haben…
Wir verkrochen uns früh in unsere Schlafsäcke um in der Nachmittagswärme wenigstens noch ein bisschen Ruhe zu bekommen. Während der Nacht kühlte es auf -10 Grad ab und in Verbindung mit der dünnen Luft fällt das Schlafen noch schwerer. Immer wieder schreckt man hoch, weil man das Gefühl hat, dass bei zu tiefem Schlaf einfach die Atmung aussetzt…Man hat Kopfschmerzen und es ist einem konstant übel.
Um kurz nach 1 in der Nacht weckte uns unser Bergführer (bzw. sagte er uns nur Bescheid) und nach einem heißen Tee ging es im Stockfinsteren, warm eingepackt dem Gipfel entgegen.
Die erste Stunde folgten wir einem steilen, aber einfachen Pfad bis wir an den Rand des ersten Eisfeldes kamen. Dort wurden dann die Steigeisen angelegt und im Schein der Kopflampen tasteten wir uns über das steile Eis. Der Untergrund ist hier sehr hart, da der Schnee bzw. das Eis jeden Nachmittag antaut um dann in der Nacht wieder steinhart zu gefrieren. Es ist ein sehr seltsames Gefühl in einer ca. 60 Grad steilen Eiswand zu stehen und die Taschenlampe leuchtet nur einige Meter aus. Beim Blick nach unten sieht man nur das blanke Eis, das nach 50 Metern mit der Dunkelheit verschmilzt – Es könnte also 55 oder 555 Meter fast senkrecht nach unten gehen…Trittsicherheit ist hier gefragt!
Je weiter wir aufstiegen, desto kälter und windiger wurde es. Das Problem in so großen Höhen ist, dass man aufgrund der dünnen Luft sehr langsam aufsteigen muss. Der Kreislauf ist zwar in vollem Gange (Puls 180) aber die Muskeln werden so langsam bewegt, dass sie schneller auskühlen als sie der Körper erwärmen kann. Trotz der 5 Lagen übereinander froren wir also wie blöd. (siehe Fotos) Kurz vor dem Gipfel zog dann Nebel auf, der aufgrund der inzwischen herrschenden -20 Grad sofort gefror, egal wo er hinfiel. Unsere gesamte Kleidung und Ausrüstung war mit feinen Eiskristallen überzogen. Marita kriegte sogar ein Eisbärenbussi ab…
Nach 5 Stunden (andere Gruppen brauchen dafür 6-8 Stunden) erreichten wir dann den Gipfel. 6075m über dem Meeresspiegel!!!!!! Ein Gefühl, dass man nicht beschreiben kann!
Nachdem wir ein paar Cocablätter geopfert hatten, waren die Berggeister noch so nett und lüfteten den Nebelvorhang, um uns die geniale Sicht auf den Vulkan Misti und Arequipa freizugeben.
Temperaturbedingt stiegen wir bald wieder zügig ab und waren um kurz vor 10 schon wieder im Basecamp. Nachdem das Camp abgebrochen war, ging es in großen Schritten über den Vulkanschotter zum Startpunkt hinunter wo uns schon der Geländewagen erwartete. Um 1 Uhr Nachmittag stiegen wir völlig erschöpft, aber überglücklich vor unserem Hostal aus.
Der Hostalbesitzer war überrascht uns schon so früh zu sehen und fragte uns, ob wir es denn WIRKLICH bis nach oben geschafft haben, da normalerweise die Leute erst um frühestens 4 von der Tour zurück sind. Die einmonatige Akklimatisationsphase in Bolivien dürfte sich gelohnt haben…
Die Streiks...
Wie sieht es aus, wenn in Europa die Lehrer streiken?...Hier in Peru machen auch noch alle anderen mit, die gerade Zeit, keine Lust zum Arbeiten oder Freude an Lagerfeuern und Straßensperren haben. Plötzlich geht es nicht nur um die Bildungsreform, sondern auch noch um die Brotpreiserhöhung, die Regierung im Allgemeinen und so manch andere, nicht ganz durchschaubare Sachen.
In ganz Arequipa säumten Demonstrantengruppen die Straßen, schwenkten Banner und Fahnen, machten Radau, pfiffen und schrien. Auf der Plaza ging es so richtig zur Sache: Hier vermischten sich die Demogruppen zu einer großen Demonstration und so wurde gemeinsam für und gegen alles Mögliche demonstriert. Es wurden Fahnen, Pappfiguren und Autoreifen verbrannt und durch Megaphone Parolen gebrüllt. Und in diesen Menschenmengen machten die Straßenverkäufer das Geschäft ihres Lebens. Eis, Zuckerwatte, Götterspeise, Chips und Süßigkeiten ließen (wenn man von den mit Tränengas, Knüppeln und Schilden bewaffneten Polizisten rund um die Plaza absah) richtige Volksfeststimmung aufkommen.
