Montag, 26. März 2007

Achtung!!!!! Wichtige News aus Argentinien!!!!!!!!!

Wir konnten es nicht glauben als wir dieses Lokal mit Brauerei in El Bolson fanden!!!!!

Schafft Otto sich ein zweites Standbein?

Was plant er in der Pension????

Wir waren schon beim Otto auf in Weizenseiterl, aber das Brauen muss er noch ueben.....



Freitag, 23. März 2007

Punta Arenas

Von El Chaltén aus ging es mit dem Bus wieder zurück nach El Calafate und von dort, nach einem kurzen Zwangsaufenthalt, über Puerto Natales weiter nach Punta Arenas (beides in Chile). Diese Stadt liegt direkt an der Magellanstrasse und ist die südlichste Kontinentalstadt der Erde – Das dürfen wir uns natürlich nicht entgehen lassen, wenn wir schon mal in der Gegend sind. Punta Arenas war durch seine Lage an der Ost-West-Passage lange Zeit ein wichtiges Handelszentrum, da der gesamte Schiffsverkehr zwischen Atlantik und Pazifik hier durchkam. Das sieht man immer noch. Alte Gebäude, kleine Paläste, ein gepflegtes Stadtbild und sogar ein Friedhof, der lediglich in Buenos Aires seinesgleichen sucht.
Nicht einmal die rauen Winde und die kalten Nächte konnten uns davon abhalten unser Zelt hier aufzustellen – sparen ist die Devise! Außerdem ist das garden camping bei dem Hostal hier fast so luxuriös wie ein Zimmer, da man Küche, Aufenthaltsräume und Bad drinnen benutzen kann (aber nur die Hälfte bezahlt). Mit unseren Zeltnachbarn Mela und Stefan (jaaaaa, es gibt noch mehr Menschen, die bei diesen Temperaturen zelten) haben wir gemütliche Abende mit Matetrinken, quatschen, Reiseerlebnisse austauschen und Pisco-sour-in-der-Melone-trinken verbracht. Da die beiden hauptsächlich per Autostop unterwegs sind und meinten, dass das in Chile überhaupt kein Problem sei haben wir nun endgültig beschlossen unseren Reisestil zu ändern und somit auch die ausgetretenen Pfade der busreisenden Traveller zu verlassen. Früher klang ja der Lonely Planet-Reiseführer noch nach Abenteuer, aber SO zu reisen ist wirklich nicht schwierig und geht zusätzlich auch noch ins Geld….Ushuaia per Autostop wir kommen!!!!!

El Chalten und Fitzroymassiv

Endlich ist es soweit: Das Fitzroymassiv ist zum Greifen nahe. Nur mehr 220 km – eine kurze Busfahrt. Dann steigen wir in El Chaltén aus, blicken erwartungsvoll Richtung Nordwesten und sehen….Wolken! Nach einer kalten Nacht auf dem Campingplatz klettern wir erwartungsvoll aus dem Zelt und sehen….Regenwolken! Nach 3 Tagen werden wir endlich für unser Warten belohnt…nur mehr wenig Wolken! Einem Daytrip zum Cerro Torre stand also nichts mehr im Wege. Der Gipfel dieses eindrucksvollen Berges war zwar anfänglich in Wolken gehüllt, er zeigte aber, nachdem wir die Berggeister mit einem „Stoamandl“ gnädig gestimmt hatten kurz seine steil aufragenden Zacken. Dieser Daytrip hatte sich eindeutig gelohnt. Und es sollte noch besser kommen. Am nächsten Tag marschierten wir bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Cerro Fitz Roy. Auf wunderschönen, natürlich präparierten Wegen wanderten wir durch die schon leicht herbstlich gefärbte patagonische Landschaft. Der Bewuchs ist hier im Süden schon sehr karg und die wenigen Wäldchen sind vom Wind zerfurcht. Überall plätschern Bächlein und hinter jeder Biegung entdeckt man neue Wunder der Natur – ein geniales Gebiet zum Trekken. Nach drei Stunden und einem letzten steilen Anstieg erreichten wir die Laguna de los Tres am Fuße des Fitz Roy. Von hier aus ginge es nur mehr mit Steigeisen weiter. Der Fitz Roy scheint schon so nahe, dass man ihn fast berühren kann und spiegelt sich mitsamt dem Gletscher zu seinen Füßen im milchigen Wasser der Lagune. Man kann sich nicht vorstellen, dass es echt Menschen gibt, die es schaffen diesen steilen Berg, auf dem sich nicht einmal der Schnee zu halten scheint, zu erklimmen. Dieser Gipfel strahlt eine Faszination aus, die schwer zu beschreiben ist, aber die Bilder sprechen für sich….
Aber auch das kleine Dorf am Fuße dieses Berges, El Chaltén ist eine Attraktion für sich. Noch wird die von Felswänden eingeschlossene Ortschaft hauptsächlich von Trekkern und Bergsteigern besucht und bietet deshalb, Gott sei Dank, noch wenig touristische Infrastruktur. Es gibt weder asphaltierte Straßen noch Bankomaten oder einen großen Supermarkt. Sogar die Internetverbindung läuft hier noch über Satellit. Aber überall wird schon fleißig gebaut und in ein paar Jahren werden wohl auch hier die Pauschaltouristen absteigen. Echt schade.

El Calafate und Glaciar Perito Moreno

Mit unserer Reise nach El Calafate kehrten wir wieder an die Anden zurück. Es ist eine gemütliche kleine Stadt die, obwohl sie sehr touristisch ist, trotzdem zum Bleiben einlädt. Die Tage in El Calafate, die wir noch zum Auskurieren brauchten nutzten wir zur Zeltpflege (imprägnieren, Nähte abdichten,…) und in der Stadt flanieren. Außerdem kauften wir uns dicke Fleecehosen, wodurch uns nun nicht einmal die südpatagonische Kälte etwas anhaben kann.
Die größte Attraktion hier in der Nähe ist der Perito Moreno Gletscher der zu den Ausläufern des Inlandeises der südlichen Halbkugel gehört. Hierbei handelt es sich, abgesehen von den Polregionen, um die größte zusammenhängende Eismasse der Erde (ca. 22 000 km2). Der Morenogletscher ist eine Besonderheit, da er zu den wenigen wachsenden Gletschern gehört und das mit einer für einen Gletscher rasenden Geschwindigkeit. Er bewegt sich am Tag bis zu 2 Meter vorwärts und schiebt sich langsam in den Lago Argentino.
So ein Naturwunder mussten wir sehen! Es ist echt faszinierend vor einer 50-60 Meter hohen Eiswand zu stehen und den Gletscher zu hören. Durch die Vorwärtsbewegung kommt es immer wieder zu Spannungen und der Gletscher bricht und knackt fast unaufhörlich. In regelmäßigen Abständen brechen mehr oder weniger große Brocken aus der Eiswand und stürzen mit einem lauten Donnern in den See, wo sie dann wie kleine Eisberge herumdümpeln. Dadurch, dass der Gletscher schneller wächst als das Eis unten abbricht schnürt er alle paar Jahre einen Nebenarm des Lago Argentino ab und bildet so einen Stausee. Dort steigt der Wasserspiegel dann um ca. 18 Meter und irgendwann ist es so weit: Das Eis kann dem Wasserdruck nicht mehr standhalten und der natürliche Staudamm aus Eis bricht explosionsartig. Dieses Schauspiel konnten wir leider nur auf Fotos beobachten. Trotzdem ist es eine wirklich imposante Erfahrung, wenn einem der Gletscherwind um die Nase weht, der Gletscher in allen Weiß- und Blautönen schimmert und dann plötzlich ein Eisbrocken in der Größe eines Einfamilienhauses abbricht während eine Schar grüner Papageien schreiend über dir vorbeizieht.

