Sonntag, 19. August 2007

Machu Picchu...

Schon beim Ticketkauf wussten wir worin das Weltwunder besteht: Es ist echt ein Wunder es zu schaffen so vielen Touristen täglich so viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Der Eintrittspreis hat sich seit Anfang des Jahres von ca. 23 Dollar auf 40 Dollar erhöht. Ein Preis, der im Vergleich zu den anderen Preisen in Peru einfach unverschämt hoch ist. Aber dank einer kleinen Datumsänderung auf Maritas Studentenausweis zahlte wenigstens einer von uns nur die Hälfte – die 2 Euro für den Datumsstempel hatten sich echt ausgezahlt!!!
Zeitig um 5 in der Früh starteten wir zu Fuß Richtung Machu Picchu. Mit dem Bus fahren kam sowieso nicht in Frage, da erstens unser Trek noch nicht abgeschlossen war und zweitens der Horrortarif von 6 Dollar für 20 Minuten Fahrt (normalerweise kostet das eine 5stündige Fahrt über Schotterpisten) nicht ganz unserem Budget entspricht…
Nach gut einer Stunde Aufstieg standen wir (wie hunderte andere Bustouristen) vor dem Eingang zu Machu Picchu. Hier erfuhren wir auch, dass die Mitnahme von Pet-Flaschen und Essen in die Ruinen untersagt ist, es drinnen aber nichts zu kaufen gibt und sogar die Toiletten außerhalb der Anlage sind – und auf dem Ticket steht ganz groß: Single Entry!!! Ab diesem Zeitpunkt waren wir nur noch gefrustet und hätten auf dem Absatz kehrt gemacht, hätten wir die Tickets nicht schon gehabt…
Gott sei Dank wollen da so viele Leute rein, dass sie dir nur die Sachen abnehmen, die du offen in der Hand trägst – die Rucksäcke durchsuchen sie zum Glück noch nicht. Somit hatten wir Essen und Trinken mit und ein Busch würde sich in der Not schon finden…
Wir schafften es trotz der langen Schlange vor Sonnenaufgang in den Ruinen zu sein, die um diese Urzeit noch ruhiger sind und durch das wenige Licht doch einen mystischen Hauch bekommen. Während die meisten Touristen brav nach Reiseführerempfehlung beim Wächterhaus auf den Sonnenaufgang warteten genossen wir das Schauspiel von weiter unten. Das Schauspiel bestand aber für uns nicht im Sonnenaufgang an sich (wir hatten auf unserem Trek schon viel spektakulärere gesehen), sondern darin die kleinen Punkte am Berg zu beobachten, die wie die Tauben im Verschlag auf die ersten Sonnenstrahlen warteten. Als es dann endgültig hell war und die Touristenmassen die Ruinen stürmten verzogen wir uns auf den Inti Punku – einen gegenüberliegenden Hügel, von wo aus man eine geniale Sicht auf die Stadt hat. Hier kommen auch die „Überlebenden“ des 3-tägigen Inkatrails an (Ja, es gibt tatsächlich T-Shirts zu kaufen mit „I survived the Inka-Trail!“) Es war eine Fetzengaudi ihnen zuzusehen wie sie sich freuten die Expedition geschafft zu haben…Wir saßen daneben, mampften Marmeladebrote und grinsten einfach nur.
Zurück in den Ruinen streunten wir stundenlang herum und sahen uns jedes Gebäude an. Dank des in Cusco gekauften kleinen Führers und den geguideten Touren, an die wir uns immer wieder dran hängten, wussten wir bald alles Wissenswerte über die Anlage. Bei so vielen Großgruppen, die da herumrennen muss man ja echt nicht für einen Guide bezahlen und wir sind ja auch nicht wählerisch…englisch, deutsch, spanisch, italienisch….wir verstehen eh alles! (Kevin hörte echt 10 Minuten bei einer Gruppe zu und checkte nicht, dass die da nicht spanisch, sondern italienisch redet – aber Hauptsache ist, er hat alles verstanden!)
Um kurz vor 11 kamen wir dann zufällig wieder beim Einlass für den Wayna Picchu (der spitze Berg, der auf jedem berühmten Machu Picchu- Foto zu sehen ist) vorbei und es standen gerade wenige Leute da, also stellten wir uns dazu. (Man kann den Wayna Picchu besteigen. Die Zahl der Besucher ist jedoch auf 400 pro Tag begrenzt und die Tickets dafür bekommt man nur bald in der Früh und muss sich dafür ewig lang anstellen. Uns war das in der Früh zu blöd, gefrustet wie wir waren…) Als wir an der Reihe waren sagte uns der Typ am Einlass, dass wir die glücklichen des Tages seien und sie noch einige Plätze frei hatten. Wir bekamen die Nummern 384 und 385 und konnten den Berg besteigen. Manche Besucher machen aus diesem Hügel ja echt eine Expedition und brauchen 1- 1 ½ Stunden für seine Bezwingung – Wir liefen in 25 Minuten rauf…Ja, wenn kein Rucksack da ist der bremst…
Die Aussicht von dort oben ist schon gewaltig und die Ruinen am Berg sind von Psychos gebaut! Mitten in der Steilwand die 300m senkrecht abfällt über einem Überhang stehen Mauern und Gebäude seit mehreren hundert Jahren.
Vom Gipfel gäbe es einen Rundweg über den Templo de la Luna zurück zur Stadt, wo sie uns aber nicht mehr runter ließen, weil es schon zu spät sei. Also stiegen wir wieder fast bis zum Eingang ab und machen den Rundweg zum Templo in die andere Richtung – viel mehr Höhenmeter und streckenmäßig auch weiter, aber echt lohnenswert. Wir waren aber trotzdem rechtzeitig wieder in Machu Picchu. Nach gesamt 8 Stunden in den Ruinen hatten wir genug alte Steine und Touristen gesehen und machten uns wieder auf den Weg zurück nach Aguas Calientes.