Da niemand genau wusste, wie lange die Streiks und Straßenblockaden noch andauern würden mussten wir jeden Abend bei Jörg anrufen, um zu erfahren ob wir am nächsten Tag auf den Chachani starten konnten.
Am Samstag war es dann so weit – Wochenendpause! Wozu streiken, wenn man sowieso frei hat? – Das ist halt südamerikanischer Hausverstand…Die Straßenblockaden waren also vorübergehend aufgehoben und wir konnten starten!
In ganz Arequipa säumten Demonstrantengruppen die Straßen, schwenkten Banner und Fahnen, machten Radau, pfiffen und schrien. Auf der Plaza ging es so richtig zur Sache: Hier vermischten sich die Demogruppen zu einer großen Demonstration und so wurde gemeinsam für und gegen alles Mögliche demonstriert. Es wurden Fahnen, Pappfiguren und Autoreifen verbrannt und durch Megaphone Parolen gebrüllt. Und in diesen Menschenmengen machten die Straßenverkäufer das Geschäft ihres Lebens. Eis, Zuckerwatte, Götterspeise, Chips und Süßigkeiten ließen (wenn man von den mit Tränengas, Knüppeln und Schilden bewaffneten Polizisten rund um die Plaza absah) richtige Volksfeststimmung aufkommen.
Da niemand genau wusste, wie lange die Streiks und Straßenblockaden noch andauern würden mussten wir jeden Abend bei Jörg anrufen, um zu erfahren ob wir am nächsten Tag auf den Chachani starten konnten.
Am Samstag war es dann so weit – Wochenendpause! Wozu streiken, wenn man sowieso frei hat? – Das ist halt südamerikanischer Hausverstand…Die Straßenblockaden waren also vorübergehend aufgehoben und wir konnten starten!
Arequipa...
Nach Puno sind wir in die „ciudad blanca“ – „die weiße Stadt“ weitergereist. Arequipa trägt diesen Namen, weil seine alten Gebäude aus der Kolonialzeit vorwiegend aus sillar, einem weißen Vulkangestein gebaut sind. Die Stadt liegt eingebettet in einer Ebene zwischen den drei Vulkanen El Misti (5822m), Pichu Pichu (5571m) und Chachani (6075m). Aufgrund seiner beeindruckenden Lage befindet sich Arequipa aber auch in konstanter Gefahr. Jedes Jahrhundert wurde die Stadt von schweren Erdbeben oder Vulkanausbrüchen erschüttert, das letzte mal 2001. Geologen sagen außerdem eine große Eruption des Vulkan Misti voraus, was heute tragischer wäre als je zuvor, da die Stadt immer weiter seine Hänge emporwächst.
Der Vulkan Misti ist wegen seiner perfekten Kegelform der bekannteste und auch der am häufigsten bestiegene Vulkan in Arequipa. Uns faszinierte aber von Anfang an der Chachani viel mehr. Er ist technisch anspruchsvoller als der Misti und ist um gute 200m höher – Ein 6000er!
Von Henny, einer Deutschen, die wir in Puno kennen gelernt haben, erfuhren wir von Jörg, einem Berliner, der in Arequipa eine Touragency hat. Bei ihm buchten wir die Tour zum Chachani im Austausch für einige Informationen bezüglich Canon de Colca und Choquequirao – unsere nächsten geplanten Ziele. Nach einem mehrstündigen Informationsaustausch (bei dem wir mehr über den Amazonas und Linux als über den Chachani erfuhren) stand es fest: Am nächsten Tag um 05.45 sollte es losgehen…
Als wir nach einer kurzen Nacht um halb 6 in Jörgs Büro standen erfuhren wir, dass die Peruaner mal wieder mit ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Streiken, beschäftigt sind und unsere Tour aufgrund der Straßensperren nicht möglich ist. Da wir ja zum Glück keinen Zeitdruck haben und sowieso in Arequipa festsaßen machten wir das Beste daraus und genossen das Spektakel…
Der Vulkan Misti ist wegen seiner perfekten Kegelform der bekannteste und auch der am häufigsten bestiegene Vulkan in Arequipa. Uns faszinierte aber von Anfang an der Chachani viel mehr. Er ist technisch anspruchsvoller als der Misti und ist um gute 200m höher – Ein 6000er!