Puerto Madryn und Peninsula Valdez

Unser nächster Halt war die staubige und windige Hafenstadt Puerto Madryn, die den Einheimischen gerne als Beachressort verkauft wird aber eigentlich nur ein Vorposten der Ölindustrie in der patagonischen Steppe ist. Trotzdem hat diese Stadt auch etwas Sympatisches. Für Touristen ist sie aufgrund ihrer Nähe zu der Peninsula Valdez und Punta Tombo interessant, wo die größten Pinguin- und Seeelefantenkolonien Südamerikas zu finden sind. Überall in der Stadt gibt es Reiseveranstalter, die einem eine Tour fürs teure Geld verkaufen wollen. In allen Auslagen sieht man Bilder und Postkarten von Orcas, Seeelefanten, Buckelwalen, Pinguinen und Seelöwen. Dieses Tierparadies wollten wir uns nicht entgehen lassen, jedoch nicht im Rahmen einer organisierten Tour wo viel zu viel Zeit für Jausenstopps und blödes Geplappere draufgeht. Wir haben uns gemeinsam mit den zwei Deutschen Mike und Andrea, die wir am Campingplatz kennen gelernt hatten, ein Mietauto genommen um die Halbinsel auf eigene Faust erkunden zu können. Die Enttäuschung war groß als wir statt der großen Seelöwenkolonie und der größten kontinentalen Seeelefantenkolonie nur ein paar müde Exemplare am Schotterstrand antrafen. Die Touristenplattform war eingezäunt und man kam nur auf 200m an die Tiere heran. Ohne Zoom würde man auf den Fotos nur schwarze Flecken erkennen können…. (Wir erinnern nur an unsere Erfahrungen in Cabo Polonio, wo wir IN der Kolonie spazieren gegangen sind und sogar einen Lobo streicheln konnten.) Auch die groß angepriesene Pinguinkolonie bestand aus nur wenigen hundert Tieren, die wiederum durch einen Zaun und vielen Warnschildern von uns getrennt waren. Hätten wir uns wie normale Touristen verhalten, hätten wir nicht viel gesehen, also mussten wir (verbotenerweise) auch gelegentlich mitten auf der Strecke anhalten und die Gegend auf eigene Faust erkunden. So konnten wir auch IN der Pinguinkolonie ein bisschen spazieren gehen und zwei Seeelefantenbullen bei ihren Revierkämpfen zusehen. Außerdem sahen wir eine 1,5m lange Schlange und konnten ein Gürteltier streicheln – So gesehen hat sich die Tour also doch gelohnt. Natürlich sahen wir auch die, inzwischen zur Gewohnheit gewordenen Guanacos, Nandus und Schafe zur Genüge.
Nachdem wir mit der Peninsula Valdez alle Highlights von Puerto Madryn und Umgebung gesehen hatten zogen wir weiter. Auf unserem Weg nach Süden machten wir Halt in Trelew, wo wir uns das beste paläontologische Museum Südamerikas ansahen. In diesem liebevoll arrangierten Museum wandelt man zwischen riesigen Saurierskelettnachbildungen und unzähligen echten Fossilien, die größteils in Patagonien gefunden wurden. Sehr sympathisch an diesem Museum ist, dass fast so viele Wissenschaftler wie Besucher unterwegs sind und am Hinterausgang die völlig verdreckten Expeditionsmobile parken und auf ihren nächsten Einsatz warten – ein trotz der vielen ausgestorbenen Tiere, lebendiges Museum.
Bei unserem Ausflug auf die Peninsula Valdez hat sich Kevin verkühlt, weswegen wir in Rio Gallegos einen 2-tägigen Zwangsstopp einlegen mussten. Als er wieder einigermaßen unter den Lebenden weilte fuhren wir weiter nach El Calafate, wo ich mich dann, inzwischen auch krank, auskurierte…

El Bolson!!!!!!!

El Bolsón wurde Ende der 60er Jahre von argentinischen Aussteigern und Intellektuellen gegründet, die sich möglichst weit weg von der Hauptstadt Buenos Aires und somit von der staatlichen Kontrolle niederlassen wollten. In diesem Andental hier herrscht ein besonderes Mikroklima, das sogar Erdbeeren, Pfirsiche und zu Kevins Entzückung auch „Griachal“ gedeihen lässt. Auch heute noch ist diese Stadt bekannt für seine Biobauernhöfe, die Bierbrauereien und dem dreimal wöchentlich stattfindenden Kunsthandwerksmarkt. Außerdem findet man hier von der Shiatsumassage bis zur Reikibehandlung alles was mit Esoterik zu tun hat. Das Hippieflair der 70er schwebt immer noch über Stadt und am besten merkt man das, wenn man sich in die Wiese auf der zentralen Plaza setzt und die nackten Füße in das Gras steckt. Am Teich mitten auf der Plaza kann man Tretbootfahren, überall wird jongliert und immer wieder finden sich Leute zu spontanen Jam-Sessions zusammen. Es wird Bier getrunken, gescherzt und gelegentlich strömt einem dieser leicht süßliche Geruch der Hippiebewegung in die Nase. Überall wird selbst gemachter Schmuck verkauft und in den Tag hineingelebt. Wenn man es nicht besser wüsste könnte man teilweise glauben in der Zeit zurückgereist zu sein und sich mitten in der Zeit von Liebe-Frieden-und-Sonnenschein zu sein. Verständlich, dass es uns hier gut gefiel, also verbrachten wir gleich eine knappe Woche hier. Leider trieb uns der näher rückende Winter weiter Richtung Süden um auch dort noch einige sonnige Tage zu erwischen. Aber wer weiß, vielleicht war es ja kein Abschied für immer – In El Bolsón würden wir es auch länger aushalten…. Ein kleines Häuschen, ein Obstgarten, ein Kräutergarten ;-) und ein paar Hühner im Hinterhof….