Fazit unseres Besuchs in der verlorenen Stadt:
Machu Picchu ist schon eine echt eindrucksvolle Stadt und die architektonische Leistung der Inka (und der Archäologen, die 40% der heute sichtbaren Mauern gebaut haben) ist erstaunlich. Leider ist alles so übertouristisch und einfach schon ausgelutscht. Machu Picchu ist heute einfach nichts Besonderes mehr – jeder der es sich leisten kann kommt hin und sein vielleicht ehemals vorhandenes mystisches Flair ist schon lange verweht. Alles in allem war Choquequirao, wenn es auch nicht so viele Gebäude hat, interessanter, eindrucksvoller und einfach viel relaxter! Wenn uns jetzt jemand fragen würde ob wir uns Machu Picchu noch einmal ansehen würden, wäre die eindeutige Antwort: JEIN!

Am nächsten Tag ging es wieder zu Fuß (inzwischen haben wir fast Angst vor der wahnsinnigen Geschwindigkeit von motorisierten Fahrzeugen) zurück in das relaxte und noch nicht von Touristen verdorbene Santa Teresa.
Der Rücktransport von dort nach Cusco war anstrengend und ein Abenteuer für sich. Zuerst ging es mit einem (8-Personen) Minibus in dem 23 Personen Platz fanden (einer sogar auf dem Dach) über enge Andenschotterpisten in das surreale Santa Maria, das wirkt als wäre es einem schlechten Western entsprungen. Von dort quälte sich dann ein uralter Bus zurück nach Cusco. Vor einigen Wochen war auf dieser Strecke ein großer Erdrutsch weshalb wir teilweise auf einer sehr provisorischen Ausweichstrecke sehr nahe an beunruhigend tiefen Abgründen unterwegs waren. In jeder Kurve musste der Bus reversieren und stand schon halb über der hunderte Meter tiefen Schlucht – Wir waren echt froh wieder in Cusco zu sein!
Hier werden wir noch ein paar Tage ausspannen, unser wohlverdientes Meerschweinchen essen, die Ausrüstung pflegen und dann geht es ab Richtung Amazonas!!!

Kommentare:

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