Von Henny, einer Deutschen, die wir in Puno kennen gelernt haben, erfuhren wir von Jörg, einem Berliner, der in Arequipa eine Touragency hat. Bei ihm buchten wir die Tour zum Chachani im Austausch für einige Informationen bezüglich Canon de Colca und Choquequirao – unsere nächsten geplanten Ziele. Nach einem mehrstündigen Informationsaustausch (bei dem wir mehr über den Amazonas und Linux als über den Chachani erfuhren) stand es fest: Am nächsten Tag um 05.45 sollte es losgehen…
Als wir nach einer kurzen Nacht um halb 6 in Jörgs Büro standen erfuhren wir, dass die Peruaner mal wieder mit ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Streiken, beschäftigt sind und unsere Tour aufgrund der Straßensperren nicht möglich ist. Da wir ja zum Glück keinen Zeitdruck haben und sowieso in Arequipa festsaßen machten wir das Beste daraus und genossen das Spektakel…
Sonntag, 8. Juli 2007
Puno und die Islas...
Puno ist eine eigentlich nicht sehr ansehnliche Großstadt an den Ufern des Titikakasees. Sie ist aber ein wichtiger Ausgangspunkt zu weiteren Attraktionen des Sees. Von hier aus kann man die Inseln vor der Bucht von Puno besuchen. Wir besuchten zwei davon – die angeblichen Highlights:
In dem Schilfgürtel vor Puno lebt das Volk der Uros. Sie leben auf künstlichen schwimmenden Inseln, die komplett aus totora, dem hier wachsenden Schilf, gebaut sind. Boden, Häuser, Schiffe,…alles ist aus dem leichten, mit Lufthohlräumen gefüllten Halmen gebaut. Ihre schwimmenden Inseln sind einem ständigen Prozess der Verrottung ausgesetzt und müssen daher ständig gewartet werden – das was unten wegfault muss oben nachgelegt werden. Alle 15 Tage braucht eine Insel eine neue Lage totora.
Die Uros begannen ihre schwimmende Existenz schon vor Jahrhunderten, um sich von den aggresiven Völkern der Collas und Inkas zu isolieren. Sie lebten hauptsächlich vom Fisch- und Vogelfang. Heute gibt es immer noch 37 Inseln auf denen je 3-11 Familien wohnen. Sie leben immer noch auf ihre traditionelle Art und Weise, wobei die Haupteinkommensquelle jetzt der Tourismus ist. Alles was erwirtschaftet wird kommt der ganzen Gemeinde zugute – Kommunismus im kleinen Rahmen, der funktioniert…
Die zweite Insel, die wir besuchten war Taquile, eine natürliche Insel, die schon seit Jahrtausenden bewohnt und bewirtschaftet wird. Sie sieht der Isla del Sol mit ihren Terrassen und Steinmauern sehr ähnlich. Auf Taquile gibt es eine lange Tradition des Strickens und Webens. Während die Frauen einen der feinsten Stoffe der Welt weben, ist Stricken reine Männersache. Ihre traditionellen Hauben (die auch über den gesellschaftlichen Status Auskunft geben) werden aus so feinen Fäden gestrickt, dass es Monate dauert eine von ihnen fertig zu stellen. Wenn man eine von diesen Hauben mit ihren komplizierten Mustern und Verzierungen sieht ist es unglaublich, dass so etwas per Hand gemacht worden ist – Die Männer von Taquile werden nicht zu unrecht als die besten Stricker der Welt bezeichnet.
Die Aufgabe der Frauen ist es für ihre Männer jedes Jahr einen ca. 15cm breiten Gurt zu weben, auf dem in feinsten Bildern die wichtigsten Ereignisse des Jahres zu sehen sind. Unter diesem wird ein aus festerem Material geknüpfter Gurt getragen in dem das Haar der Frau eingearbeitet ist. Er hat in etwa die gleiche Bedeutung wie bei uns der Ehering.
Die Tour, die wir gemacht haben um die zwei Inseln zu sehen war leider sehr touristisch, aber auch die einzige Möglichkeit das alles zu sehen. Wir wissen also nicht, ob alle Männer auf Taquile wirklich immer mit dem Strickzeug herumlaufen oder ob sie es ablegen, sobald die Tourboote den Hafen verlassen…
In dem Schilfgürtel vor Puno lebt das Volk der Uros. Sie leben auf künstlichen schwimmenden Inseln, die komplett aus totora, dem hier wachsenden Schilf, gebaut sind. Boden, Häuser, Schiffe,…alles ist aus dem leichten, mit Lufthohlräumen gefüllten Halmen gebaut. Ihre schwimmenden Inseln sind einem ständigen Prozess der Verrottung ausgesetzt und müssen daher ständig gewartet werden – das was unten wegfault muss oben nachgelegt werden. Alle 15 Tage braucht eine Insel eine neue Lage totora.