San Martin de los Andes und San Carlos de Bariloche

Zurück aus der Wildnis fanden wir uns in einem Dorf wieder, das fast in Österreich oder der Schweiz sein könnte. In San Martín de los Andes gibt es von der Blockhütte mit Hirschgeweih bis zur Après-Ski-Bar alles und das möglichst auf Hochglanz lackiert. Trotzdem, oder gerade deswegen hat dieses Örtchen auch ein gewisses Flair. Nachdem es aber eher ein Nobelskiort für die argentinische Highsociety ist haben wir uns nicht all zu lange dort aufgehalten und sind weitergefahren nach San Carlos de Bariloche. Auch diese Stadt, das momentane Backpacker und Traveller-Inziel in Argentinien, macht einen auf Alpendorf mitsamt Bernhardinern und Alpenmilchschokolade. Bei einer ca. 200 000 Einwohner großen Stadt wirkt das aber eher lächerlich. Wenn man so wie wir nicht unbedingt auf Großraumdiskotheken und Riesenparties steht ist die Stadt nicht unbedingt so sehenswert und deshalb zogen wir auch hier bald weiter. Da hörte sich das nächste Ziel schon besser an – El Bolsón, Argentiniens Hippiehauptstadt!

Dienstag, 20. Februar 2007

Parque Nacional Lanín

Von Junín aus organisierten wir uns alle nötigen Informationen über den Parque Nacional Lanín. Wir bekamen sogar eine Wanderkarte mit MASSSTAB!!!, was hier in Südamerika mehr als unüblich ist. Es hätte zwar auch organisierte Touren in den Park gegeben, aber… (ihr kennt uns ja, oder?)
Wir ließen uns mit dem Bus auf halber Strecke in der Wildnis absetzen und marschierten den Lago Huechulafquen am Südufern (weniger touristische Seite des Sees) entlang in den Nationalpark. Der See hat in etwa die Größe des Attersees und ist, so wie hier alle Gewässer, glasklar und eiskalt.
Von den riesigen Wäldern, die im Reiseführer beschrieben waren war anfangs noch keine Spur. Wir starteten in einer trockenen, vulkanischen Steppenlandschaft mit niedrigem, stacheligem Bewuchs. Doch mit jedem Kilometer, den wir in den Park hineinwanderten wurde die Vegetation größer und grüner. Man hält es nicht für möglich wie rasch sich die Landschaft komplett verändern kann. Bei unserem Trip hatten wir von Wüste über Nadelwald bis hin zu Hochgebirge, riesigen Urwäldern, weißen und schwarzen Stränden bis hin zum Bambuswald alles. Im Hintergrund thront jedoch immer der Vulkan Lanín (3770m) – ein wunderschöner Berg!
Der Weg war anfangs noch geländewagentauglich und somit auch gut zu wandern und leicht zu finden, doch mit jedem Kilometer wurde er schmäler und unwegsamer. Irgendwann ging die Strasse in einen Trampelpfad über, der stellenweise nur mehr schwer von den von wilden Kühen, Schafen und Pferden ausgetrampelten Wildwechseln zu unterscheiden war. Stellenweise waren diese sogar breiter als der eigentliche Wanderweg… So ist es wenig verwunderlich, dass wir irgendwann den Pfad verloren. Wir wussten, dass der Weg irgendwo über uns entlang des Sees verlaufen musste, deshalb kämpften wir uns mit unseren, für solche Aktionen viel zu schweren und großen Rucksäcken bergauf durchs Dornengestrüpp. Doch irgendwann, am Ende unserer Kräfte, standen wir, 50m über dem Seespiegel, in einer Felswand, die steil in eine Schlucht abfiel. An ein Weiterkommen war nicht zu denken. Die Wand über uns wurde immer steiler und vor uns schoss ein Wasserfall in die Tiefe. Die einzige Möglichkeit war also die Wand, die wir hochgeklettert waren, wieder hinunter zu klettern. Es blieb uns also nichts anderes übrig als unsere letzten Kraftreserven zusammenzukratzen und den Abstieg zu wagen, da wir weder Wasser hatten, noch in der Felswand campieren wollten. Irgendwie schafften wir es wieder auf Seeniveau zu kommen und fanden sogar einen ebenen!!!, netten Platz für unser Zelt. Nach einem Tag Ruhe machten wir uns wieder auf die Suche nach dem Weg, diesmal erfolgreicher. Es war kein Wunder, dass wir bei unserer ersten Kletteraktion durchs Gestrüpp gescheitert waren, denn der tatsächliche Pfad ging steil den Berg hinauf und passierte erst ca. 600m über dem Seespiegel die Schlucht bei der wir (auf ca. 50m) angestanden waren. Irgendwo auf dem steilen Anstieg mussten wir ungemerkt das Tor zur Anderswelt passiert haben. Wir kamen in ein Tal, dessen Zauber sich schwer beschreiben lässt…Blumen blühten in den hellsten Farben, ein breiter Wasserfall stürzte in 1000 Tropfen in allen Regenbogenfarben über die Steine hinab und ging in einen lebhaft plätschernden Bach voller Kaulquappen über. Durch die windgeschützte, sonnige Lage herrscht im Tal ein Mikroklima in dem sich sogar Erdbeeren und Kolibris wohl fühlen. Dieser, vom Menschen nahezu unberührte Ort, strahlt eine Energie aus, die man erlebt haben muss! Wir haben versucht die Magie dieses Ortes auf Bilder zu bannen. Auf einem der online gestellten Fotos ist uns sogar eine Elfe ins Bild geflattert (oder war es doch ein Kolibri?)
Nachdem wir unsere „Akkus“ wieder aufgeladen hatten marschierten wir weiter. Während unseres Abstiegs stolperten wir mitten in der Wildnis über ein Hufeisen. „Das Glück können wir brauchen“ dachten wir und schnallten es sicherheitshalber auf den Rucksack. Als wir wieder einmal auf Pfadsuche waren kam das Glück, das uns verlassen hatte auch gleich angeritten – ein Gaucho mit indigenem Stammbaum und nur noch 4 Zähnen im Mund erbarmte sich und führte uns die nächsten Kilometer durchs Dickicht. Mitten im Bambuswald schlugen auf einmal seine beiden Hunde an und verschwanden im Unterholz. Er stürmte mit dem Pferd hinterher und was wir dann aus dem Dickicht hörten lässt sich schwer beschreiben: Hundebellen und -quietschen, Schnauben, Grunzen, panisches Wiehern und die Schreie des Gauchos… Kurz darauf sahen wir das 1,50m große Männlein zu Fuß mit einer 40cm Klinge in der Hand einen Hang hinaufstürmen. Dann war es ruhig… Nach ca. 5 Minuten kam er zurück und erklärte uns, dass ihm das Wildschwein leider entwischt ist…Dieser Kerl geht doch allen Ernstes nur mit einem Messer bewaffnet auf Wildsaujagd!!!
Unser Gauchoguide begleitete uns noch bis zu einer ehemaligen Parkrangerstation, wo wir unser Nachtlager aufschlugen.
Nach einer wetterbedingten eintägigen Pause marschierten wir weiter und erreichten das Ziel unserer Tour, einen abgelegenen Campingplatz.
Hier wuschen im wir im eiskalten Wasser unsere ganze Wäsche und genossen danach einen Abend am Lagerfeuer mit einem Bier und Keksen. Irgendwann in der Nacht begann es zu regnen und wir fragten uns wofür wir eigentlich unsere Wäsche ausgewunden hatten! +
Nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte und der Wasserspiegel in unserem Zelt wieder einmal besorgniserregend hoch war, flüchteten wir in den beheizten Aufenthaltsraum des Campingplatzes. Wir waren nicht die einzigen, denen diese Nacht zugesetzt hatte. Je länger der Regen andauerte desto mehr Menschen versammelten sich um den kleinen Ofen. Dennoch waren wir diejenigen, die am nähesten bei der Wärmequelle saßen, da ja, bis auf das bisschen Gewand, das wir anhatten alles auf der Leine zum „Trocknen“ hing. Am Nachmittag wurde die Hütte dann wirklich voll, als eine Gruppe aus Buenos Aires, die wir schon an unserem vorigen Lagerplatz getroffen hatten, eintrudelte. Nun kam auch eine richtig gemütliche Stimmung auf. Wir hatten schon fast vergessen, dass unser Zelt, unsere Ausrüstung und 90% unserer Kleidung unter Wasser standen, die Temperatur kontinuierlich fiel und die Nacht immer näher rückte. Als sich herausstellte, dass die gesamte Reisegruppe in der Hütte übernachten würde, ließen wir unseren ganzen Charme spielen und schlossen uns kess bei ihnen an. Wir würden also in der Nacht nicht frieren müssen!
Am Nachmittag hörte der Regen auf, ging aber in Schneefall über – und das im Februar! (eigentlich sollte hier ja noch Sommer sein) Für die Gruppe aus Buenos Aires war das DIE Sensation, da einige von ihnen noch nie Schnee gesehen hatten. Wir machten das Beste aus der Situation – Kevin ging kurzerhand baden (so warm würde einem das Wasser so schnell nicht mehr vorkommen und Körperpflege war auch dringend mal wieder nötig). Damit hatten die „crazy Austrians“ endgültig das Herz der Reisegruppe erobert und die Stimmung wurde noch gemütlicher. Es wurde gemeinsam Karten gespielt, die Ukulele ausgepackt, das Essen geteilt und bis spät in die Nacht gefeiert.
Am nächsten Morgen trockneten wir unsere gesamte Ausrüstung und verabschiedeten uns von unseren neuen Freunden. Zu Fuß bzw. per Autostopp wollten wir nach San Martín de los Andes. Wir hatten Glück und es nahm uns bald ein Pärchen bis nach San Martín mit. Gemütlich auf dem Rücksitz eines Geländewagens, Zuckerl lutschend und einen Mate teilend legten wir die letzten Kilometer unseres Ausfluges in den Nationalpark zurück…

