Samstag, 31. Mai 2008

Boquete und der Vulkan Barú...

Schon bei unserer Ankunft im strömenden Regen erfuhren wir die frohe Botschaft, dass es hier um diese Jahreszeit jeden Nachmittag so schüttet. Die Regenzeit hat begonnen und in Boquete merkt man es so richtig…Wir dachten schon, dass dann aus der Vulkanbesteigung nichts würde bis uns Pancho (der nette, hyperaktive, ständig bekiffte Hostelbesitzer) von der Möglichkeit einer Übernachtbesteigung erzählte. In der Früh wäre am Gipfel die Sicht am Besten, meinte er. Und die braucht man für den Vulkan Barú auf jeden Fall. Er ist mit fast 3500m der höchste Berg Panamas und an einem klaren Tag kann man von oben beide Ozeane sehen, den Atlantik und den Pazifik.
Den ersten Tag in Boquete spannten wir erst mal von der Großstadthektik aus und erkundeten die Umgebung. Aufgrund seiner hohen Lage (gut 1000m) herrscht hier das ganze Jahr ein angenehm kühles Klima. Die Gegend ist deswegen auch das Hauptanbaugebiet für Hochlandkaffee in Panama. Ist echt nett in der hügeligen tiefgrünen Landschaft durch Kaffeeplantagen zu streifen (vorausgesetzt es regnet gerade nicht…).
Aus der ersten geplanten Besteigung wurde witterungsbedingt nichts. Also hieß es warten. Nach 3 Tagen spielte endlich das Wetter mit und wir konnten los. Spontan schlossen sich auch noch der Israeli Saki und die Südkoreanerin Chong Mi an, was uns ganz recht war. Erstens ist das Taxi für uns günstiger, wenn man es sich teilt und zweitens ist es zu mehrt immer mehr Spaß.
Kurz vor 23 Uhr fuhren wir mit dem Taxi zum Anfangspunkt des Pfades und begannen im hellen Mondlicht den Aufstieg. Um 5 in der früh waren wir dann rechtzeitig zu Sonnenaufgang am Gipfel. Wir wurden schon gewarnt, dass es ziemlich kalt werden würde da oben, aber mit SO einem Zapfen hatten wir echt nicht gerechnet…Frierend und bibbernd genossen wir den schönsten Sonnenaufgang in unserem Leben. Die Sicht war genial und man konnte auf der einen Seite die Sonne im Atlantik schimmern sehen und auf der anderen Seite berührte der Schatten des Vulkans den Pazifik. Einfach nur geil!
Nach zwei Stunden des Staunens und Frierens am Gipfel stiegen wir ein paar hundert Meter ab und lernten wieder einmal was über fremde Kulturen: Israelis gehen wandern um an einem schönen Ort Kaffee zu trinken. Anstelle von warmer Kleidung hatte Saki nämlich Gaskocher, Kochtopf, Kaffee, Zucker, Wasser und sogar Plastikbecher und Kaffeelöffel mit auf den Berg genommen. Es gibt nichts Besseres als einen schönen starken türkischen Kaffee nach einer anstrengenden Nacht ohne Schlaf!
Gut koffeiniert machten wir uns an den Abstieg. Auf dem Weg wurden noch schnell Karotten von einem Feld mitgenommen (auf Reisen muss man schauen wo man was zu essen kriegt und Gratisvitamine sind da immer willkommen). Und weil wir gerade auf unserer Sparwelle waren umgingen wir auch noch die Rangerstation und sparten uns so die 5 Dollar Nationalparkseintritt pro Person.
Um 13 Uhr, pünktlich zu Regenbeginn, waren wir dann wieder zurück an de Straße, wo wir 14 Stunden vorher losmarschiert waren. 30 Kilometer, 2000 Meter Aufstieg und genauso viele Höhenmeter wieder runter…Unsere Beine wussten was sie geleistet hatten!
Eigentlich wollten wir alle 4 am nächsten Tag weiterreisen, aber keiner fühlte sich körperlich so recht in der Lage, seinen Rucksack zu schultern. Wir beschlossen also im Kollektiv noch zu bleiben und unseren armen Muskeln in den nahe gelegenen heißen Quellen etwas Entspannung zu gönnen.
Es tat echt so gut wieder mal den ganzen Körper in heißes Wasser zu tauchen (Badewannen spielt es beim Reisen einfach nicht)!
Am Abend kochten wir noch groß auf und machten einen Riesenberg Bananen-Pfannkuchen und ließen so zwei wunderschöne gemeinsame Tage ausklingen…
Nächster Stopp auf unserer Reise war die Karibikinselgruppe Bocas del Toro, wo wir gerade sind. Hier genießen wir gerade alle Vorzüge eines eigentlich viel zu teuren Hostels, das wir glücklicherweise zum Halbpreis gekriegt haben. Aber dazu mehr beim nächsten Mal…

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