Die Uros begannen ihre schwimmende Existenz schon vor Jahrhunderten, um sich von den aggresiven Völkern der Collas und Inkas zu isolieren. Sie lebten hauptsächlich vom Fisch- und Vogelfang. Heute gibt es immer noch 37 Inseln auf denen je 3-11 Familien wohnen. Sie leben immer noch auf ihre traditionelle Art und Weise, wobei die Haupteinkommensquelle jetzt der Tourismus ist. Alles was erwirtschaftet wird kommt der ganzen Gemeinde zugute – Kommunismus im kleinen Rahmen, der funktioniert…
Die zweite Insel, die wir besuchten war Taquile, eine natürliche Insel, die schon seit Jahrtausenden bewohnt und bewirtschaftet wird. Sie sieht der Isla del Sol mit ihren Terrassen und Steinmauern sehr ähnlich. Auf Taquile gibt es eine lange Tradition des Strickens und Webens. Während die Frauen einen der feinsten Stoffe der Welt weben, ist Stricken reine Männersache. Ihre traditionellen Hauben (die auch über den gesellschaftlichen Status Auskunft geben) werden aus so feinen Fäden gestrickt, dass es Monate dauert eine von ihnen fertig zu stellen. Wenn man eine von diesen Hauben mit ihren komplizierten Mustern und Verzierungen sieht ist es unglaublich, dass so etwas per Hand gemacht worden ist – Die Männer von Taquile werden nicht zu unrecht als die besten Stricker der Welt bezeichnet.
Die Aufgabe der Frauen ist es für ihre Männer jedes Jahr einen ca. 15cm breiten Gurt zu weben, auf dem in feinsten Bildern die wichtigsten Ereignisse des Jahres zu sehen sind. Unter diesem wird ein aus festerem Material geknüpfter Gurt getragen in dem das Haar der Frau eingearbeitet ist. Er hat in etwa die gleiche Bedeutung wie bei uns der Ehering.
Die Tour, die wir gemacht haben um die zwei Inseln zu sehen war leider sehr touristisch, aber auch die einzige Möglichkeit das alles zu sehen. Wir wissen also nicht, ob alle Männer auf Taquile wirklich immer mit dem Strickzeug herumlaufen oder ob sie es ablegen, sobald die Tourboote den Hafen verlassen…
Isla del Sol
Nach dem Kevin heil in Copacabana angekommen war konnte es endlich auf die Isla del Sol gehen (weswegen wir eigentlich hierher gefahren waren…) Diese Insel ist der Inkalegende zufolge der Geburtsort der Sonne und auf ihr befindet sich auch der Roca Sagrada (heiliger Stein) aus dem angeblich die ersten Inka geboren wurden. Aus diesem Grund zieht es immer mehr Touristen auf die Insel, die aber meist nur einen Tagesausflug zu den historischen Stätten machen. Wir nahmen uns etwas mehr Zeit und erkundeten die gesamte Insel zu Fuß. Wenn man nämlich vom Hauptweg abzweigt und die Insel ohne Karte (gibt es einfach nicht) und auf eigene Faust erforscht findet man die wirklichen Sehenswürdigkeiten: Einsame Buchten mit glasklarem Wasser, im Hintergrund thront die Cordillera Real, über einem wird auf Terrassen, die noch aus der Inkazeit stammen Mais, Kartoffeln und Oka angebaut,…Man wandert durch vom Tourismus fast unberührte Gebiete und das einzige was einem entgegenkommt sind ein paar Schafe oder unangenehmer, störrische Mulis, die den Weg blockieren… (aber dieses Problem kennen wir schon vom Choro- Trail)
Natürlich besuchten wir auch die Ruinen (wo wir plötzlich nicht mehr alleine waren sondern mit dem Touristenstrom mitgetrieben wurden)
Die Ruinenstadt auf den Fotos ist ein ehemaliges Hostal, das sich in der Nähe des Roca Sagrada befindet. Es diente Inka-Pilgern als Unterkunft. Die Gebäude selbst stammen aber schon aus der Prä-Inkazeit.
Wirklich lustig war es neben den ganzen Tagestouristen mit unseren dicken, großen Trekkingrucksäcken in den Ruinen herumzuklettern. Das ist gar nicht so einfach, da die Inka, so wie auch die Bolivianer heute noch, nicht die allergrößten waren.