Montag, 19. Februar 2007

Junin de los Andes

Wir sind in Patagonien!!!! Dem Traum aller Trekker, Mountainbiker, Kanuten und Rafter, Bergsteiger, Fliegenfischer,…. Besonders für Letzteres ist Junín de los Andes berühmt – es wird als Forellenhauptstadt Argentiniens bezeichnet!
Eine gemütliche Kleinstadt mit 10.000 Einwohnern in der wir uns sofort heimisch gefühlt haben. Der Campingplatz ist nahe dem Zentrum auf einer Insel im Rio Chimehuin, einem Forellenwasser, das so klar ist, dass Kevin jedes Mal Fingerjucken bekam, wenn wir über die Brücke gingen. Deshalb war auch eine unserer ersten Ausgaben ein fishing permit für Patagonien.
Besonders faszinierend fanden wir die Tier- und Pflanzenwelt in Junín. Am Hang gegenüber dem Campingplatz sahen wir unsere ersten Guanacos und der Campingplatz wurde von zahlreichen, überaus zahmen Greifvögeln unsicher gemacht. Wenn man nicht aufpasste konnte es einem passieren, dass das Steak, das am Grill lag plötzlich „Flügel“ bekam…
Der Ort selbst erinnert mit seinem gepflegten Stadtbild ein wenig an schwedische Kleinstädte, mit dem Unterschied, dass nicht normale Nadelbäume, sondern Monkeypuzzle trees (den deutschen Namen wissen wir nicht und der englische beschreibt sie sehr treffend…) die Strassen säumen. Von der im Reiseführer beschriebenen staubigen Kleinstadt konnten wir hier jedenfalls nichts entdecken…

Samstag, 3. Februar 2007

Endlich in den Anden!!!!!!

Von San Luis organisierten wir uns dann einen Bus nach Mendoza (Abfahrtszeit 03:05 in der Früh) und kamen zur Abwechslung mal wieder völlig erschöpft nach diesmal nur ca. 3 Stunden Schlaf in einer Stadt an.
Mendoza ist zwar eine Millionenstadt, man sieht es ihr aber nicht an. Jede Straße ist von großen grünen Bäumen gesäumt, die mittels eines ausgeklügelten Bewässerungssystems mit Feuchtigkeit versorgt werden. In ganz Mendoza fließen also kleine Bäche zwischen Gehsteig und Straße. Diesem Flair und der Andennähe ist es wahrscheinlich zu verdanken, dass Mendoza im Moment DAS In-Ziel für Trekker und Traveller ist. Überall in der Stadt sieht man junge Leute mit großen Rucksäcken herumirren. Viele sind auch wegen eines besonderen Berges hier: dem Aconcaqua (6959m) – dem höchsten Berg Argentiniens, der Anden, Amerikas, der südlichen Hemisphäre oder kurz einfach außerhalb Asiens. Auch wir wollten uns den Blick auf so ein Prachtexemplar nicht entgehen lassen und auch Trekking in diesem Gebiet wären wir nicht abgeneigt gewesen. Da es hier aber erstens sehr überlaufen ist und zweitens die Permits sehr kompliziert und kostenintensiv sind, haben wir uns dazu entschlossen, uns das Gebiet rund um den Aconcaqua nur mit dem Bus anzusehen und das Trekken auf südlichere Gefilde der Anden zu verlegen. Also haben wir gestern eine (für uns völlig unübliche) organisierte Tour gemacht. Das war der einfachste und kostengünstigste Weg das Gebiet rund um Mendoza zu sehen. Im Zuge dieser Tour fuhren wir auch zur Statue des Christo Redentor (Christus der Erlöser) auf einem Pass genau auf der Grenze zwischen Argentinien und Chile. Diese überdimensinale Jesusstatue steht auf 4200m! also höher als der Großglockner – Ganz schön dünn, die Luft dort oben…
Heute fahren wir weiter Richtung Süden, nach Junín de los Andes um von dort in den Nationalpark Lanín hineinzuwandern. Ihr könnt euch jetzt schon auf die Fotos vom angeblich schönsten Berg der Welt freuen…

San Luis und Sierra de las Quijadas!

