Dienstag, 10. Februar 2009

Xela und der Besuch bei Quetzaltrekkers Guatemala...

Nach Xela mussten wir aus zwei Gründen: Zum einen wegen der hohen Vulkane in der Umgebung und zum anderen, weil hier unsere Kollegen von Quetzaltrekkers Guatemala zuhause sind und wir schauen mussten was die hier heroben so treiben.
So quartierten wir uns im Casa Argentina ein, das sowohl ein Hostal als auch das Büro/Zuhause von QT ist. Als quasi Arbeitskollegen wurden wir gleich herzlich empfangen und zum Essen eingeladen. Außerdem bekamen wir wertvolle Tipps wie man die Vulkane der Umgebung solo besteigen kann.
Das erste unserer hohen Ziele war der Vulkan Santa Maria mit 3772m. Vom Gipfel dieses Vulkans aus sieht man direkt auf den kleineren Vulkan Santiaguito, der zu den aktivsten in ganz Guatemala gehört. Im Schnitt bricht er alle 40-50 Minuten aus und spuckt eine riesige Staub- und Aschewolke ca. 1000 Meter hoch in die Luft. Echt beeindruckend so etwas aus nächster Nähe zu sehen und zu hören – man hat das Gefühl als würde da unten ein Düsenjet starten. Der Santa Maria ist außerdem auch ein sehr heiliger Berg für die hier lebenden Maya. Als wir oben waren sahen wir hunderte Menschen, die hier hoch gepilgert waren um zu beten, singen und den Göttern zu opfern. Es vermischt sich auf groteske Art und Weise das Christentum mit dem alten Glauben und der nicht abreißende Singsang ist halb katholisch und halb heidnisch.
Es ist schon ein witziger Kontrast, die Touristen in ihrer High-Tech-Trekking-Ausrüstung neben den Locals zu sehen, die den Berg mit Flip-Flops besteigen und oben in Wolldecken gehüllt unter Plastikplanen campen.
Dank der Quetzaltrekker-Tipps konnten wir den Berg locker ohne Guide und Tour besteigen und zahlten so statt 20€ nur ca. 40 Cent pro Person.
Nach einem Tag Pause starteten wir schon unsere nächste Vulkanbesteigung. Diesmal sollte es auf den höchsten Berg von Mittelamerika gehen - den Vulkan Tajumulco mit 4222m. Bei unserem frühmorgendlichen Start fanden wir heraus, dass der Wegbeschreibung zu folgen („Immer Bergauf und dem Gipfel entgegen“) im Dunkeln und bei dichtem Nebel gar nicht so einfach ist. Aber Dank Kevins internem, intuitionsgesteuerten GPS war der Aufstieg aber kein Problem. Nach ca. 1 Stunde waren wir dann endlich über den Wolken und wir sahen zum ersten Mal den Gipfel des Tajumulco. Noch eine Stunde später konnten wir mal wieder richtige Höhenluft schnuppern – über 4000m wird der Sauerstoff dann nämlich schon merklich knapp. Während wir in Bolivien und Peru bei unseren Bergtouren (oft über 5000m) super akklimatisiert waren, sind wir im Moment schon sehr Dickluft-verwöhnt.
Doch das Gefühl, wenn man es dann endlich geschafft hat und am höchsten Punkt von Zentralamerika steht entlohnt für alle Mühen! Nach einer ausgiebigen Pause und einer deftigen Frühstücksjause mussten wir dann auch noch den Berggeistern opfern. Kevin hatte noch einen Böller von Silvester übrig, den er rituell sprengte…Der Tajumulco ist jetzt keine 4222m hoch, sondern nur mehr 4221m…Es fühlte sich auf jeden Fall so an…
Und auch das obligatorische Stoamandl durfte nicht fehlen. Danach ging es im Laufschritt wieder hinunter und wir waren schon am frühen Nachmittag wieder zurück in Xela.
In den nächsten Tagen in Xela lernten wir auch noch die Kiddies vom Quetzaltrekkers-Projekt kennen. An einem Abend waren wir zum wöchentlichen QT-Dinner eingeladen und an einem anderen spielten wir mit den Kids Fußball!
Gerade als wir abreisen wollten erfuhren wir von der geplanten Demo gegen den Krieg in Palästina, an der der Großteil der Quetzaltrekkers teilnehmen wollte. So blieben wir noch einen Tag und marschierten für einen guten Zweck mit. Die Demo war nicht groß, aber der gute Wille zählt…Es war sogar ein Bild von dieser Aktion in einer lokalen Zeitung – Kevins Iro ist unverkennbar!

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