Erst ab 16 Uhr, wenn die Ausflugsboote die Insel verlassen, wird es wieder ruhig und wir konnten den Sonnenuntergang am Strand alleine und in Ruhe genießen. Hier ging sich sogar ein kurzes Bad im Titikakasee aus (7 Grad Wassertemperatur, dafür strahlender Sonnenschein) Beim Sonnenbaden auf den Felsen entdeckten wir dann auch, dass wir nette Nachbarn hatten – 8 Beine, dicker schwarzer Bauch,…der ganze Felsen war von Schwarzen Witwen bevölkert…Aber wir schlossen einen Friedensvertrag und verzogen uns wieder auf den Sandstrand.
Nach 4 Tagen hatten wir die an ihrer Längsseite nur ca. 15km lange Insel mit all ihren Buchten und Halbinseln genug erkundet und nahmen wieder ein Boot zurück nach Copacabana wo wir noch einen Tag ausspannten und uns dann nach Puno/Peru weiterreisten…
Natürlich besuchten wir auch die Ruinen (wo wir plötzlich nicht mehr alleine waren sondern mit dem Touristenstrom mitgetrieben wurden)
Die Ruinenstadt auf den Fotos ist ein ehemaliges Hostal, das sich in der Nähe des Roca Sagrada befindet. Es diente Inka-Pilgern als Unterkunft. Die Gebäude selbst stammen aber schon aus der Prä-Inkazeit.
Wirklich lustig war es neben den ganzen Tagestouristen mit unseren dicken, großen Trekkingrucksäcken in den Ruinen herumzuklettern. Das ist gar nicht so einfach, da die Inka, so wie auch die Bolivianer heute noch, nicht die allergrößten waren.
Erst ab 16 Uhr, wenn die Ausflugsboote die Insel verlassen, wird es wieder ruhig und wir konnten den Sonnenuntergang am Strand alleine und in Ruhe genießen. Hier ging sich sogar ein kurzes Bad im Titikakasee aus (7 Grad Wassertemperatur, dafür strahlender Sonnenschein) Beim Sonnenbaden auf den Felsen entdeckten wir dann auch, dass wir nette Nachbarn hatten – 8 Beine, dicker schwarzer Bauch,…der ganze Felsen war von Schwarzen Witwen bevölkert…Aber wir schlossen einen Friedensvertrag und verzogen uns wieder auf den Sandstrand.
Nach 4 Tagen hatten wir die an ihrer Längsseite nur ca. 15km lange Insel mit all ihren Buchten und Halbinseln genug erkundet und nahmen wieder ein Boot zurück nach Copacabana wo wir noch einen Tag ausspannten und uns dann nach Puno/Peru weiterreisten…
Kevin´s Solotrip...
Da wir nicht daran gedacht hatten, dass unser, in Potosi gestohlener Rucksack, ja über die Kreditkarte versichert ist, hatten wir uns dort auch keine Anzeigenbestätigung geben lassen, welche wir jetzt aber brauchten… Also ab zum Polizeiposten wo sie uns sagten, dass die von Potosi das ohne Probleme per Fax schicken könnten. Wir müssten das nur mit der Polizei in Potosi telefonisch vereinbaren. Telefonnummer von den Kollegen hatten sie aber keine.
Nach 3 stündigem herumtelefonieren (Gespräche mit Auskünften, die keine Auskunft hatten, Familien, die nicht wussten was wir jetzt von ihnen wollten,…) kamen wir endlich zum Posten in Potosi. Dort wurde uns „sehr freundlich“ mitgeteilt, dass ihnen die „Mittel“ fehlten ein Fax zu schicken und wir persönlich vorbeikommen müssten…
Die Anzeige lief auf Kevins Namen und es wäre unnötig gewesen wenn wir beide gefahren wären und so wogen wir ab: Kampfspanisch oder die Möglichkeit die Anzeigenbestätigung nicht zu bekommen, weil sie auf den falschen Namen läuft? Kevin bekam einen Schummelzettel in die Tasche und wurde in den Bus nach La Paz gesteckt.
Da hieß also: 4 Stunden bis La Paz, dort ans andere Ende der Stadt, von dort 11 Stunden nach Potosi, wieder ans andere Ende der Stadt und dann war es so weit: Mit dem Schummler in der Hand wagte sich Kevin in die Höhle des Löwen und wurde nach einstündigem Anstellen um 6 Stunden vertröstet, da der zuständige Beamte nicht da war. Am Nachmittag startete Kevin den nächsten Versuch und bekam nach 1 ½ Stunden Kampfspanisch und Beteuerungen, dass der Zettel noch NICHT ausgestellt worden war endlich einen maschingeschriebenen DIN A4 ½ Zettel, der vor Rechtschreib- und Tippfehlern nur so strotzte.