Da der Direktbus von Montevideo nach San Luis nur 2-mal wöchentlich fährt und wir ihn leider knapp verpasst hatten, mussten wir über Buenos Aires fahren. Es sind zwar ein paar Stunden mehr im Bus, dafür ein paar Peso mehr in der Tasche.
In Buenos Aires hatten wir einen ca. 12stündigen Aufenthalt was wir für eine erste Stadterkundung nutzten. Aber um die Geburtsstadt des Tangos wirklich kennen zu lernen müssen wir noch einmal wieder kommen.
Völlig übermüdet und ausgelaugt (nach zwei Nächten im Überlandbus) kamen wir in San Luis an, nahmen uns das erstbeste Hotel und legten eine ausgedehnte Siesta ein. Danach versuchten wir alle Informationen, die wir brauchten über den Nationalpark Sierra de las Quijadas einzuholen- eine ermüdende Aufgabe. In der Touristeninformation bekamen wir von drei verschiedenen Leuten fünf verschiedene Auskünfte bezüglich Anreise und Aufenthalt im Park und am Busbahnhof waren die Informationen noch diffuser. Irgendwie schafften wir es aber dann doch einen Bus zu bekommen, der zu einer vernünftigen Zeit (nicht erst um 3 in der früh) Richtung Nationalpark fährt. Eigentlich wird der Park nicht von öffentlichen Verkehrsmitteln angefahren, aber die Busfahrer lassen einen, wenn sie gut aufgelegt sind, an einer Kreuzung mitten in der Einöde aussteigen und man kann dann die letzten 7km zu Fuß in den Park wandern. Wie wir von dort wieder wegkommen würden wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber irgendein Weg würde sich schon finden…
Wenn man in den Park hineinwandert kommt man sich vor als würde man in Australien unterwegs sein: rote Erde, Sandstein, Dürre und Dornengestrüpp. Eine wirklich faszinierende Mondlandschaft, die Wind und Wetter hier aus dem Sandstein geschliffen haben. Aufgrund des Sedimentgesteins werden hier immer wieder fossile Spuren von Sauriern und Urzeitlebewesen gefunden. Wenn man den Blick über das Tal schweifen lässt kann man sich richtig vorstellen wie hier einst riesige Flugsaurier die Felswände entlang flogen und große Herden dieser urtümlichen Monster im Tal grasten. Heute ziehen anstelle der Saurier riesige Kondore ihre Kreise über den Tafelbergen.
Wir campierten die ersten Tage völlig alleine im Park. Unter Tags sind zwar noch viele Tagesausflügler unterwegs, aber ab 17 Uhr hat man hier seine heilige Ruhe. Man hört nichts außer dem Zirpen der Grillen, dem Zwitschern der Vögel, ab und zu dem Schreien eines wilden Esels. Hier merkt man, dass die Wüste tatsächlich lebt…
Jeden Tag nachdem es finster geworden war genossen wir die geniale Stimmung im Camp. An einem Abend war sie besonders beeindruckend, da in der Entfernung immer wieder Blitze zuckten und den gesamten Himmel erleuchteten. Diese kamen in der Nacht immer näher und wurden auch bald von Regen und Sturm begleitet. Wir machten uns keine Sorgen, denn zum einen waren wir auf einer kleinen Anhöhe, zum anderen war unser Zelt von Schweden schon einiges an Schlechtwetter gewöhnt. Als gegen zwei Uhr früh dann plötzlich der Wasserpegel im Zelt rapide anstieg (der trockene Wüstenboden kann kaum Wasser aufnehmen und so rinnt alles oberflächlich ab), mussten wir handeln: Also hieß es raus aus dem Gewand (wird ja sowieso nur nass und dreckig) und ab ins kalte, stürmische Nass. Mit unseren Berghaferln schafften wir es den Fluss, der quer durch unser Zelt strömte, so weit umzulenken, dass unsere Sachen im Vorzelt keinen Schwimmkurs mehr machten. Durchgefroren und glücklich zogen wir uns wieder ins Zelt zurück und hofften auf eine ruhige und trockene Nacht. Unser Wunsch sollte nicht in Erfüllung gehen. Gegen 6 Uhr früh setzten erneute Regenfälle das Zelt abermals, diesmal noch böser unter Wasser. Also verließen wir unsere (inzwischen schon leicht feuchten) Schlafsäcke ein weiteres Mal um unser Zelt am davonschwimmen zu hindern. Die angehängten Fotos sagen alles…
Nach 2 Tagen Ausrüstungspflege machten wir uns auf den Weg zurück nach San Luis. Das erste Stück auf der Ladefläche eines Rangertrucks, die restlichen 120km dann per Autostopp mit einem riesigen Kühltruck und seinem ebenso etwas unterkühlten, nicht sehr gesprächigen Fahrer.

Paso de los Toros

Um von Uruguay nicht nur die Küste, sondern auch dass Landesinnere zu sehen fuhren wir mit dem Bus in das kleine Provinznest Paso de los Toros am Rio Negro. Es ist eine Kleinstadt, die noch hauptsächlich von der Landwirtschaft (Viehzucht) lebt. Es gibt hier mehr Futter- und Farmzubehörgeschäfte als Lebensmittelläden. Es scheint als sei die Zeit stehen geblieben und so darf es einen auch nicht wundern, wenn Männer in voller Gaucho-Montur über die Hauptstrasse flanieren – das gehört hier einfach dazu.
Wir campierten im örtlichen Stadtpark/Campingplatz (ob man da hätte zahlen müssen wissen wir bis jetzt nicht, aber es hätte uns keiner was gesagt…) direkt an den Ufern des Rio Negro. Für Kevin bedeutete das: Endlich wieder Süßwasserfischen! – Es ist wirklich interessant wie viele verschiedene Welsarten es gibt…Naja, Hauptsache sie schmecken, oder?
Sonst war in Paso de los Toros nicht viel los. Wir machten uns ein paar gemütliche Tage im Grünen (eine schon fast vergessene Farbe) und entsandeten unsere restliche Ausrüstung. Vollkommen entspannt fuhren wir wieder zurück in das hektische Montevideo um uns die Sachen, die Walter netterweise für uns aufbewahrt hat abzuholen und uns von allen unseren neuen uruguayischen Freunden noch einmal zu verabschieden.
Nacho, Belen und Pablo freuten sich uns noch einmal wieder zu sehen und wir genauso, da unsere gemeinsame Zeit in Cabo Polonio wirklich unvergesslich war. Also verbrachten wir noch so viel Zeit wie möglich gemeinsam – abendliches Herumstreunen in der Stadt mit einem kühlen Bier in der Hand, Bummel über den Markt, gemeinsames Kochen und Pastaessen,…Nacho kam sogar noch mitten in der Nacht zum Busbahnhof um uns Lebewohl zu sagen als wir dann schweren Herzens Richtung Argentinien aufbrachen…

Sonntag, 14. Jänner 2007

Cabo Polonio!

Als wir im Reiseführer von dem kleinen Aussteigerdorf ohne Straßenanschluss, Strom und Wasser lasen, war klar, dass wir dort hinmussten. Zu erreichen ist Cabo Polonio, das mitten in einem Landschaftsschutzgebiet liegt, nur mittels Geländefahrzeugen, die einen durch die berühmten Wanderdünen bringen. Der erste Eindruck, den wir von der Ortschaft hatten war überwältigend: kleine windschiefe, selbst zusammen gezimmerte Häuschen und Hütten, die planlos angeordnet auf den grasig-sandigen Hügeln stehen, ohne durch Straßen und Wege verbunden zu sein. Es scheint, als ob hier die Zeit stehen geblieben wäre.
Auf den zweiten Blick erkennt man jedoch schon, dass Cabo Polonio zu einem beliebten Wochenendausflugsziel geworden ist. Die Zeiten, in denen das Dorf ein reiner Aussteiger- und Fischerort gewesen ist, sind leider vorüber. Nur mehr wenige echte „Hippies“ sind übrig geblieben. (Die Bezeichnung Hippie wird hier in Südamerika für alle alternativen Aussteigertypen verwendet und ist eigentlich eine zeitgemäße Weiterentwicklung der Hippiekultur, wie wir sie in Europa kennen. Es sind also keine 60jährigen, vollbärtigen Althippies, sondern einfach gemütliche Leute, die etwas „anders“ sind. Wir fallen also auch in diese Sparte…)
Campen ist in Polonio eigentlich verboten. Es hat sich allerdings ca. 1 ½ km außerhalb der Ortschaft, entlang eines Baches in den Dünen eine kleine Zeltstadt entwickelt. Hier gibt es vom eingefleischten fasteinheimischen Dauercamper bis zum Wochenendabenteurer alles. In dieser „Stadt“ haben wir das echte Cabo Polonio gefunden. Gemütliche Leute, große Lagerfeuer, Musik und Gesang, gemeinsames Muschelsuchen und –essen und nicht zu vergessen SAND!!!! Den hast du überall: in den Haaren, in den Ohren, im Zelt, im Schlafsack, im Kocher, im Essen und sogar der Cafe ist „crunchy“! Mit unseren neuen Freunden Nacho und Belen (kurzfristig auch Pablo) haben wir hier wirklich schöne und unvergessliche eineinhalb Wochen verbracht. Besonders Kevin hat mit Nacho einen Seelenfreund gefunden. Obwohl Nachos Englisch nicht so gut war und Kevins Spanisch noch schlechter, verstanden sich die beiden beim Feuerholzsammeln, Muschelnsuchen, Felsenkraxeln, Tierwelt erkunden und Lobos (Seelöwen) streicheln hervorragend. Man braucht nicht immer große Worte um sich zu verstehen…
Wie schon erwähnt gibt es in Polonio auch eine der größten Seelöwenkolonien in Südamerika. Wenn man hier zwischen den Felsen spazieren geht kommt man sich fast so vor, als ginge man mitten durch das Gehege im Zoo. Diese putzigen, bis zu 300kg schweren Kolosse, die immer wieder zwischen den Felsen auftauchen, können mit ihren Reißzähnen schon ganz schön gefährlich werden. Wenn man sie aber zufällig bei einem Mittagsschlaf überrascht, kann es sein, dass sie zu faul sind um aggressiv zu werden. Und man kann sie, wenn man sich traut und ein bisschen wagemutig ist, auch streicheln. Kuscheln war uns dann doch zu gefährlich.
Nach eineinhalb Wochen im Sandkasten in der prallen Sonne (natürlichen Schatten gibt es praktisch keinen, wenn man welchen will, muss man ihn sich selber machen) verabschiedeten wir uns schweren Herzens von der kommerzialisierten Hippiekommune, die wir doch so lieb gewonnen hatten, sagten den Kühen am Strand noch good bye und zogen weiter Richtung Norden nach Punta del Diablo.
Dort bekamen wir gleich einmal einen Zivilisationsschock - Ein Campingplatz mit 200x500 Metern und ca. 400 Bewohnern von denen jeder mindestens einen Radio und einen Halogenstrahler mithatte. Der Ort selbst ist ganz gemütlich, jedoch merkt man, dass Hauptsaison ist und dass Punta del Diabolo im Moment eines der In-Ziele ist. Nach 2 Tagen der Ausrüstungspflege (und Entsandung) verließen wir diesen Ort also wieder und legten noch kurz einen Zwischenstopp in La Paloma ein.
Zum einen, um unsere Homepage wieder aktualisieren zu können (gutes Internetcafe), zum anderen, um unsere beiden Freundinnen Juliana und Beta noch einmal wieder zu sehen. Hier bleiben wir noch bis morgen und ziehen dann weiter ins Landesinnere nach Paso de los Toros…

Silvester in La Pedrera!

Wenn man unterwegs ist muss man flexibel sein. Den Plan bis nach Cabo Polonio zu marschieren mussten wir bald aufgeben, da der Sand, der in La Paloma noch sehr solide war weiter außerhalb immer weicher wurde. Außerdem war unser Gepäck mit dem ganzen Trinkwasser, das wir mittragen mussten einfach zu schwer. Nach einem anstrengenden Marsch erreichten wir die nächste Ortschaft – La Pedrera, ein kleines Nest, das nicht einmal im Reiseführer erwähnt ist. Wir waren müde, die Leute dort waren gemütlich und es gab einen Campingplatz, also blieben wir.
La Pedrera ist ein kleines Surferdorf mit gerade einmal 2 asphaltierten Straßen, einer Kirche, die kleiner ist als der Surfershop nebenan (der wohlgemerkt auch nicht sonderlich groß ist) und vielen ausgeflippten, relaxten Travellern und Surfern.
Am 30.12. lernten wir dann auch noch zwei Österreicherinnen kennen, die schon seit Oktober in Südamerika unterwegs sind. Lisi und Eva (aus der Gegend um Attnang) haben für ein paar Wochen in einem Kinderdorf in Chile gearbeitet und sind jetzt (nach Chile und Argentinien) unterwegs nach Lima.
Froh uns endlich wieder mal auf Deutsch austauschen zu können, haben wir uns am Abend auf ein „Gläschen“ Wein bei uns am Lagerfeuer zusammengesetzt. Wir machten auch gleich aus Silvester gemeinsam mit einer großen Grillerei zu feiern. Da das „Gläschen“ Wein etwas ausartete, fiel Silvester dafür umso antialkoholischer und kürzer als sonst aus. Das Asado war dafür echt genial.
Wir blieben noch bis 2. Jänner in La Pedrera und fuhren dann mit dem Bus weiter nach Cabo Polonio.