Danach hieß es alles wieder retour: In Summe 30 Stunden im Bus und knappe 1500km großteils auf Schotterpisten für einen Zettel, den man eigentlich hätte faxen, mailen, mit der Post schicken,…können!
Aber so hatte Marita wenigstens Zeit gehabt sich von ihrer Forelle zu erholen…
Schon ein paar Tage nachdem wir das Mail an Visa geschickt hatten erhielten wir die freudige Botschaft: Von den 1300Euro Wert, den der Rucksackinhalt hatte werden uns 732 Euro ersetzt!!!! Der Zweitagestrip hat sich also auf jeden Fall ausgezahlt!
Nach 3 stündigem herumtelefonieren (Gespräche mit Auskünften, die keine Auskunft hatten, Familien, die nicht wussten was wir jetzt von ihnen wollten,…) kamen wir endlich zum Posten in Potosi. Dort wurde uns „sehr freundlich“ mitgeteilt, dass ihnen die „Mittel“ fehlten ein Fax zu schicken und wir persönlich vorbeikommen müssten…
Die Anzeige lief auf Kevins Namen und es wäre unnötig gewesen wenn wir beide gefahren wären und so wogen wir ab: Kampfspanisch oder die Möglichkeit die Anzeigenbestätigung nicht zu bekommen, weil sie auf den falschen Namen läuft? Kevin bekam einen Schummelzettel in die Tasche und wurde in den Bus nach La Paz gesteckt.
Da hieß also: 4 Stunden bis La Paz, dort ans andere Ende der Stadt, von dort 11 Stunden nach Potosi, wieder ans andere Ende der Stadt und dann war es so weit: Mit dem Schummler in der Hand wagte sich Kevin in die Höhle des Löwen und wurde nach einstündigem Anstellen um 6 Stunden vertröstet, da der zuständige Beamte nicht da war. Am Nachmittag startete Kevin den nächsten Versuch und bekam nach 1 ½ Stunden Kampfspanisch und Beteuerungen, dass der Zettel noch NICHT ausgestellt worden war endlich einen maschingeschriebenen DIN A4 ½ Zettel, der vor Rechtschreib- und Tippfehlern nur so strotzte.
Danach hieß es alles wieder retour: In Summe 30 Stunden im Bus und knappe 1500km großteils auf Schotterpisten für einen Zettel, den man eigentlich hätte faxen, mailen, mit der Post schicken,…können!
Aber so hatte Marita wenigstens Zeit gehabt sich von ihrer Forelle zu erholen…
Schon ein paar Tage nachdem wir das Mail an Visa geschickt hatten erhielten wir die freudige Botschaft: Von den 1300Euro Wert, den der Rucksackinhalt hatte werden uns 732 Euro ersetzt!!!! Der Zweitagestrip hat sich also auf jeden Fall ausgezahlt!
Copacabana
Nachdem wir uns ein paar Tage in La Paz erholt hatten und ein 8,3kg schweres Paket mit Souvenirs und unnötigen Ausrüstungsgegenständen nach Österreich geschickt hatten ging es weiter Richtung Titikakasee. Hier an den Ufern des größten und höchsten schiffbaren Sees Südamerikas liegt das verschlafene, sehr mediterran wirkende Pilgerziel Copacabana.
Wenn man nicht gerade bergauf geht könnte man hier fast vergessen, dass man sich auf knappen 4000m befindet. Das Klima ist mild und sonnig und der See lädt mit seinen Tretbooten am Ufer und den kleinen Strandrestaurants zum Flanieren ein… Hier kann man auch die leckeren, im See gezüchteten Forellen genießen (auch wenn Marita ihre nicht lange bei sich behalten hat…)
Die Stadt ist nicht nur ein beliebrter Urlaubsort der Bolivianer und Hauptausgangspunkt zur Isla del Sol, sondern auch noch einer der wichtigsten Pilgerorte Boliviens. Hier finden zwei mal täglich die „sacrificios de los movilidades“ – Autoweihungen statt. Vom Taxi bis zum Reisebus und vom Luxusschlitten bis zur Rostlaube kriegt hier alles seinen Segen. Man kann sich auch stellvertretend für Auto oder Haus ein kleines Modell kaufen und dieses weihen lassen. Sehr bunt und sehr feuchtfröhlich – bolivianisch eben!