Samstag, 13. Jänner 2007

Weihnachten!

Wir haben Weihnachten (fast) wie geplant in La Paloma gefeiert! Nur alleine waren wir nicht. Marita hat am Weg zur Dusche zwei Uruguayerinnen kennengelernt und so haben wir spontan beschlossen Weihnachten gemeinsam zu feiern! Juliana (18) und ihre Mutter Beta (?) arbeiten momentan hier in La Paloma und haben sich als Dauercamper auf unserem Campingplatz eingenistet! Sie haben uns sofort ins Herz geschlossen und über Weihnachten als Ersatzfamilie adoptiert! Am 24. sind wir noch groß Futter kaufen gegangen und haben am Abend ein richtig großes Asado (Grillfest) veranstaltet!
Zu Mitternacht wurde wie bei uns zu Silvester der Countdown gezählt und ein Feuerwerk abgeschossen! Nichts da mit "Stille Nacht" - Party all night long!!!!! Auch irgendwie eine schöne Art Weihnachten zu feiern!
Am 27.12. haben wir schweren Herzens Abschied von unserer Weihnachtsfamilie genommen - mit dem Plan zu Fuß über den Strand ins 50km entfernte Cabo Polonio zu gehen.....

Sonntag, 24. Dezember 2006

Feliz Navidad!

Hier in La Paloma könnte man fast vergessen, dass heute schon Weihnachten ist. Man sieht nirgends Weihnachtsschmuck und hört auch keine Weihnachtslieder im Radio. Der Rummel geht voll an uns vorbei - irgendwie angenehm...
Das Wetter war in den letzten Tagen nicht so toll. Es hat oft geregnet und wenn es hier regnet, dann richtig! Gestern auf der Hafenmauer hatte es ca. 150km/h Wind und das Wasser kam waagrecht daher! Von den 2stöckigen Wellen ganz zu schweigen. Aber was müssen wir auch bei so einem Wetter fischen gehen!?!
Weihnachten feiern wir ganz entspannt. Wir werden jetzt dann noch einkaufen gehen und dann am Campingplatz ein großes "asado" veranstalten (Grillerei) - so richtig, in der Badehose mit einem Bier in der Hand und Bob Marley im Radio... Ein typisches Weihnachtsessen eben.
Wir wünschen euch allen ein fröhliches Weihnachtsfest. Feiert recht schön im grünen - Wir werden uns heute abend noch mit einer Flasche Wein an den weißen Sandstrand setzen...
Nicht bös gemeint *zwinker*

Mittwoch, 20. Dezember 2006

La Paloma...

Am Freitag sind wir mit Walter nach Punta del Este gefahren. Das mit dem Campingplatz ist leider nichts geworden und so mussten wir in einer überteuerten, nicht sehr sauberen Jugendherberge absteigen.
In Punta del Este trifft sich die High-society von Südamerika. Wenn du nicht dort bist, bist du entweder out oder pleite. Für uns trifft eher zweiteres zu und darum mussten wir diese eigentlich sehr schöne Stadt am Sonntag schon wieder verlassen. Ausserdem brauchten wir etwas Natur und Ruhe und nicht schon wieder die Hektik einer großen Stadt....
Walter hat sich an diesem Wochenende wirklich toll um uns gekümmert und uns Punta del Este und Umgebung gezeigt. Wir waren auch bei seiner Farm, die in einem Eukalyptuswald steht und auf deren Wiesen Ponys grasen, Hunde spielen und sich eine Katze im Schatten eines imposanten Hibibiskusstrauches räkelt.... Ein wunderschöner Flecken Erde mit einer ganz besonderen Atmosphäre.
Seit Sonntag sind wir nun in La Paloma. Ein Fischer- und Surferstädtchen nach unserem Geschmack! Wir haben hier einen günstigen Campingplatz gefunden und schaffen es nun auch endlich innerhalb unseres Budgets zu reisen. Die Stimmung hier ist sehr entspannt. Es ist eindeutig noch Vorsaison, jeder grüßt dich auf der Strasse und sogar Autofahrer winken oder hupen dir freundlich zu. Fische gibt es (siehe Fotos) auch ganz "nette"! Einen der beiden Corvinas haben wir hergeschenkt, den anderen verputzt - Der beste Fisch, den wir je gegessen haben! Das Fleisch ist fest wie bei einem Hühnchen und auch die Gräten kommen auf Hühnerknochen hin. Keine Futzelei, nur purer Fischgenuss! Die Portionen sind etwas größer als normal, aber das ist für uns doch kein Problem...
Wir haben vor noch über Weihnachten hier zu bleiben und dann entlang der Küste weiter nordwärts bis nach Cabo Polonio zu ziehen. Bis dahin geniessen wir hier noch die Annehmlichkeiten eines Campingplatzes und entspannen bis es weh tut... :-)

Donnerstag, 14. Dezember 2006

Die letzten News aus Montevideo!