Wenn man nicht gerade bergauf geht könnte man hier fast vergessen, dass man sich auf knappen 4000m befindet. Das Klima ist mild und sonnig und der See lädt mit seinen Tretbooten am Ufer und den kleinen Strandrestaurants zum Flanieren ein… Hier kann man auch die leckeren, im See gezüchteten Forellen genießen (auch wenn Marita ihre nicht lange bei sich behalten hat…)
Die Stadt ist nicht nur ein beliebrter Urlaubsort der Bolivianer und Hauptausgangspunkt zur Isla del Sol, sondern auch noch einer der wichtigsten Pilgerorte Boliviens. Hier finden zwei mal täglich die „sacrificios de los movilidades“ – Autoweihungen statt. Vom Taxi bis zum Reisebus und vom Luxusschlitten bis zur Rostlaube kriegt hier alles seinen Segen. Man kann sich auch stellvertretend für Auto oder Haus ein kleines Modell kaufen und dieses weihen lassen. Sehr bunt und sehr feuchtfröhlich – bolivianisch eben!
Der Choro-Trail...
Der Camino de Choro ist einer der beliebtesten Trekkingpfade in Bolivien. Er verläuft entlang einer alten Inkahandelsroute – früher der einzige Weg Güter aus den tropischen Yungas ins höher gelegene La Paz zu transportieren.
Da es in den Yungas in den letzten Jahren gelegentlich zu Raubüberfällen an Touristen gekommen ist sollte man den Trail eigentlich nicht auf eigene Faust machen und es gibt unzählige Tourunternehmen, die geguidete Touren anbieten. Aber aus finanziellen Gründen und der Trekkerehre wegen wagten wir es alleine.
Die Anreise erfolgte in einem Minibus, der uns zum erstaunen, der anderen Touristen im Bus mitten auf der Strecke auf einem ca. 4500m hohen Pass aussteigen ließ. Von dort erklommen wir noch die letzten Hoehenmeter bis zu dem 4860m hohen Pass, der den Startpunkt des Choro-Trails markiert. Geguidete Touren werden mit dem Auto bis zu diesem Pass gefahren – Wir „spazierten“ 2 Stunden…
Vom Pass hat man eine geniale Aussicht auf die umliegenden 5000 und 6000er der Cordillera Real. Von hier aus geht es die nächsten 4 Tage bergab…
In den folgenden Tagen passiert man auf dem großteils gepflasterten, alten Inkapfad erst einsame Andendörfer ohne Straßenanschluss, Inkaruinen, Lamaherden, und später dann immer grüner werdende Täler, die schon ab dem zweiten Tag tropisch verwuchert sind. Immer wieder kommt man durch abgelegene Dschungelsiedlungen wo dem Urwald gerade genug Land abgerungen wurde, um einige Bananenstauden und ein kleines Cocafeld zu pflanzen. Von diesen Siedlungen sind es meist mehrere Tagesmärsche bis zur nächsten Straße – Alles was es in diesen Ortschaften gibt muss mit Mulis und Lamas antransportiert werden.
Am ersten Tag des Trails hatten wir einen Abstieg von 1660 Höhenmetern (unsere Knie freuten sich!) und auch in den folgenden Tagen ging es ähnlich weiter. Auch wenn in unserem Trekkingguide nichts von Aufstiegen stand machten wir aber doch einige Hundert Meter doppelt (rein ins Tal, über die Brücke und dann wieder raufkoffern….)
Am Anfang frohren wir noch und trugen mehrere Lagen Gewand übereinander. Je weiter wir in die Yungas hinunterkamen, desto wärmer und feuchter wurde die Luft – schon mal im Dampfbad mit dem Rucksack bergaufmarschiert???
Ab dem dritten Tag hatten wir sowohl angenehme, als auch äußerst unangenehme Weggefährten. Die angenehmen waren die tropischen Früchte (Guaven, Limonen und Inkapflaumen), die uns den Weg versüßten, die unangenehmen waren die Blackflies – kleine, wie Obstfliegen aussehende Mistviecher, die nicht einfach nur stechen, sondern ein Loch in deine Haut beißen und dann genüsslich aus dem entstandenen Blutpool schlürfen…Die Stiche juckten noch Wochen später!
Am vierten Tag erreichten wir Yolosa, den Zielpunkt des Choro-Trails auf einer Höhe von 1185m. Von dort ist die einzige Möglichkeit nach La Paz zu kommen über die „gefährlichste Straße der Welt“ (heißt wirklich so und ist es auch) Diese Strecke sollte man mit einem PKW oder einem Bus machen, keinesfalls mit einem LKW, da diese am häufigsten in die bis zu 600m tiefen Abgründe stürzen. Nach zwei Stunden warten und unzähligen überfüllten Busen und Taxis, die keinen Platz für uns hatten bat sich uns die Gelegenheit an auf einem LKW mitzukommen, der außer uns noch leere Bierkisten und Schweine geladen hatte. Ist doch ideal und die Aussicht vom LKW ist auch besser als aus einem Taxi…Und die Aussicht war atemberaubend…So atemberaubend, dass wir uns manchmal zwingen mussten, die Augen nicht zu schließen! Nach 4 Stunden Höllenritt (für nicht mal 100km) kamen wir völlig durchgefroren und mit Bierflaschenmuster am Hintern bei der Brauerei in La Paz an.
Da es in den Yungas in den letzten Jahren gelegentlich zu Raubüberfällen an Touristen gekommen ist sollte man den Trail eigentlich nicht auf eigene Faust machen und es gibt unzählige Tourunternehmen, die geguidete Touren anbieten. Aber aus finanziellen Gründen und der Trekkerehre wegen wagten wir es alleine.
Die Anreise erfolgte in einem Minibus, der uns zum erstaunen, der anderen Touristen im Bus mitten auf der Strecke auf einem ca. 4500m hohen Pass aussteigen ließ. Von dort erklommen wir noch die letzten Hoehenmeter bis zu dem 4860m hohen Pass, der den Startpunkt des Choro-Trails markiert. Geguidete Touren werden mit dem Auto bis zu diesem Pass gefahren – Wir „spazierten“ 2 Stunden…
Vom Pass hat man eine geniale Aussicht auf die umliegenden 5000 und 6000er der Cordillera Real. Von hier aus geht es die nächsten 4 Tage bergab…
In den folgenden Tagen passiert man auf dem großteils gepflasterten, alten Inkapfad erst einsame Andendörfer ohne Straßenanschluss, Inkaruinen, Lamaherden, und später dann immer grüner werdende Täler, die schon ab dem zweiten Tag tropisch verwuchert sind. Immer wieder kommt man durch abgelegene Dschungelsiedlungen wo dem Urwald gerade genug Land abgerungen wurde, um einige Bananenstauden und ein kleines Cocafeld zu pflanzen. Von diesen Siedlungen sind es meist mehrere Tagesmärsche bis zur nächsten Straße – Alles was es in diesen Ortschaften gibt muss mit Mulis und Lamas antransportiert werden.
Am ersten Tag des Trails hatten wir einen Abstieg von 1660 Höhenmetern (unsere Knie freuten sich!) und auch in den folgenden Tagen ging es ähnlich weiter. Auch wenn in unserem Trekkingguide nichts von Aufstiegen stand machten wir aber doch einige Hundert Meter doppelt (rein ins Tal, über die Brücke und dann wieder raufkoffern….)
Am Anfang frohren wir noch und trugen mehrere Lagen Gewand übereinander. Je weiter wir in die Yungas hinunterkamen, desto wärmer und feuchter wurde die Luft – schon mal im Dampfbad mit dem Rucksack bergaufmarschiert???
Ab dem dritten Tag hatten wir sowohl angenehme, als auch äußerst unangenehme Weggefährten. Die angenehmen waren die tropischen Früchte (Guaven, Limonen und Inkapflaumen), die uns den Weg versüßten, die unangenehmen waren die Blackflies – kleine, wie Obstfliegen aussehende Mistviecher, die nicht einfach nur stechen, sondern ein Loch in deine Haut beißen und dann genüsslich aus dem entstandenen Blutpool schlürfen…Die Stiche juckten noch Wochen später!
Am vierten Tag erreichten wir Yolosa, den Zielpunkt des Choro-Trails auf einer Höhe von 1185m. Von dort ist die einzige Möglichkeit nach La Paz zu kommen über die „gefährlichste Straße der Welt“ (heißt wirklich so und ist es auch) Diese Strecke sollte man mit einem PKW oder einem Bus machen, keinesfalls mit einem LKW, da diese am häufigsten in die bis zu 600m tiefen Abgründe stürzen. Nach zwei Stunden warten und unzähligen überfüllten Busen und Taxis, die keinen Platz für uns hatten bat sich uns die Gelegenheit an auf einem LKW mitzukommen, der außer uns noch leere Bierkisten und Schweine geladen hatte. Ist doch ideal und die Aussicht vom LKW ist auch besser als aus einem Taxi…Und die Aussicht war atemberaubend…So atemberaubend, dass wir uns manchmal zwingen mussten, die Augen nicht zu schließen! Nach 4 Stunden Höllenritt (für nicht mal 100km) kamen wir völlig durchgefroren und mit Bierflaschenmuster am Hintern bei der Brauerei in La Paz an.
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