In den letzten Tagen haben wir Montevideo größtenteils zu Fuß erkundet! Das waren in etwa 40 km bei konstanten 31°C! Ist zwar anstrengend gewesen, aber so sieht man halt am meisten!
Die Stadt ist (für eine Millionenstadt) wirklich traumhaft: durch die vielen Busse die fahren, sind relativ wenig Autos unterwegs und es gibt immer wieder wunderschöne Parks und andere kleine Grünflächen in denen man sich im Schatten ausruhen kann! Und wenn mal irgendwo kein Platz für einen Park war, dann steht da zumindest eine Allee - man ist also immer irgendwie im Grünen! An den Gebäuden erkennt man dass die besten (oder zumindest reichsten) Zeiten von Uruguay vorüber sind. Überall stehen uralte, meist sehr pompöse Bauten, die leider schön langsam an allen Ecken und Enden zu bröckeln anfangen! Es fehlt leider das Geld, diese teils sehr geschichtsträchtigen Gebäude zu erhalten!
Mitten in der Stadt gibt es auch immer wieder Badestrände, die zwar sehr schön sind, nur das Wasser ist im Süden der Stadt leider etwas dreckig. Nachdem Montevideo nicht direkt am Meer liegt sondern am Rio de la Plata, ist das Wasser hier durch den Fluss-Schlamm meist eine braune Suppe! Erst wenn man ein paar km Richtung Norden geht (oder fährt) wird das Wasser salziger und klarer!
Das Wetter ist hier wirklich traumhaft! Ab ca. 11Uhr hat es konstant 31°C und es kühlt erst wieder um ca. 20Uhr auf 25°C ab! In der Nacht hat es dann meistens um die 20°C! Ist doch um einiges besser als in Österreich!!
Die Bevölkerung ist sehr freundlich und vor allem unkompliziert - es geht alles so aus dem Handgelenk….und natürlich etwas langsamer! Man erkennt gerade hier in Montevideo sehr stark den südeuropäischen Einschlag: Viel Kaffee, Pizza, Pasta,…. und vor allem: Einfach gutes Essen!!!!!!!! In schwedischen Supermärkten fanden wir ekelhaftere und seltsamere Sachen als hier! Dieses Land hat eine Esskultur - da könnte sich so manches europäisches Land noch einiges abschauen!
Vorgestern haben wir uns mit Walter (einem Mühlviertler Auswanderer) getroffen! Wir hatten zwar schon von Österreich aus telephonischen Kontakt mit ihm, aber irgendwie war es von dort aus leichter! Die uruguayischen Telephonzellen haben so ihre Macken und wir unsere Probleme mit ihnen! Aber das ist eine längere Geschichte…..
Walter hat uns jedenfalls gleich unter seine Fittiche genommen und uns die Stadt gezeigt!
Nachdem wir immer Probleme mit der Kontaktaufnahme mit Walter gehabt haben, haben wir uns gestern ein uruguayisches Prepaid-Handy besorgt! So kann uns Walter immer erreichen und wir können im Notfall auch hier in Südamerika telephonieren!
Am Freitag fährt Walter zu seinem zweiten Haus in Punta del Este und hat uns angeboten, uns mitzunehmen und bei einem günstigen Campingplatz abzusetzen!
Ich hoffe dass wir uns von dort aus bald wieder melden können, wenn auch sicher nicht mehr gratis und vom Balkon aus!
Wir freuen uns schon auf ein wenig Ruhe: glasklares Wasser, Strand, Palmen,…
Endlich mal einfach nur ausspannen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Montag, 11. Dezember 2006

Erste News aus Montevideo!

Endlich unterwegs! Wir sind Samstag um ca. 19 Uhr in Wien weggeflogen. Und was wäre eine Reise, wenn alles reibungslos funktionieren würde…Beim einchecken bekamen wir gleich einmal eine verpasst – Nach ausgiebiger Betrachtung unserer Tickets meinte die Dame am Schalter: „Ich kann sie leider nicht einchecken!“ Uns ist mal gleich das Herz in die Hose gerutscht. Wir durften nicht fliegen, weil wir keine Rückflug- oder Weiterreisebestätigung hatten, sondern nur ein oneway-Ticket. Also mussten wir spontan am Flughafen noch ein Ticket nachkaufen. Jetzt haben wir ein Flugticket nach Santiago de Chile am 30. Dezember um 500€, das wir eigentlich nicht brauchen. Aber höchstwahrscheinlich können wir es uns refundieren lassen. Das werden wir in den nächsten Tagen in Erfahrung bringen.
Der Flug war dann lang aber unproblematisch und wir sind heil am Sonntagvormittag in Montevideo (Uruguay) angekommen.
Das was wir inzwischen von Uruguay bzw. Montevideo gesehen haben ist wunderschön. Ein Land das schwer zu beschreiben ist. Es vermischen sich unterschiedliche Elemente: spanischer Kolonialstil gepaart mit westlichem Flair und das gemischt mit arabisch anmutender Gemütlichkeit und Ruhe. Also ein Land in dem wir uns wohlfühlen. Das Wetter ist traumhaft: 30 Grad bei strahlendem Sonnenschein (und dabei ist hier erst Frühsommer)
Auch das Hotel, das wir hier gefunden haben ist toll. Ein Altbauzimmer mit hohen Räumen, deckenhohen Türen, Parkettboden und eigenem Bad. Wir haben auch 2 Balkone mit Blick auf das Leben von Montevideo. Auch ein unverschlüsseltes Netzwerk haben wir hier gefunden und können so jetzt gratis von unserem Balkon aus im Internet surfen, Mails verschicken und telefonieren. Die ersten Fotos könnten aber noch etwas dauern, da die Verbindung zu schwach ist um große Datenmengen upzuloaden. Und das letzte Internetcafe in dem wir waren hatte nicht mal einen USB-Anschluss. Naja, möge das Abenteuer beginnen – wir kriegen das schon hin.
Wir werden jetzt noch ein paar Tage in Montevideo bleiben und dann weiter Richtung Norden (Punta del Diabolo bzw. Cabo Polonio) ziehen. Weiter reicht der Plan noch nicht und das ist gut so. So bleiben wir offen für alle Eventualitäten.

Donnerstag, 21. September 2006

Weltreise – Die Vorbereitung:

Ja, ja schön langsam wird es ernst. Nicht mehr lange und wir haben unseren Wohnsitz nicht mehr in Linz, sondern dort, wo unser Zelt steht….
Nur mehr wenige Wochen sind es und es gibt noch unglaublich viel zu tun. Gott sei Dank waren wir aber auch schon die letzten Wochen nicht untätig. Bis auf ein paar Kleinigkeiten haben wir die Ausrüstung beisammen. Sogar ein Probepacken haben wir schon absolviert, um zu testen, ob auch wirklich alles, was wir mitnehmen wollen in unseren beiden Rucksäcken Platz findet.
Als wir die gesamte Ausrüstung auf dem Bett zusammengetragen hatten und sich ein riesiger Berg aus Sachen darauf türmte wollten wir schon stagnieren: So viel Zeug geht NIEMALS in 2 „kleine“ 70l-Rucksäcke!!! Aber man kann ja bekanntlich eine Sache erst dann richtig beurteilen, nachdem man sie ausprobiert hat – Also hieß es: Ran ans Rucksackpacken. Nach 10 Minuten schwitzen, stopfen und staunen, wie viel in unseren neuen Rucksäcken Platz hat standen sie da – voll gepackt und fertig für die Weltreise. 26 kg pro Mann und Nase – unser gesamter Besitz für die nächsten Jahre…..
Wenn man das so sieht, weiß man, dass es jetzt endgültig ernst wird. Die Wohnung ist schon gekündigt, sämtliche sonstigen Verpflichtungen werden abgegeben, alles was einen noch irgendwie in Österreich hält wird in Gedanken für eine Weile verabschiedet.
Man könnte glauben, dass sich bei uns Wehmut breit macht, doch je näher die große Reise rückt desto mehr nimmt der Entdecker in uns das Ruder in die Hand und steuert uns in Richtung Abenteuer. Im Moment weiß ich noch nicht was den Anfang der Reise bestimmen wird, Fernweh oder Heimweh….Aber es dauert ja nicht mehr lange und dann weiß ich es…...

Mehr Infos zum Thema Weltreisevorbereitung findet ihr auf:
http://www.bergzeit.de/magazin/weltreise-planen-vorbereitung/